Souveränität statt Kernfusion - Warum Sie Ihre eigene Weltmacht gründen sollten
Strategie für den Ausstieg aus der organisierten Ohnmacht
Arbeitstext von Wolfgang Behr
Kurzfassung
Die gegenwärtige weltpolitische Lage gleicht einer Falle. Wenn wir die ABC Waffen
abschaffen, wird die Welt über kurz oder lang von Kriegen und Warlords beherrscht.
Wenn wir sie nicht abschaffen, werden die Waffen irgendwann eingesetzt!
Ein Gedankenexperiment, um ein Fenster der Hoffnung aufzustoßen
Die einzelnen Menschen sollen ihre
individuelle Souveränität proklamieren. Jeder Mensch wird zu einer
eigenständigen politischen Institution.
Denn wenn wir souveräne Akteure unseres Lebens sind, können wir
als solidarische Gemeinschaftswesen (homo politicus) unser
Zusammenleben sinnvoll ordnen, ohne auf die alten territorialstaatlichen Kollektive
angewiesen zu sein, die ihre Bürger mehr oder weniger unterdrücken und von denen manche jetzt
auf die Vernichtung der Welt zusteuern.
Weil wir das als Laien aus unserem subjektiven
persönlichen Interesse heraus tun - wir wollen nicht in einem ABC Weltkrieg sterben,
entsteht das notwendige "Aussen" zur jetzigen "Weltordnung
des professionellen Versagens".
Dieses "Aussen" eröffnet überhaupt erst eine
Chance zur Veränderung, damit wir nicht länger Statisten unser eigenen Vernichtung bleiben.
Die Welt ohne ABC-Waffen weitergedacht
Nach einem
mehrere Generationen dauernden Prozess des Übergangs haben sich die Staaten
in einzelne Dienstleistungsorganisationen aufgelöst.
Kollektive Institutionen für Gesundheit, Währung, Polizei oder Infrastruktur bleiben bestehen,
passen sich lokalen Gegebenheiten an und
werden von souveränen Individuen legitimiert und kontrolliert.
Alle Strategien zum kollektiven Machterwerb werden im Keim erstickt.
Heute
Die übergroße Mehrheit der Menschen lebt friedlich.
Eine gewaltfreie Welt ist sehr wohl möglich.
Aber die Menschheit ist eine Geisel der
Gewaltbereiten auf dem Weg ins globale Disaster.
1. Ist-Zustand
Die Welt-Gesellschaft sitzt in einem Flugzeug ohne Piloten und die
beschränktesten Passagiere
kämpfen mit Granaten um die Kontrolle.
Drei große Atommächte. Mehrere kleine. Tausende ABC-Waffen. Alle wissen es. Keiner ändert es.
Die Doomsday Clock
steht auf 90 Sekunden vor Mitternacht. Das ist die Zeit, die man braucht,
um "Scheiße" zu denken und keine gute Idee zu haben.
Aber wer könnte die ABC-Waffen überhaupt abschaffen?
Keine bestehende politische Institution kann es.
Nicht die Politiker, nicht die Staaten, nicht die UN.
nicht Revolutionäre, die alle in neuen Diktaturen enden.
Alle sind Teil der Kultur,
die diese Waffen hervorbringt, und die in etwa so clever ist wie der Typ, der sich mit einem Flammenwerfer
eine Zigarette anzünden will.
Sollte ein ABC-Weltkrieg tatsächlich passieren,
würden ein paar tausend Personen per Knopfdruck Milliarden von Menschen töten. Ich gehöhre
zu dem Milliarden, Sie auch!
Wir dürfen jedoch nicht naiv sein: Ohne ABC-Waffen hätten wie schon festgestellt längst
Warlords das Sagen. Mit ABC-Waffen sitzen wir auf einem tickenden Sprengsatz.
Das nennt man eine Zwickmühle – weil beide Optionen katastrophal sind.
2. Soll-Zustand
Ein Sprung im Bewusstsein!
Eine große Abwertung der Gewalt. Die Menschheit ist wie ein
Riese, der sich noch immer von
Zwergen mit Streichhölzern terrorisieren lässt. Sie erkennt ihren Maßstab und ihre eigene Größe nicht.
Wir brauchen keine neue Ideologie, sondern schlicht Mut.
Dann fangen Milliarden friedlicher Menschen an, die Gewaltbereiten als das zu behandeln,
was sie sind – eine gemeingefährliche Anomalie.
Die virtuelle Stunde Null
Der Dritte Weltkrieg ist vorbei. Milliarden sind tot. Überlebende
treffen sich. Sie müssen entscheiden: Wie organisieren sie sich, damit
das nie wieder geschieht?
Die Antwort wäre klar: Sie würden Organisationen mit
Vernichtungspotenzial so konsequent ausschließen wie wir heute Pestviren im Trinkwasser.
Warum warten wir darauf, dass das Haus komplett abbrennt, ehe wir endlich das Zündeln verbieten?
Angst
Wir haben Angst vor einem ABC Krieg.
Sie zu verdrängen macht uns nicht freier und sicherer - nur beherrschbarer.
Also: Denken wir über den Schrecken nach, solange wir noch können!
Der "Start up"-Ansatz für die Zukunft:
Die Institution der politischen Selbstständigkeit des
Individuums
Wir haben keinen politisch tragfähigen Boden mehr unter den Füßen. Wir müssen ihn selbst schaffen.
Der einzelne Mensch als souveräne politische Institution bildet die
Basis einer Welt ohne ABC-Waffen, weil er politisch nicht in die jetzige Welt integriert ist.
Es gibt ihn heute noch nicht! Aber das können wir ändern.
Wir sind von Geburt an prädestiniert für die Souveränität.
Wir sind genauso von Geburt an Gemeinschaftswesen.
Jeder erwachsene Mensch kann die eigene Souveränität proklamieren und dieser
Institution einen Namen geben. Dadurch legitimiert er sich selbst.
Jeder von uns hat seine egoistischen Interessen. Aber wir können diese Interessen nur in einer
Gesellschaft durch Zusammenarbeit verwirklichen. Das war vor Millionen Jahren schon so, wie es heute ist.
Wenn wir uns als souveräne Mitglieder der Gruppe "Alle Menschen" begreifen, dann können
wir die Teilung der Welt in partikulare Territorialstaaten mit Militär,
von denen einige sich und uns mit ABC-Waffen bedrohen, überwinden - bevor es zu spät ist.
Das wäre zumindest das Ziel.
Organisierte professionelle Gewalt führt in den Untergang!
In einer Welt voller KI-Biowaffen und Atomraketen ist
Gewalt als politisches Werkzeug so sinnvoll wie eine Kettensäge zur Uhrenreparatur!
Aber die es können morden und kriegern
fröhlich weiter und manche werfen mit Drohungen des Einsatzes von ABC Waffen um sich.
Ein System, das auf Knopfdruck Milliarden töten kann, ist nicht zu reparieren.
Es gehört verschrottet.
Utopie
Solange ABC-Waffen existieren,
ist ihr Einsatz eine Frage der Zeit. Es ist utopisch, zu glauben, der Dritte ABC-Weltkrieg kommt nie.
Die politische Selbstständigkeit des
Individuums ist keine Utopie, sondern ein Verfassungsprinzip, das die verschiedensten Ausgestaltungen
des Zusammenlebens erlaubt.
Auch wenn der Weg dorthin Generationen dauern wird,
nur wenn alle sich diese Aufgabe täglich bewusst machen und jeder sich selbst als Instanz der Veränderung ernst nimmt,
haben wir eine längerfristige Chance zum Überleben.
Umkehrung der Legitimationskette in einer zukünftig nicht mehr staatlich geordneten Welt
Kollektive Strukturen sollen bleiben: Gesundheit, Wissenschaft, Infrastruktur, Polizei,
Währung, ... .
Sie haben keine Legitimation "von Oben" mehr, sondern eine von den souveränen Individuen abgeleitete Legitimation.
Sie dienen den einzelnen Menschen und nicht einem Staat.
Das Ziel ist die totale Gewaltenteilung:
Staaten werden in Dienstleistungsorganisationen aufgeteilt, die rechenschaftspflichtig sind.
Wo es keine Throne mehr gibt, können auch keine Tyrannen drauf sitzen.
Und wo es keine Atombomben gibt, kann auch keiner damit wedeln.
Wir ersetzen die Herrschaft über Menschen durch die Verwaltung von Aufgaben. Jeder von uns Menschen wird Treuhänder
der Gesellschaft und der Menschheit.
Die Macht der Machtlosen
Präsidenten, Diktatoren, Generäle, Milliardäre können
bestenfalls verhindern, dass die Welt in den Dritten Weltkrieg stürzt.
Eine Zukunft ohne Massenvernichtungswaffen können sie nicht gestalten.
Leben ist keine Regierungsaufgabe. Nur als
Zivilisten und Amateure haben wir eine prinzipielle Chance, die Zerstörung der Waffen zu bewirken,
weil wir einfach keine Lust auf den kollektiven Suizid haben.
Der Anfang - Was jeder tun kann
Die eigene Souveränität proklamieren. Der Institution einen Namen geben.
Ihr gemäß leben. Friedlich sein!
Ein Mensch, der seine Souveränität proklamiert, ist nichts.
Hundert sind nichts. Millionen sind zu wenig. Aber Milliarden verändern die Wirklichkeit.
Es braucht keine Genehmigung und keine Mehrheit.
Wenn dann jeder annimmt, dass die Anderen dasselbe tun und
dass er mit ihnen zusammenleben wird, entsteht vielleicht eine Dynamik, dem Disaster zu entgehen.
Die eigentliche Abrüstung beginnt nicht am Verhandlungstisch der Großmächte –
dort wird nur das Inventar des Untergangs sortiert. Sie beginnt dort, wo Menschen aufhören,
sich als Fußvolk ihrer eigenen Vernichtung zu beugen.
Ungewissheit
Wir wissen nicht, wie in ferner Zukunft eine Welt ohne Staaten
und ohne kollektive Gewalt im Detail funktioniert.
Aber der zivilisatorische Fortschritt schafft ständig neue Möglichkeiten,
die wir heute noch nicht kennen.
Die hier skizzierten Ideen sind Anfänge, keine Garantien, kein endgültiges Wissen.
Vieles wird sich erst zeigen, während der Prozess der Umgestaltung läuft.
Geschichte
Der Rückgang der Gewaltbereitschaft, die emotionale Reife und die
kollektive Selbststeuerung halten nicht mit
den exponentiell wachsenden Zerstörungsmöglichkeiten der humanen high tech-Zivilisation Schritt.
Zwei Pfade bleiben: Scheitern an dieser Asymmetrie oder radikale kulturelle Umkehr,
bei der Friedensfähigkeit vom Luxus zum Überlebensimperativ werden.
Zwischen diesen Polen existiert kein stabiler Mittelweg mehr.
Realistisch gesehen bleibt uns anscheinend nur der Pessimismus und das Warten auf den Absturz ("Precipice", Toby Ord).
Eine Krankenpflegerin, die nach 40 Berufsjahren in Rente geht und sich um ihre Enkel kümmert,
tut faktisch mehr für eine Zukunft der Menschheit als
das Führungspersonal aller große Staaten mit ABC-Waffen zusammen!
Wolfgang Behr
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