STRING - World Politics for Individuals





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Wolfgang Behr
The "Anti-*itler"




Neuere Texte (ab 2001)

von Wolfgang Behr



"Jesuanisch!"

14.03.2008

"Auch für dieses Land muß es Hoffnung auf Rückkehr geben - trotz Hitler. Es wäre gut, die "goldene Zeit" der Philosophie von Kant bis Hegel zu wiederholen! Die Wiederholung muß aber die zwölf Hitlerjahre einbeziehen, in denen Deutschland dem jüdischen Volk und der ganzen Welt Katastrophales angetan hat."

(Emil Fackenheim (1916-2003), jüdischer (deutscher) Philosoph; Zitat aus seinem ersten Vortrag in Deutschland nach dem Krieg, "Glaube an Gott und "Idee Mensch" nach Auschwitz", gehalten ein gutes Jahr vor seinem Tod am 16.07.2002 an der Melanchton Akademie Köln)


"... dem - nicht des Leidens der Opfer, sondern der fortgeschrittenen Kultur der Täter wegen - singulären Menschheitsverbrechen des Holocaust ..."

(Micha Brumlik, jüd.-dt. Autor und Erziehungswissenschaftler, in einem FR-Artikel über den Roman "Die Wohlgesinnten" von Jonathan Littell vom 21.02.2008)


1. Persönliche, "jesuanische" Geistes-Inkarnation

Wenn es stimmt, dass die deutsche Philosophie von Kant, Fichte, Hegel, ... nicht zuletzt eine neue "bessere" Art Christentum hervorbringen wollte, wenn sie das auch nicht schaffte - dass die außergewöhnlichen Kulturleistungen in dieser Epoche aber die Basis dafür bieten könnte, dass wir Deutsche in einem neuerlichen geistig-kreativen Aufschwung sowohl für uns selbst, als auch vor der und für die Welt die richtige Antwort finden auf die unvorstellbare moralische, menschliche Katastrophe, die das verbrecherische, unendliches Leid schaffende Handeln von ca. vierhunderttausend Leuten (Deutsche, Österreicher und Freiwillige bzw. Zwangsverpflichtete aus anderen Nationen nach neuestem Forschungsstand) während des II. WKs bedeutet hat, anlässlich der Shoah und anderer Massenmorde, im Namen der deutschen Nation, - eine moralische Katastrophe, die immer noch andauert, weil wir (Deutsche) es nicht geschafft haben, ihr etwas wirklich Gleichbedeutendes entgegenzusetzen -, könnte es dann nicht sein, dass ein nächster Schritt, auf Kant, Fichte, Hegel, ... folgend, in einer persönlichen "jesuanischen" Geistes-Inkarnation von uns allen bestünde.

Diese persönliche Geistes-Inkarnation wäre zum einen im spezifischen Denken und Handeln von J.G. Fichte teilweise präfiguriert. Zum anderen könnte sie die Bescheidenheit Kants aufnehmen, der dem natürlichen Menschenverstand die Priorität zuerkannte und mit seinen komplexen Reflexionen nur dessen Intuitionen zu begründen können glaubte.
Denn schließlich waren die Untäter im II. WK "ganz normale Männer" und deshalb muss die Antwort in einer neuerlichen Kultur "ganz normaler Menschen" gründen, die jedoch durch die proklamierte "jesuanisch"-geistige Persönlichwerdung (Inkarnation) den abgründigen Einflüsterungen kollektiver Mächte und Mechanismen gegenüber widerstandfähig geworden sind.

Damit sollte sich die Chance für eine neue Menschheitskultur bieten, die uns einen substantiellen Ausweg aus unserer Disposition als "genozidale Art" (Jared Diamond) = in Kombination mit der H-Bombe "suizidale Art" eröffnet.

Mit meinem Projekt "STRING - World Politics For Individuals" will ich für eine moralische und philosophisch-geistige Ausgangssituation der Menschen sorgen, die nicht zuletzt eine globale Nicht-Kriegs-Politik erreichbar macht, weil sie dem "jesuanischen" Maßstab genügen kann.

Kürzlich war in einem Bericht zu lesen, dass auf der Aufstiegsroute zum Mount Everest ein Mann gestorben war und in der Zeit seines Todes mindestens 40 Leute an ihm vorbeigestiegen sein müssen. Diese haben ihm alle nicht geholfen und dadurch ihre knappen Ressourcen und ihre Aufstiegschancen auf den Gipfel nicht gefährdet. Aber sie mußten sich im klaren sein, dass ihnen bei einem eigenen letalen Schwächeanfall auch niemand helfen wird.
Vielleicht ist das eine der menschlichen Formen von "Nicht-Krieg", der indirekte Krieg zwischen den kriegerischen Individuen!

Im Basislager gab es laut diesem Bericht, den ich nicht zitiere, weil ich seine Authentizität dadurch auch nicht bestätigen könnte, ein Zelt, in dem Prostituierte ihre Dienste anboten. Diese wurden nach Beobachtung des Autors nur von den chinesischen Soldaten und den tibetanischen Sherpas in Anspruch genommen.

Wenn ein Sherpa eine Sauerstoffflasche (= notwendiges und knappes Gut vor Ort) stiehlt und dann verkauft, bekommt er soviel Geld, wie sonst als Lohn in einem Jahr.


2. Tiefster moralischer Abgrund

Der Schriftsteller Rolf Hochhuth schrieb anlässlich der Verbreitung der Nachricht, dass die Schriftsteller Siegfried Lenz und Martin Walser sowie der Kabarettist Dieter Hildebrandt als 16-Jährige der NSDAP beigetreten seien, am 03.07.2007 im Münchner Merkur voll Empörung:

" ... Das Institut für Zeitgeschichte kann das Datum nennen: Hitlers Justizminister musste 1941 den Gerichten verbieten, Denunziationen nachzugehen, weil zu viele "Volksgenossen" ihre Volksgenossen unters Fallbeil bringen wollten!

...

Nie wird gefragt, was ein 16- oder 19-Jähriger tun sollte, der zum Militär oder in die Partei "berufen" wurde. Hätte ein fr die Partei oder SS "Auserlesener" sagen sollen: "Ich mag nicht"?

Mindestens in eine Strafkolonie statt in das reguläre Militär wäre er eingezogen worden; was bekanntlich Todesstrafe auf Zeit bedeutete. Die Jungen, die heute Artikel und Bücher schreiben, sind daran zu erinnern, dass 20-Jährige im Kriege einer "Gerichtsbarkeit" unterstanden, die 20 Bataillone, das sind 20 x 10 000 Soldaten, zum Tode verurteilt hat, von denen mindestens 15 x 10 000 tatsächlich ermordet wurden. Vergleichszahl: Die noch ehrenhafte kaiserliche Armee hat 1914/18 insgesamt 40 Soldaten hingerichtet. Eisenhower ließ im 2. Weltkrieg einen Amerikaner hinrichten. Churchills britische Armee keinen."


Durch diese Zeilen von Rolf Hochhuth muss man sich erneut der Wahrheit stellen, dass die deutsche Bevölkerung und der deutsche Staat zur Zeit des Nationalsozialismus und der Shoah auf einem absoluten moralischen Tiefpunkt angelangt war. Alles, was zuviele Deutsche damals an Verderbtheit anderen, vor allem "Den" Juden zugesprochen haben, traf in Wirklichkeit auf sie selbst zu!

Die Aufgabe, die mir obliegt, kann man aus diesem Grunde nicht professionell bewältigen. Man muss sie als Schicksal begreifen, dieses annehmen und sich dann hindurchkämpfen - ein Schicksal, das die Kräfte des Einzelnen unter normalen Umständen bei weitem übersteigt. Es ist eine Aufgabe, die mir, lange bevor ich selbstständig denken konnte, von meinen Vorfahren aufgetragen wurde und die ich wohl in aller kindlichen Naivität aus Sensibilität und Intelligenz, allerdings auch durch eine gewisse Verführung intuitiv erkannt habe und angenommen habe, bevor ich auch nur entfernt beurteilen konnte, worum es dabei ging.
Es geht um nichts weniger, als die deutsche Nation in einem positiven, affirmativen, in einem moralisch starken Sinne wieder aufzubauen und zur Geltung zu bringen. Und es geht darum, den Messianismus von A. Hitler in einer besseren Art und Weise zu verwirklichen, als dieser es konnte. Für diese beiden Ziele war meine kindlichen Loyalität in Anspruch genommen.

Im einzelnen waren es zwei Generationen, die sowohl verbunden, als auch getrennt zu betrachten sind, die mir diese Aufgaben aufgebürdet haben, allerdings ebenfalls nicht in einem bewußten direkten Sinne, sondern durch ihrer beider gänzlichen Unfähigkeit, ihre im III. Reich entwickelten politisch-weltanschaulichen Haltungen und insbesondere den Bruch von 1945, den Übergang vom "Du bist nichts, dein Volk/Führer ist alles" - Kollektiv hin zu einem liberalen politischen Regime auch nur irgendwie sinnvoll und konstruktiv zu verarbeiten. Beide Generationen haben ihre zerbrochenen Erwartungen an die Zeit und das Personal im Deutschland vor 1945 ungefiltert und unreflektiert an mich weitergegeben. Sie haben mir, der ich schon früh begann, gegen diesen seelischen Missbrauch, der familiär gesehen nicht zuletzt auch aus einer sie jeweils schwächenden Frontstellung dieser beider Generationen gegeneinander resultierte, bei aller Loyalität auch zu rebellieren und nicht mehr "normal zu funktionieren", in größter - man muss sagen, in faschistoider Strenge jede normale Akzeptanz, jedes Verständnis gegenüber einem Kind in Schwierigkeiten verweigert und mich dadurch gezwungen, diese monströse Problematik zu meinem alleinigen Lebensinhalt werden zu lassen.


Welcher "jesuanische" Klimmzug wird es mir ermöglichen, an dieser Kontingenz (Schicksal, Zufall) nicht zu zerbrechen und dieser Aufgabe gerecht zu werden?




Schily - Schmitt, Carl Schmitt - Otto Schily ?

22.02.2008

"Alle rechtsstaatlichen Errungenschaften beruhen auf revolutionärer Gewalt!" - so der RAF-Verteidiger Otto Schily. (Zeit "damals", Ort mir im Moment unbekannt)
War er dabei vom Denken des "politischen Theologen" Carl Schmitt beeinflußt?
Was hätte eigentlich dieser zu diesem Satz gesagt? (Oder hat er was gesagt und ich weiss es nur nicht?)

Ist das revolutionäre Denken vielleicht nur das säkularisierte apokalyptische Denken der Antike und des Christentums?
Heisst das umgekehrt, dass das apokalyptische Denken das revolutionäre Denken der Antike war? War das apokalyptische Denken die Basis der zivilisatorischen Errungenschaften durch Judentum und Christentum und Islam?
Stimmt man letzterem zu, wird die Bemerkung Rousseaus trotzdem nicht obsolet, dass die Frage, ob die Zahl der im Namen des - in seiner Formulierung - Christentums Geretteten die Zahl der im Namen des Christentums Gemordeten übersteigt oder nicht, nicht entscheidbar ist.
Anders gesagt: Die Menschheit, als einzelne Menschen und als Kollektive, hat ein massives Problem mit der Gewalt, heute wegen der verfügbaren Waffensysteme mehr den jemals!




Noch eine Anmerkung zu Hitler

11.01.2007


Alles das, was man an neurotischen, psychopathischen und sonst wie dämlichen Eigenschaften an der Person von Hitler diagnostizieren und darstellen kann - diese waren es nicht, wegen denen er einer der zu seiner Zeit mächtigsten Protagonisten der Weltgeschichte wurde.

Das heisst aber keineswegs im Umkehrschluss, dass es besonders herausragende Eigenschaften im positiven Sinn waren, die ihn zum Erwerb dieser Protagonistenrolle befähigten. Nein, Hitler war nur ein begnadeter "Surfer" mit der für einen Machtmenschen im vormodernen Sinne nötigen mörderischen Skrupel- und Gewissenlosigkeit (was sich im Umgang mit SA-Chef Röhm deutlich zeigte).

Nicht er hat sich diese Position des weltgeschichtlichen Protagonisten von sich aus erworben, sondern jener Teil der Weltbevölkerung, der in Mitteleuropa lebte, war noch in dem unzeitgemäßen Zustand befangen, die eigentlich mittelalterliche Position eines gottgewollten Herrschers vergeben zu wollen. Hitler hatte das erkannt - darin bestand sicher seine Leistung, sowie darin, dass er in genialischer Weise, man kann es nicht anders sagen, auf dieser gewaltigen "Kollektiv-Welle" zu "surfen" lernte, genauso wie ein Teenie-Star auf der Welle der Obsession seiner Fans "surft".

Alle anderen Eigenschaften Hitlers, selbst der manische bösartige Antisemitismus, waren gegenüber der Fähigkeit, die Zeichen der Zeit richtig zu deuten und effektiv für sich ganz persönlich-individuell nutzbar zu machen, kontingent und irrelevant, dies allerdings nicht für die zahllosen Betroffenen seiner verbrecherischen Initiativen, Taten und Kriege.

Die Millionen Opfer Hitlers und der anderen Akteure in der Nazi-Diktatur in Europa und anderswo, die Davongekommenen, die Nachfahren der Ermordeten, die Gefolterten, die Traumatisierten und die vielen, die ins Exil gehen mussten - man denke nur an den unglücklichen Walter Benjamin - und mit Abstrichen auch manche Mitläufer unter den Tätern, die ohne Vernichtungsaktionen und Massentötungen vielleicht durchschnittliche Soldaten oder Polizisten geblieben wären, für sie alle war Hitler als psychopathischer, seinesgleichen um sich scharender Mega-Verbrecher in sicher unterschiedlicher Schwere ein erbarmungsloses Schicksal.

Aber, wie gesagt, die persönlichen Eigenschaften Hitlers haben ihn nicht primär zu einer der mächtigsten Personen der Geschichte gemacht. Dies vollbrachte die Bevölkerung, die, getrieben von irrationalen Gefühlen (Angst, Hass, ...) und der üblichen gesellschaftlichen Anbiederung, gegen jede Vernunft bereit war, eine, besser ihre eigene messianische Führergestalt "aufs Schild zu heben".


In dem online-Artikel >>Für Hochhuth ist der Levy-Film "Verklärung"<<, Die Welt, 09.01.2007, wird zur Entstehung von Hochhuths neuer eigener NS-Tragikomödie "Heil Hitler!" berichtet:
"Die Idee zum Stück kam Hochhuth als er erfuhr, dass Hitlers Popularität auch vor Irrenhäusern nicht Halt machte und sich viele psychisch Kranke selbst für den "Führer" hielten."

Früher hielten sich psychisch Kranke für Napoleon oder für Jesus Christus. An dem Tatbestand, der Hochhuth zu seinem Stück inspirierte, kann man sehr gut erkennen, dass Hitler diese traditionelle messianische Herrscher-Position im kollektiven Seelenleben seines Volkes innehatte (die übrigens schon bei Napoleon - d.h. nach der französischen Revolution - zumindest in gewisser Weise unzeitgemäß war).




Nicht-ontologischer Gottesbegriff

28.12.2006


Gott gibt es nicht -

So, wie es ein Glas Milch auf dem Tisch gibt oder so, wie einen Baum in der Savanne !!

Gott ist nicht, aber wir Menschen brauchen einen nicht-ontologischen Gottesbegriff.

Gott ist das Paradigma der geistigen Person, nach dessen Ebenbild wir geschaffen sind, besser uns selbst schaffen sollen. Denn, wenn wir uns nicht an diesem Paradigma der autonomen geistigen Person ausrichten, dann bleiben wir Tiere, die wie Roboter geistige Codes (Sprachen, Zeichensysteme) prozessieren (ausführen).

Eines der aufregendsten Theorien in den alten Schriften ist die These von der "creatio ex nihilo". Gott kann etwas aus dem Nichts schaffen. Genau darum geht es. Jeder von uns muß sich im Akt des Erwachsenwerdens aus dem Nichts als Person in die "Welt" setzen, in die menschheitsumgreifende Geist-Gemeinschaft jenseits der "Natur". Nur so entsteht das Neue, auf das wir angewiesen sind, um unser menschliches Schicksal - aktiv am Geist teilzuhaben - zu bewältigen.
Das steht keineswegs im Widerspruch dazu, dass wir geboren werden, sterben und ohne Liebe kaum leben können. Es gibt keinen eigenständigen Geist ohne eine stabile Seele und einen lebendigen Körper.

Entscheidend an Gott ist nicht, dass er in einer Degradierung zum Stammesgötzen mit den Franzosen, Amerikanern oder sonst wem in den Krieg zieht. Entscheidend ist, dass er eine absolut eigenständige (weil vom Naturzusammenhang getrennte) individuelle geistige Person ist - die erste, die es in der Weltgeschichte gab.

Ja was, gibt's Gott nun oder gibt's ihn nicht ??




"Anti-*itler" ??

27.12.2006


Ein wichtiger Bestandteil des STRING-Projekts besteht darin, eine basisdemokratische Form der Auseinandersetzung mit A. Hitler zu ermöglichen. Jede Person in Deutschland und in der Welt soll sich mit dem Weltherrscheranspruch par excellence identifizieren, um sich auf diese Weise seelisch, auf der Ebene der Mentalität, von jeder Form undemokratischer und unrepublikanischer politischer Herrschaft zu emanzipieren.

Dass A. Hitler realpolitisch gesehen größenwahnsinnig war und dass er aus pathologischem Hass zu einem der größten Verbrecher der Geschichte wurde, spricht nicht gegen die Möglichkeit dieses Projekts zur individuellen Emanzipation von der bewußten und unbewußten Unterordnung unter Herrschaft.
Denn Hitler hat den Mythos des vordemokratischen absoluten Herrscher sehr wohl eine bestimmte Zeit lang paradigmatisch (beispielhaft) und geschichtlich real verkörpert.

Eine solche praktisch-politische Selbstaufklärung heute hat mit der tatsächlichen Person Adolf Hitler wenig zu tun. Das ergibt sich z.B. aus Thesen, die der Begründer der Holocaustforschung in der Nachkriegszeit Raul Hilberg (Verfassers des Standardwerks über "Die Vernichtung der europäische Juden") bei der Tagung "Transnationales Gedächtnis des Holocausts" (Bundeszentrale für Politische Bildung, Berlin, Dezember 2006) vorgetragen hat. Cornelius Wüllenkemper schreibt in seinem Bericht "Ein Teil Mitteleuropas" über die Tagung in der SZ vom 13.12.2006, S. 13: "... Hilberg ... führt die Unfassbarkeit des Massenmordes an den Juden anhand einiger zentraler Punkte vor. So erinnert er daran, dass es in Deutschland - anders als in Frankreich - zu keinem Zeitpunkt eine zentrale Stelle zur Durchführung der Judenverfolgung gab, sondern sich die Vernichtungspolitik aus dem Zusammenspiel der verschiedenen nationalsozialistisch ideologisierten Institutionen und Ministerien entwickelte. Hitler selbst habe den Holocaust in seinem furchtbaren Ausmaß weder bewusst geplant noch vorausgesehen. Für Hilberg ergibt sich seit seiner fast 60-jährigen Beschäftigung mit dem Mord an den europäischen Juden immer wieder die eine zentrale Frage: Wie war das möglich? Die Antwort, so sagt Hilberg, könnte er bis heute nicht geben, wenn sie denn nicht lautet. Alles ist möglich."

Zur selben Tagung schreibt Harry Nut in der Frankfurter Rundschau online vom 13.12.2006: "Wie wenig der Holocaust als singuläres historisches Ereignis begriffen ist, führte einmal mehr Raul Hilberg, der Doyen der empirischen Holocaustforschung vor. Als der heute 80-Jährige vor beinahe 60 Jahren mit seiner Arbeit begann, stand er vor einem riesigem Berg unzugänglicher oder zerstörter Quellen. Der Holocaust, führte Hilberg in beeindruckendem, noch immer behutsam sich vortastenden Stil aus, sei nicht geplant worden. "Er hatte eine Richtung, aber kein Ziel." Auf gesicherter empirischer Grundlage fragte Hilberg nach den Übergängen, die zum Entschluss der systematischen Ermordung der Juden geführt hatte. So steht die Forschung noch immer vor der Frage, in welchen Schritten sich beispielsweise die Erosion des Rechtsstaats vollzog. Der Holocaust, so Hilberg, wurde nie begründet, aber er wurde im Alltag des nationalsozialistischen Apparats selbstverständlich. Raul Hilbergs Vortrag stellte eindrucksvoll unter Beweis, dass es keine wirkungsvollere Beschäftigung mit dem Holocaust geben kann als die Auseinandersetzung mit den Fakten."

Mit diesen ausführlichen Zitaten will ich darauf verweisen, dass es mir bei dem topos "Anti-*itler" wie schon gesagt nicht um die reale Person Adolf Hitler geht und nicht zuerst um die Geschehnisse im "Dritten Reich" (wenn es auch ohne diese Geschehnisse weder den "Anti-*itler" noch STRING gäbe!), sondern um den mythischen Herrscher Adolf Hitler als Reprise der mittelalterlichen Herrscherfigur im Sinne der These der "zwei Körper des Königs" von Kantorowicz. Nach Kantorowicz ist der zweite mythische Körper des Herrschers eine Institution, die den jeweiligen Träger immer überlebt hat, wie man es auch an dem bekannten Ausruf: "Der König ist tot, es lebe der König" erkennen kann.

Genau diese persönliche und geistige Institution will ich von der vormodernen Kollektivposition des Herrschers abziehen und jeder erwachsenen Person der Weltgesellschaft zur Übernahme und Verkörperung antragen.
Denn gemäß STRING soll jede Person ihr eigener "Anti-*itler", sprich ihr eigener Souverän werden, wenn denn eine demokratische und republikanische politische Kultur im Rahmen kleinerer oder größerer friedlicher Nationen weltweit und dauerhaft (nachhaltig) erfolgreich sein will - und wenn ein neben allen individuellen schuldhaften Absichten und Taten zugleich unbewußtes und quasi triebhaftes Kollektiv-Geschehen wie z.B. der Holocaust, aber auch wie jeder Krieg in Zukunft verhindert werden soll!

Kollektives Geschehen, das die geistigen und praktischen Horizonte der einzelnen Personen übersteigt, muss, so weit das zu einem gegebenen geschichtlichen Augenblick realerweise jeweils möglich ist, überwunden werden und darf auf keinen Fall mehr als Motiv oder als Ausrede für individuelle Untaten missbraucht werden! Diese Ausrede wird vorzugsweise als der unhintergehbare Kampf eines Kollektivs gegen ein anderes vorgetragen, ohne welchen Kampf resp. Sieg in diesem Kampf das Überleben des jeweils eigenen Kollektivs in höchstem Maße gefährdet wäre. Welche ein Feld für die Wichtigtuer und Hartgesottenen aller Länder, die hier schon immer ihre ganz eigenen Art von Vereinigung der Starken gegen die Schwachen durchgezogen haben!

Ohne die schrittweise fortschreitende Entkollektivierung des menschlichen Lebens unter Einsatz der modernen Zivilisation und auf der Basis der Institution der politischen Selbständigkeit des Individuums ist die zukünftige Entwicklung dieser unserer Zivilisation nicht zu steuern.
Ohne eine konsequente Entkollektivierung ist unsere Zivilisation auf Grund der Unübersichtlichkeiten und der "blinden" Eigendynamiken kollektiver Machtansammlungen (siehe als nicht irgendein Beispiel Hilbergs Aussagen zum Holocaust oben) in größter Gefahr, zu einem todbringenden Amokläufer zu werden.

Erst vor kurzem wurde in der Presse ein Bericht über eine Untersuchung verbreitet, die zudem Ergebnis kam, dass ein Atomkrieg zwischen Iran und Israel oder zwischen Pakistan und Indien eine globale Klimakatastrophe erzeugen würde.
Warum war der Genozid in Ruanda (offiziell wurde es erst einer nach seinem Ende) nicht zu verhindern? Warum ist der Genozid in Darfur (offiziell ist es noch keiner) nicht zu stoppen?

Diese Beispiele aus weniger entwickelten Gesellschaften besagen keineswegs, dass die modernsten Gesellschaften der Welt - ganz abgesehen davon, dass deren größte Gewaltexzesse und Genozide nur zwei, drei Generationen zurückliegen - die Entkollektivierung schon vollzogen haben. Erstens sind wir längst "Eine Welt" und der sog. Westen ist von den Rohstoffen aus anderer nichtwestlichen Ländern abhängig. Weswegen die Menschen in rohstoffreichen Ländern Menschen aus westlichen Nationen zu oft als hartgesottene Egoisten wahrnehmen, die mit allen Tricks und Mitteln, auch den schlimmsten (z.B. Mitschuld am Genozid in Ruanda?!), um den Zugang zu den Ressourcen kämpfen. Zweitens ist die Stellung der einzelnen Person als solcher auch in den "westlichsten" Gesellschaften immer noch eindeutig den kollektiven Institutionen und (insbesondere wirtschaftlichen) Mächten untergeordnet und/oder unterlegen.

Die Gefahr, die die Kombination von moderner Zivilisation samt ihrer künftigen Entwicklung mit der Fortexistenz des Primats, sowie der Übermacht des Kollektiven bedeutet, kann man nicht mit den dem Menschen von seiner evolutionären Entwicklung mitgegebenen Sinnen und emotionalen Sensorien wahrnehmen. Schliesslich sind die Bedrohungen selten direkt wahrzunehmen und wenn, dann in Einzelereignissen, die sich schwer eindeutig auf das Große und Ganze beziehen lassen. Ein wirklich großer Atom-Weltkrieg wird vielleicht erst in ein paar Jahrzehnten auf der Tagesordnung stehen. Aber schon jetzt werden die Weichen zu stellen sein, will man das grundsätzlich verhindern. Und man muss diesen Krieg aus allen denkbaren Gründen grundsätzlich verhindern wollen, es sei denn, man wünscht der Menschheit den Untergang!

Diese geschichtlich gänzlich neue Gefahr eines kulturell-zivilisatorischen overkills kann man nur geistig "wahrnehmen", entsprechend ihrer spezifischen geistigen Verfasstheit. Da aber der Geist unermessslich frei ist und solche Begriffe wie "ganzheitliche Vernunft" oder "göttliche Inspiration" auch nur irgendwelche Floskeln unter Millionen, ja Milliarden anderer sind, scheint diese Anforderung an die geistige Wahrnehmungsfähigkeit in einem allgemeinen Sinne uneinlösbar. Der unaufhebbare Widerspruch liegt in der Tatsache, dass der Geist frei sein muss, um diese Erkenntnis zu erwerben und andererseits eine die Menschheit umgreifende Einigkeit entstehen sollte, um diesen Problemen Herr zu werden. Freier Geist und kollektive Einigkeit läßt sich schon im kleinsten Kreis kaum verknüpfen oder erreichen, wie erst weltweit und unter Personen, die sich gegenseitig oft abgrundtief hassen und, zu Recht oder zu Unrecht, der übelsten Machenschaften verdächtigen, zumindest aber fundamental unterschiedliche Interessen haben oder verfolgen. Die Diagnose und öffentliche Verhandlung der humanogenen oder nicht humanogenen Klimaerwärmung ist eine schlagendes Beispiel dafür.

So sehr die bestehende Welt von den Eliten abhängt, die teilweise unter Aufopferung und mit viel Idealismus für die Aufrechterhaltung einer geordneten Welt kämpfen, so sehr ist auch klar, dass die Erkenntnis und die praktische Bewältigung der hier angesprochenen neuen und epochalen Herausforderung nicht von Eliten geleistet werden kann. Keine Elite kann auf Dauer gegen die eigene Bevölkerung regieren. Ein Zeit lang mag dies einem brutalen Diktator oder einer rücksichtslosen Oligarchie gelingen. Aber diesem Personenkreis wird man wohl am wenigsten einen Beitrag dafür zutrauen, dass die Menschheit einen Weg aus ihrer "Kriegsgeschichte" findet.

Es sind die Bevölkerungen selbst, die mit ihrer Neigung zu Missgunst, zu Verdächtigungen, zu Hass und zu Feindschaft immer wieder leicht in Richtung auf einen Krieg gegen andere Bevölkerungen hin zu manipulieren waren und sind. (Die Geschichtsbücher und die Agenturmeldungen sind voll von Beispielen dafür.) Nur wenn die Bevölkerungen, d.h. wenn wir alle bereit sind, uns von negativen Projektionen auf Andere, von der Angst- und Aggressionsbewältigung durch das Sündenbocksyndrom, von der Bearbeitung unserer Minderwertigkeitskomplexe durch die Erniedrigung Anderer grundsätzlich zu emanzipieren - wenn wir diese Gefühle, Einstellungen, Gedanken und Verhaltensweisen jeweils persönlich in die eigene individuelle Verantwortung und Behandlung zu nehmen lernen -, nur dann besteht zumindest die Chance, den Krieg an sich und damit auch einen möglichen zukünftigen Atomkrieg auszuschließen.

Die oben angesprochene Souveränität im Sinne des "Anti-*itler" oder des "zweiten Körpers des Königs" als Aufgabe für jeden von uns soll das entscheidende Mittel einer individuelle Emanzipation von den evolutionsbiologischen oder "limbischen" Erbschaften des "homo homines lupus est" sein.
Alles, was die menschlichen Kulturen bisher im Positiven entwickelt haben, also auch die derzeit sich in aller Munde befindlichen Religionen, reicht nicht an die neue notwendige Kompetenz der/aller einzelnen Personen heran, die wir benötigen, um als alleinige individuelle Träger die Verantwortung für die Zukunft der Menschheit zu übernehmen! In einem sehr bestimmten politischen Sinn ist die kollektive wie individuelle Zukunft unserer Art heute von einer geradezu einsamen Verantwortungübernahme durch jede einzelne Frau und jeden einzelnen Mann abhängig. Diese bewußt angenommene Einsamkeit definiert und begründet sie oder ihn als einzelne Person und zugleich als Mensch überhaupt.

Diejenigen einzelnen Personen, die in der Geschichte als Vorläfer der individuellen politischen Souveränität im Sinne von STRING betrachtet werden können - ich nenne mal nur Meister Eckehart, den jungen Luther, den Philosophen Stirner -, wurden von den kollektiven Macht- und Kulturträgern der Geschichte meist als Häretiker oder als Anarchisten desavouiert, bekämpft und allzuoft getötet. Aus vorkulturellen, vorzivilisatorischen Antrieben heraus und wegen der in ihren zerstörerischen Auswirkungen nur unvollkommen zu bändigenden Gewaltneigungen vieler Menschen wurden und werden in der menschlichen Geschichte fast immer nur die Kollektive, die je eigenen Kollektive als Träger der Macht, des Schutzes, der Kultur oder der politischen Zivilisation betrachtet und akzeptiert, oft genug in der Gegnerschaft zu anderen Kollektiven. Als generellem Geschichtsprinzip ist es damit jetzt endgültig vorbei. Denn die Existenz der Atombombe kann man nur noch menschheitsgeschichtlich, jenseits aller positiv verfassten Kollektive begreifen und bewältigen.

Das bedeutet nicht, dass die Kollektive verschwinden oder nicht mehr in etwa die eminente Rolle im menschlichen Leben spielen werden, die sie immer gespielt haben. Überflüssig, das hervorzuheben. Keine Mensch, keine Idee, keine Institution hätte die Macht, den Menschen ihr Leben in der Gruppe, im Kollektiv zu nehmen. Jeder Säugling wird nur in der, genauer in seiner Gruppe, in die er schicksalhaft hineingeboren wurde, zu einem Menschenwesen heranwachsen können, unter anderen Menschen.

Aber die Welt wird sich trotzdem verändern müssen. Jeder einzelne Mensch wird im Prozess des Erwachsenwerdens einen elementaren Schritt gehen müssen, der ihn von seiner Familie, seinem Stamm, seiner Nation, seiner Religionsgemeinschaft, seiner Organisation, seinem Kollektiv ein entscheidendes Stück unabhängig macht und ihn direkt mit der Menschheit verbindet. Die Menschheit als Ganzes kann konkret und greifbar nur in der einzelnen Person als politischer Institution existieren. Denn keine konkrete verfasste und benannte Kollekivform, keine kollektive Institution, die jemals existiert hat, existiert oder existieren wird, ist so universell, dass sie die Menschheit als Ganzes verkörpern oder repräsentieren kann.


hier mehr:

Wolfgang Behr - The Anti-*itler

STRING, *itler, Dresden und Wolfgang Behr




Hier finden Sie:

"Hitlers Universalismus (und Celans Antwort darauf)"




13.11.2006

Nicht uninteressante Hinweise auf die Art und Weise einer politisch-zivilisatorischen Innovation, die mein STRING-Projekt zum Ziel hat, habe ich in diesem Text gefunden.

Auszüge aus:

"Der Prophet sagt mehr als er weiß und wissen kann"

von Martin Mosebach, Dankesrede zur Verleihung des Großen Literaturpreises der Bayerischen Akademie der Künste, gehalten am 09. November 2006 in München;
Quelle: Süddeutsche Zeitung, 11./12. November 2006, S. 18


" ... Man musste offenbar ein geschworener Feind der Französischen Revolution sein wie die Reaktionäre Joseph de Maistre und Donoso Cortés, um ahnen zu können, dass die Veränderung, die eingetreten war, auch die ewigkeitliche Gleichförmigkeit der Lebensfundamente berühren würde. Inzwischen wissen wir, dass die ganze Welt in einem Umgestaltungsprozess begriffen ist, der keinen Teil des Lebens verschonen wird. Die Gemeinsamkeit der Lebenserfahrung von Dunkelheit, Kälte, Schmerz und Abhängigkeit von den Jahreszeiten und den Ernten, die Julius Cäsar und Ludwig XIV. mit den Ärmsten ihrer Untertanen teilten ist aufgehoben.

Man hat gesagt, die Umgestaltung der Welt durch die wissenschaftlich-technische Revolution sei nur mit jener zu vergleichen, die die Zähmung des Feuers einst bewirkt hat. Wenn dieser Verdacht nicht trügt, dann wäre es tatsächlich vergeblich, in der Geschichte nach Vorbildern zu suchen, um die neuen Lebensformen, die neue Gestalt der Welt, die aus dieser gewiss noch lange nicht abgeschlossenen Umwälzung dereinst geboren wird, wenigstens erahnen zu können. Alles, was uns das Studium der Vergangenheit lehren könnte, wäre dann, dass es nichts in ihr gebe, was dem, das komme, irgendwie gleiche - eine Historiographie, die der negativen Theologie verwandt wäre. ...

Ich gebe zu, dass ich manchmal geneigt bin, anzunehmen, dass wir einen radikalen Bruch mit allen Umständen erleben, die unsere Sprache, unsere Vorstellungswelt, unsere Begriffe, unsere Kunst und das Wunderwerk der europäischen Stadt hervorgebracht haben. Nur eins wird sich in der kommenden, dem uns Vertrauten gänzlich entwachsenden Kultur und Zivilisation gleich bleiben: Auch sie wird von Menschen gemacht werden. Diese neue Art Mensch zu sein aber wird durch jeden einzelnen Menschen verwirklicht, und so muss sich auch derjenige, den unser historischer Zustand verzweifeln lässt, darüber im Klaren sein, dass der Keim des Neuen schon in ihm wacht oder schläft. ...

Das Neue ist, zumindest keimhaft, bereits da, aber wir können es nicht benennen, denn sonst wäre es ja nicht das Neue. Was die Realität der Zukunft sein wird - und nicht bloß eine hochgerechnete Gegenwart, wie in der Science-Fiction-Literatur - wird sich zunächst dadurch auszeichnen, dass es uns eigentlich nicht unvertraut vorkommen wird, nur ein wenig abseitig. ... "




Warum/Why "STRING"?

1990-2006

Ursprünglich kam die Idee für diesen Namen/Begriff von der Theorie der kosmischen Selbstorganisation. Gemäß dieser Theorie organisiert sich die Energie selbst nach dem "Big-Bang" entlang sogenannter "kosmischer Strings".

Aber man mag ebenso an den Faden denken, den Ariadne Theseus gemäß einer berühmten griechischen Legende gab. Dieser Faden sollte Theseus helfen, seinen Weg aus dem namensgebenden ersten Labyrinth zu finden, nachdem er dort den Minotaurus getötet hat. In diesem Sinn könnte STRING eine Leitlinie sein, welche dabei hilft, aus dem "Labyrinth" herauszufinden, zudem sich die Geschichte der Menschheit bis jetzt ausgewachsen hat.


(Originally the idea for this name/notion came from the theory of cosmic self-organisation. According to this theory energy organized itself after the "big-bang" along so-called "cosmic strings".

But you may think as well at the string (thread), Ariadne gave Theseus according to a famous greek legend. This string should help Theseus to find his way back out of the name-giving first labyrinth after killing the Minotaur there. In this sense STRING could be a guide, which helps to find out of the "labyrinth", into which the history of mankind has grown so far. )




"... O, when Degree ist shaked

Which is the ladder to all high designs,

The enterprise is sick! How could communities,

Degrees in schools, and brotherhoods in cities,

Peaceful commerce from dividable shores,

The primogenitive and due of birth,

Prerogative of age, crowns, sceptres, laurels,

But by degree, stand in authentic place?

Take but degree away, untune that string,

And, hark, what discord follows! Each thing meets

In mere oppugnancy: the bounded waters

Should lift their bosoms higher than the shores,

And make a sop of all this solid globe:

Strength should be lord of imbecility,

And the rude son should strike his father dead:

Force should be right; or rather, right and wrong,

Between whose endless jar justice resides,

Should lose their names, and so should justice too."


Ulysses

in "Troilus and Cressida"

William Shakespeare





... aus einem Brief an eine protest. Kirchenbeirätin und NDL-Professorin

20.11.2005

... Ich empfinde immer wieder Erstaunen darüber, dass René Girard mit seinem Denk-Anstoß "Das Heilige und die Gewalt" nicht in aller Munde und Gedanken ist. Denn er hat damit vor mittlerweile 30 Jahren einen Grundstein gelegt, das Religiöse nicht nur neu und entscheidend über Freud und über den Individual-ismus(!) hinausgehend zu denken, sondern ihm, dem Religiösen auch Möglichkeiten zu einer neuen zeitgemäßen Form zu eröffnen.

Nicht zuletzt weil die verfassten Religionen und ihre "Kirchen" immer mit partikularen Pfründen verbunden sind, fehlt ihnen die Universalität der kapitalistisch-technologischen Weltkultur. Um diese Universalität auf einer persönlicheren "menschlicheren" (= auch religiösen) Ebene, als es die mathematischen Kalküle der Ökonomie und Technologie darstellen, wiederzugewinnen, kann man nicht anders, als sich diesem "Seins"-Komplex mit dem Mut zur kreativen Erneuerung bei Beibehaltung wacher Vernunft auszusetzen.

Das spricht nicht gegen die Arbeit in den alten institutionellen Formen der Religionen. Aber es verlangt die Bereitschaft, in sich und in der Gesellschaft neue Türen zu öffnen. Da komme ich dann auch wieder auf unsere deutsche Geschichte zu sprechen. Das III. Reich war geschichtliche Realität und als solche entsprach es zu einer bestimmten Zeit den Bedürfnissen oder Zwängen der Dynamik der Geschichte. Wenn wir Deutsche unsere nationale Geschichte wiedergewinnen wollen, dann müssen wir das III. Reich mit allem, was dazu gehört, historisieren und d.h. nicht, es zu distanzieren, sondern es zu unserer ganz ureigenen Geschichte zu machen. Genau das geht meiner Meinung nach nur, wenn man die kultisch-religiösen Impulse, die zu diesen immer wieder unfassbaren Infernos des Krieges und Abgründen der Menschenverachtung geführt haben, aufnimmt und ihnen eine neue zeitgemäße Form gibt, die der Aufgeklärtheit der Neuzeit Rechnung trägt. Denn Hitler ist für mich nicht ohne die grundlegende, apokalyptisch-eschatologische Geschichts-Dynamisierung und Geschichts-Universalisierung zu verstehen, welche die biblischen Schriften und das antike Judentum geleistet haben. Und es gibt Stimmen, die seinen Antisemitismus als programmatisch und letztlich mörderisch ausgeübte Rivalität mit genau diesem Judentum deuten. (siehe Heinsohn, "Warum Auschwitz? ")

Wie du weisst, geht die Gewinnung neuer Ufer für mich nicht ohne eine politisch herausragende (und definitiv nicht individualistischen!!!) Rolle der einzelnen Person qua einzelner Person, so wie ich es an unserem "Bakchen"-Abend mit dem Gedanken einer politischen Form der "Einsamkeit von Gethsemane" (im Geiste von Girards Interpretation des Christentums) eingebracht habe, die jeder von uns sich aneignen muß, um die unbewußten, immer wieder gewaltgenerierenden Mechanismen und Mächte der Kollektivität zu brechen, endgültig aufzuklären und in ihre funktionalen (=demokratischen) Schranken zu verweisen - um also eine "Einsamkeit von Golgatha - sprich der Folter und des gewaltsamen Todes" für einzelne von uns, aber auch um die Kriege zu verhindern. Letztlich sind die Kriege immer die große Welle, die sich wie vermittelt auch immer irgendwann aus den vielen "kleinen" Gewaltakten und Hassverhältnissen zwischen individuellen Personen aufbaut.

Das konnte mir noch niemand widerlegen. Stattdessen läßt man sich auf dieses Thema lieber nicht ein. Würde es doch bedeuten, als Erwachsener mit den persönlichen Aggressionen und Gewaltdynamiken alleine oder individuell fertig zu werden, was manchen vermutlich schwer angeht, anstatt sie zu projizieren oder gar an Mitmenschen auszuagieren. Ich bin immer wieder erstaunt, mit welchem Duktus der Normalität aufgeklärte Erwachsene ihre Negativität auf andere Menschen oder Gruppen "projizieren" oder "auslassen", um es mal so zu nennen. Das hat nichts damit zu tun, wie kritikwürdig die jeweiligen Menschen oder Gruppen sein mögen, die als Sündenböcke herhalten müssen.
Diese Übertragungen spürt man oft nur unwillkürlich oder "zwischen den Zeilen", weswegen man mit den Leuten darüber kaum sprechen kann.

...





Das Böse

11.07.2005

Kürzlich erlebte ich die Vorstellung eines Buches über den Komponisten Richard Wagner und dessen Antisemitismus. Dabei machte der Vortragende und Autor des Buches ("Kundry weint"), Rüdiger Offergeld, darauf aufmerksam, dass jene Figuren in den Wagnerschen Musikdramen, die man als antisemitische Projektionen verstehen kann (z.B. Kundry oder Alberich), meist die interessantesten und komplexesten Charaktere des jeweiligen plots sind. Das erinnerte mich an die generelle Feststellung, dass Bösewichter in Produkten des menschlichen Geistes meist interessanter sind als ihre guten Gegenspieler. Man sollte ja nicht vergessen, dass das antisemitisch motivierte Personal der Wagnerschen Fiktionen nur auf seinen Projektionen beruht und nicht auf den tatsächlichen Eigenschaften von Personen aus der Bevölkerungsgruppe mit mosaischem Glauben oder auf Personen mit Vorfahren dieses Glaubens.

Das regte mich zu folgendem weitergehenden Gedanken an: Kann es nicht sein, dass die Bösen deshalb interessantere Figuren abgeben, weil in den jeweils bestehenden gesellschaftlichen Verhältnissen die dem Geistwesen "Mensch" inhärenten Freiheitsfähigkeiten und Freiheitsbedürfnisse nicht in adäquater Weise zum Austrag kommen können, da sie - durchaus realistisch beurteilt - das jeweilige Gemeinwesen sprengen würden? Wenn das so ist, dann wird der geistig-menschliche Freiheitskomplex geradezu zwangsläufig in eine Negativrolle gezwungen, die sich außerhalb der Gemeinschaft plaziert und allzuleicht die Sonderlingsrolle oder eben die des Bösewichts einnimmt. Andererseits entspricht diese Rolle der condition humana aber mehr, weil sie das angesprochene Freiheitspotential jenseits der innergesellschaftlichen Bewertung eher ausschöpft, als eine gute, d.h. eine gruppenkonforme Lebensweise. Auch die Verbrecherkarrieren, die oft von einem antibürgerlichen Affekt bestimmt sind und voll Verachtung auf die braven konformistischen Krämerseelen blicken, können in diesen Kontext eingebracht werden.

In Anbetracht der modernen Zivilisation, der neuzeitlichen politischen und gesellschaftlichen Freiheitskulturen und der Entstehung einer Weltgesellschaft jenseits der verfassten Gesellschaftsordnungen kann ich keinerlei Alternative dazu erkennen, als die geistig-menschlichen Freiheitsfähigkeit und das Freiheitsbedürfnis in einer Art und Weise zum Leben zu erwecken und zu erhalten, die nicht mehr den Ausweg über das Böse und/oder die harmlose bzw. verbrecherische Aussenseiterkarriere benötigt. Dass dafür der einzelne Mensch, die einzelne Person in allererster Linie gefragt ist, um die Freiheit und die Gruppe kreativ unter einen Hut zu bekommen, und dass die Gruppe oder Gesellschaft nur mehr indirekt, als Zulassende ihre Rolle spielen muß, ergibt sich schon aus rein logischen Überlegungen.

Könnte es nicht sein, dass Wagner und alle Antisemiten insgeheim nur vom Neid getrieben sind auf die angebliche Freiheit der Juden als klassische Aussenseiterexistenzen? Dass die Aussenseiter ihre kleinen Freiheiten immens bezahlen müssen, indem sie dem Druck und der Verachtung der Mehrheitsgesellschaften ausgesetzt sind, das ignorieren diese Geistesheroen rücksichtslos. Aber jenes Indiz, dass die antisemitisch animierten Figuren des Wagnerschen Musiktheaters die interessantesten Figuren sind, spricht doch eine eigenen Sprache. Es legt die unausgegorene Haltung Wagners zwischen der Freiheitsehnsucht des Individuums unter den Spiessern der angepassten Gesellschaft und dem Bedürfnis nach Zugehörigkeit zu einem großen, bedeutenden, geschichtsträchtigen Kollektiv bloß. Nichtmal der "Meister" wagte es anscheinend, nur schlicht nicht mehr und nicht weniger als eine individuelle für sich stehende Einzelperson zu sein.



Wirtschaftsordnung und Subsistenz (Fragment)

08.06.2005

1. Adam Smith, der Autor des klassischen Werkes "Der Wohlstand der Nationen", kreierte den Mythos der "unsichtbaren Hand" des Marktes, die die Dinge der Wirtschaft wie von selbst regeln würde. Damit haben wir eine sehr moderne Theorie der Selbstorganisation an der Hand, die allen Macht- und Regelfetischisten, welche den Menschen bis heute keine unabhängige Entscheidungsfähigkeit und Verantwortlichkeit zutrauen wollen, nicht gut gefällt. Der ökonomische Liberalismus sieht in diesem Mythos der "unsichtbaren Hand" sein Gründungsdokument.
Allerdings steht diese Wirtschaftsordnung, die Gesellschaftsordnung sein will, erst auf einem Bein. Denn der Markt, der die Arbeitsteilung und den Handel zum Ausdruck und zur Wirklichkeit bringt, ist nur ein relationaler Begriff, der nur von der Verbindung und dem Austausch der Gesellschaften, Gruppen und der einzelnen Personen untereinander handelt, aber nicht von diesen selbst.

Wir benötigen dringend das zweite Bein, damit unsere "selbstorganisierte" Welt und unser zukünftiges "selbstorganisiertes" Dasein nicht nur den Eiertanz auf einem Bein aufführt. Dieses zweite Bein ist die Subsistenz, das Bestehen durch sich selbst.

In eine neue moderne Subsistenz kann gar nicht genug an hochzivilisatorischer Technik und Praxis, sowie an revolutionärer Politik einfließen. Es geht mitnichten um die leider zu oft ärmliche, von Umwelt und Großgrundbesitzern bedrängte Subsistenz der Ackerbau und Viehzucht betreibenden Vorfahren, die an vielen Orten der Welt keine Vorfahren sind, sondern Zeitgenossen. Es geht um die Position selbst, die die einzelne Person innehat. Es geht um die Position, die es braucht, um überhaupt in einem relationalen Geschehen wie einem Markt Eingang zu finden und teilzunehmen.

Gerade die modernsten Existenzen, die globalen workoholics, die für jeden Konzern, jede Organisation jede Aufgabe erfüllen können, haben keine ihrer Modernität entsprechende Position. Denn das Privatleben mit Familie und Kindern irgendwo auf der Welt, die persönliche, von der avantgardistischsten Arbeit finanzierte Reproduktion ergibt noch keine Position auf der Höhe der Zeit. Erst recht nicht spendet die Zugehörigkeit zu irgendeiner mehr oder weniger öffentlichen Elitekaste, einem "Netzwerk" oder "Schwarm" eine Position moderner Subsistenz. Ebensowenig gewährt purer Reichtum und die unerschöpfliche Fähigkeit zum Konsum oder die Ausübung von Macht in diesem oder jenem Zusammenhang eine Position, da diese Ressourcen längst in relationale Zustände überführt sind. Solange all diese Existenzformen wesentlich auf der Verrechnungseinheit (dem Geld) beruhen, solange sind sie gefangen, materiell und psychisch gefangen in einem mittlerweile weltumspannenden Netz der Interdependenzen.

Und die alten Eliten des materiellen Vermögens, der absoluten gesellschaftlichen Macht oder der territorialen Nationalstaaten können im Gegensatz zu früher die Position, das Für-sich-Stehen, nicht mehr an von ihnen Abhängige vermitteln, da sie in der Dynamik der Globalisierung, die sich schon seit mindestens 150 Jahre zur großen Endphase aufbaut, selbst keinen festen Stand mehr haben. In der Welt des allgemeinen Menschenbildes gibt es keinen Kaiser, keinen Papst und keinen Patriarchen mehr, der uns mit dem Absoluten, mit dem Gott verbinden kann. Selbst der amerikanischen Präsident macht nur seinen "Job".

Die Position durch Subsistenz gilt es ganz neu zu erschaffen. Dabei sind die materiellen Komponenten nicht der erste Aspekt, sondern Mittel zum Zweck, welche wir uns durch unsere konstruktivistische Zivilisation in allgemeinstem Zuschnitt - d.h. jenseits der gesellschaftlichen Stratifikationen - nachhaltig herstellen können sollten. Ohne die lokale materielle Subsistenz gibt es allerdings auch keine immaterielle Subsistenz, da die Abhängigkeit von Lieferanten auch den Caesar zum Abhängigen macht und zum Teil eines kollektiven Ganzen, um dessen Subsistenz er sich dann zu kümmern hat! Und wer könnte sich heute mit Erfolg um die ganze globalisierte Welt kümmern.

Weil es dafür niemand mehr geben kann, ist doch der Mythos der Selbstorganisation des Marktes von solch bestechender Kraft und großer Anhängerschar. Allerdings springt dieser Mythos zu kurz, was ihn eben zum Mythos macht.

Eine Position im Universum des Raumes und der Zeit - im Weltall, in der Natur, in der Geschichte und in unserer (Welt-)Gemeinschaft vermittelt nur, und das ist der erste, der wesentliche, der immaterielle Aspekt, die Fähigkeit, sich als einzigartiges Wesen innerhalb der unverrückbaren Beschränktheiten und Verbundenheiten des Existierens und Koexistierens wahrzunehmen. Und diese Fähigkeit ist die Kompetenz zur geistigen Subsistenz, die keine Ideenflucht betreibt, die nicht die eigenen Schicksalhaftigkeit auf Kosten anderer wegdefiniert oder verdrängt, die sich durch keine Scheinposition aus der Welt des Relationalen, durch kein Wirbeln in den Dynamiken der Märkte und Szenen zu ersetzen versucht. Diese geistige Subsistenz ist der "neue" Wert, nach dem alle suchen!

So, wie man sagt, zur wirklichen Liebe ist nur jemand fähig, der sich auch selbst liebt, so ist zu sagen, dass die Voraussetzung für eine gelingende Selbstorganisiation unserer menschlichen Gesellschaftlichkeit die gelingende Praxis der Subsistenz der Träger dieser Gesellschaftlichkeit ist, der einzelnen erwachsenen Personen.


2. Adam Smith ging in seinem klassischen Werk ganz selbstverständlich von den Menschen seiner Zeit aus, die durch die Moral und die Ethik der christlichen Religion in ihrem Denken und Handeln bestimmt wurden. Das ist heute nicht mehr der Fall. Um so mehr ist der Wert der persönlichen Subsistenz als Basis des sozialen Lebens sowohl im Nahbereich mit den Menschen des unmittelbaren Kontakts, als auch im globalen Zusammenhang einer Gemeinschaft der Menschheit die einzige Möglichkeit, den Freiheiten oder der "Selbstorganisation" des modernen Lebens das nötige innere Gerüst zu geben. Dieser Wert ist inhaltlich nicht konkret definierbar, was angesichts der Freiheit des modernen Menschen auch nicht wünschbar und notwendig ist. Aber dieser Wert stellt an den modernen Menschen unerbittlich die Anforderung, sein Leben nicht primär an materiellen, konkreten oder gesellschaftlichen Gegebenheiten oder Geschehnissen auszurichten, sondern an der Tatsache der eigenen geistigen Existenz, die es erlaubt, in jeder Situation des Lebens richtige und verantwortliche Entscheidungen zu finden und zu treffen. Nur wenn wir das lernen, können wir die ersten Schritte einer sich selbst organisierenden Weltgesellschaft in der globalisierten Ökonomie bis zur freien Weltkultur der Menschheit zu Ende gehen.

Von diesem Ziel her motiviert und gerechtfertigt gilt es dafür zu sorgen, dass die Menschen überall auf der Erde Zugang zu den Ressourcen und den z.T. noch zu schaffenden Techniken bekommen, die es ihnen ermöglicht, die sozialen Bedingungen für menschliche Freiheit herzustellen - um sich selbst zu freien Menschen zu machen.
Wer soll dafür sorgen? Jeder an seinem Platz, so wie er kann und will. Es wird keine Avantgarde und keine Elite mehr geben, die das Ziel einer freien Menschheit verwirklicht, weil diese von jedem einzelnen Menschen abhängt.


3. Das Medium des Marktes ist das Geld. Eine verläßliche Währung zu etablieren ist ein komplexer Prozess, der das souveräne know how des Bankgewerbes voraussetzt und der die ganze Autorität und die ganze Kraft der Jurisprudenz und Sanktionsgewalt eines Staates oder einer staatsähnlichen Organisation benötigt.
Eine Wirtschaftsordnung ist keine Selbstzweck, sondern ein Mittel zum Zweck. Sie ist ein funktionaler Bestandteil einer Gesellschaftsordnung und keineswegs für sich stehen. Dass heute die Wirtschaftsordnung des Kapitalismus oder des sog. Neoliberalismus und Marktradikalismus im Zusammenhang mit der sog. Globalisierung eine solche prominente Rolle im Denken der Zeit spielt, hat mehrere Gründe. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit sei zuvörderst das Versagen der traditionellen Machtpolitik genannt, wenn es um die Ordnung der gesamten Welt geht. Keine Macht der Erde kann die ganze Welt erobern und dann politisch ordnen. In diesem Dilemma erscheint die moderne Ökonomie als ein Ausweg, weil sie auf die Selbstorganisationskräfte, tatsälich auf die Aktivitäten der Marktteilnehmer aufbaut. Tatsächlich kann die Ökonomie aber eine politische Ordnung der ganzen Welt nicht ersetzen, da sie ein funktionales System ist, das die Menschen in verschiedene Rollen einführt und nicht alle Menschen umfassen kann. Im Sinne der modernen Demokratie muss jedoch auch in der politischen Ordnung der Welt die Gleichheit aller Menschen auf einer grundlegenden Ebene etabliert sein, so wie es im demokratisch verfassten Nationalstaat im Prinzip "eine Person=eine Stimme" realisiert ist.




"God  /  Nothing is worth more than the free USA"

2005-06-06

(deutsch)

I think, humankind has a "window of time", a period of only one, two generations in order to establish a culture of dezentralized power and prosperity, a regime, which is basing on the vaporisation of any sort of collective historical power. (Historical power is a power, which can reach the whole world, directly or indirectly.). This "window of time" lasts as long, as the democratic United States of America are the military leading power of the world. The imminent task is nothing less than to abolish all sorts of means of collective power outside of strictly supervised and limited democratic and social functions.

The reason is simple. When the situation will arrive, in which the USA are also losing their primary position of military power (as they likely will lose their leading position in economy to China in this or next decade) and subsequently several collective entities like nation-states, trusts or what so ever are beginning to fight for the leading position in the world and at the resources, then it is already too late. Todays and future weapon-technologies have outdated the war as universal principle of world-order by their huge capacity of destruction. But in a hot fight for the primary position in the world there could be no guarantee that weapons of mass-destruction will not be used.

Nothing is worth more than the USA in their combination of being the mightiest nation of the world and of having a stable democratic republican condition of freedom.
Nothing is worth more than the free capability of every single adult person to manage its own life in correspondence with the persons, with whom she or he is living together, when education and the situations of life are allowing this.

We should realize that our state of civilization is threatening us. "Tribal" (f.e. nationalist) feeling and acting, which generate neighbours as enemies around the world and force strict hierarchies as well as arbitrary exclusions within all sorts of collective entities, tend today to establish a suicidal plot in combination with "state of the art" means of power and war. Only a culture of freedom, which is basing on every adult person's successful self-determination, can break the system of force and get over this threat!
We are damned to freedom, to real existing freedom!
The single persons have to take over the duty for a just world-order. There is no other exit-strategy than creating and establishing during this current epoch the sort of education, the sort of social life and the sort of material, economic living-conditions, which favour individual self-determination all over the world and which can divide the task or mission, history represents, in individual shares.

To be realistic, 30 or even 60 years will not be enough to entirely realize this project. Up to 9 billion human beings and as much different characters, scarcity of many different goods, a multitude of mutually exclusive group mentalities all over the world, countless circumstances of violence, the frequent absence of any belief and any hope, ... give the impression of insolubility.
But nevertheless within this period a lot of further important concrete steps in the direction of human self-determination are possible. Moderne culture becomes more and more artificial, so we have to form it. People all over the world can get the acknowledgement that the capability of individual self-determination is the necessary ideal or the only convenient purpose of this cultural forming process and that it starts with a personal moral responsibility for whole mankind. By realizing the practice of such a universal principle of order people can take away the historical spirit and power from the elites and bring both in their individual realm. The elites become normal people. Democratic republican procedures can spread as well as free local economies and free media. Justice becomes more and more independent everywhere. Corrupt egoism at the expense of others will lose its dominance. The life of people can disentangle.


God has decided to create all(!) human beings in his own image, as it is revealed in the Torah, the holy book of Judaism. This includes the political instructions to us to create a peacefully and freely united humankind. It is this truth, the truth, we can correspond or cope with only as single independent human beings as such, following our model, God, the one and only.

Once again, (1) only as individuals we can correspond or cope with the truth and (2) the truth is what makes us human beings - being created in the image of God. But (3) this truth only is fulfilled, when the humankind exists = is peacefully and freely united.

Nobody is better or higher ranking than someone else in the face of the divine and political task of a free unity of humankind. This fact has been far away from the social reality during the last 2500 years and it is still far away from today's social reality on earth. But today it has become possible that this task will shape the concrete human life. For the dominant spiritual culture of our time, represented in science, technology, economy, bureaucracy and all other sorts of impersonal rationalism, lacks a guidance, the spiritual character of which is personal. That is the reason, why God, in the face of whom we all are equal, is the paradigm of this guidance. In the belief in God you find the only universal paradigm of the person, of the spirit of every person. Belief is not functional, it brings about personal identification. In the belief in God you find out, who you(!) are. Spirituality in the name of God is the only way to establish an independent and that means a single person. By this we can find the lever in order to transform modern rationalism or better the combination of modern rationalism and traditional social power into a sustainable human culture.

I don't speak of a God, who is managed by churches and elites of clerics. I speak of your and my personal God!
Within the intersubjective reality God appears only indirectly as human behaviour and attitude. Monotheism begins with the renunciation of the (social) primacy of exclusive gods, goods, values, feelings, ideologies or skills.

God means greatness and power, but not in relation to or in comparison with someone else, but for you and in you, giving you your own cosmos. The divine greatness and power give us sovereignty, give us the freedom to accept the freedom of our fellow creatures and to treat carefully our own freedom (= to take as well the freedom, not to do something!).
When we, the modern people, will find Gods reality in ourselves, we can carry out the last step of the modern revolutionary tradition. We can separate the function in modern society, may be f.e. in administration, may be in economy or in another place of society, from the power and the rank in this society - a society, which today in reality is not yet modern. There is some work to do, still, but for a great purpose! In the end the material and spiritual profundity of local human life has much more universal importance and value than f.e. money, technology or status. What should all the progress of the last and the coming 200 years be for, if not for acceptable conditions of life at all places of the world.

So, let's fulfil the mission of ancient Judaism, which we cannot fulfil by egoism nor by elitism or altruism, but by pragmatic modern spirituality beyond miracles and group ideologies!

Nobody says, it is easy to carry out this historical duty, which introduces us to a real community of humankind and thus only makes us human beings - not in a liberal fiction, but in political reality. For, in the same time we are always remaining members of many different particular collectives, societies, families, we always will have to get the aggressive capacity of young men on the right track, we always will be "weak" individuals, who are dependent on appreciation and help by the others next to us, ...




"Gott  /  Nichts ist mehr wert als die freie USA"

06.06.2005

Ich glaube, die Menschheit hat ein"Zeitfenster", eine Frist von nur ein, zwei Generationen, um eine Kultur dezentralisierter Macht und dezentralisierten Wohlstands zu etablieren, ein Regime, das auf der Verdampfung jeglicher Art kollektiver geschichtlicher Macht beruht. (Geschichtliche Macht ist eine Macht, die die ganze Welt erreichen kann, direkt oder indirekt.) Dieses "Zeitfenster" dauert so lange, wie die demokratischen Vereinigten Staaten von Amerika die militärisch führende Macht der Welt sind. Die bevorstehende Aufgabe besteht in nichts weniger als alle Mittel kollektiver Macht außerhalb strikt überwachter und begrenzter demokratischer und sozialer Funktionen abzuschaffen.

Der Grund ist einfach. Wenn die Situation kommen wird, in der die USA auch ihre primäre Position militärischer Macht verlieren werden (so wie sie wahrscheinlich ihre führende Position in der Wirtschaft in dieser oder der nächsten Dekade an China verlieren werden) und folglich mehrere kollektive Entitäten wie Nationalstaaten, Konzerne oder was auch immer beginnen, um die führende Position auf der Welt und bei den Ressourcen zu kämpfen, dann ist es bereits zu spät. Die heutigen und zukünftigen Waffentechnologien haben den Krieg durch ihre gigantische Zerstörungskraft als universelles Weltordnungs-Prinzip ausgemustert. Aber in einem heissen Kampf um die Vorrangstellung in der Welt kann es keine Garantie dafür geben, dass keine Massenvernichtungswaffen eingesetzt werden.

Nichts ist mehr wert, als die USA in ihrer Kombination, die mächtigste Nation der Welt zu sein und eine stabile demokratische republikanische Verfassung der Freiheit zu haben.
Nichts ist mehr wert als die freie Fähigkeit jeder einzelnen erwachsenen Person, ihr eigenes Leben zu managen in Korrespondenz mit den Personen, mit denen sie zusammenlebt, wenn Erziehung und die Situationen des Lebens dies erlauben.

Wir sollten erkennen, dass unser Zivilisationsstand uns bedroht. "Tribale" (z.B. nationalistische) Gefühle und Handlungen, welche überall auf der Welt Nachbarn zu Feinden machen und strikte Hierarchien sowie willkürliche Ausgrenzungen innerhalb aller Arten von kollektiven Entitäten erzwingen, tendieren heute dazu, in Kombination mit den jeweils fortgeschrittensten Mitteln der Macht und des Krieges einen selbstmörderischen "plot" zu ergeben. Nur eine Kultur der Freiheit, die auf der erfolgreichen Selbstbestimmung einer jeden erwachsenen Person beruht, kann das Zwangssystem aufbrechen und diese Bedrohung überwinden.
Wir sind zur Freiheit verdammt, zu einer real existierenden Freiheit!
Die einzelnen Personen müssen die Pflicht für eine gerechte Weltordnung übernehmen. Es gibt keine andere "Exit-Strategie", als innerhalb dieser Epoche die Art von Erziehung, die Art von sozialem Leben und die Art von materiellen, wirtschaftlichen Lebensbedingungen zu erschaffen und zu etablieren, welche die individuelle Selbstbestimmung überall auf der Welt favorisieren und welche die Aufgabe oder Mission, die die Geschichte darstellt, in individuelle Anteile aufteilen.

Um realistisch zu sein, 30 oder selbst 60 Jahre werden nicht genug sein um dieses Projekt vollständig zu realisieren. Bis zu 9 Milliarden Menschen und genauso viele verschiedene Charaktere, die Knappheit von vielen verschiedenen Gütern, eine Vielzahl von sich gegenseitig ausschließenden Gruppenmentalitäten überall auf der Welt, unzählige Gewaltverhältnisse, das häufige Fehlen jeglichen Glaubens und jeglicher Hoffnung, ... vermitteln das Gefühl der Unlösbarkeit und Ausweglosigkeit.
Aber nichtsdestotrotz sind innerhalb dieses Zeitraums eine Menge weiterer wichtiger Schritte in Richtung auf menschliche Selbstbestimmung möglich. Die moderne Kultur wird immer künstlicher, daher müssen wir sie formen. Überall auf der Welt können die Menschen die Erkenntnis gewinnen, dass die Fähigkeit der individuellen Selbstbestimmung das notwendige Ideal oder der einzige sinnvolle Zweck dieses kulturellen Formungsprozesses ist und dass dies mit einer persönlichen moralischen Verantwortung für die ganze Menschheit beginnt. Indem sie die Praxis eines solchen universellen Ordnungsprinzips verwirklichen, können die Leute den Eliten den historischen Geist und die historische Macht entziehen und beides in ihr individuelles Reich bringen. Die Eliten werden normale Leute. Demokratische republikanische Verfahren können sich genauso verbreiten wie freie lokale Wirtschaften und freie Medien. Die Gerichtsbarkeit wird überall unabhängiger. Korrupter Egoismus auf Kosten anderer wird seine Dominanz verlieren. Das Leben der Leute kann sich entflechten.


Gott hat sich entschlossen, alle Menschen nach seinem Bilde zu schaffen, wie es in der Torah, dem heilige Buch des Judentums, geoffenbart ist. Dies schließt den politischen Auftrag an uns mit ein, eine friedlich und frei geeinte Menschheit zu schaffen. Es ist diese Wahrheit, die Wahrheit, der wir nur als einzelne Menschen entsprechen oder gerecht werden können, im Gefolge unseres Vorbildes, Gott, dem Einen und Einzigen.

Nochmal, (1) der Wahrheit können wir nur als Individuen entsprechen oder gerecht werden und (2) die Wahrheit ist, was uns zu Menschen macht - geschaffen zu sein nach dem Bilde Gottes. Aber (3) diese Wahrheit ist erst erfüllt, wenn die Menschheit existiert = friedlich und frei vereint ist.

Niemand ist besser oder höherrangig als jemand anderes im Angesicht der göttlichen und politischen Aufgabe einer freien Einheit der Menschheit. Diese Tatsache ist weit weg von der gesellschaftlichen Realität während der letzten 2500 Jahre gewesen und sie ist immer noch weit weg von der heutigen gesellschaftlichen Realität auf der Erde. Aber heute ist es möglich geworden, dass diese Aufgabe dem konkreten menschlichen Leben seinen Stempel aufdrücken wird. Denn der dominanten spirituellen Kultur unserer Zeit, repräsentiert in Wissenschaft, Technologie, Wirtschaft, Bürokratie und alle anderen Arten eines unpersönlichen Rationalismus, mangelt eine Führung, deren geistiger Zuschnitt persönlich ist. Das ist der Grund, warum Gott, im Angesicht dessen wir alle gleich sind, das Paradigma dieser Führung ist. In dem Glauben an Gott findet man das einzige universelle Paradigma der Person, des Geistes jeder Person. Glaube ist nichts funktionelles, er stiftet persönliche Identifikation. Im Glauben in Gott finden Sie heraus, wer Sie(!) sind. Geistigkeit im Namen Gottes ist der einzige Weg, eine unabhängige und d.h. eine einzelne Person zu werden. Dadurch können wir den Hebel finden, um den modernen Rationalismus oder besser die Verbindung von modernem Rationalismus und traditioneller gesellschaftlicher Macht in eine nachhaltige menschliche Kultur zu transformieren.

Ich spreche nicht von einem Gott, der von Kirchen und Klerikereliten gemanagt wird. Ich spreche von Ihrem und meinem persönlichen Gott!
Innerhalb der intersubjektiven Realität erscheint Gott nur indirekt als menschliches Verhalten und als menschliche Haltung. Der Monotheismus beginnt mit dem Verzicht auf das (gesellschaftliche) Primat exklusiver Götter, Güter, Werte, Gefühle, Ideologien oder Fähigkeiten.

Gott bedeutet Größe und Macht, aber nicht im Verhältnis zu oder im Vergleich mit jemand anderes, sondern für Sie und in Ihnen, Ihnen dabei Ihren eigenen Kosmos gebend. Die göttliche Größe und Macht gibt uns Souveränität, gibt uns die Freiheit, die Freiheit unserer Mitmenschen zu akzeptieren und sorgfältig mit unserer eigenen Freiheit umzugehen (= sich auch die Freiheit zu nehmen, etwas nicht zu tun).
Wenn wir, die modernen Menschen, Gottes Realität in uns selbst finden werden, dann können wir den letzten Schritt der modernen revolutionären Tradition ausführen. Wir können die Funktion in der modernen Gesellschaft, sei es z.B. in der Administration, sei es in der Wirtschaft oder an einem anderen Ort der Gesellschaft, von der Macht und dem Rang in dieser Gesellschaft trennen - einer Gesellschaft, die heute in Wirklichkeit noch nicht modern ist. Es ist einiges an Arbeit zu tun, noch, aber für einen großen Zweck! Am Ende hat die materielle und spirituelle Tiefe des lokalen menschlichen Lebens viel mehr universelle Bedeutung und universellen Wert als etwa Geld, Technologie oder Status. Für was sollte all der Fortschritt der letzten und der kommenden 200 Jahre gut sein wenn nicht für akzeptable Lebensbedingungen an allen Ort der Welt.

So laßt uns die Mission des antiken Judentums erfüllen, welche wir nicht durch Egoismus noch durch Elitismus oder Altruismus erfüllen können, sondern durch pragmatische moderne Spiritualität jenseits von Wundern und Gruppenideologien!

Niemand sagt, dass es leicht ist, diese historische Pflicht zu bewältigen, die uns in eine wirkliche Gemeinschaft der Menschheit einführt und die uns auf diese Weise alleine zu Menschen werden läßt - nicht in einer liberalen Fiktion, sondern in der politischen Realität. Denn, in derselben Zeit werden wir immer Mitglieder von vielen verschiedenen partikularen Kollektiven, Gesellschaften, Familien bleiben, wir werden immer das Aggressionspotential junger Männer in die richtigen Bahnen lenken müssen, wir werden immer "schwache" Individuen sein, die von der Anerkennung und der Hilfe durch die anderen, unseren Nächsten, abhängig sind, ...







"Amerika"

Mußte der US-Präsidenten in die Kiste der Geschichte greifen und den Irakkrieg hervorholen, weil er nach dem Zusammenbruch der irrealen Hype um die New Economy keine bessere Alternative finden konnte ?

30.11.2004

Die von derzeit einflußreichen US-Intellektuellen mit Nachdruck vorgebrachte Behauptung, dass wir heute auf der Erde in einer Art Hobbes'schen Naturzustand voll von sich gegenseitig zerfleischenden Raubtieren leben würden, ist der beste Beweis für das Gegenteil. Gerade weil diese Leute sich diese Deutungshoheit anmaßen und kraft ihrer Machtstellung innerhalb der Weltgesellschaft auch anmaßen können, leben wir in keinem "Urwald" oder "Urzustand", sondern unter der friedensschaffenden und friedensgarantierenden Macht eines veritablen "Leviathans". Wir leben also dank der enormen, alle anderen Machtzentren um Vielfaches überragenden Konzentriertheit militärischer Macht in der Hand der U.S.A. quasi im Hobbes'schen Zivilisationsstand und das sicher noch einige Jahre. Ein anderer Ausdruck für diesen unkriegerischen oder nachkriegerischen Zivilisationsstand, sozusagen seine Vertragsbasis, ist "Globalisierung", also jener Begriff oder jenes Etikett eines weltweit sich immer weiter ausdehnenden Primats des zivilen Finanz- und Warenverkehrs. Ich habe noch von keiner US-amerikanischen Stimme gehört, dass die zivile Globalisierung durch den angeblich herrschenden "Naturzustand" im globalen Maßstab substantiell gefährdet oder gar ausgesetzt wäre. An der Herrschaft dieses Zivilisationsstandes ändert die Notwendigkeit nichts, dass diese zivile Ordnung machtbewehrt geschützt werden muß oder dass sogenannte Terroristen bedrohliche Anschläge ausführen und dabei die globale Ökonomie in große Turbulenzen stürzen können. Denn die Alternative wären große Kriege zwischen den großen Mächten der Erde.

Auch wenn manche 9/11 als "major event" bezeichnen, hat dieses Ereignis doch weder im Ausmaß der Zerstörungen und Tötungen noch in der Wirkung und im Leid der Menschen auch nur entfernt die Dimension eines mehrjährigen Krieges zwischen zwei gerüsteten und etwa gleich starken Kollektiven, wie es z.B. Russland und Deutschland im II. WK waren.

Auch wenn man den Einmarsch der U.S.A. und einiger verbündeter Staaten in den Irak als Krieg bezeichnen, so ist er tatsächlich doch nicht mehr als eine zeitgenössische Welt-Polizeiaktion des "Leviathans" (übrigens gegen einen ehemaligen persönlichen Verbündeten, der unbotmäßig geworden war).

War es nicht ein Hauptvertreter der sog. Neokonservativen in den U.S.A., Francis Fukuyama, der kurz nach dem Untergang der Sowjetunion mit seinem Buch "Das Ende der Geschichte" seine Version eines angebliche nun angebrochenen, real existierenden "Reichs des ewigen Friedens" auf der Basis des sich immer weiter globalisierenden Kapitalismus und der sich weltweit verbreitenden repräsentativen Demokratie beschwor? Ja was nun?

Jenes "Kantische" Universum eines "Reichs des ewigen Friedens", in dem nach dem Urteil der angesprochenen einflußreichen US-Intellektuellen viele "blauäuige" Europäer befangen sind, weil sie nicht bereit waren, sich aktiv an dem Feldzug gegen den Irak zu beteiligen, steckte schon von Beginn an voller Ironie. Wenn ich richtig informiert bin, dann war "Zum ewigen Frieden", die berühmte Schrift des Philosophen Immanuel Kant, auf die sich das alles bezieht, zugleich der Name der Gastwirtschaft, die sich neben dem Friedhof von Königsberg befand, der Stadt, in der Kant lebte.
Kant wußte schon genug von der Erdgeschichte, um sich eine Erde auch ohne Menschen vorstellen zu können, obwohl er zu seiner Zeit ABC-Waffensystemen und ihre praktischen, politischen und geistigen Dimensionen keineswegs erahnen konnte. Wohl erahnen konnte er, das es zu irgendeiner Art von "Weltinnenpolitik", sei sie gut, sei sie schlecht, demnächst keinerlei Alternative mehr geben wird.

Kürzlich, kurz nach seiner Wiederwahl, ließ der US-Präsident G.W.Bush verlauten, dass Europa und Amerika die beiden Säulen der Freiheit in der Welt sind. Politiker sind flexibel und Worte sind unendlich flexibel. Aber diese Beschreibung geht schon eher in die richtige Richtung. Denn Freiheit verbreitet sich nur durch Beispiel und durch freies Ergreifen der Chance zu ihr. Erzwungene Freiheit ist eine contradictio in adjecto, so wie weisser Rappe.

Tatsächlich wird es langsam Zeit, dass sich jenes Konglomerat aus protestantisch-christlichem Nationalismus, calvinistischer Prädestinationslehre und "Kapitalismus des Stärkeren" selbst aufklärt und vom Sockel stößt. Damit ist keineswegs gemeint, dass die positiven Dynamiken und Errungschaften dieser ausgeprägt neuzeitlichen Kulturformen abzulehnen sind oder nicht Unterstützung verdienten. Es geht um die Art des Auftritts und um die Fähigkeit zur Emphatie seitens ihrer Protagonisten. Wenn man die Menschen auf der Welt heute überzeugen will, sich friedlich zu einen, dann braucht man neben der militärischen Potenz viel nüchterne Ehrfurcht vor der Verschiedenartigkeit, dem Stolz und der Einzigartigkeit all der Kulturen und all der Menschen. Die eigenen militärische Überlegenheit nach Gutdünken einzusetzen und dabei zu verkünden, man sei sowieso immer im Recht, weil man aus Prinzip auf der richtigen Seite steht, ist geschichtlich gesehen hochgradig naiv und fordert die anderen geradezu heraus, nach den Fehlern und Egoismen eines solchen Angebers zu forschen und sie ihm vorzuhalten. Nicht ohne Grund hat die U.S.A. im Jahre 2004 unter den Moslems auf der Welt ein denkbar schlechtes Image, wie eine aktuelle Untersuchung des amerikanischen Verteidigungsministeriums herausgefunden hat. Wenn man immer von Freiheit redet und dabei regelmäßig korrupte Unterdrücker-Regime unterstützt oder wenn man für die Welt nur geopolitische Machtkonzepte hat, man den eigenen Geist also nicht vom altmodischen Machtdenken des 19. und 20. Jahrhunderts befreien kann - um nur zwei Dinge anzusprechen - muss man sich darber nicht wundern.

Die U.S.A. herrscht schon längst. Daran ändert 9/11 nichts und nicht mal ein beschissener Anschlag mit einer schmutzigen Bombe (gestatten Sie mir dieses Schimpfwort hier, das aus der Vorstellung des dadurch erzeugbaren Leides rührt) würde daran etwas ändern. Wie wäre es mit etwas mehr Coolness, etwas mehr Distanz zu sich selbst und vor allem mit etwas mehr Großherzigkeit? Liegt nicht der größte Charme der mächtigsten Militärmaschinerie der Weltgeschichte, die den x-fachen overkill der gesamten Menschheit zur Verfügung hat, gerade darin, sich schlank zu halten und nicht angewendet zu werden, sondern durch die pure Existenz und Präsenz disziplinierend und ordnend zu wirken? Das wäre allerdings eine Aufgabe für hohe politische Kunst, zu der vielleicht gerade solche Menschen fähig sind, die sich moralisch nicht über andere erheben. Die Mittel wären dabei vor allem in Offenheit und daraus resultierend beste Informiertheit, sowie in diplomatischen Druck und in die Fähigkeit zum effektiven und diskreten Eingreifen vor Ort zu investieren, z.B. wenn es um das Sicherstellen von nuklearem Material geht.

In Zeiten, in denen man keine großen Kriege mehr führt, werden die angeblich weichen Machtfaktoren wie das eigene Ansehen oder der Zugang zu den Herzen der Menschen die entscheidenden Faktoren für den Anstoß zur Verbreitung von Freiheit und Selbstbestimmung über die Erde. Es nützt auch wenig, wenn der amerikanische Präsident unter Hinweis auf seinen christlichen Glauben erklärt, mit reinem Profitdenken habe er nichts zu tun, sich aber die amerikanischen Konzerne wie alle Konzerne gnadenlos profitorientiert verhalten. Die Taten müssen den Worten entsprechen. Das gilt für eine Nation genauso wie für eine Person. Die Chancen zur Verbesserung der praktischen Lebensmöglichkeiten und zur Vergrößerung der Selbstbestimmung, die die Menschen überall auf der Erde ergreifen können, müssen zunehmen, sonst versagt der "Westen" mitsamt seinem Angebot "Freiheit". Dass diese Chancen zunehmen, liegt in hohem Maße an den Menschen vor Ort, an ihrem Willen zur Emanzipation und zur Tüchtigkeit. Taucht irgendwo ein solches Pflänzchen der konkreten Selbständigkeit auf, war und ist es oft genug der Machtaspekt des "Westens", der es gnadenlos zu zertreten hilft. Dass Freiheit auch bedeutet, sich von seiner eigenen Macht zu emanzipieren - ohne sie deshalb ganz aufzugeben(!), das ist ein wahrhaft schwer zu begreifender Gedanke und ein noch schwerer zu realisierender Habitus.

Warum schreibe ich das hier? Bush wird es nicht lesen und wenn er es lesen würde, wäre es ihm vermutlich egal. Ich schreibe es also für alle als Aufforderung, die eigenen blinden Flecken zu suchen. Denn es geht darum, mit gutem Beispiel voranzugehen. Den Europäern nützt es wenig, Bush zu beschimpfen. Was sich allerdings sehr wohl lohnt, ist auf einen Zug zur Vernunft dieses unseres Zeitalters zu rechnen. Dafür gibt zwar es keine Garantie, wie könnte es auch. Aber es rentiert sich, sein eigenes Bestes zu geben und in den anderen das Beste zu suchen und gelten zu lassen, damit die Vernunft immer ihre Chance behält. Sogar die Inder und Pakistani haben irgendwann realisiert, dass ein Atomkrieg etwas ist, das man unterläßt und nicht führt.

Freiheit bedeutet ja gerade, auch scheitern zu können. Ohne diese Risiko kann keiner verantwortlich agieren, weder Bush noch sonst wer. Je mehr Sie glauben, Bush gehört ersetzt, desto mehr sind Sie selbst in der Pflicht. Schließlich bedeutet der Zug in Richtung Demokratie, dass die Machthaber immer mehr ihre Macht geteilt bekommen und dabei Macht verlieren. Demokratie ist doch auch deshalb die beste aller Staatsformen, weil in jedem sonstigen System die Macht höher integriert ist und damit das Fehlerrisiko größer wird. Irgendwann kommt immer ein Idiot, der das Land an oder gar in den Abgrund führt.

Demokratischer Fortschritt bedeutet, dass Sie selbst an ihrem Ort die größtmögliche allgemeine Macht erwerben und damit dann verantwortlich und basisdemokratisch umgehen. Was damit gemeint sein kann, das versuche ich auf allen STRING-Webseiten in immer neuen Anläufen und Argumentationen darzulegen. Im Kern besagt es, dass wir auch oder gerade als extrem pragmatistische und konkretistische Zivilisation wieder einen Sprung machen müssen, verkürzt gesagt einen Sprung des Glaubens - Glauben aber nicht im Sinne einer der bestehenden Religionen oder Kulte oder Esoterikwellen - Glaube, der einen zum Individuum macht, zu einem politischen Individuum in einer Gesellschaft von politischen Individuen. Erst dadurch erhalten wir wieder ein Maß, nach welchem die moderne Welt in ihren konkreten und pragmatischen Aspekten reguliert werden kann - ein Maß, wie die Nation es einmal war. Wenn Sie jetzt das Gefühl haben, Sie müssten eine Sprung machen, um das was ich hier schreibe zu verstehen, dann haben Sie es verstanden - bloß, machen Sie nicht meine Sprung, machen Sie Ihren eigenen, nehmen Sie STRING nur als Anregung oder meinethalben als Aufforderung, um ihr eigenes "allgemeines"/allgemeines Maß zu erschaffen.

In jedem Fall sollten Sie nicht mehr an Eliten glauben. Eliten sind im besten Falle sehr fachkompetent und nicht korrupt. Als solche brauchen wir sie dringend in unserer überkomplexen Welt. Was wir nicht brauchen, ist der irrationale Glaube an sie. Denn mit ehrlicher Organisationrationalität welcher Provenienz oder Genialität auch immer ist die moderne Gesellschaft nicht - ist keine Gesellschaft stabil zu bekommen. Freiheit heisst den Glauben an sich selbst und an seine Mitmenschen als ebenso freie oder zur Freiheit fähige Personen zu pflegen und danach zu handeln. Dieser Glaube und seine Taten sind der Kern der Demokratie und einer freien Ökonomie. Nur er kann moderne Gesellschaften stabilisieren.

Hat jemand schon mal daran gedacht, Bushs Irakkrieg als für ihn unhintergehbaren Ausweg zu begreifen, den er gegangen ist, weil erstens die U.S.A. nach der in sich zusammengefallenen Hype um die New Economy wieder auf einen neuen tragfähigen "Boden" gebracht werden musste - und zweitens weil ihm ein neues nach vorne orientiertes Projekt, wie ich es z.B. mit STRING auf die Beine zu stellen versuche, nicht zur Verfügung stand oder steht. Dafür ist nicht nur er, sondern jede nationalstaatliche Administration schlicht die falsche Adresse. Die Zeiten, als der Nationalismus noch innovativ im Sinne der Freiheit und der Moderne war, sind längst vorbei. Und der Kapitalismus hat in den 90er Jahren sein Pulver ebenfalls verschossen. Aus ganz naheliegenden Gründen griff Bush also zurück zu einem Hilfsmittel, das die Geschichte in solchen Fällen kennt, zum Krieg, und 9/11 hat ihm den Vorwand dafür geliefert. Nichts davon ist böse gemeint (ich betone: gemeint !!). Es fehlte die praktikable Alternative. Der Irakkrieg bringt zwar nichts voran, aber das Leben geht wenigstens weiter und die Kosten wurden bisher in der Geschichte noch nie gerecht verteilt - das ist Bush-Pragmatismus, weder modern noch auf Freiheit ausgerichtet, aber auch nicht gegen sie!!
(Man kann den Tschetschenien-Krieg genauso interpretieren, quasi als Rückfall in die "Normalität" nach dem Zusammenbruch des utopistischen Neoliberalismus der 90er Jahre in Russland.)

In der Globalität ist die Demokratie in ihrer nationalen Form ins Hintertreffen geraten. Wir brauchen also so etwas wie einen Neustart, aber diesmal auf individueller Ebene und zugleich auf der Ebene der gesamten Menschheit. Diese beiden Elemente oder Dimensionen versuche ich in dem Projekt STRING zusammenzubringen. Wie machen Sie's?
Wenn Sie nicht in der Lage sind, an Ihre eigene Fähigkeit zur Selbstbestimmung zu glauben und an die Ihrer Mitmenschen - beides gehört untrennbar zusammen!! - und entsprechend zu handeln, dann glauben die "Bushs" dieser Welt für Sie, aber nicht an Sie, sondern an sich selbst und ihre eigenen Szenarien, in der Sie dann bestimmte Rollen zu spielen haben. Suchen Sie es sich aus.
Sie können es sich aussuchen, denn wir leben nicht mehr im Zeitalter des Absolutismus.



"Mikroökonomische Nationalpolitik"

10.11.2004

Das neoliberale Globalisierungstheorem begeht den substantiellen Fehler, Staaten oder Nationen zu einer pseudo-mikroökonomischen Selbstbetrachtung und Selbstbehandlung zu drängen?
Eine Firma kann ihre Kosten senken, indem sie Mitarbeiter in die sie umgebende Gesellschaft und Welt entläßt. Eine Firma wird zwar ihre Zukunft nicht durch Kostenmanagement gewinnen können, sondern nur durch die Visionen neuer Produkte und durch die Tatkraft und die Ressourcen, die diese Visionen Realität werden lassen. Aber eine Firma muss mikroökonomisch denken, sonst kann sie nicht exakt und zielgerichtet handeln.

Bei einer demokratischen Gesellschaft oder Nation ist das etwas anderes. Sie kann ihre Zukunft nicht durch von oben deligierte an der Mikroökonomie orientierte Strukturmaßnahmen in einem imaginären marktmäßigen Konkurrenzkampf mit anderen Nationen gewinnen. Sie ist ja auch nicht in der Art ein Selbstzweck wie ein Unternehmen, das etwas umsetzt und dabei Gewinn erwirtschaften soll. Eine demokratische Nation ist für ihre Mitglieder da, d.h. für ihren eigentlichen Herrscher, das Staatsvolk, die Staatsbürger und das kann nur bedeuten, sie ist ein Mittel für jeden einzelnen Staatsbürger, sonst wäre sie gar keine Demokratie. Die Menschen in einer freien Gesellschaft wollen leben, jeder so individuell und frei wie möglich.

Zudem ist die Kompetitivität nur eine unter mehreren wichtigen Eigenschaften der Menschen einer modernen Gesellschaft. Zu nennen wären weiter Resistenz gegen Vorurteile und Realitätsbewußtsein, Patriotismus und Glaube an die eigenen Fähigkeiten, Duldsamkeit und Härte, Solidarität und Zivilität und vieles mehr. Wenn schon, dann müssen die Menschen in der Fülle ihrer persönlichen Inspirationen und Fähigkeiten, mit ganzem Herzen angesprochen werden. Das bedeutet ja nicht, dass keine alten Zöpfe abgeschnitten werden dürfen und finanzielle Schieflagen nicht ausgeglichen werden müssen! Aber Technokraten werden solche Ziele nicht erreichen.

Eine Nation könnte den vom neoliberalen Globalisierungstheorem aufgetragenen "mikroökonomischen" Ansatz in der Konkurrenz mit anderen Nationen und Gesellschaften nur dadurch quasi mechanistisch verwirklichen, dass sie bestimmte, nicht konkurrenzfähige Mitglieder der Gesellschaft in ein inneres Nichts entläßt, in Ghettos, die sich mehr oder weniger ohne Resourcen selbst entwickeln und die bald von mafiösen Strukturen beherrscht werden würden - in Ghettos könnten sich aber auch wohlversorgte Krisengewinnler zurückziehen, Ghettos, die von hohen Sicherheitszäunen umgeben sind, feste Regeln zur Gartenbepflanzung haben und deren Bewohner 5% ihres Einkommens an die (unkontrollierte) private Überwachungsfirma abführen, die die gesamte Anlage unterhält. Und täglich laufen im Ghettofernsehen Tatsachenberichte über Verbrecher, die Kinder geraubt und Familien ausgelöscht haben.

Als Nation kann sie durch dieses Vorgehen nicht gewinnen, weil die Menschen nicht verschwinden werden, aber die Gesellschaft zerrissen und die Demokratie zur Farce wird. Eine demokratische Nation lebt von ihren Menschen, von allen, von den Ärmeren und von den Reicheren. Und je durchlässiger sie von ärmer zu reicher ist, desto moderner ist sie. Denn Modernität ist keine Eigenschaft von Produkten, sondern von Gesellschaften und ihren Menschen!

Vielleicht sind die Europäer aber tatsächlich zu naiv und haben die Zeichen der Zeit nicht erkannt. Denn eine andere Variante der "mikroökonomischen" Nationalpolitik ist der Krieg. Zum einen werden hierbei diejenigen ein wenn auch gefährliches Auskommen finden, vom Staat alimentiert, die in der Wirtschaft gerade nicht gebraucht werden - als Soldaten. Zum anderen bietet der Krieg umfassende Manövrier- und Rechtfertigungsmöglichkeiten für die Härten einer solchen "mikorökonomischen" Nationalpolitik. Gegner, die sich für Kriege anbieten, gibt es auf der Welt anscheinend immer wieder oder man macht sie dazu.

Hatten nicht Hitler und seine Nationalsozialisten genau dieses vormoderne oder mittelalterliche Verfahren angewandt, um die Krise der dreissiger Jahre zu überwinden? Man sollte wenigstens den Versuch machen zu verstehen, dass wenn Hitler nicht dieser verblendete krankhafte Judenhasser gewesen wäre, der er war und was ihn die fabrikmäßige Vernichtung von vielen Millionen von Personen jüdischen Glaubens oder jüdischer Herkunft durchführen hat lassen, die längst deutsche, polnische, russische, ungarische, baltische ... Bürger waren, dann würde er und seine Politik nicht so extraordinär abgründig erscheinen, wie sie das heute tun. Dann wäre er nach wie vor ein bösartiger verbrecherischer Antidemokrat, aber eingereiht unter anderen. Erst Auschwitz sprengte alle Dimensionen und wurde in seiner bürokratischen und industriellen Kälte das Monströsteste, was die Geschichte bisher gesehen hat.

Will man das alles verhindern, Armut, Ghettos, Krieg einschließlich der Gefahr, dass von neuem Monster an die Hebel der Macht kommen, dann wird man nicht umhinkommen, die Potentiale, also den gesamten Erfindungsgeist und die gesamte Schaffenskraft der modernen Zivilisation auf jede einzelne Person hin zu fokussieren.

Denn Freiheit und Selbstbestimmung können erst gesamtgesellschaftliche oder gar weltweite Realität werden, wenn jeder Menschen nicht nur die erzieherischen und ideellen Bedingungen, sondern auch die materiellen und gesellschaftlichen Bedingungen dafür finden und erarbeiten kann. Das ist tatsächlich noch Zukunftsmusik, eine veritable "New Frontier", wie die Amerikaner es in Anlehnung an die Geschichte der schrittweisen Kolonisierung des Wilden Westen nennen würden.
Bevor das nicht geschafft ist, hat die Menschheit ihre Freiheit noch nicht erworben und steht in Gefahr, sich mittels ABC-Waffen bis zur Selbstauslöschung zu treiben.

Vielleicht geht der Staffelstab der modernen politischen Freiheitskultur jetzt wieder einmal nach Europa zurück, wenn es Europa gelingt, seine geschichtliche Tiefe und kulturelle Vielfalt in kreative und konstruktive Stärke in der ganzen Breite des Lebens umzusetzen.




Freiheit durch Freitod

10.11.2004

(überarbeitet am 17.11.04)

Die Diskussionsendung "Das philosophische Quartett", die unter dem Titel "Adolf Hitler - eine Medienkarriere" am 24.10.2004 im ZDF stattfand, hatte den Eichinger-Film "Der Untergang" zum Thema. An ihr nahmen neben den beiden Philosophen Rüdiger Safranski und Peter Sloterdijk diesmal Jörg Friedrich, der Historiker und Autor des Buches "Der Brand" über die Bombardierungen der deutschen Städte im II. WK, und der Dichter Durs Grünbein teil. Durch diese Sendung ist mir ein neuer Aspekt in der Betrachtung der deutschen Geschichte eröffnet worden. Dafür ist vor allem Jörg Friedrich verantwortlich.
Durch sein Beharren auf der eigenständigen Bedeutung des freiwilligen, sinnlosen Widerstehens, Tötens und Selbsttötens nicht nur durch ausgewiesene Nazis, sondern gerade auch durch viele "normale" Deutsche während des zu Ende gehenden des II. Weltkrieges, sei es, dass sie sich in Himmelfahrtsmanier russischen Panzern entgegenstellten, sei es, dass sie angebliche Fahnenflüchtige exekutierten, sei es, dass sie sich schlicht die Kugel gaben, obwohl ihr Leben nicht direkt bedroht war, hat Jörg Friedrich den Augenmerk auf einen zu wenig bedachten Tatbestand gelenkt.

Zwar waren es Hitler und manche preussischen Militärs, die ihre politische Agenda schon früh und hocheffektiv in Richtung auf einen neuen Krieg getrimmt und diesen dann auch begonnen haben. Nach einer gewissen Zeit jedoch wurde dieser Krieg anscheinend auch für die deutsche Bevölkerung in einem erschreckenden Sinn zum Selbstläufer. Die Antwort auf die Frage: "Wollt ihr den totalen Krieg ?!" war zu dem Zeitpunkt, als Goebbels sie stellte, nur noch eine rein rhetorische Frage.
Denn als Hitler nach dem Ausbleiben des Sieges in Russland, woraus er sofort in klarem Realismus den Schluß zog, dass der Krieg verloren war, seine ganze verbleibende Tatkraft auf die Vernichtung des Judentums konzentrierte, so beschreibt es zumindest Sebastian Haffner in seinem Buch "Anmerkungen zu Hitler", begann für das deutsche Volk eine natürlich von den Nazis nach Kräften unterstütze eigene fatale historische und psychosoziale Agenda zu wirken.
(Christopher R. Browning schreibt im Gegensatz zu Haffner in seinem 2003 erschienenen Buch "Die Entfesselung der Endlösung'", dass nicht erst die drohende Niederlage, sondern vielmehr die Euphorie der Anfangsphase des Russlandfeldzugs Hitler zum Beginn der praktischen Umsetzung seiner Vernichtungspläne alles "unwerten Lebens" motiviert hat, was wohl der aktuelle Stand der Forschung ist. W.B. 04.12.2004)

Eben nicht erst Hitler versuchte, dabei seine pseudomythisch-destruktive Mentalität endgültig offenbarend, am Schluß des Krieges durch den berüchtigten "Nero-Befehl", den absoluten Untergang seines Volkes zu bewirken, wenn dieses Volk denn zu dem von ihm angestrebten "Endsieg" nicht die von ihm erwartete "rassische" Kraft hatte. Vielmehr brach schon zuvor aus den Deutschen selbst, angetrieben durch ihre geschichtlichen Erfahrungen, der manische Trieb heraus, lieber absolut unterzugehen, als sich wieder unter eine Fremdherrschaft zu beugen. So argumentierte Jörg Friedrich immer wieder in der Sendung.

Die deutsche Bevölkerung konnte sich aus ihrer aktuellen Kriegs- und Katastrophenlage damals eine Nachkriegszeit mit durch Eigeninteressen gezähmten Siegern, wie sie dann später gekommen ist, schlechterdings nicht vorstellen. Daher kamen in der drohenden Niederlage die früheren Niederlagen und Besatzungen durch die Schweden im "Dreissigjährigen Krieg" oder durch Napoleon gut 100 Jahre zurück ins Bewußtsein. Diese früheren nationalen Katastrophen waren durch das Wunder-Medium Film den Menschen in den zwanziger und dreissiger Jahren in atemberaubend neuer und plastischer Weise vor Augen geführt worden. In Kombination mit der immer wieder geschürten und manipulierten Erinnerung an den I. Weltkrieg erzeugte dies bei vielen Mitgliedern der Nation, auch wenn sie mit dem Nationalsozialismus nicht sehr stark verbunden waren, die existentielle Stimmung, die eigenen Freiheit und Selbstbestimmung lieber im Tod zu suchen, wenn sie denn durch Krieg und Sieg nicht zu verwirklichen ist.

Friedrich betonte, dass die Nazi-Führung nach der ersten Zerstörung einer deutschen Großstadt durch eines jener von den alliierten Brandbomben ausgelöste Feuerinfernos, der Einäscherung Hamburgs im Jahre 1943, überzeugt waren, dass die deutsche Bevökerung höchstens noch ein oder zwei solche Infernos hinnehmen würde, bevor sie, die Führung gezwungen wäre, zu kapitulieren.
Tatsächlich ging der Bombenkrieg aber damals erst richtig los und die deutsche Bevölkerung dachte gar nicht daran, die Kapitulation zu verlangen.
Peter Sloterdijk sprach in diesem Zusammenhang von einem untergründigen, quasi perversen "Vertrag" zwischen der deutschen Bevölkerung und den Alliierten, der den Untergang oder den heroischen Freitod der einen Seite, ausgeführt durch die andere Seite zur Grundlage hatte.

Ausgerechnet Rüdiger Safranski, der sich in dem Gespräch unfreiwillig in einer Art Widerpart zu Friedrich befand, weil er die von Friedrich immer wieder als Unsinn abqualifizierte These, die er aus der New York Times entnommen hatte, vertrat, dass mit einer medialen Verarbeitung der Themen Hitler und Drittes Reich wie z.B. in dem Film "Der Untergang" die Deutschen beginnen würden, ein Stück Freiheit gegenüber ihrer Vergangenheit zu gewinnen, ausgerechnet Rüdiger Safranski also hat in einem Beitrag für das Heft "Bekenntnisse", das die Münchner Kammerspiele als Begleitung ihres Zyklus "Die zehn Gebote" in der Spielzeit 2004/2005 herausgegeben haben (Mai 2004, auch in der Zeitschrift "Cicero", Mai 2004), die entscheidende Kategorie zu einer möglichen Erklärung jenes von Friedrich während des Gesprächs geradezu beschwörend beschriebenen suizidalen Verhalten vieler Deutscher während und am Ende des Krieges geliefert. Dort unterscheidet er nämlich zwischen zwei Formen oder Aggregatszuständen der menschlichen Religiosität, zwischen einer heissen Phase und einer kalten Phase.

Der Unterschied läßt sich schnell darlegen. In dem ersten Fall besitzt die "jenseitige" transzendente Sphäre im Lebensvollzug der Menschen einen Vorrang vor der "diesseitigen" konkreten Welt. Dann nämlich befinden sich diese gläubigen Menschen in der heissen Phase der Religiosität. Aktuelles Beispiel dafür sind die fundamentalistisch-islamischen Selbstmordattentäter. Deren Art und Weise, ihr Leben scheinbar "wegschmeissen" können wir aufgeklärte, materialistische Westler nur fassungslos zur Kenntnis nehmen. Aber halt! Haben unsere unmittelbaren Vorfahren, vielleicht sogar die eigenen Mütter oder Väter nicht dasselbe getan, gerade mal 60 Jahre zurück? Aus dieser womöglich widerstrebenden Erkenntnis kann man erstens den Schluß ziehen, dass die heisse Phase der Religiosität überall und jederzeit auf der Welt auftauchen kann und zweitens, dass das eigentliche Unverständnis nicht zwischen verschiedenen Kulturen existiert, sondern zwischen Menschen, die sich in den verschiedenen Phasen der Religiosität befinden.

Man könnte jetzt beginnen, in der nahezu unendlichen Diversität der heutigen individualistischen Zivilisation Spuren und Vermischungen der Formen der Religiosität zu suchen. Übermotivierte Mitarbeiter eines Unternehmens, welche in sechzehn-Stunden-Arbeitstagen unter absoluter Ignoranz ihrer Gesundheit und ihrer Familien die Expansion der Firma in einen neuen Markt gleich einem militärischen Feldzug gegen härteste Konkurrenz vorantreiben, sind eher Beispiele für die heisse als für die kalte Form der Religiosität. Denn ihre Motivation muss dem Primat geistig-transzendenter Ziele unterstehen, um ein derart selbstzerstörerisches, quasi "antikreatürliches" Verhalten zu ermöglichen. Das ist aber nur ein Zeichen der fortschreitenden Zerstückelung der Geschichte und ändert nichts an den Grundtatbeständen.
Als ein solcher sollte die kalte Form der Religiosität auch noch definiert werden. Sie liegt vor, wenn die Menschen die Religion zur Unterstützung der seelischen Bewältigung ihres irdischen Lebens einsetzen, wie es paradigmatisch in dem seelsorgenden Messdienst eines Pfarrers, Rabbis oder Imams bei der Beerdigung eines Gemeindemitglieds geschieht. Dabei hat das irdische Leben, die überlebenden Menschen eine absolute Priorität vor dem sog. jenseitigen Leben und den Toten.

Interessant wäre jetzt noch die Frage, welcher heißen Religion genau die Deutschen im Dritten Reich denn eigentlich anhingen? Der Historiker Hans-Ulrich Wehler beschreibt in seinem Büchlein "Nationalismus" (Reihe Beck WISSEN) selbigen als eindeutig religiöses Phänomen. Begründet haben ihn gemäß dieser Theorie die calvinistischen Puritaner zuerst in Holland und England, danach als sog. "Pilgrim Fathers" in Amerika. Ihr Vorbild stammte aus dem Alten Testament. Es war der Auszug der Israeliten aus Ägypten, der sie aus einer Sklavensippe in ein freies Volk verwandelte. Die "Pilgrim Fathers" nannten das Europa, dessen unterdrückerischen Fürsten und Königen sie entflohen waren, denn auch ganz unmissverständlich "Ägypten". Es war diese emanzipatorische Bewegung von dadurch in einem politischen Sinne überhaupt erst entstehenden Völkern gegen die von der katholischen Kirche und dem Adel beherrschten mittelalterlichen Reiche, die den Nationalismus zu der bedeutendsten Religion der letzten 250 Jahre machte. Er wurde zu einem zentralen Kennzeichen der Neuzeit und ist bis heute wirksam, wie man z.B. an den Basken oder den USA sehen kann.

Genau diese heisse Religiosität des Nationalismus muß es gewesen sein, so meine These hier, die große Teile der deutschen Bevölkerung in ihr selbstmörderisches Verhalten im II. Weltkrieg getrieben hat. Lieber sterben als die nationale Freiheit und Selbstbestimmung (wieder) zu verlieren, so war ihr Glaubensbekenntnis. Diese manische, heisse Religiosität muss auch der Grund gewesen sein, warum soviele Deutsche, die in ihrem Leben davor keineswegs Verbrecher waren, zu gnadenlosen Mittätern bei den Vernichtungsaktionen Hitlers und der Nazis geworden sind und vor allem, warum die meisten Deutschen nach dem Krieg nicht das geringste Unrechtsbewußtsein wegen dieser unsäglichen Verbrechen zeigten. Denn die geradezu gnostische Lebensverneinung oder Lebensverachtung der heissen Religiosität, die in diesem Fall mit der spezifischen mit dem Nationalismus einhergehenden Wagenburgmentalität verbunden war, zerstörte auch bei ganz durchschnittlichen Menschen jegliche Empathie für andere Menschen, selbst für kleine Kinder, wenn sie diesen Verblendeten als "Volksfeinde" galten. Dieses Phänomen kann meiner Meinung nach mit Indoktrination alleine nicht ausreichend erklärt werden.

Bleibt nur noch zu klären, warum Jörg Friedrich die Medienthese von Rüdiger Safranski, wonach die deutsche Geschichte immer mehr zu einem Stoff medialer Verarbeitungen gerät und als deren Apotheose Safranski natürlich Hollywood mit seinem Prinzip der maximalen Personalisierung irgendwann auf uns zukommen sieht, so absolut nüchtern und kompromisslos als "Schmarrn", wie man auf bayerisch sagen würde, abqualifiziert. Der Grund kann doch nur darin liegen, dass Friedrich immer noch eine Lebendigkeit der nationalen Religion in Deutschland sieht oder postuliert, der gegenüber er die medialen Distanzierungen und letztlich Historisierungen für unangebracht hält.

Kann das richtig sein oder etwas Richtiges werden? Hat das mit der weiterbestehenden Verantwortung für den unerträglichen deutschen Teil der Schuld am und im Krieg zu tun? Vielleicht denkt Friedrich, dass das positive, das emanzipatorische Potential des Nationalismus - Auszug aus Ägypten! - in Deutschland nach all der nationalen "Verspätetheit", nach all dem Missbrauch des Nationalen im Exzess des nationalsozialistischen Führerkults um Adolf Hitler noch nicht zum Austrag gekommen ist. Vielleicht müssen die Deutschen ihren positiven Beitrag zur Geschichtsepoche des Nationalismus noch nachliefern, nicht zuletzt, um den monströsen Fehltritten der Vergangenheit wenigstens eine eigene positive Tat entgegenzusetzen. Denn nach dem Krieg haben die Deutschen mittels ihrer Tüchtigkeit ja nur brav oder bravourös funktioniert, aber nichts Eigenes geschaffen, was sich auch nur entfernt an Selbständigkeit mit ihrem Handeln während des Dritten Reiches vergleichen ließe. Vielleicht müssen die Deutschen noch beweisen, dass, wenn sie selbst etwas politisch Aufmerkenswertes auf die Beine zu stellen versuchen, dabei nicht immer eine derartige praktische und vor allem menschlich-moralische Katastrophe für die anderen und für sie selbst herauskommt. Friedrich äusserst sich zu nichts dergleichen. Aber mir erscheint sein Verhalten so deutbar, auch wenn ich dabei extrapoliert habe.

Allerdings kann man nicht oft genug daran erinnern, dass nicht nur das Selbsttöten, sondern auch das Morden bis zum Schluß ging. Z.B. beim sog. "Zebraschiessen", wenn selbst Feuerwehren sich zu Kriegsende daran beteiligten, die aus den aufgelösten Konzentrationslagern ins Nirgendwo unterwegs seienden und dabei flüchtenden Häftlinge in Sträflingsanzügen abzuknallen, die alle unglaublich ausgemergelt, krank und am Ende waren.

Auch wenn man einrechnet, dass Kriegszeiten immer zu Gewalt und Verrohung führen, ist es die von den ersten KZs 1933 über die Sonderkommandos im Osten, über die Arbeits- und Vernichtungslagern bis zu den Todesmärschen am Ende immer wieder aufscheinende Feigheit der Grausamkeiten, die sich sehr viele Deutsche unter dem Wahn der allzugerne eingebildeten "rassischen" Überlegenheit zugestanden haben, die es mir so schwer macht, wieder eine lebendige positive Einstellung zu meiner ganzen nationalen Geschichte aufzubauen.



"antisemitism"


15.12.2003: "Weltschuldenfalle"

Es geht darum, die Risiken der Zukunft als erneute Aufforderung zur materiellen wie geistigen Emanzipation und Selbstermächtigung zu begreifen. Es geht darum, aus Lust und Verantwortung entsprechend zu handeln!


06.11.2003: "high-tech self-providing"

Neues Wirtschaftswachstum für Deutschland, Europa, Amerika und die globale Ökonomie. Neue Freiheit für die Menschen! Die Chance, eine globale Wirtschaftskrise zu überbrücken und einen Zivilisationsbruch zu vermeiden.



November 2003

Ein Schritt zum Weblog, das Motto ist fürs erste: "Krise, Chance, Deutschland, Welt".

Erwarten Sie hier jedoch keine nationalen oder ideologischen Tiraden!

Wenn etwas mitschuld ist an unserer gegenwärtigen Fahrt in die wirtschaftliche Zweitrangigkeit, mal abgesehen von der allgemeinen Bequemlichkeit, die der Wohlstand erzeugt, dann ist es die ganz normale ideologische Blockiertheit und geistige Trägheit.
Sei es etwa auf Seiten der Konservativen das ewige Festhalten am traditionellen Familienmuster, obwohl längst klar ist, dass Frauen nur noch Kindern wollen, wenn es sich mit ihrem Beruf vereinbaren läßt oder der Horror vor den Kommunisten noch 1990 (als wäre es 1917), die alle Menschen mit dispositiven Fähigkeiten, wegen derer sie in der DDR Funktionen innehatten, vom kapitalistischen Aufbau der neuen Bundesländer ausgegrenzt hat.
Sei es auf Seiten der Linken, die glaubten, dass eine bürokratisch organisierte Umverteilung von Geld die Diskrepanz zwischen arm und reich mildern kann und den paternalistischen, die Eigeninitiative raubenden Effekt dieses Systems übersahen.

Wann wir endlich in der Lage sein werden, der deutschen Vereinigungs-Misere voll ins Gesicht zu schauen, in die uns unsere neue nationale Naivität manövriert hat: "Statt blühender Landschaften und aus der Portokasse in Wirklichkeit stagnierende Wirtschaft im Osten und erwürgende Lohnnebenkosten im ganzen Land!", das steht immer noch in den Sternen. Dieser schaurige Anblick wäre aber die erste der bitteren Medizinen.
Die zweite der bitteren Medizinen wäre die (Selbst-)Induzierung einer neuen Mentalität bei den "Besserverdienenden", was den Wert des verdienten Geldes betrifft. Geld ist zuallerst zur Bewältigung der grundlegenden Lebensnotwendigkeiten Wohnen, Essen, Kinder, sinnvolle Beschäftigungen etc. da und bei den meisten Menschen langt's auch nicht zu sehr viel mehr und sie sind trotzdem oder erst recht vollwertige Personen. Erst danach kommt in der Bedeutung für das Leben der Luxus und nicht umgekehrt. Luxus dient viel zu oft einer unbefriedigenden Ersatzbefriedigung! Davon runterzukommen wäre die bittere Medizin und die müssten erstmal viele Gutsituierte schlucken. Wieder Freude an ihrer Arbeit zu empfinden, nicht an der Kohle, die sie verdienen, davon handelt es.


2001/2002: "9/11"

Das Entsetzen weicht nie, schließlich geht es jeden Tag weiter mit dem Morden. Also bleibt einem gar nichts anders übrig, als zu Verdrängen und dann das Verdrängen wieder zu brechen, immer wieder von neuem! Zwischendrin gilt es Zeit für die Reflexion herauszuschinden.








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