STRING-Blues



Mai 2006



Manchmal kann ich es schwer ertragen, dass ich durch das Verfolgen eines innovativen politischen Projektes - STRING - auf derart radikale und systematische Weise vereinzelt bin, gesellschaftlich vereinzelt, dass mich nahezu niemand versteht - versteht in dem, was ich wesentlich bin und tue, in meiner spezifischen Profession. Und ich kann sonst nichts Vorzeigbares, Identitätsstiftendes tun, das mich für andere in einem bürgerlich-liberalen Sinne verstehbar oder qualifizierbar machen würde. Ich würde sonst mein Projekt, solange es sich im geschichtlich-gesellschaftlichen Möglichkeitsraum aufhält, gefährden.

Dabei bin ich extrovertiert und suche Bestätigung. Alles, was ich will, ist anerkannt werden für das, was ich tue. Ich bin nicht der Bücherwurm oder Karthäusermönch, der sich jahrelang verkriecht und von Luft, Geist oder Gottesgespräch lebt.
Aber ich mußte lernen, über Jahrzehnte hinweg asketisch zu leben. Ich mußte lernen, mit mir allein auszukommen. Ich mußte lernen, mich von jeglicher gesellschaftlicher Anerkennnung aus professioneller Tätigkeit unabhängig zu machen, obwohl das immer noch die primäre Anerkennungsquelle der Gesellschaft ist, aus der ich komme.

Ich habe all das gelernt, nicht perfekt, aber genügend!

Trotzdem, ich habe den falschen Job. Denn Politik ist nach wie vor ein nur partiell zivilisierter Bereich des menschlichen Lebens und heute nimmt im Rahmen der "Globalisierung" das Ungeregelte, Wilde wieder zu. Das macht Angst und bringt die Leute dazu, sich am Bestehenden festzuklammern. Dabei unterscheiden sie nicht zwischen dem verständlichen Wunsch, die materiellen und gesellschaftlichen Gegebenheiten stabil zuhalten und der menschlichen Fähigkeit, die Verhältnisse im Geist zm tanzen zu bringen. Trotz offizieller Meinungsfreiheit, der Geist ist auch 2006 immer noch nicht frei!

Will man über das Bestehende grundsätzlich hinausgehen - weil man einen neuen politschen Ordnungsrahmen für geboten - besser, für geschichtlich unausweichlich hält, folgt keiner, nicht einmal nur geistig-spekulativ. Manche Leute zeigen vielleicht allgemeines Verständnis oder Interesse, mehr aber auch nicht. Sie geben sich vielzusehr in ihr eigenes Leben eingespannt, das sie nach den geltenden Regeln bestehen müssen, so überholt diese auch sein mögen. Manche kündigen sogar nach langer Freundschaft dieselbe und erklären einen für verrückt, wenn sie einen nicht mehr unbedingt brauchen. Ihr Geist ist wohl eingespannt.

Was das Leben noch schwerer macht, ist die Ungewissheit, in welcher Form das Projekt STRING Wirklichkeit werden könnte und welche Menschen dabei welche Rolle spielen könnten. Denn es führt selten ein gerader oder vorzeigbarer Weg über die geltenden sozialen Regeln hinaus. Deshalb gab es und gibt es in der Geschichte ja immer wieder Brüche, meist verbunden mit großer Gewaltanwendung und materieller Verwerfung.

Ich komme mir vor, wie jemand, der zu früheren Zeiten behauptete, die Erde drehe sich um die Sonne oder der Mensch sei mit den Affen verwandt oder es gibt keine menschlichen Rassen.
Wenn ich sage, wir brauchen einen Paradigmenwechsel des menschlichen Zusammenlebens(!!) vom Primat des Kollektivs zum Primat des Individuums - Schweigen, Unverständnis - dann vielleicht der überaus intelligente Hinweis, dass wir doch schon genug Individualismus haben. Umwerfend! Welche Größe des Mitdenkens!

Viele behandeln ihre Meinungen wie heilige Kühe und weigern sich, widersprechende oder auch nur andere Meinungen überhaupt zur Kenntnis zu nehmen, selbst in einem langen Gespräch, auf das sie sich eingelassen haben. Oder sie machen sich ganz klein, ihre Meinungen wären doch ganz unwichtig. Aber wehe, man weißt sie auf Widersprüche hin, auf unhaltbare Positionen. Dann plötzlich ist Widerstand angesagt: "Ich lass mir meine Meinungen nicht nehmen! Du denkst das und ich denke was anderes!" So oder ähnlich schmettern einem die "Freidenker" der westlichen Welt entgegen, um ja nicht die Meinungsfreiheit mal auszuprobieren. Ein Beispiel? Behaupten Sie an einem Stammtisch, dass Menschen viel schlimmer sind als Tiere! Welches Tier ist in der Lage, einen Artgenossen über Wochen und Monate hinweg zu foltern und zu misshandeln? Gut, dieses Meinungs-Beispiel ist nicht mehr signifikant, wird bald schon - Amerika sei Dank - Meinungsstandard sein. Dann probieren sie es damit: "Die Menschheit hat trotzdem die Chance, die Weltgeschichte zum Positiven zu wenden." Da outen sich dann fröhlich urlaubende Wohlstandsbürger aller politischen Provenienzen als tiefschwarze Pessimisten.

Was meine Situation unter meinen Mitbürgern zusätzlich erschwert, mit meinem Projekt ist auch noch die ganze Last der deutschen Vergangenheit vermacht. Ein bekannter deutscher Professor der Soziologie sagte mir nach längerem Gespräch unvermittelt und knallhart ins Gesicht, er hätte keine Lust, sich mit dem Thema "Hitler" zu beschäftigen.
- Ignoranter Rationalist! Schmalspur-Dandy!
- Hilflosigkeit auf meiner Seite, zum Achselzucken fehlt mir Distanz und Etabliertheit.

Was kann denn diese professorale Weigerung anderes bedeuten, als dass gerade dieses Thema eigentlich in höchstem Maße seiner Zuwendung bedürfte. Diese Weigerung zeigt überdeutlich, dass erstens Hitler und alles, was ihn betrifft für uns Deutsche und für die Menschheit insgesamt noch keineswegs abgearbeitet ist, weil seine ganz allgemeinen Infragestellungen der modernen, auf politischer Freiheit und dem allgemeinen Menschenbild beruhenden Welt zu mächtig und immer noch zu wirksam waren und sind, als dass man schon wieder zur Tagesordnung der Neuzeit übergehen könnte. Außerdem besagt diese dezisionistische Weigerung, dass der Herr Professor sich natürlich zur tragenden Elite der modernen Gesellschaft zählt, in Wirklichkeit jedoch mittels seiner Stellung im Kollektiv Staat sich die Macht und Möglichkeit verschafft, seine eigenen dunklen Seiten oder ihm unangenehme Themen, die ihn tatsächlich betreffen, auf andere abzuwälzen. Das ist das geheime unausgesprochene, vielleicht sogar uneingestandene Credo der Sozialtechniker, die in edelster Ambiente brilliante Vorträge halten, wie man mit "Humankapital" wirtschaftlicher- und politischerseits umzugehen hat. Dabei ist dieser Elitismus, der sich hinter Floskeln von "mehr Freiheit" und "schmalem Staat" verbirgt, als Elitismus tatsŠchlich gar nicht neuzeitlich, sondern ein absolut antiquiertes, unmodernes Verhalten. Denn die Neuzeit fußt auf dem allgemeinen Menschenbild.
Diese Widersprüchlichkeit der Modernisten gibt den offiziellen Antimodernisten, den Reaktionären eine vorzügliche Rechtfertigung. Böse Zungen gehen noch weiter und behaupten: "Mit Hilfe des Neoliberalismus ist der Faschismus endlich p.c. geworden!" (Zitat aus einem in der Öffentlichkeit belauschten Gespräch).


Dabei komme ich genau wegen Hitler, wegen dem III. Reich zu jener radikalen oder revolutionären These von einem notwendigen Paradigmenwechsel der menschlichen Gesellschaftlichkeit zum Primat der Individualität, die mir u.a. soviel Unverständnis und Stigmatisierung einbringt. Kollektive, besser alle kollektiven Machtstrukturen können, wie sich zeigte, scheinbar leicht in die Hände von einzelnen Personen oder Machtcliquen fallen und von diesen missbraucht werden. Das hat die Geschichte immer wieder gezeigt und zeigt es bis heute. Kollektive erweisen sich in der Geschichte viel zu oft und bis heute und auch noch weiterhin als extremste Mörder und Untäter - d.h. Mitglieder der Kollektive, einzelne Personen. Im Frieden sind diese Personen meist unscheinbare unbescholtene Bürger. Im Krieg jedoch ist alles anders. Angestiftet und beglaubigt von den Kollektiven ist in deren Namen im Falle eines Falles anscheindend alles, wirklich alles erlaubt. (Foeten bei lebendigem Leib aus schwangeren Bäuchen herausschneiden und an Bäume nageln, ... Horror, aber die medizinischen Versuche an Kindern in Auschwitz waren noch schlimmer.)
Was könnte daraus sonst für ein Schluß gezogen werden, als der, sämtliche kollektive Machtstrukturen definitiv und endgültig zu entmachten, indem man sie langfristig auflöst. (Kurzfristig geht es aus praktischen Gründen leider nicht.)

Ich trau der Geschichte und uns Menschen noch nicht, die Moderne zu bestehen. Es gab bisher sowas wie zwei geschichtlich-gesellschaftliche Aggregatszustände, Krieg oder Frieden. Entweder findet der Wechsel zwischen beiden lokal, unübersichtlich und chaotisch statt oder in offiziellen Kriegserklärungen zwischen definierten territorialen Mächten. Aber keine einzelne Person hatte es wirklich in der Hand, quasi den Schalter zwischen diesen beiden Zuständen hin- und herzulegen, auch wenn manchmal nur ein bewußter kleiner Schubs den Wechsel (z.B. Bismarks "Emser Depesche") herbeiführte.

Reicht die Phantasie nicht aus, um die unabweisbare Notwendigkeit neuer politischer Sichtweisen, Handlungsansätze und Ordnungsrahmen deutlich werden zu lassen - angesichts der heutigen waffentechnischen Möglichkeiten: z.B. die Atombombe? - angesichts der Anfälligkeit der modernen Zivilisation? - angesichts der Anfälligkeit des Menschen für Gewalt? Reicht die Phantasie nicht, um den erkennenden Blick über das Tagesgeschäft, über die paar nächsten Jahre hinaus - eben den Überblick über die erkennbare Geschichte als den Maßstab gelten zu lassen, aus dem hier und jetzt konkrete politische Handlungen erfolgen und Tatsachen geschaffen werden müssen.
Auch im allgemeinen Friedenszustand gibt es genug Personen, die sich mit betrügerischen und/oder verbrecherischen Mitteln Vorteile verschaffen. Das geht solange gut, wie sie es nicht übertreiben und es nicht zuviel dieser Personen gibt. Aber irgendwann ist die allgemeine Moral kaputt, die die Mehrheit den mühsameren "braven" Weg gehen läßt. Dann schnappt der Schalter um und alles wird geraubt, alles wird kaputtgeschlagen.
Zuvor, im Frieden kleben die Leute zu sehr an ihrem kleinen Glück und wollen nur ja nichts ändern und sich nur ja nicht mit zu großen Problemen belasten. Das tu ich doch auch, am Glück kleben, verdammt nochmal. Danach, im Krieg, lassen plötzlich viele die sprichwörtliche Sau raus. Wer leidte am meisten? Die Kinder, die Alten, die Kranken!

Durch "Vogel Strauss - Politik" läßt sich das kleine Glück des Friedens nicht schützen. Früher galt es, sich für den Krieg zu wappnen. Heute, im Zeitalter der Atombombe, muss sich etwas von epochalem Ausmaße ändern im gesellschaftlichen Zusammenleben. Der Kalte Krieg ist gerademal vorbei. Die Menschheit hat eine kleine Atempause. Aber das Problem ist doch dadurch noch nicht gelöst. Und es gibt neben der Dekadenz, dem Schmarotzertum und dem verbrecherischen Leben auf Kosten der Braven noch eine zweite große Gefahr für den Frieden: Die Paranoia. Überall auf der Welt laufen Leute herum, denen ihr Kollektiv wichtiger ist als ihr Leben oder die ihre Agressivität nicht in den Griff bekommen. Lassen Sie diese Leute mal in eine Situation geraten, in der sie ihr Kollektiv existentiell angegriffen sehen!

Die Waffenschmiede schlafen nicht. Sie basteln mit Hochdruck immer weiter, z.B. an Atomwaffern, die man einsetzen kann, ohne gleich den Atomkrieg auszulösen. Damit kann man viel Geld machen. Eine Zeitlang mag die Pax americana ja noch halten. Aber sie ist auch keine Lösung. Das sieht doch jedes Kind. Stichworte Schulden, politische Unfähigkeiten, manipulierte Öffentlichkeiten ...! Welche Schrecken drohen im Zeitalter der Hochtechnologie, wenn durch Angst ihrer Urteilskraft beraubte Bürger wiedermal irgendeinem durchgeknallten Idioten zu totalitärer Macht verhelfen. Dann geht schnell jedes zivilisierte Maß verloren.


Sie verstehen immer noch nicht ganz, warum ich so vereinzelt bin, worum es mir geht?



Die Neuzeit oder Moderne als Zeitalter des Geistes kommt erst zu sich, wenn sie den Geist befreit. Jede konkete kollektive Bindung des Geistes, die auch im intelligentesten Beitrag des berühmtesten "think-tanks" noch dominant ist, verhindert das Zu-sich-kommen des Geistes. Nur im (institutionellen) Rahmen der einzelnen Person kann der Geist frei werden. Es braucht also eine Kultur der geistigen Freiheit, die von allen Menschen aktiv getragen wird. Nicht: "Alle Menschen sind Künstler", sondern: "Alle Künstler sind Menschen"! Erst, wenn sich das durchgesetzt hat, dann werden auch zeitgemäße praktische Lösungen für die konkreten Probleme der heutigen Welt auf allgemein befriedigende Art und Weise möglich.


Die Probleme sind doch nicht neu. Ich bin derart grundlegend vereinzelt, weil ich mein Lösungskonzept, diesen Paradigmenwechsel hin zum Primat einer institutionalisierten politischen Individualität (STRING) eben nicht als Theorie vertrete, sondern als politische Praxis (Weltpolitik für Individuen), mit allem, was ich bin - als Einzelner, als Institutionenbegründer. Sonst wäre es ja nichts außer theoretisches Bla-bla für Insider. Und davon gibt es unendlich viel mehr als genug. Ich bin so vereinzelt, weil ich diese Politik nur als Einzelner qua Einzelner vertreten und durchsetzen kann. Ich werde also meine Vereinzeltheit nicht dadurch verlieren können, dass mein Projekt main-stream im gängigen Sinne wird, sondern nur dadurch, dass immer mehr andere einzelne Personen diesem meinen Weg auf ihre ganz eigenen Weise als ihrem eigenen Weg folgen, Dadurch kann die heutige Welt langsam in eine Welt des Primats der institutionalisierten Individualität verändert werden.
Nur dadurch entsteht Gemeinschaft auf der Basis politischer Individualität - Menschheitsgemeinschaft anstatt naturalistisch-kriegerischer Partikular-Gemeinschaft! Nur dadurch finde ich aus der politisch-strukturellen Einsamkeit heraus, die mich umgibt.

Ich kann nicht mehr wirklich in die Welt der bürgerlich-liberalen Gesellschaftskollektive zurück, obwohl ich äußerlich in ihr lebe. Diese Welt mag zwar im Werbespot recht modern und individuell wirken, ist aber erstens viel zu sehr von den systemischen Kollektivmächten Staat, Geld, Technik, Medien abhängig, die vor allem deshalb so schwerfällig sind, weil sie eine altmodische, nicht mehr zeitgemäße Ordnung der Welt aufrechterhalten müssen (d.h., weil die alten persönlichen Machthaber und Ordnungsgaranten, die mittelalterlichen Könige und Kaiser und ihre Götter tot sind und weil noch keine neuen persönlichen Machthaber aufgetaucht sind).
Zweitens ist diese Welt der bürgerlich-liberalen Gesellschaftskollektive bei den meisten Menschen auf der Erde eh noch nicht wirklich angekommen und scheint auch in der heutigen Form schon aus Ressourcengründen dort nicht ankommen zu können. So wollen die amerikanischen Eliten ein angeblich universelles Gesellschaftsmodell "Amerika" oder &quor;american way of life" über die Welt verbreiten. Dabei verbrauchen die 200-300 Millionen Bürger der U.S.A. soviele Ressourcen, dass deren Knappheit selbst für die U.S.A. am Horizont steht, geschweige denn, dass es für alle Menschen reichen wird! Was soll daran bitte universell und realistisch sein?
Zudem, in zuvielen Gegenden der Erde ist Gewalt, Angst, fehlende Bildung und Armut so dominant, dass nach wie vor keine zivile Gesellschaft recht entstehen kann. Dieser Entwicklungsprozess hat ja auch in Europa und Nordamerika sehr lange gedauert und wird vor Ort immer wieder umgekehrt. Man denke an Europa 1914-18 und 1939-45 oder an die Probleme der Megacities heute!!

Auch die lieben, ach so individuellen Bürger der sogenannten "ersten" Welt hängen mehr an ihren verschiedensten Kollektivzugehörigkeiten als es für eine tatsächliche politische Individualität praktikabel ist, die mehr bedeutet soll als der Wähler-, Erwerbstätigen- und Konsumentenstatus. Wir sind evolutionsgeschichtlich gesehen Gruppentiere, was uns jetzt zum Verhängnis werden kann, wenn wir nicht unseren Verstand benutzen und unserem Geist den Stellenwert geben, den er in unserer Zivilisation faktisch längst hat! Doch da ist schon die bisherige Erziehung vor, die vorläufig noch mehr abrichtet, Ängstlichkeiten erzeugt und auf den Kampf um die besten Futterplätze oder Luxusplätze - je nach Schichtzugehörigkeit - vorbereitet, anstatt geistige und persönliche Selbständigkeit jenseits gesellschaftlicher Angepasstheit zu vermitteln - "Bildung" nannte man das einmal. Zuviele halten ihre Position in der Gesellschaft für selbstverdient, haben die Nase oben. Sie verweigern die Erkenntnis des Ausmaßes an Koinzidenzen, an Kontingenzen, als da sind Geburtsort, Geburtszeit, Eltern, soziale Verhältnisse, angeborene und anerzogene Prägungen etc.. Erst nachdem man all diese Schicksale positiv verdaut hat, kann man irgendwann selbst einen eigenen Beitrag zum persönlichen Schicksal leisten.

Die Volatilität der Geschichte zeigt zur Genüge, dass alles, was die Menschen sind, relativ ist und sehr schnell zunichte werden kann. Dabei ist die Vergrößerung und Verfestigung der Unterschiede in der Gesellschaft, zwischen arm und reich, zwischen dazugehörig und ausgeschlossen ein deutliches Indiz für die geschichtliche Unhaltbarkeit der Zustände. In früheren Epochen mag so ein Zustand trotz krasser Unterschiede lange Bestand gehabt haben. Aber heute? Die unausgesprochene Sehnsucht der Arrivierten nach einer Art liberalem Totalitarismus, nach Überwachungsstaat für die Armen, "gated communities", shopping malls ohne Bettler etc. für sie selbst ist spiessiger kleingeistiger Selbstbetrug. Das mag nachvollziehbar sein, wenn "das Kind schon im Bach liegt". Aber dadurch können in unserer schnelllebigen Zeit keine dauerhaft stabilen Verhältnisse erzwungen werden.

Das Wort Mensch ist noch eine Fiktion, weder eine geschichtliche noch eine weltgesellschaftliche, politische Wirklichkeit, weil die Mehrheit der Menschen sich zuerst als Vertreter ihrer Gruppe verstehen und sei es die Gruppe der Vermögensbesitzer. Vermögen und noch so hochstilisierter Konsum schaffen noch lange keine individuellen Personen. Nur der transreligiöse, antiklerikale Glaube an Gott und an die Gottesebenbildlichkeit aller Menschen macht mich zum Menschen und erzeugt die Grundlage für eine Gemeinschaft der Menschheit auf der Erde. Dieser Glaube als der "archimedische Punkt" einer künftigen Weltgemeinschaft ist die Befreiung zur Absolutheit des Geistes als konkreter Macht in der menschlichen Welt. Er ist durch kein organisations-rationales Weltbild zu ersetzen. Das Primat der Rationalität schnürt die Person letztlich immer in irgendein systemisch-theoretisches Korsett ein, welches kollektivistisch ist, nie ohne uneingestandene Ressentiments auskommt und die Lebendigkeit und Freiheit des persönlichen Geistes abwürgt, insbesondere wenn sie mit dem anachronistischen Elitebewußtsein verbunden ist, das sich auch noch die sich am modernsten dünkenden Eliten so gerne ans Ego binden (- und das "Volk" läuft hinterher!). Nur der eine lebendige Gott als Paradigma der einzelnen geistigen Person kann meinem Geist den einzigartigen individuellen Weg weisen, mich von den Präjudikationen und Zwängen der Gesellschaftlichkeit zu befreien, mich mit meinen Mitmenschen versöhnen und die konkrete Universalität einer menschlichen Weltgemeinschaft jenseits von kollektiv-partikularer Kultur und Natur hervorbringen.


Da hocke ich nun auf meinem Angebot und keiner will es "kaufen". Jeder hat etwas Wichtigeres zu tun oder denkt gar nicht daran, jemand ernst zu nehmen, der etwas Neues, im ersten Zuhören absolut ideell, also idealistisch(?) Scheinendes erreichen will, das, weil jeden zur Selbststiftung seiner einzigartigen Identität anspornend, kein käufliches Produkt ist und sein kann. Dabei ist mein Angebot in höchstem Maße praktisch gemeint - gar nicht idealistisch, sondern verdammt konkret und dringlich. Es ist die einzig mögliche politische Konkretion des Geistes.

Geld verdienen, möglichst viel Geld verdienen, das ist es, was zu zählen scheint. Weit jenseits der Notwendigkeiten des Lebensbedarfs ist das Geld zum Selbstzweck geworden, als ob es die Person reinigt, universalisiert, modernisiert - zum Menschen macht. Dabei hängt Freiheit des Geldes von der Souveränität des Währungshüter und vom kollektiven Wohlergehen der Wirtschaft ab, ist also wenig individuell und gar nicht krisensicher ist - genauer gesagt, die "Freiheit" des Geldes ist "krisensicher", denn die nächste Krise kommt so sicher wie die Delle an der Börse. Deren Auf und Ab ist doch das Prinzip. Damit spielen die Zocker der Hedge-Fonds. Wehe, wer das nicht verstanden hat. Wehe, diese Spekulations-Welt wird aus der Rennbahn geschmissen wird und der klassischen Wirtschaft dadurch der Boden entzogen wird, dass die Kredit - und Zahlungsmechanismen ihre Glaubwürdigkeit verlieren!

Das "geld-liberale" Credo formuliert sich so: "Du musst dich nur um dich selbst und die Deinen kümmern. Alles andere führt zu nichts." - Ach so, und wer betreut dann die allgemeinen Probleme?? Dabei schimpfen dieselben Leute, die einem solche Tips geben, im nächsten Satz über die unfähigen Politiker, die bösen Amerikaner, Europäer, Iraner, Chinesen, Afrikaner, immer noch gerne über die Juden ..., weil es ja so schön ist, einen Sündenbock zu haben.
Eine Zeitlang kann sich die Weltgesellschaft dieses denkfaule geistlose "Laufen lassen" der (politischen) Dinge ja leisten. Aber wenn man zulange damit fortfährt, dann wird man irgendwann von nicht mehr lösbaren Problemen überrascht.

Die modernen Welt will mehr denn jemals in der Geschichte eine Ära, ihre eigene Ära - die Ära, die sie selbst darstellt, bewußt selbst gestalten. Sie ist auf die Individualität und auf die Selbstbestimmung der - genauer jeder einzelnen Person ausgerichtet. Sie baut auf die eigenen Kräfte und nicht mehr auf Gottes Vorsehung oder auf das Schicksal. Anders also ohne diesen Glauben an sich selbst wäre sie ob ihrer Potenzen denn auch in höchstem Maße gefährlich und selbstmörderisch. Aber, wer ist der Träger dieses Glaubens, wer sollte es sein? Dr. Strangelove??

Die Entwicklung zu diesem status quo fing spätestens an, als die kath. Kirche am Ende des Mittelalters den Geist unter Bauchgrimmen freigeben musste. Moderne heisst zuallerst geistige Freiheit, und das mit allem Risiko außer dem Verarmungsrisiko, denn das ist überhaupt nicht modern, sondern entsetzlich altmodisch!! Mit diesen geistigen und daraus folgend praktischen Freiheiten umgehen zu lernen, ohne alles aus dem Ruder laufen zu lassen, das hat die Menschheit noch nicht drauf!! Unsere atavistischen Triebe, vermischt mit den Potenzen der modernen Welt, ergeben ein Gebräu, das absolut angsterregend ist. Es ist der Horror, der alleine im 20. Jahrhundert zu oft Realität geworden ist. Wer diese Gefahr, die sich der Moderne gemäß immer wieder völlig neue Formen sucht, nicht verspürt, der hat sich von seinem Sensorium, von der Warnungsfunktion seiner Gefühle abgeschnitten. Man muss diese Angst wahrnehmen und trotzdem die Zukunft in positivem Geist, mit Mut als etwas Neues, nie Dagewesenes gestalten können. Ich treffe selten Menschen, die es drauf haben, beides zu verbinden: die Wahrnehmung der Angst als Signal der Gefahren und die Begeisterung, ja die berechtigte Euphorie für die Chancen eines gigantischen, niedagewesenen und ständig zunehmenden Schaffenspotentials in dieser unserer Zeit - es ist zum Auswachsen, dass die herrschende Ängstlichkeit und Gesellschaftshörigkeit diese einzigartige Dimension nicht mal richtig zu Bewußtsein kommen läßt.


Alle, die Funktionsträger in einem Rechtsstaat sind oder Künstler oder Wissenschaftler oder Unternehmer, selbst die Frauen, die in einem Beruf arbeiten, der ihnen noch vor einer Generation verschlossen war - begreifen Sie endlich, dass Ihre Modernität nur ein erster, noch unvollkommener Schritt für das Ganze der menschlichen Weltgesellschaft und Weltgeschichte ist. Dass Sie ein tolles Cabriolet fahren und auf irgendeinem schicken Designermöbel sitzen, genügt definitv nicht!!!

Als Picasso und Braque begannen, Gegenstände oder Menschen immer abstrakter darzustellen, bis das Abstrakte und d.h. der Geist selbst zum Sujet der Kunst wurde, streuten Sie Modernität nur über die Oberfläche des Lebens, so wie Puderzucker über einen Kaiserschmarrn gestreut wird. All diese Innovationen, Revolutionen kranken daran, dass ihre Protagonisten zu Eliten gehören oder sich als solche verstehen. Und das Groteskeste ist wohl, dass heute Menschen, die sich teuere Kunst kaufen (können) und diese ins Schlafzimmer stellen, auch noch glauben, sie wären dadurch jemand besonderes. Oder weil sie jemand besonderes sind, kaufen sie zeitgenössische Kunstwerke. Oder weil sie eine im Rahmen der nicht mal neuzeitlichen Institution Kunst geleistete Individuation eines anderen Menschen im Tausch gegen die gängige Verrechnungseinheit erworben haben, glauben sie, sich selbst zu individualisieren. Okay, sie werden dadurch vielleicht eine leadership in der stilistisch gehobensten Klasse der Schnäppchenjäger erringen, aber doch keine wahre Indivdualität! Oh Herr, lass Hirn vom Himmel fallen!

Verstehen Sie mich nicht falsch! Kaufen Sie Kunst, unterstützen Sie Künstler! Kaufen Sie Cabriolets und Designersofas und und und! Sie können nicht viel besseres tun mit Ihrer Kohle, wenn Sie denn soviel haben. (Vielleicht ein wenig spenden, Okay, das auch noch. Andere müssen jeden Cent zusammenkratzen, um ihre Kinder auf eine Schule zu schicken oder gar, um ihnen etwas zum Essen zu kaufen!) Aber geben Sie endlich vor allem anderen Ihrer Emanzipation von der Gesellschaft eine Chance. Geben Sie Ihrem Geist eine konstitutionelle Chance. Lassen Sie die Gesellschaft Gesellschaft sein. Sie werden Ihre Rolle dort schon spielen.

Sie kommen aus der Gesellschaft, ob als geborene oder als sprechende (und denkende) Person, und sie werden wieder zur Gesellschaft zurückkehren, keine Sorge. Aber einmal, ein einziges entscheidendes Mal ist es wichtiger, eine einzigartige Persönlichkeit im unbegrenzten Raum-Zeit-Kontinuum des Kosmos zu werden. Dann ist auch der Tod nicht mehr die Katastrophe, als die er erscheint, wenn man an der Zeit und am Raum klebt. Erst als diese einzigartige Persönlichkeit wird man auch Mensch in einem realen politischen Sinne. Erst Ihr Geist macht Sie zum Menschen, wenn Sie ihn als Ihren eigenen Geist in der Gesellschaft politisch durchgesetzt haben, wenn Sie durchgesetzt haben, dass Ihr Geist zählt - nicht, weil Sie besonders klug sind oder besonders gut an der Börse spekulieren können, nein, sondern weil Sie sich zutrauen, Ihren eigenen Geist für sich zu gebrauchen und dadurch Sie selbst zu werden, für nichts, in nichts, einfach so - Sie selbst und die Gesellschaft prägend.

Erst, wenn das Primat des lebendigen Geistes einer jeden Person, als welches ich die Moderne verstanden wissen will, auch die "normalen" Menschen erreicht hat, erst wenn diese ihr Leben mit Selbstbestimmung und in Selbstachtung gegenüber der Gesellschaft und deren Mächten führen können anstatt sich zum Überleben mehr oder weniger bedingungslos den jeweiligen Ansagern, welche das auch immer sind, unterzuordnen, erst wenn die Kultur der Neuzeit über die Kollektivmächte Kapitalismus und Technologie hinausgehend quasi eine "zweite Raketenstufe" zünden wird, die als konkrete Ermöglichung dessen, was das Leben erfordert, alle Menschen direkt und aktiv einbindet, erst dann wird die Welt und die Gesellschaft grundsätzlich individualisiert sein, erst dann kann man davon sprechen, dass die Menschheit nicht mehr nur als Möglichkeit, sondern als Realität zu existieren beginnt, wenn diese Realität auch jede bekannte verfasste Gesellschaftsstruktur überschreitet, ja überschreiten muss.
Die Vertikale des unendlichen Geistes, die sich in jeder menschlichen Person realisiert, wenn man sie läßt, nicht im Gewinn irgendeiner Denksportdisziplin, sondern allein in der inneren Bewußtheit dieser Unendlichkeit, ergibt erst die Chance, eine die gesamte Menschheit umfassende gesellschaftliche Horizontale zuzulassen, weil nur dann die Gefahr jeglicher totalitären Kollketivstruktur gebannt ist.

Alle, die heute Macht in einem modernen Sinn haben, d.h. die verantwortlich in modernen rechtstaatlichen Institutionen tätig sind, sei es in der Wirtschaft, im Finanzwesen, in der Politik und in der Gesellschaft - letztendlich gilt es aber für jede Art Machthaber bis hin zum Sultan von Brunei, d.h. zu allen Herrschern totalitärer Organisation und Staaten -, wer Sie auch sind und wie alt Ihre Tradition auch ist -, fangen Sie endlich an, Ihre Macht nicht mehr nur von der Herrschaft über und von der Verantwortung für eine Gruppe von Menschen oder für eine gesellschaftliche Struktur her zu definieren, sondern auch von der Verantwortung für das Ganze, für die ganze Welt. Sie und Ihresgleichen werden die überbordende Kraft der Moderne alleine nicht bewältigen! Keine Elite kann das mehr, sei sie modern dynamisch, bürokratisch funktional oder traditionell totalitär orientiert. Schliessen Sie Ihre Person individuell ab, werden Sie etwas Ganzes unabhängig von der Gesellschaft, unabhängig von ihrer (Macht-)Position in der Gesellschaft, auch wenn das bedeutet, dass Sie mit ihren Aggressionen und Anwandlungen mehr und mehr selbst fertig werden müssen, d.h., ohne Feindbilder zu pflegen, ohne jemand anderes "in die Pfanne zu hauen", ohne die Trostpflaster des Reichtums und des Herrschens zu nutzen! Zeigen Sie den von Ihnen Abhängigen oder Ihnen Untergebenen, dass Sie von Ihrer sozialen Rolle und Bedeutung persönlich nicht mehr abhängig sind. Mit einem Wort, werden auch Sie frei.

Die Gesellschaft kann Ihnen diese zusätzliche Autarkie Ihrer Triebe nicht vermitteln. Ihre Position in der Gesellschaft kann Ihnen die Autarkie nicht ersetzen, denn Sie werden nie "Gottkönig" sein, der keinerlei Verzicht und Zurückhaltung leisten muss, wieviel Macht so auch haben! An diesem Punkt sind Sie ganz auf sich alleine gestellt, an diesem Punkt sind wir alle ganz auf uns alleine gestellt!

Wir brauchen in der modernen globalen Welt und Politik dringend wieder einen Träger der Souveränität. Aber diesmal nicht mehr auf Kosten anderer, auf Kosten von Untertanen oder Sündenböcken. Unter dem Zeichen der Atombombe kann man keine Kriege mehr führen. Der lebensnotwendige globale Friede muss auf der substantiellen eingeübten Friedenspraxis des einzelnen Menschen ruhen, ansonsten gibt es ihn nicht, wird es ihn nicht geben. Natürlich bedeutet das auch, dass sich niemand mehr in der Masse versteckt. Auch die Unterprivilegierten werden ihre Verantwortung für das Ganze lernen müssen und damit nicht mehr unterprivilegiert sein können.

Das (Rousseausche) "Volk" jedenfalls kann nicht Träger der Souveränität sein - konnte es noch nie wirklich sein, weil niemand genau weiss, wer oder was dieses Volk ist. "Volkssouveränität" war nur eine Hilfskonstruktion, um die alten Kaiser, Könige, Päpste, Kleriker und andere Eliten loszuwerden und solange man keinen wirklichen Ersatz für sie hatte und hat. Heute weiss man das und da es immer noch keine personale Instanz der Souveränität gibt, soll jetzt die "unsichtbare Hand" des Marktes Träger der Souveränität - auch wieder ein untauglicher Versuch.

Früher, vor der Existenz des Rechtsstaats war alles "Mafia", d.h. jeder Mächtige war bereit, für seinen Machterhalt andere Menschen zu töten oder töten zu lassen. Luther z.B. hätte nicht dauerhaft überlebt ohne die Protektion der einen Fürsten vor den anderen Fürsten und Kirchenfürsten. Diese klassische "Souveränität" der Gewalt, die seit der Sesshaftigkeit den ungeregelten (instinktlosen) Aggressionstrieb des Menschen zügeln sollte, haben wir in Teilen der Welt mittels der Zivilisation des Rechts und der Individualität (jeder ist gleich vor dem Recht) zu überwinden versucht. Dieser erste Schritt ist noch unvollständig und noch nicht für die ganze Welt vollzogen.

Der Weg der individuellen Zivilisation muss bis zu Ende gegangen werden. Denn als zukünftige lebendige Träger der Souveränität bleiben aus logischen und anthropologischen Gründen und als Konsequenz der geschichtlichen Entwicklung nur die einzelnen erwachsenen Personen. Um sich Souveränität zu erwerben, sind Sie, sind wir zuerst alle essentiell ein jeder auf sich selbst verwiesen und dann auf eine - auf unsere(!) moderne Welt, die sich erneut selbst aufklärt und dem Einzelnen diesen Weg zur Souveränität zugesteht und ermöglicht.



Wir sind heute in dem wichtigsten anstehenden Schritt unserer im Entstehen begriffenen Weltzivilisation jeder absolut vereinzelt und auf sich gestellt. Nur durch diese "persönlichen Tür" zu einer alles umgreifenden Lebendigkeit kann die Weltzivilisation einen Ausweg aus dem Prokrustes-Bett der Zahl(!) finden, die mittels Kapitalismus und Technologie die Welt ordnen soll, aber wegen ihrer Kälte und "Lebensferne" nicht kann! Nur wenn der einzelne Mensch als Einzelner sich der neuzeitlichen Zivilisation aus Geld, Theorie und Mathematik bemächtigt, findet unsere Zeit zu der Beweglichkeit, die sie braucht, um ihre Potentiale auszuschöpfen. Das klassische Mittel der Geschichtsdynamisierung in verfahrener Situation, der Krieg, ist, man kann es nicht oft genug wiederholen, eben durch die Erfolge der Ökonomie und Technologie ausgeschlossen.
Gerade diejenigen, die über Macht und Ressourcen verfügen, stehen in der Verantwortung, die Macht und die Ressourcen zu individualisieren. Aber die machtpolitische Vereinzelung ist primär ein geistig-kultureller Akt, der gerade auch die Herrschaft der Bürokratie oder der Funktionäre in bescheidene Dienstleistungen überführt. Die Ermächtigung des Menschen als einzelner Person ist ein gewaltiger Akt, der die gesamte menschliche Geschichte seit Beginn der Seßhaftigkeit sinnvoll abschließt, indem er die territoriale (= militärisch-materielle) Verbindung in eine geistige überführt und auf diese Weise die gefährliche Bündelung der Destruktionskräfte aufhebt.


Für diese neue Wirklichkeit haben sich die Potentaten, die modernen wie die traditionellen, die kleinen wie die großen, selbst zu entmachten und zurückzuziehen auf die elementare Funktion der Aufrechterhaltung des Friedens und der Ordnung als Ausgangsbasis der neuen individuellen Welt.



Das macht ja meinen STRING-Blues aus, dass ich weiss, dass die Potentaten nicht einfach freiwillig ihre Macht übergeben, sondern von einer kulturellen Macht überwältigt werden müssen, die es so noch nie gab!
Nicht den König umbringen und sich Napoleon oder Stalin dafür einhandeln, sondern die Revolution auch politisch formal als revolutionär = innovativ konzipieren und zum Erfolg führen, das ist die Hürde, ohne der Überwindung keine Zukunft vorstellbar ist.!
Wie kann man an so etwas glauben? Sie, meine Mitmenschen machen es mir jedenfalls nicht leicht, daran zu glauben und darauf zuzuarbeiten, da Sie doch vom Reichen bis zum Armen, vom Handwerker bis zum Bücherwurm zu oft geistig sture Adepten des Pessimismus bei gleichzeitiger angstbesetzter Wohlstandversorgung sind - eine Einstellung, von der ich selbstverständlich auch nicht frei bin, woher auch.
Der Philosoph Jean-François Lyotard hat die Menschen in zwei Gruppen unterteilt. Die einen sind durch ihre Lebensumstände dazu gezwungen, ihre ganze Kraft zum Erwerb des Lebensunterhalts zu investieren. Die andere Gruppe hat Ressourcen übrig und ist deshalb in höchstem Maße verpflichtet, gegen die "schlechte Komplexität" der Weltgesellschaft, wie er das nannte, zu kämpfen.
"Sich am eigenen Schopf aus dem Sumpf ziehen", das ist die schlagende Metapher für diese neue Revolution der politischen Individualität, die in Geist und Seele beginnt und die Schritt für Schritt den "realpolitischen" Materialismus (= Zukunft reduziert auf den Krieg um die Rohstoffe!), der nichts anderes als ein unzeitgemäßer Kollektivismus - die falsche Komplexität - ist, auf den Müllhaufen der Geschichte befördern soll.




Traditionell unterdrücken die Potentaten alle Freiheit mit den ihre Pfründe sichernden Argumenten (besser "alten Zöpfen"): "Man braucht sie und ihre harte Hand ja doch! Denn alleine schaffen es die Menschen nicht! Denn die Menschen sind zur Freiheit ja nicht geschaffen, weil sie dumm und gewalttätig sind!" - und dergleichen entmündigendes Geschwätz. (Kürzlich las ich, dass ausgerechnet der einzige Pfarrer in Sizilien, der ein funktionierendes Nachbarschaftshilfswerk gegründet und betrieben hat, in dem auch junge Leute Ausbildung bekamen und Jobs, ermordet wurde.)

Aber, die Menschen müssen sich ihre Souveränität nehmen, damit die Potentaten keine Argumente mehr haben. Potentaten sind unendlich geschickt, sich die Gefolgschaft vieler durch jene Mischung aus Zwang und Gewalt, Drohung und Bestechung zu sichern, die die Weltgeschichte allzuoft dominiert hat. Doch entstand auf diese Weise nie ein stabiler politischer Zustand und irgendwann schlitterten die Gesellschaften immer wieder die abschüssige Bahn zum Krieg hinab, ohne den eine haltbare Ordnung in einer ständig wachsenden Welt nicht zu haben war.

Sie glauben nicht an die Fähigkeit zur Selbstbestimmung? Sie können nicht daran glauben, dass sich der klassische Lauf der Geschichte ändern läßt?

Weil Sie nicht über die Alternativen nachdenken. Weil Sie den bequemen Weg des Fatalismus und des Pessimismus gehen. Weil Sie dem wohlfeilen Glauben frönen: Es wird schon irgendwie gut gehen, auch wenn ich nichts dafür tue. Ich kann ja eh nichts tun.

Natürlich geschieht diese geschichtlich einzigartige, niedagewesene Revolution zum politisch-gesellschaftlichen Primat der Individualität nur im Rahmen eines kreativen Umbauprozesses, der die materiellen Notwendigkeiten und die gesellschaftlichen Institutionen für eine gelingenden Persönlichkeitsentwicklung (Familie, Öffentlichkeit, Schule, Sicherheit etc.) in eines jeden individuelle Erreichbarkeit bringt, auf dass er sie sich erarbeiten kann. Dazu gilt es sicherlich, die Sphäre der Ökonomie aus diesen Megaschemas Nationalstaat, Weltwirtschaft, globale Finanzmärkte herauszulösen und unter Ausnutzung der ungebremsten zivilisatorischen Innovationskraft von der einzelnen Person an jedem Ort der Welt her neu zu denken und zu konkretisieren. Es geht um einen langsamen Übergangsprozess, der unser menschliches Leben aus den System- und Sachzwängen herausholt und zugleich intelligente neue Verfahrensweisen und Mittel entwickelt und integriert. Der Übergangsprozess wird deshalb nur langsam vonstatten gehen können, weil die Menschheit eine niedagewesene Zahl an Menschen verkraften muss und weil durch den Wohlstand und das Fehlen großer humanogener Geschichtskatastrophen (vorausgesetzt, die Klimakatastrophe bleibt beherrschbar) eine ganz neue Bevölkerungsentwicklung mit immer mehr alten Menschen stattfinden wird. Darin steckt aber auch eine große Chance, weil die Älteren durch ihre Besonnenheit und Erfahrung gut geeignet scheinen, eine große Krise gewaltlos zu bewältigen.


Können die sog. "Kleinen Leute" diesen Schritt zur individuellen Souveränität vielleicht schneller und leichter verstehen und vollziehen als die "well-connected", also die sog. "höheren Schichten", weil erstere daran gewöhnt sind, sich eher alleine und vereinzelt durchzukäpfen?
Aber sie müssen sich vom Wohlfahrts-Staat emanzipieren, behaupten die "geld-liberalen" Reichen.
Ein ärmliches Argument im Zeitalter der Produktivitätssteigerung. Denn Armut ist keine Emanzipation. Und wenn keine Stände mehr, wie im Mittelalter und keine staatliche Wohlfahrt die Menschen in Schwierigkeiten unterstützt, dann eben eine andere neue Form der sozialen Solidarität. Die muss aber offensichtlich erst noch geschaffen werden.
Der wohlfeile Vorgriff auf die nachwohlfahrtsstaatliche Zukunft im Rahmen der Globalisierung soll die einfachen Leute tatsächlich wieder "nach unten" drücken, wo sie in den ärmeren Regionen der Welt schon sind, und soll davon ablenken, dass die Reichen sich oft weniger leicht individualisieren können als einfache Leute, weil sie dazu ihren sozialen Status, ihre Herausgehobenheit und die damit verbundenen Privilegien relativieren und in Frage stellen mŸssten. Sie haben also scheinbar etwas zu verlieren und versuchen das zu verhindern, indem sie wieder eine Gesellschaft mit deutlichen und großen Unterschieden propagieren, auf deren Oberfläche sie dann wie die Fettaugen auf der Suppe schwimmen können. Dass sie dabei zu materialistisch denken und durch ihren Egoismus auch den materiellen Fortschritt verhindern (man denke nur an die Öl-Lobby) und sich und ihren Nachfahren dadurch selbst etwas vorenthalten, das müssen viele anscheindend erst noch begreifen.


Wie dem auch sei - für viele Probleme gibt es sicher keine simple Lösung -, jedenfalls können wir bei unserem heutigen zivilisatorischen Stand erst nach dem Durchgang durch eine Art individuelle Initiation zur politischen Persönlichkeit wieder "Gesellschaftslebewesen" (zoon politicon) sein oder werden und wieder alle klassischen sozialen Rollen übernehmen, weil wir dann nie mehr auf einen Teil eines kollektivistischen Ganzen reduziert werden, sei dieses Ganze nun totalitär, national, ökonomisch, religiös oder biologisch oder sonstwie definiert und etabliert.
Dazu fällt mir ein: Sind Hindus oder Moslems oder Buddhisten oder Christen oder Juden oder Nationalisten oder ... eigentlich in ihrem eigenen Verständnis Menschen? Und wenn ja, was zuerst, Hindus oder Menschen, Moslems oder Menschen, Buddhisten oder Menschen, ... ?

Wir müssen uns diese politische Individualität gegenseitig zugestehen und sie von uns gegenseitig fordern, weil es sonst gar keine Souveränität mehr gibt und wir von Systemzwängen alter und neuer Provenienz zermalmt werden. Die vielen alten und neuen gesellschaftlichen Machtansammlungen, die im Windschatten dieser Systemzwänge ihr Süppchen kochen und durch ihren dummen hartleibigen Egoismus den Potentialen unserer Ultrahochzivilisation sicher nicht gerecht werden, können leicht zu Totengräbern der Zukunft werden.

Dagegen muss man den Glauben an sich selbst setzen. Das Geheimnis dieses Glaubens ist in uns, in unserem Geist und in unserer Seele, nicht in einem Heiligtum oder in den Händen von Gurus, Fachleuten oder Machtmenschen! Kollektive Macht macht auch deren mächtigste Träger zu ihrem Sklaven und hält die Welt in Unfreiheit und Aberglaube. Wie sagte ein ehemaliger Topmanager, der bestochen werden sollte, um die gefäschte Bilanz eines Konzerns zu unterschreiben: "Hätte ich die Millione Euro bat (bar auf die Tatze) angenommen, wäre ich nie wieder frei gewesen!"
Träger von wirklicher Souveränität kann nur die individuelle Persönlichkeit als solche(!)sein, sobald sie sich ausdrücklich politisch definiert und institutionalisiert und indem sie sich als einzigartiges Geisteswesen selbst erkennt, universalisiert und etabliert.

Die einzige Kollektivinstitution, die dafür in Anspruch genommen werden darf und muss, ist die Sprache!!


Ist es nötig, zu betonen, dass man sich auf diesem persönlichen initiatorischen Weg in die "Einsamkeit" einer sich konstituierenden, oder soll man sagen, sich gebärenden Individualität und wieder zurück zur Gesellschaft seiner guten wie schlechten inneren Triebe, also auch seinem Gewaltpotential, seinem Hass, seiner missglückten Erziehung etc. zu stellen hat und sie in eigene Verantwortung und eigene Disziplinierung zu nehmen hat. Das wird vermutlich manchen einfacheren Menschen, die nicht in den Genuß von viel Bildung gekommen sind, schwerer ankommen, weil sie dazu neigen, andere für die eigenen Probleme und Nachteile verantwortlich zu machen und Sündenböcke aufzubauen. Ihnen den Vorteil der Würde und Achtung plausibel zu machen, die man sich selbst und anderen zuspricht und im gegenseitigen Umgang verwirklicht, ist das Ziel, das allerdings umso schwerer zu erreichen ist, je ärmer die Leute sind, je mehr sie zu Hass oder Gleichgültigkeit erzogen wurden und je materialistischer, statusfixierter, korrupter und entwurzelter die Gesellschaft um sie herum ist.

Die anderen Menschen immer weniger auf der Basis der eigenen Triebabhänigkeiten und deren Triebabhänigkeiten auszunützen, bedeutet ja nicht, dass man mit seinen Trieben alleine bleiben sollte, sondern nur, dass man sie zwar mit anderen, aber nicht vorrangig auf Kosten von anderen auslebt. So hart das klingt: Besser die eigenen Gliedmaßen "verstümmeln", als mit ihnen jemand anderes zu"verstümmeln"! Das würde sicher nichtjeder unterschreiben!

Diese "Gliedmaßen" können die eigenen Hände genauso sein wie der eigene Geist. Das Maß der Unterscheidung zu lernen und den Mut und die Kraft zur Selbstbeschränkung aufzubringen - auch im Sinne der Zivilcourage, sich für andere einzusetzen -, das sind die wichtigsten Tugenden der neuen Zeit! Daher auch der Begriff einer "modernen Initiation", welche die existentielle Selbstaufnahme in die Welt des Geistes bedeutet und welche ich mir selbst und den heutigen Menschen aufgebe - besser, die der Geist der Atombombe uns heutigen Menschen aufgibt. Denn Initiationen hatten schon bei den sog. traditionellen Völkern oft die Aufgabe gehabt, das aggressive, "böse" Potential der heranwachsenden Frauen und Männer zu bändigen und für die restlichen Mitglieder der Gesellschaft akzeptabel, ja sogar nützlich werden zu lassen.

Dass der moderne Mensch, dessen Kultur oder besser Zivilisation sich immer mehr über die Erde ausbreitet, bisher auf eine allgemeingültige Initiation, auf seine Form einer dann modernen Initiation verzichtet, hat seine historische Fatalität in den Exzessen des 20. Jahrhunderts schon bewiesen. Ist der Friedenszustand erst aufgehoben, dann bringen selbst gestandene Polizisten Frauen und kleine Kinder um, weil diese angeblich zu einer anderen "Rasse" gehören oder angeblich "Untermenschen" sind.
Wenn der Mensch auf dem Weg vom Naturwesen zum Geisteswesen auf halbem Wege stehen bleibt - wie z.B. im Nationalsozialismus, dann wird er ein potentielles und immer wieder ein reales Monster. Aber den Geist vollständig und vollverantwortlich in sein Leben zu "inkarnieren" (in sein "Fleisch" aufnehmen), geht heute in der aufgeklärten Welt alleine im Rahmen einer individuellen Initiation. Wie eh und je schließt eine Initiation das volle persönlichen Risiko ein. In der Moderne ist es die Unendlichkeit oder Ewigkeit des Geistes, die den Tod der Kreatur in sich trägt. Der Geist ist dem Menschen ein Abgrund. Nur wer sich diesem Abgrund aussetzt und diese Prüfung überlebt, kann das Monster, den Tier/Gott-Zwitter in sich bändigen! Die Moderne wird es sich auf Dauer nicht leisten können, auf die Initiation, die eine Selbstverständlichkeit im Leben der traditionellen Kulturen war, in einer ihr gemäße und d.h. individuelle Form zu verzichten.


Erarbeiten Sie sich endlich ein angemessenes Menschenbild! Überlassen Sie den Intellekt nicht den Intellektuellen! Begreifen Sie Freiheit endlich als das, was sie ist, als geistige Freiheit und als ein gefährliches Wagnis für Ihre persönliche Seele und Ihren persönlichen Körper! Ohne Geist keine Freiheit. Der reine Utilitarismus und eine Einstellung, die die Potenz, Geld zu verdienen, als Selbstzweck, als Maß der Modernität, als Kompensation oder als Deckmantel der eigenen Friedlosigkeit, als Mittel im Kampf auf der Hühnerleiter missbraucht, wird der geistigen Freiheit nicht gerecht, weil diese in letzter Konsequenz absolut, grenzenlos und vor allem bodenlos und d.h. a-sozial(!) im strukturellen Sinne ist. Anders gesagt, die Menschen werden ihre materiellen wie gesellschaftlichen Potenzen, Strukturen und Verfahren erst dann souverän zum Vorteil aller gestalten, wenn sie die Welt der Wirtschaft und der Gesellschaftlichkeit insgesamt nicht mehr für Pseudo-Initiationen, als Mittel der "Triebabfuhr" und als Schlachtfelder immer neuer "Kalter Kriege" missbrauchen. Sozial sein heisst, individuell, persönlich und souverän sein, heisst, den "Zweiten Tod" bewältigt zu haben, heisst, durch die Loslösung aus der "Maschinerie" Gesellschaft, in der auch der selbst Kapitän, selbst der Vorstandsvorsitzende der größten Konzerns oder der milliardenschwere Investor Funktions-Rädchen sind, einen offenen und unvoreingenommenen Zugang zu jedem Menschen finden zu können!


Freiheit heisst nicht saufen und "schnackseln" ohne Ende oder nur noch Freizeit und Urlaub. Freiheit heisst nicht, jede erdenkliche Abartigkeit zu begehen, jedem noch so abstrusen Kult nachzueifern, um sich vom "gemeinen Volk" abzusetzen, wie die Gnostiker der Antike. Freiheit heisst nicht, der herrschenden Ordnung Schnippchen zu Schlagen auf Kosten anderer. Freiheit heisst auch nicht, staatliche oder börokratische Macht auszunutzen.

Freiheit kann Boden nur in Ihnen und Ihrer Selbstverpflichtung und Ihrer sozialen Verpflichtung finden. Wenn Ihnen das nicht gelingt, dann werden sie Ihre Freiheit nie gewinnen oder sie wieder verlieren. Das Geld ist wie die Sprache nur als Medium funktionabel. An sich ist beides nichts! Klammert man sich an das Geld oder an das ideologische Dogma, dann arbeitet man am Untergang, dem eigenen wie dem der anderen, die davon betroffen sind, letztlich der ganzen Welt. Geld ist aber im Gegensatz zur Sprache auf konkrete Kollektivität beschränkt, weil es direkt von einer konkreten gesellschaftlichen Macht, einer Elite abhängt, die seinen Wert und seine Stabilität garantiert (solange sie das schafft!). Der Geist (in) der Sprache hingegen überschreitet jede Ideologie, die ihn begrenzen soll, und jedes Kollektiv, das eine bestimmte Ideologie zu seiner eigenen Konstitution benutzt.

Der Geist nimmt keine Rücksicht auf Sie und auf alle anderen. Gegenüber dem Geist sind Sie ebenso belanglos, beliebig, wie alle anderen. Geist ist pure Kontingenz für Sie als "Kreatur". Vergessen Sie Ihre soziale Stellung, vergessen Sie Ihre Macht über andere, vergessen Sie Ihre speziellen hochgeistigen Fähigkeiten. Soziale Macht kann als Medium für Ihr Ego nur mehr zerstörerisch wirken, nicht weil es die Mitmenschen benutzt und missbraucht, sondern weil diese egozentrische Macht auf unaufgekärte Weise tolpatschig durch den Porzellanladen unserer hyperpotenten globalen kapitalistischen Technologie-Hochkultur trampelt! Nur in der persönlichen Unabhängigkeit von der Macht und in einer Kultur der real (also auch materiell) existierenden individuellen Selbstbestimmung des Menschen, also jedes Menschen wird Macht zur modernen Institution und für die Welt und die Menschen sinnvoll und nützlich.


Der schlimmste (und verbreitetste) Aberglaube ist der Glaube, man wäre etwas Besseres als andere Menschen. Denn er fesselt Sie an die Gesellschaft. Vermutlich gehen Sie davon aus, dass dieser Glaube Ihnen einen Vorteil in der Gesellschaft verschafft. Vermutlich haben Ihre Eltern oder Erzieher Ihnen diesen Glauben schon frŸh vermittelt. In den stratifizierten (geschichteten) Gesellschaften der Vergangenheit bis in Gegenwart und Zukunft scheint dieser Glaube als "Standortvorteil" im Kampf um die Ressourcen des Lebens zu gelten. Aber er verschafft Ihnen keine Freiheit. Vielleicht sagen Sie, was soll ich mit dieser sog. Freiheit von der Gesellschaft, wenn ich reich bin und angesehen und vieles machen kann, was andere nicht machen können. Dem läßt sich argumentativ schwer widersprechen, höchstens mit der Instabilität und einem möglichen Verfall der materiellen Werte.
Tatsächlich kann nur durch den freiwilligen Blick auf das Ganze der Geschichte und Welt, nur in freiwilliger Übernahme einer Verantwortung für die ganze Menschheit und die ganze Welt eine Motivation entstehen, sich zumindest einmal als einzigartige Person, als absolute, als im gesellschaftlichen und im kosmischen Sinne losgelöste Person zu definieren und wahrzunehmen. Dieses eine Mal kann Sie als Gesellschaftswesen verändern, weil Sie feststellen, dass die Kollektivität nur ein Bestandteil des Daseins ist, dazu noch ein Bestandteil, der immer relativ sein wird. Denn Absolutheit und Relativität sind keine Kategorien der materiellen Bedingungen oder der zeitlichen Dauer, ohne die es keine reale Kollektivität geben kann. Nur im Aufschwung zur geistigen Eigenständigkeit können Sie diese Kategorien erfassen und sich in Ihnen definieren, jenseits und diesseits materieller und zeitlicher Bedingtheiten - auf dem Weg zum Gestalter dieser Bedingtheiten, zum Gestalter der unendlichen Dynamiken dieser Bedingtheiten, denen wir selbstredend immer eingebunden bleiben werden.

Wenn Sie das Glück hatten, sich auf diese Art selbst als einzigartige Person zu erkennen und zu etablieren, und deshalb konstruktiv für die Zukunft der Welt und für eine freie Gemeinschaft der Menschheit wirken wollen, dann können Sie das nur als "Funktionsträger" für die ganze Menschheit. Was Sie oder ich oder sonst wer privat oder gesellschaftlich sind oder machen, interessiert den Geist nicht, interessiert niemand außerhalb Ihrer Nahumgebung. Daran ändern all die Leute nichts, die von Ihnen abhängig sind oder die und sei es von der Ferne zu Ihnen und Ihrer eventuellen Prominenz aufschauen oder eben nicht aufschauen, weil sie völlig unbekannt sind und bleiben. Nur was Sie selbst geistig aus dem "Nichts" geschaffen haben, hat Bestand vor der "Ewigkeit" und der KONTINGENZ. Das muss kein Roman sein, ein winziger eigener "Fußabdruck" unabhängig von ihrer Herkunft und von der Gesellschaft, in der sie leben, genügt, um in der Welt des Geistes präsent zu sein - genügt, Sie zum Menschen zu machen. Auf dem Weg über Ihre konkrete Gesellschaftzugehörigkeit können Sie kein Mensch werden, da alle konkret verfassten Gesellschaften und Kollektive immer nur partikular sein können. Die Menschheit wiederum kann keine kollektiv verfasste konkrete Entität werden, da die Mittel zum Erreichen der nötigen konkreten gesellschaftlichen Kohärenz zu groß und zu mächtig sein müssten, um anwendbar zu sein.

Die Ankunft in der Welt des Geistes ist nicht am Unterschied zu anderen Mitgliedern der Gesellschaft, zu anderen Personen festzustellen. Das hieße ja, sich wieder einem von anderen definierten Maßstab anzugleichen, zu unterwerfen. So prekär und problematisch dieses Kriterium Ungesellschaftlichkeit ist - aber Freiheit ist doch ein Maßstab, oder? -, nur sie selbst für sich können feststellen, ob sie am Ursprung Ihrer Originalität angekommen sind und sich dadurch als individuelle Persönlichkeit etablieren. Ihre Mitmenschen können das nur indirekt wahrnehmen, weil der Maßstab der Freiheit nicht direkt und konkret zu definieren ist.

Entweder wir lernen, den Geist zu beherrschen, so wie wir ein Fahrrad beherrschen können, indem wir uns und unseren Mitmenschen die Freiheit zubilligen und ermöglichen, was sehr wohl ein gesellschaftlicher Prozess ist, allerdings einer, der über die Gesellschaft hinausführt. Oder wir sterben unnatürlich (d.h. durch Menschenhand, direkt oder indirekt), d.h., der Geist beherrscht uns. Um den Geist zu beherrschen, sind Sie wie wir alle auf die Selbstbestimmung des Geistwesens "Mensch" angewiesen. Denn dieses Geisteswesen gibt es nur als Individuum, als individuelle Persönlichkeit, deren Paradigma der monotheistische "Gott" der Thora (Koran, Bibel, ...) ist, nicht in irgendeinem Übermachtsbild, sondern als geistige Person. Wir werden unsere heutige, von uns selbst nicht mehr begreifbare Macht zu gestalten oder zu zerstören - auch für diese geistige(!) Macht ist die einzige treffende Metapher "Gott" - nur bewältigen, wenn wir uns von jeder kollektiven Macht, von jeder gesellschaftlichen Gewalt, selbst von der inneren (zwangsläufigen) Verbundenheit mit Mitmenschen in Gefühlen und in allen anderen Kategorien unseres Lebens zumindest einmal im Leben radikal emanzipieren, abschneiden, absolutieren und den Geist, unseren Geist entdecken, d.h. radikal individualisieren und entideologisieren.


Eines ist schon vor Jahrzehnten anlässlich des "Kalten Krieges" unmissverständlich klar geworden. Eliten, welche auch immer, können dieses Problem der drohenden menschheitlichen Selbst- und Weltvernichtung nicht mehr aus der Welt schaffen, denn die Waffen und die Fähigkeit, diese immer besser herzustellen, werden bleiben. Nur die radikale Entkollektivierung der Weltgesellschaft und des einzelnen Menschen, die radikale faktische Relativierung aller gesellschaftlichen Macht kann diese "Büchse der Pandora" wenigstens einfrieden, so dass die Selbstvernichtung oder der Zivilisationsbruch durch einen nuklearen Weltkrieg nicht mehr unmittelbar droht.

Das hat absolut nichts mit Idealismus oder Blauäugigkeit zu tun. Politisch links oder rechts gibt es hier schon längst nicht mehr! Und das zivilisatorische Potential ist ebenfalls längst da, um allen über kurz oder lang einen Weg zu einer auskömmlichen Existenz zu eröffnen, wenn wir endlich die menschliche Gewalt und den Missbrauch des Geistes und der Emotionen (Ängste) gebändigt haben.

Es wird verdammt nochmal Zeit, das zu packen und es wird schwer genug!! Die langfristigen Alternativen heißen immer nur totalitärer Zwang und grenzenlose Zerstörung.
Aber aus den negativen Gründen, aus Angst und in zwanghaftem Schutzreflex vor diesen Bedrohungen können wir die Hürde nicht überspringen - in eine friedliche, weil freie Welt. Wir müssen in uns selbst den Grund für eine positive Zukunft finden. Und diesmal heisst "in uns" in jedem von uns, in den einzelnen Personen als einzelne Personen, in allen einzelnen Personen!


Realismus!?

Dieses Gerede hier bringt doch nix! Mit diesen unverständlichen Phrasen hier kann man die Welt doch nicht ändern!

Jetzt, wo Sie schon so weit gelesen haben, können Sie auch beginnen, Ihr Leben zu reflektieren, auch wenn das weder Geld, noch Wohlbefinden, noch Sozialprestige und Reputation bringt. Es soll dabei nur um Ihren Platz in der losgelösten Welt des Geistes gehen, den Sie sich ganz alleine erwerben müssen. Sie werden damit auch alleine bleiben, weil das die anderen Menschen direkt gar nichts angeht, gar nichts angehen kann. Natürlich können Ihnen nahestehenden Menschen solch eine Schritt nachempfinden. Aber das ändert nicht die einmal erreichte Einsamkeit. Muss es auch nicht. Sei hindert Sie nicht an der Gemeinschaft mit Ihren Mitmenschen.

Politisch kommt es definitiv auf Sie an. Die anderen werden höchstens indirekt davon profitieren, wenn Sie sich durch diese Initiation in die Welt des Geistes verändern werden.

Verändern? Wie soll ich mich bitte verändern?

Wenn es für mich klar ist, dass es auf mich ankommt, auf meine Individualität, meine Individualität auch und gerade als politische Institution, dann wird das mich und die Welt verändern. Denn dann weiss ich ja, dass das für die anderen Menschen genauso gilt. Dann kann ich nicht mehr unvoreingenommen, naiv, ohne Fatalitätsbewußtsein andere Schicksale zur Bewältigung meiner seelischen und/oder materiellen Existenz instrumentalisieren. Dann weiß ich, dass ich mich auf kein gesellschaftliches System, und sei es noch so groß und weltumspannend und sei meine Rolle darin noch so bedeutend und glänzend, verlassen kann. Natürlich brauche ich einen Glauben daran, dass diese Wendung weg vom Kollektiv, das mich schützt vor einem anderen Kollektiv, dem Feind in der klassischen politischen Welt, hin zur politischen Individualität, mich nicht alleine trifft, sondern ein geschichtlicher Prozess ist, der in Frieden und Freiheit abläuft. Nur, welchen Glauben wenn nicht diesen kann man heute noch haben?

Aufgrund der (individuellen und politischen) "modernen Initiation" in den Geist kann ich mich von meinen natürlichen und sozialen Herk&uum;nften und Eingebundenheiten (Familie, Stamm, Nation, Religion, Organisation, ... ) emanzipieren. Ich verlasse diese deshalb nicht!! Das ist faktisch weder möglich und nötig. Aber ich gewinne eine innere und äussere Eigenständigkeit gegenüber all diesen Mächten und Bevormundungen. Diese innere Eigenständigkeit befähigt mich überhaupt erst, ein veritables Mitglied der Menschheit, der Weltgesellschaft zu werden und diese in ihrer politischen Existenz jenseits aller verfassten Kollektivität mitzutragen.


Emanzipation wird, wenn sie zur allgemein anerkannten Verpflichtung von uns Menschenwesen wird, Anlass und unhintergehbare Kraft sein, die materiellen und sozialen Bedingungen des Lebens kreativ und der Tatsache gegenüber, dass wir Einzelne sind, angemessen zu verändern. Wir werden diese Bedingungen verändern, weil wir dafür sorgen, dass Modernität nicht nur eine technische oder künstlerische oder lifestyle-Kategorie bleibt, sondern zu allerst eine gesellschaftliche und eine individuelle Kategorie sein wird, die jede(!), jeden(!) angeht. Politische Individualität ist die Kategorie, die einzig die Menschheit als Gemeinschaft zur Existenz bringen kann und die vielleicht - vielleicht ermöglicht, den Angriff des Geistes auf unser kreatürliches Leben in etwas Gutes zu verwandeln. Sicherheit kann es dafür nicht geben, denn dazu gehört auch, das Krebsgeschwür der Gewalt zu besiegen, das die Gesellschaft bei Fehlen guter lebendiger politischer Ordnung regelmäßig befällt.

Jenes Ma§ individueller Emanzipation und der Mut dazu ist der dringend benötigte Leitstern, um den Weg durch eine Zukunft gestaltend zu manövrieren, in der nichts mehr so bleiben kann, wie es war. Wir leben schon seit Generationen mitten drin in dieser Zukunft und haben uns immer noch nicht wirklich auf sie eingestellt!


Zwar erhebe ich hier und anderswo sehr wohl den Anspruch, mit diesen meinen Meinungen ernstgenommen zu werden, die Reflexionen zu befeuern und meine Leser oder Gesprächspartner zu einem notwendigen, womöglich schmerzhaften Blick auf sie selbst zu animieren. Trotzdem weiss ich genau, dass diese Zeilen nur Meinungsäßerungen, meine Meinungsäßerungen sind. Jeder hat seine Perspektive und nimmt von da aus gesehen nicht zuletzt die Beschränkungen des anderen wahr. Aber es gibt keine Gottesperspektive. Jeder ist in vielerlei Hinsicht beschränkt. Worauf es hier ankommt, ist nicht diese Sphäre der mannigfaltigen Unterschiede zwischen den Personen und ihren Sichtweisen und Erfahrungen.
Jeder hat das Recht und die Freiheit zu seiner eigenen Meinung. Jede Perspektive steht auch für sich. Denn die unhintergehbare Verantwortung, die wir heute als einzelne Personen für die Welt insgesamt und für den Geist, unseren Geist haben und die wir nicht mehr auf irgendwelche Politiker, K¨nstler, Wissenschaftler oder andere Eliten abschieben können, ist nur individuell zu erkennen und zu tragen. Darauf bestehe ich jenseits meiner persönlichen Beschränktheiten. Ich bestehe darauf, dass diese Verantwortung allgemeingültig ist und jeden direkt persönlich betrifft und dass sie zum Maßstab der Freiheit eines jeden Erdenbürgers geworden ist und damit Maßstab der Freiheit der ganzen Welt. Für diese Verantwortung braucht es den Mut, seine eigenen Meinung, seinen Standpunkt, seine Perspektive ernstzunehmen und den Anspruch zu erheben, darin von den anderen ernstgenommen zu werden. Es gibt nur persönliche Perspektiven auf der Erde. Wenn jemand vorgibt, die einzige richtige Perspektive zu haben, dann will er Sie beherrschen. Und wenn Sie nur die Meinungen eines oder vieler anderen als Ihre Meinung empfinden, dann sind Sie noch keine eigenen Weg gegangen.



Selbstverständlich zählen Taten mehr als Worte, wenn es um Verantwortung geht.


Taten stehen jedoch nicht alleine im Raum. Sie resultieren aus tradierten kollektiven und individuellen Mentalitäten, Lebenseinstellungen und den ungezählten konkreten Gegebenheiten. Mir geht es nicht darum, dass ich all dies bei anderen Menschen, bei Ihnen verändere. Das ist unmöglich. Ich bleibe bei mir. Mir geht es darum, dass Sie Ihr Leben selbst aufklären und selbst durchleuchten, indem Sie die unendlichen Spielräume des Geistes austesten und nutzen. Das können sie nach vielen Gesprächen und immerwährendem Meinungsaustausch in letzter Konsequenz nur selbst einzeln und alleine tun. Dazu müssen Sie in das unendlich tiefe "Meer" (Solaris?) des Geistes springen und dort schwimmen lernen, dort Sie selbst werden. Auch wenn Ihnen dieses "Meer" immer fremd und unheimlich bleiben wird.

Die politische Verantwortung überschreitet jeden Text, jedes Gespräch, jeden Meinungsaustausch, ohne je davon ganz unabhängig zu werden! Auch in der Welt der Meinungsfreiheit müssen wir uns in einem politischen Akt jenseits der ausgetauschten Worte gegenseitig versichern und anerkennen. Freiheit ist sowohl nur geistig-individuell denkbar, als auch ist sie eine Kategorie zwischen uns, eine soziale, eine körperliche Kategorie. Freiheit ist immer die Freiheit der Anderen, die Freiheit der Gesellschaft, ist die Freiheit der Welt und meine Freiheit!

Sie sollen durch eine Initiation zur Individualität des allgemeinen Menschseins mitnichten dem Stolz auf Ihre Nation, auf Ihren Stamm, auf Ihre Herkunft entsagen, sollen mitnichten die Liebe zu Ihrem Vaterland, zu Ihrer Muttersprache, zu Ihrer Familie, zu Ihrem Verein, zu Ihrer Gemeinschaft aufgeben. Ganz im Gegenteil, wenn wir diese unschätzbaren Güter unser eigen nennen können, schöpfen wir daraus unendlich viel Kraft und Identität. Der Weg derer, die sie verloren haben oder nie besaßen, ist unvergleichlich viel schwerer und steiniger. Aber wehe, Sie haben sich nicht selbst aufgeklärt und überwunden. Wehe, sie leben nicht wirklich in Ihrer Kultur. Wehe, Ihnen ist der Unterschied Ihrer Kultur zur Nachbarkultur, zum "Feind" das Entscheidende. Wehe, Sie haben in Wirklichkeit gar keine eigene Kultur, sondern leben in dem Loch zwischen den Kulturen, suchen bloß den Anlass zur Fehde oder zum Krieg, weil Sie ihre Triebe nicht anders in den Griff bekommen können. Wehe, Ihr Pochen auf Ihre Herkunft und auf Ihre Sitten und Gebräuche sind nur Maskerade, ein Mittel zur Unterdrüung Ihrer Mitmenschen. Wehe, Sie sind ein Sicherheitsrisiko für die Menschheit unter dem Zeichen der Atombombe. Dann werden Sie an der Initiation zum Geist scheitern. Dann werden Sie in den Abgrund hinabstürzen. Und Sie werden die Welt mitsichreissen, wenn diese sich nicht gegen Sie wehrt!

Dabei können gerade Sie lernen, den Abgrund zu bestehen, in unvergleichlicher Weise Sie selbst zu werden und den anderen ein einzigartiges Vorbild zu werden. Denn eigentlich haben Sie nichts zu verlieren. Sie waren Träger der Zivilisation in den Zeiten, als der Krieg in ganz praktischem Sinne der "Vater aller Dinge" war. Und Sie können wieder vorangehen, wenn Sie den Tod nicht im Kampf mit anderen überwinden, sondern in Ihnen selbst, den Tod, den der Geist für uns darstellt und bereithält und dessen Zeichen die Atombombe ist, die geistige Verhinderin des Krieges, die einzige Verhinderin des Krieges!






W.B.
















































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































Initiation als Preisgabe des Selbst und des Status Herrschaft der Manager und der Handlungsrationalität Nicht der fühlt sich toll und dominiert die anderen, der einen besonderen Posaten erworben hat, sondern, der, der diese Disposition hat und dann den Weg in eine Machtposition geschafft hat. Deshalb, will man die Herrschaft der utilitaristischen handlungsrationalisitischen Profit-Monokultur brechen, dann muss man die Bereiche des Handelns dezentralisieren, enthierarchisieren, lokalisieren. Man muss darür sorgen, dass die gesellschaftlichen Spitzen-Positionen nur noch in einer Spielwelt von Bedeutung sind, sowie körperliche Aggressivität in der modernen Kultur nur noch im Sport ihren Platz hat. Eine egalitäre Gesellschaft ist keine Gesellslchaft ohne Unterschiede, sondern eine, in der die Unterschiede zwischen den Menschen keine hinderliche destruktive Rolle mehr spielen! Das erreicht man dadurch, dass die Menschen vor Ort mit allen praktisch-materiellen Optionen versehen. Die moderne Kultur hat alle Potentiale, um dies zu bewerkstelligen. Der Kapitalismus und seine überpotenten Manager sind absolut flexibel. Wenn die Menschen in ihrer Mehrheit beginnen, Mittel zur lokalen Subsistenz haben zu wollen, dann wird der Kapitalismus sie erzeugen und vertreiben. Er wird garnicht merken, dass er sich selbst abschafft.