"Meine Aufgabe, einen Augenblick höchster Selbstbesinnung der Menschheit vorzubereiten, einen großen Mittag, wo sie zurückschaut und hinausschaut, [...]"

aus "Ecce Homo" von Friedrich Nietzsche
(geschrieben 1888)


Die Zeit, die Weltgeschichte, der Augenblick - Was Nietzsche uns sagen wollte!

Man weiss unglaublich viel über die Vergangenheit der Menschheit.
Und für die Zukunft scheinen viele existentielle und politische Rahmenbedingungen festzustehen, der Anstieg des Meeresspiegel z.B. oder die immer größere Abhängigkeit von digitalen Systemen und der KI. Aber vorherzusagen, was in 30 Jahren passiert, ist doch wenig realistisch.
Eine Aufgabe zu definieren, die auf der Höhe der Zeit ist - z.B. weltweite Abschaffung der ABC-Waffen - , und diese zu lösen zu versuchen, ist eine Alternative.

Vielleicht ist jetzt gerade Nietzsches "großer Mittag"!
Oder der Tod wartet, wie so oft!














Die STRING-Theorie



Theorie und Praxis der Institution der politischen Selbstständigkeit des Individuums



Grundlagen einer neuen politischen Weltordnung mit dem Ziel der Abschaffung der ABC-Massenvernichtungswaffen

Diese neue Weltordnung liegt in unser aller, der Menschheit Verantwortung



Gedankenexperiment zur Überwindung des ideologischen Zukunftsstaus

Wolfgang Behr




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Annäherung an die Zukunft (1)



Konzeptionelles

Mit der Institution der politischen Selbstständigkeit des Individuums wird eine für alle Menschen zugängliche neue Basis des Zusammenlebens geschaffen. Die Institutionalisierung des Individuums bedeutet, dass die politische Legitimation nicht mehr von Kollektiven ausgeht, sondern vom einzelnen Menschen als souveräner Instanz.

Eine Institution ist ein Rahmen. Im Fall der individuellen Institution kann jeder Mensch ihr einen eigenen Namen geben, sie öffentlich für sich beanspruchen und mit Leben füllen.
Z.B.: "Ich, W. B., proklamiere hiermit meine politische Selbstständigkeit und begründe die Institution STRING. Ich erkenne andere souveräne Individuen als gleichberechtigt an und verpflichte mich zu einer Gesellschaft ohne Gewaltanwendung."
Ein Eigenname wie STRING zeigt, dass es um Politik im Sinne persönlicher Interessensvertretung geht. Denn das gemeinsame Interesse, einen Weltkrieg mit ABC-Waffen zu verhindern, betrifft jeden Menschen.

Die Vision

Mit der Einführung der politischen Selbstständigkeit des Individuums sollen die bewährten Leistungen moderner Institutionen wie z.B. Schule, Gesundheitswesen, Währung, Finanzen, Polizei und Rechtsprechung erhalten bleiben. Sie werden jedoch nicht mehr von einem übergeordneten Machtapparat wie dem Staat kontrolliert, sondern organisieren sich als eigenständige Fachdienste und überregionale Koordinationen.
Die Kontrolle geht von den souveränen Individuen aus, die aus der Geschichte genau gelernt haben, welche Möglichkeiten des Machtmissbrauchs es gibt. Die Kontrolle geschieht daher mit rotierenden Zuständigkeiten und muss sehr streng sein. Nur noch die Polizei verfügt über das Gewaltmonopol. Sie wird besonders genau kontrolliert.
Damit wird die Gewaltenteilung zu Ende gedacht – von der Trennung der Staatsgewalt zur Auflösung des Staates in seine Funktionen.

Der Mensch ist der Souverän! Individuelles Leben gelingt am besten, wenn die Gesellschaft gut ist!

Verantwortung

Die persönliche Souveränität und ihre politische Bedeutung für die Zukunft der Menschheit kann alle Menschen mit Stolz erfüllen.
Da jeder Mensch so zu echter politischer Bedeutung gelangt, überwindet STRING den problematischen Individualismus der Gegenwart. Sobald eine Person ihre politische Souveränität und den Namen ihrer Institution für sich proklamiert hat, besitzt sie einen grundlegenden individuellen Status in der Gesellschaft. Damit entfällt der Zwang, Individualität durch Selbstdarstellung oder Konkurrenz zu beweisen. STRING begründet Individualität als politische Realität - nicht als Pose.

Wir alle sollen die Basis einer ABC-Waffen-freien Welt bilden. Wir tragen gemeinsam die Verantwortung dafür. Territoriale, militärisch bewaffnete National-Staaten oder die Ökonomie alleine werden dieses Ziel nie erreichen!
Durch die Perspektive auf die individuelle Souveränität der Bürger oder Citoyen soll die Dynamik entstehen, die ABC-Waffen aus der Welt zu schaffen und einen apokalyptischen Dritten Weltkrieg zu verhindern. Diese Dynamik muss eine riesige und lang andauernde Welle werden. Den Nationalstaaten soll dadurch ihre Bedeutung genommen werden, sodass sie ihre militärische Bewaffnung einschließlich der ABC-Waffen aufgeben.

Mut zum Blick ins Inferno

Diese Idee der politischen Erneuerung ist nicht aus der Gegenwart mit ihren Staaten, Interessenskämpfen und lokalen Kriegen heraus konzipiert. STRING ist aus der Mitte der Katastrophe des ABC-Weltkriegs heraus gedacht - aus dem totalen Chaos, dem Kampf aller gegen alle, Kannibalismus aus purer Not, milliardenfachem Sterben. Nichts aus der heutigen Welt funktioniert in dem Moment noch oder hat Bestand.


STRINGs Aufgabe ist es, diesen absoluten Horror im Bewusstsein zu halten und vom Schlimmsten auszugehen. Zugleich aber kühl zu bleiben, kühl zu denken und etwas zu entwickeln, das genau diesen Krieg für immer verhindert! Es geht nicht darum, Angst zu haben, sondern zu erreichen, dass wir uns von der Angst nicht beherrschen lassen, in dem wir sie verdrängen. Stattdessen müssen wir die Kraft der Angst in Friedlichkeit und Kreativität umsetzen.



Realisierung

Weil die große Katastrophe vor uns liegt und wir nicht wissen, wie wir ihr auf Dauer entgehen sollen, und weil STRING auf die Proklamation der einzelnen Menschen setzt, kann man keinen Masterplan vorlegen für den Übergang in eine Welt ohne ABC-Waffen. Wir haben keinen festen Boden unter den Füßen, auf dem wir unsere Zukunft bauen könnten.

Das bedeutet nicht, dass wir ohnmächtig sind. Die Gefahr des Krieges können wir nicht direkt angehen – kein großer Atomwaffenstaat wird sich seine Waffen mit Gewalt nehmen lassen.

Aber wir können begreifen, dass unser kleines gefährdetes ziviles Leben die einzige Form des Lebens ist, die eine mögliche Zukunft hat. Dieses Leben muß zum Boden werden, auf dem wir unsere Zukunft gründen können.


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Der Dritte ABC-Weltkrieg muss nicht geschehen.

Es genügt, dass er geschehen kann, damit wir gezwungen sind, die Welt zu verändern.

Der Realismus kann nicht über das gegenwärtige Staatensystem und das Recht des Stärkeren hinausdenken, ohne sich selbst zu widersprechen. Daher steht er hilflos vor der Tatsache, dass unser Leben durch die ABC-Waffen existenziell bedroht ist.

Lebendige, todesbewusste Vorstellungskraft über den Tellerrand hinaus ist gefragt, um die richtigen Schlüsse aus der Zukunft zu ziehen.
Die jetzige "Friedenszeit" täuscht Ewigen Frieden nur vor!
Zwar steckt in der gegenseitigen Abschreckung eine gewisse Vernunft. Doch kann sie nicht für immer funktionieren, weil das politische Leben zuviele Unwägbarkeiten kennt.
Um den nächsten Weltkrieg tatsächlich zu verhindern, müssen die ABC-Waffen irgendwann weg. Um das zu erreichen, kann man nicht radikal und phantasievoll genug denken, aber immer auf dem Boden der Tatsachen! Und man darf sicher niemals kriegerisch oder gewaltsam handeln.


Wie soll das geschehen? Wir Menschen müssen uns zusammensetzen und eine neue Form des gemeinsamen Lebens schaffen. Niemand sonst wird das tun!
Wir müssen nicht bei Null anfangen. Im Gegenteil, unsere Vorfahren waren über lange Zeit so wenig und hatten so potente Waffen (Speere), dass regelmäßige Gewalt zwischen Individuen oder Gruppen zum Aussterben unserer Art geführt hätte. Wir haben die Friedlichkeit in unserem Blut. Die Aggression galt nur der Jagdbeute und den Raubtieren.



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Die virtuelle "Stunde Null"


"Die Menschheit sitzt in einem Flugzeug ohne Piloten und die Passagiere kämpfen mit Granaten um die Kontrolle."


Die unüberwindbare Unfähigkeit partikularer kollektiver Macht

Keine politischen Führer können in ihren Funktionen die ABC-Massenvernichtungswaffen abschaffen – weder Tyrannen noch Präsidenten noch Parteichefs. Alle sind abhängig von den partikularen Kollektiven, aus denen sie ihre Macht beziehen. Sie sind Teil des historischen Kampfes um territoriale Vorherrschaft. Keine Staatsform wird ihre Waffen vernichten – weder Oligarchie noch Monarchie noch Demokratie. Auch Systeme, KI-Agenten oder das Kapital werden die Gefahr nicht bannen. Selbst Fachleute sind dazu nicht fähig, weil sie als Profis immer für Geld und im Auftrag anderer handeln.

Die Abschaffung der ABC-Waffen ist jedoch ein ureigenes subjektives Bedürfnis, aus der Einsicht, was ein solcher Krieg für einen selbst und die Nahestehenden bedeuten würde. Aus diesem persönlichen Interesse muss die Kraft für eine neue Politik ohne Waffen entstehen. Selbst Revolutionen scheitern, weil sie immer in neuen Machtstrukturen enden. Die Mächtigen der Welt können bestenfalls verhindern, dass die Welt in den absoluten ABC-Krieg stürzt. Eine Zukunft ohne Massenvernichtungswaffen können sie nicht gestalten.

Die entscheidende Frage: Welches politische Subjekt könnte die Menschheit in eine Zukunft ohne waffentechnologischen Overkill führen?

Wenn die Staaten scheitern, dann sollen die einzelnen Personen ans Steuer, die durch einen neuen Status als individuelle politische Institution ermächtigt werden, und wir alle zusammen, die wir keine militärische Macht haben. Aber um dafür den Mut zu haben, brauchen wir eine besondere mentale Situation und große seelische Kraft.


Die virtuelle "Stunde Null"

Unsere Gegenwart ist durch einen fatalen Widerspruch geprägt: Die bedeutendste kollektive Institution, die wir als soziale Wesen geschaffen haben – der territoriale Nationalstaat, bedroht heute unsere Existenz als Spezies, wenn er über ABC-Waffen zur Abschreckung verfügt . Ein technisches Versagen, ein menschlicher Fehler oder die Entscheidung eines einzelnen irrationalen Machthabers genügt für eine irreversible Katastrophe – einen Dritten Weltkrieg mit Massenvernichtungswaffen.

Wir besitzen das Wissen und die Ressourcen, um nachhaltige Lebensbedingungen für alle Menschen zu schaffen und unsere Beziehung zur Natur neu zu gestalten. Konkurrenzkampf zwischen menschlichen Gruppen ist unter diesen Bedingungen nicht nur obsolet, sondern existenziell destruktiv. Es heißt nicht umsonst "Überleben der Angepasstesten", nicht "Überleben der Stärksten".

Nach dem Zweiten Weltkrieg erlebte die Welt eine "Stunde Null" mit politischen Neuanfängen – von der UN-Gründung bis zur Demokratisierung Mitteleuropas. Die Zerstörungen nach einem dritten Weltkrieg könnten jedoch so umfassend sein, dass kein politischer Neuanfang mehr möglich wäre.

Wir sollten daher die "Stunde Null" nach dem Dritten Weltkrieg virtuell vorwegnehmen – als hätte er bereits stattgefunden. Wir stellen uns diese Katastrophe so konkret vor, dass die Legitimität aller partikularen Kollektive – Staaten, Organisationen, Konzerne – grundlegend infrage gestellt wird. Das Prinzip der großen hierarchischen Kollektive ist die Voraussetzung eines Dritten Weltkriegs, weil sie eine gegenüber der gesamten Menschheit irrationale, egoistische Binnenlogik verkörpern. Es geht darum, den zivilisatorischen Selbstmord zu verhindern, in den uns die gescheiterte Hochkultur der machtvollen Kollektive treiben kann.


Der Ausweg: Politische Selbstständigkeit des Individuums als Basis des Zusammenlebens

Die virtuelle, fiktive "Stunde Null" eines Dritten Weltkriegs erfordert ein radikaleres Denken als 1945. Wir müssen jetzt Veränderungen anstoßen, die weit über die damals geschaffenen Friedensinstitutionen hinausgehen. Wir müssen jetzt Formen des Zusammenlebens etablieren, die einen Dritten Weltkrieg tatsächlich unmöglich machen. Noch sitzt uns kein Schrecken in den Gliedern, der von Infernos und Milliarden von Toten zeugt. Glücklicherweise!! Deshalb brauchen wir unsere Phantasie und unseren Realismus, um die Dimension der Katastrophe wahrzunehmen, die über uns schwebt.

Der einzelne Mensch als souveräne politische Institution bildet die verfassungspolitische Basis für eine Welt nach der virtuellen "Stunde Null". Dies bedeutet keinesfalls das Ende von Gemeinschaft oder Solidarität. Es bedeutet: Nicht mehr die partikularen Kollektive, sondern die Menschheit in der Person der einzelnen Menschen setzen die Maßstäbe von Gesellschaft und Geschichte.
Der einzelne Mensch setzt die Maßstäbe nur für sich. Er hat gelernt, seinen Mitmenschen ihren Platz und ihre eigenen Maßstäbe zu lassen und mit ihnen zusammenzuleben.


Übergang vom Primat der Kollektivität zum Primat der Individualität

Die Zivilisationskraft der künftigen Menschheit sollte dem einzelnen Menschen dienen, der eine politische Institution ist, und nicht mehr direkt den partikularen Kollektiven wie Staaten oder Organisationen. Diese sind für die Menschen da, nicht umgekehrt.
Menschen können dann weiterhin als Gemeinschaften entscheiden, wie sie zusammenleben. Es liegt im Interesse jeder Person, Teil einer guten Gesellschaft zu sein. Kollektive Institutionen bleiben die Basis unserer Existenz. Sie helfen uns, das Leben zu meistern. Jeder Mensch ist seinen Mitmenschen gegenüber für das gute Zusammenleben verantwortlich und sie ihm gegenüber.

Die Menschen haben längst bewiesen, dass sie dazu in der Lage sind.




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NOCHMAL: Angst behindert das Denken. Lebendige Vorstellungskraft ist gefragt, um die richtigen Schlüsse aus der Zukunft zu ziehen.

STRINGs Aufgabe ist es, diesen absoluten Horror des Krieges im Bewusstsein zu halten und vom Schlimmsten für die Welt auszugehen. Zugleich aber kühl zu bleiben, kühl zu denken und etwas zu entwickeln, das genau diesen Krieg für immer verhindert! Es geht nicht darum, Angst zu haben, sondern zu erreichen, dass wir uns von der Angst nicht beherrschen lassen, in dem wir sie verdrängen. Aber jeder Mensch hat einen anderen Umgang mit der Angst, es gibt keinen Königsweg!




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Das souveräne Individuum: Vom Terror zur Sachlichkeit


Die Programmierung auf Angst

Die menschliche Psyche ist biologisch und kulturell auf Angst programmiert. Die gesamte Zivilisation ist um den Schutz vor dem gewaltsamen Tod herum gebaut. Die Konsequenz dieser Programmierung ist die Übergabe der Souveränität an Politiker im Tausch gegen versprochene Sicherheit. Diese Abhängigkeit produziert Manipulierbarkeit.

Ohne die Bedrohung durch kollektive Gewalt bricht die Rechtfertigung für den starken Führer zusammen. Das Individuum muss Angst nicht mehr in Gehorsam verwandeln. Die Energie, die in die Abwehr von Manipulation und die Bewältigung von Existenzangst fließt, wird frei für die Lösung sachlicher Probleme.


Vom Überlebensmodus zur Problemlösung

Die gegenwärtige Menschheit befindet sich in permanenter Hyper-Vigilanz. Das schränkt den präfrontalen Kortex ein. Ohne die Bedrohung durch ABC-Waffen und organisierte Gewalt sinkt der kollektive Cortisolspiegel. Das Ich ist nicht mehr primär damit beschäftigt, nicht vernichtet zu werden. Konflikte werden nicht mehr als existenzielle Vernichtungsschlachten geführt, sondern als Interessenabwicklungen. Die Hardware des Gehirns wird für komplexe Kooperation statt paranoide Abgrenzung genutzt.

Politiker nutzen die Angst vor dem Anderen, um Macht zu zementieren. Wenn es keine kasernierten bewaffneten Kräfte und keine Waffen zum Einsatz gegen Menschen mehr gibt, ist die Drohung wirkungslos. Die materielle Basis der Angst ist weg. Kommunikation wird sachorientiert.


Das Verschwinden der Feindbildindustrie

Ohne die Existenz organisierter Gewalt verliert die gesamte Maschinerie der Feindbildproduktion ihre Funktion. Medien, Propagandaapparate und ideologische Systeme, die heute davon leben, abstrakte Bedrohungen zu konstruieren, haben keine materielle Basis mehr. Die kognitive Ressource, die in das Erkennen, Bewerten und Abwehren von konstruierten Feindbildern fließt, wird verfügbar.


Die Auflösung des Sicherheitstheaters

Ein erheblicher Teil der heutigen Wirtschaft und Bürokratie existiert, um Sicherheit zu simulieren. Flughafenkontrollen, Überwachungssysteme, Geheimdienste, die ihre eigene Existenz rechtfertigen müssen. Diese Strukturen binden nicht nur materielle Ressourcen, sondern konditionieren das Individuum auf permanentes Misstrauen. Ihr Wegfall bedeutet die Rückgewinnung von Zeit, Geld und psychischer Energie.


Das Ende der Generationentrauma-Übertragung

Kollektive Gewalt produziert transgenerationale Traumata. Kinder von Kriegsüberlebenden erben Angstmuster, ohne die ursprüngliche Bedrohung erlebt zu haben. Diese unbewusste Weitergabe von Bedrohungsszenarien endet, wenn die Quelle versiegt. Nach drei Generationen ohne organisierte Gewalt wächst die erste Generation heran, die keine Kriegsgeschichten in der Familienbiografie trägt.


Die Neuverteilung der Intelligenz

Ein erheblicher Teil der klügsten Köpfe arbeitet heute an Waffensystemen, Verschlüsselung gegen den eigenen Staat, Finanzinstrumenten zur Kapitalflucht oder juristischen Konstruktionen zur Machterhaltung. Diese Intelligenz wird verfügbar für Medizin, Technik, Wissenschaft.


Die Sichtbarkeit der tatsächlichen Probleme

Klimawandel, Asteroidenabwehr, Pandemieprävention, Ressourcenverteilung. Diese Herausforderungen sind real und komplex. Heute werden sie überlagert von der künstlichen Komplexität des Militärisch-Industriellen Komplexes. Ohne diese Überlagerung wird die Problemlösungskapazität der Menschheit auf die tatsächlichen Existenzfragen gerichtet.


Die Umkehrung der Beweislast

Heute muss derjenige, der Frieden will, beweisen, dass Abrüstung sicher ist. In der STRING-Welt muss derjenige, der Waffen will, beweisen, warum. Diese Verschiebung der argumentativen Grundlage verändert die gesamte politische Diskursstruktur. Der Normalzustand ist nicht mehr bewaffnete Abschreckung, sondern unbewaffnete Kooperation.


Die Entlarvung der falschen Alternativlosigkeit

Heute wird jede strukturelle Kritik am System mit dem Argument erschlagen, die Alternative sei Chaos und Gewalt. Dieser rhetorische Mechanismus verliert seine Wirkung, wenn demonstriert ist, dass es eine funktionierende Alternative gibt. Das Denken wird befreit von der selbstauferlegten Beschränkung, sich nur innerhalb des bestehenden Rahmens bewegen zu dürfen.


Das souveräne Individuum

Eine Welt ohne Krieg ist keine heile Welt. Krankheit, Tod und Scheitern bleiben. Der Unterschied: Das Leid ist authentisch und individuell, nicht mehr künstlich und kollektiv produziert. Es ist der Unterschied zwischen dem tragischen Tod eines Menschen durch Alter oder Unfall und der absurden Vernichtung von Millionen durch eine Atombombe. Menschen sind nicht mehr Spielball einer Weltgeschichte, die über ihre Köpfe hinweg mit Granaten spielt, sondern Subjekte ihres begrenzten Schicksals.

Das souveräne Individuum ist kein Engel, sondern ein unbehelligter Realist. Es ist egoistisch, manchmal schwierig und sterblich, aber nicht mehr terrorisiert. Die Entspannung ist das Aufatmen eines Gefangenen, der feststellt, dass die Kerkertür offen ist und niemand mehr draußen mit der Peitsche wartet. Das ist die erste wahre Freiheit der Menschheitsgeschichte.



Drei definierende Merkmale

A Das Nervensystem schaltet vom archaischen Überlebensmodus auf sachliche Problemlösung um. Das Individuum reagiert nicht mehr auf angstbasierte Manipulation, da die materielle Basis für diesen Terror nicht mehr existiert.
B Das Leid ist individuell und wahrhaftig. Menschen sterben an Krankheiten oder scheitern an persönlichen Konflikten, aber sie werden nicht mehr massenhaft als anonymes Material für kollektive Machtinteressen geopfert. Die Würde besteht darin, das eigene Schicksal zu tragen.
C An die Stelle der hysterischen Identifikation mit Nationen tritt nüchterne Selbstbesinnung. Das Individuum erkennt sich als höchste politische Institution. Diese Erkenntnis führt zu emotionaler Entspannung, die Kooperation auf Augenhöhe möglich macht.


Der große Mittag der Menschheit (Nietzsche)

ist das Ende eines jahrtausendelangen Albtraums. Es ist der Übergang von einer Menschheit, die vor sich selbst wegläuft, zu einer Menschheit, die ihre eigene Existenz nüchtern verwaltet.




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Annäherung an die Zukunft (2)



SKIZZE EINER SINNVOLLEN WELTORDNUNG

Utopisch ist der Glaube, dass wir die heutige Weltordnung dauerhaft überleben können


KURZFASSUNG

DIE KERNTHESE

Die Existenz von ABC-Massenvernichtungswaffen in den Händen konkurrierender Territorialstaaten stellt die Menschheit vor eine strukturelle Aporie: Die politische Logik souveräner Nationalstaaten ist mit dem Imperativ des Überlebens der Menschheit unvereinbar geworden. Ich schlage vor, diese Aporie nicht durch Reform bestehender Institutionen, sondern durch einen verfassungstheoretischen Paradigmenwechsel anzugehen: die Institution der politischen Selbstständigkeit des Individuums.

DIE ZENTRALE FRAGE

Ist eine Verfassungsordnung denkbar, in der nicht territoriale Kollektive, sondern die einzelnen Menschen die souveränen Träger politischer Legitimation sind – und könnte diese Umkehrung einen Ausweg aus der militärischen Logik des Territorialstaates bieten?

DAS ARGUMENT IN DREI SCHRITTEN

1. Die strukturelle Sackgasse: Keine bestehende partikulare Institution kann die militärischen Waffen abschaffen. Nationalstaaten und transnationale Organisationen sind Teil jener historischen Dynamik, die diese Waffen hervorbringt und erhält: der wie auch immer verzögerte Kampf um territoriale Vorherrschaft. Politiker, Staaten und Organisationen beziehen ihre Macht direkt oder indirekt aus partikularer Kollektivität. Sie können nicht gegen deren Existenzlogik handeln.

2. Das Gedankenexperiment der virtuellen Stunde Null: Wenn wir die Katastrophe eines ABC-Weltkriegs konkret und analytisch betrachten – mit welchen Prinzipien würden wir nach der tabula rasa beginnen? Diese Frage sollten wir stellen, bevor die Katastrophe eintritt. Die Antwort: Wir würden nicht wieder territoriale Machtkollektive schaffen, die einander bedrohen können.

3. Der verfassungstheoretische Vorschlag: Die Institution der politischen Selbstständigkeit des Individuums bedeutet, dass jeder Mensch als souveräne politische Instanz von den anderen Menschen anerkannt wird, wenn er diese Institution für sich proklamiert. Die Gesellschaft wird nicht mehr auf einer historisch kontingenten, durch das Prinzip des Rechts des Stärkeren gestalteten Kollektivität gegründet, sondern basierend auf dem einzelnen Menschen. Kollektive Strukturen bleiben notwendig, werden aber zu Dienstleistungsorganisationen, die von souveränen Individuen legitimiert und kontrolliert werden.

ABGRENZUNG

Dies ist weder Anarchismus (Solidarität und Institutionen bleiben zentral), noch klassischer Liberalismus (nicht Freiheit von, sondern Souveränität für), noch Kosmopolitismus (nicht Weltbürgerschaft als Erweiterung nationaler Bürgerschaft, sondern politische Individualität als Basis). Es ist keine Utopie im Sinne eines detaillierten Zukunftsentwurfs, sondern ein Verfassungsprinzip, das verschiedene konkrete Ausgestaltungen zulässt. Es ist keine Weltordnung, weil die Menschheit zwar als Gemeinschaft aller souveränen Personen, aber nicht als Institution bestehen soll. Es ist kein Pazifismus, weil nicht die moralische Einstellung der einzelnen Personen zählt, sondern eine politische Ordnung nach der virtuellen Stunde Null postuliert wird, die kollektive Gewaltanwendung ausschließt.



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DIE INSTITUTION DER POLITISCHEN SELBSTSTÄNDIGKEIT DES INDIVIDUUMS


Zur Notwendigkeit eines verfassungstheoretischen Paradigmenwechsels angesichts der existenziellen Bedrohung durch ABC-Massenvernichtungswaffen


I. DIE APORIE DER GEGENWART

Die gegenwärtige weltpolitische Konstellation stellt uns vor eine Aporie, die sich mit den hergebrachten Kategorien des politischen Denkens nicht auflösen lässt. Die Menschheit verfügt über ABC-Massenvernichtungswaffen, deren Einsatz Milliarden von Menschen töten und die zivilisatorischen Errungenschaften der letzten Jahrtausende irreversibel zerstören kann. Diese Waffen liegen in den Händen großer konkurrierender Nationalstaaten, deren politische Logik auf der Selbstbehauptung partikularer Kollektive beruht.

Zwischen dem Imperativ des Überlebens der Menschheit und der Struktur ihrer politischen Organisation klafft ein Abgrund. Der Westen als politische Größe ist mit der amerikanischen Zeitenwende zerfallen. Die Dreier-Konstellation der größten Atommächte ist spieltheoretisch instabiler als das bipolare Gleichgewicht des Kalten Krieges. Transnationale Instanzen haben nicht die Autorität hervorgebracht, die mächtig genug wäre, die Souveränität der Nationalstaaten wirksam zu begrenzen.

Das zentrale Problem liegt tiefer als in einzelnen politischen Fehlentscheidungen. Während sich die politische Legitimation in den modernen Verfassungsstaaten von historischen Kollektiven auf die Volkssouveränität verlagert hat, bleibt sie an das territoriale Prinzip gebunden. Das Staatsparadigma unserer Epoche sind weniger die repräsentativen rechtsstaatlichen Demokratien, sondern vielmehr militärisch gerüstete Territorialstaaten, die sich von Fall zu Fall gegenseitig bedrohen.


II. DER TRAGISCHE GRUND: DIE HOMIZID-REVOLUTION

Vor etwa 14.000 Jahren (Jebel Sahaba) entstand mit Bevölkerungswachstum und zivilisatorischer Differenzierung eine neue kulturelle Praxis: die geplante systematische Tötung von Menschen und der Krieg. Dieser Epochenbruch etablierte das Recht des Stärkeren als ultima ratio des Zusammenlebens. In größeren Gesellschaften wurde der Einzelne entbehrlich. Sein Leben konnte in Konflikten um Ressourcen oder Territorien geopfert werden. Zwischenmenschliche Gewalt gab es immer, doch ihre Organisation als kollektiv eingesetztes Mittel markiert eine neue Ära.


III. WARUM BESTEHENDE INSTITUTIONEN STRUKTURELL UNFÄHIG SIND

Keine bestehende Institution kann diese Bedrohung beheben.

Kultur der Gewalt: Der Aufbau militärischer Macht schafft Gewaltspezialisten, die auch die eigenen Bürger tyrannisieren können. Sicherheitskräfte haben ein Eigeninteresse an gewaltsamen Konflikten. Militarisierte Gesellschaften verstricken sich in Kriege, weil sie die Mittel dazu besitzen. Das Streben nach Sicherheit erzeugt paradoxerweise Unsicherheit – eine fatale Dynamik im Zeitalter der ABC-Waffen. Eine gute Ökonomie und demokratische, sozialstaatliche Verfahren konnten sich nicht so umfassend durchsetzen, dass Krieg keine reale Option mehr wäre.

Politiker und Staatsführer können in ihren gegenwärtigen Funktionen die ABC-Waffen nicht abschaffen. Diese Funktionen sind abhängig von den partikularen Kollektiven, aus denen sie ihre Macht beziehen. Sie sind Teil des historischen Kampfes um territoriale Vorherrschaft. Ein deutscher Bundeskanzler mag persönlich für Abrüstung sein, aber er kann Deutschland nicht einseitig entwaffnen, ohne seine Amtspflicht zu verletzen.

Zukunftsperspektiven: Die Führer der großen Atommächte nutzen heute das Fehlen sinnvoller Zukunftsperspektiven und operieren in historischen Repliken. Die gegenwärtige Krise der Demokratie markiert weniger einen Verlust, als vielmehr die Notwendigkeit zur institutionellen Neuformulierung aufklärerischer und demokratischer Impulse unter globalen Bedingungen. Der Zerfall der Öffentlichkeit in abgeschlossene Foren des Internets zeigt dasselbe Problem: Ohne tragfähige Zukunftsentwürfe entsteht keine Bindungskraft öffentlicher Diskussionen.

Transnationale Organisationen (UN, EU etc.) haben sich als zu schwach erwiesen. Sie sind Geschöpfe der Nationalstaaten, nicht ihre Herren. Ihre Autorität reicht nicht, um souveräne Staaten zur Abgabe ihrer letzten Machtmittel zu zwingen.

Technologische Lösungen (Verifikationssysteme, KI-Kontrolle) können bestenfalls das Risiko minimieren, aber nicht die strukturelle Logik durchbrechen. Solange Territorialstaaten existieren, haben sie einen Anreiz, sich militärisch zu sichern.

Zivilgesellschaftliche Bewegungen haben wichtige Bewusstseinsarbeit geleistet, aber keine politische Durchschlagskraft entwickelt, die an die Wurzel des Problems reicht.

Die Unfähigkeit ist nicht moralisch, sondern strukturell. Die Akteure operieren innerhalb eines Systems, das sie nicht grundlegend infrage stellen können, ohne sich selbst aufzugeben.


IV. DAS GEDANKENEXPERIMENT DER VIRTUELLEN STUNDE NULL

Ich schlage ein radikales Gedankenexperiment vor: Wir sollten die Stunde Null nach einem ABC-Weltkrieg virtuell vorwegnehmen, so konkret, als hätte er bereits stattgefunden.

Die Übung besteht darin: Stellen Sie sich vor, Sie haben den Dritten Weltkrieg überlebt. Die Zivilisation liegt in Trümmern. Milliarden sind tot. Sie treffen andere Überlebende. Gemeinsam müssen Sie entscheiden: Wie organisieren wir uns, damit so etwas nie wieder geschehen kann?

Die Einsicht wäre klar: Wir würden nicht wieder territoriale Machtkollektive schaffen, die einander mit Vernichtung bedrohen können. Wir würden das Prinzip der territorialen Souveränität selbst verwerfen.

Die Frage ist: Warum warten wir auf die Katastrophe? Warum nehmen wir diese Einsicht nicht vorweg?

Die virtuelle Stunde Null ist kein Appell an die Angst, sondern an Analyse und Vorstellungskraft. Sie fragt: Wenn wir wissen, wohin der gegenwärtige Weg führt, welchen alternativen Pfad können wir einschlagen, solange noch Zeit ist?


V. DIE INSTITUTION DER POLITISCHEN SELBSTSTÄNDIGKEIT DES INDIVIDUUMS

Mein Vorschlag lautet: Der einzelne Mensch als souveräne politische Institution soll die verfassungspolitische Basis für eine Welt nach der virtuellen Stunde Null bilden.

Was bedeutet das konkret?

1. Verfassungsrechtliche Anerkennung: Jeder Mensch wird als souveräner Träger politischer Legitimation anerkannt, wenn er die Institution der politischen Selbstständigkeit des Individuums für sich proklamiert. Diese Position wird nicht aus einer Volkszugehörigkeit abgeleitet, sondern ist das originäre Recht jedes Individuums.

2. Umkehrung der Legitimationskette: Nicht die Kollektive legitimieren die Rechte der Individuen, sondern die souveränen Individuen legitimieren kollektive Strukturen. Die Frage ist nicht mehr: Was schuldet das Individuum dem Staat? sondern: Welche kollektiven Strukturen dienen den souveränen Individuen? Formelhaft kann man sagen, dass dadurch das menschliche Zusammenleben vom Primat der Kollektivität zum Primat der Individualität wechselt.

3. Territorialität als Dienstleistungsprinzip: Regionen und Grenzen bleiben notwendig für die Organisation von Dienstleistungen (Infrastruktur, Gesundheit, Bildung, Polizei), werden aber nicht mehr zu Trägern politischer Souveränität.

4. Gewaltenteilung zu Ende gedacht: Die Trennung der Staatsgewalten wird radikalisiert zur Auflösung des Staates in spezialisierte Funktionssysteme, die alle dem Primat individueller Souveränität unterstehen.

Was bedeutet das nicht?

Nicht Anarchie: Solidarität, Institutionen, Regeln bleiben zentral. Der Mensch bleibt soziales und politisches Wesen.

Nicht Individualismus im liberalen Sinn: Es geht nicht um Freiheit von der Gesellschaft, sondern um Souveränität für die überlebensfähige Gesellschaft.

Nicht Abschaffung des kollektiven Zusammenlebens: Lokale, regionale, funktionale Gemeinschaften und ihre Solidarität bleiben, haben aber nicht mehr den Charakter souveräner Machtapparate.


VI. PRAKTISCHE IMPLIKATIONEN UND ÜBERGANGSSZENARIEN

Kurzfristig wirkt dieser Vorschlag als regulative Idee. Er gibt eine Richtung vor, misst bestehende Institutionen an der Frage: Dienen sie der Ermächtigung von Individuen oder der Machterhaltung von Kollektiven auf dem Weg in den Dritten Weltkrieg?

Ein konkretes Beispiel: In Friedensverhandlungen würde individuelle Souveränität bedeuten, dass nicht nur Staatenvertreter am Tisch sitzen, sondern zivilgesellschaftliche Akteure ein Vetorecht gegen Lösungen haben, die primär Staatsinteressen dienen. Die Frage wäre: Was wollen die Menschen in dieser Region? nicht: Was wollen die konkurrierenden Staaten?

Mittelfristig könnte die Proklamation individueller Souveränität durch eine kritische Masse von Menschen normative Kraft entfalten, ähnlich wie Menschenrechtserklärungen zunächst symbolisch waren, dann aber rechtliche und politische Realität wurden.

Langfristig, über Generationen, könnte daraus eine neue Verfassungsrealität erwachsen: ein Netzwerk souveräner Individuen, die sich in vielfältigen, überlappenden Kollektiven organisieren, ohne dass eines dieser Kollektive ein Gewaltmonopol über Territorien beansprucht oder benötigt. Ausnahme kann eine gut kontrollierte Polizei sein. Der zivilisatorische Fortschritt kann Möglichkeiten eröffnen, die wir heute nicht kennen.


VII. ÖKONOMISCHE UND SOZIALE DIMENSION

Die Institution der politischen Selbstständigkeit des Individuums verlangt keine spezifische Wirtschaftsordnung oder Eigentumsordnung. Sie setzt jedoch eine klare Grenze: Konzentrierte ökonomische Macht darf die politische Souveränität der Einzelnen nicht strukturell aushöhlen.

Für globale Herausforderungen (Eindämmung der Klimakatastrophe, Pandemiebekämpfung, Weltraumforschung) sind Formen solidarischer Finanzierung notwendig, aber organisiert als horizontale Kooperationen souveräner Individuen, nicht als hierarchische Umverteilung durch Zentralgewalten.

Vertrauenswährung als Metapher: Kann der Übergang einer Währung mit Golddeckung in eine Vertrauenswährung, deren Stabilität nur noch auf dem Glauben in die Wirtschaftskraft und Seriosität des emittierenden Staates beruht, eine Metapher für den Übergang in eine Welt ohne militärisch bewachte Territorien sein? Wir müssen das primitive Recht des Stärkeren überwinden und Vertrauen in eine Zukunft gewinnen, in der Probleme von keiner Seite mehr mit kollektiver Gewaltanwendung gelöst werden. Die Metapher verdeutlicht das Prinzip eines solchen Schrittes, ist aber seit 2008 keine Werbung mehr. Man weiß nicht, welche substantiellen Krisen dieses Währungsexperiment noch durchmachen wird.


VIII. ABGRENZUNG ZU VERWANDTEN KONZEPTEN

Unterschied zum Kosmopolitismus: Weltbürgerschaft setzt eine kollektive Einheit voraus. Individuelle Souveränität beginnt beim Einzelnen ohne übergreifendes Kollektiv. Die Menschheit wird durch den einzelnen Menschen adressiert, nicht umgekehrt.

Unterschied zum Anarchismus: Anarchismus lehnt Herrschaft ab. Individuelle Souveränität lehnt das Primat territorialer Kollektive ab. Koordination, Institutionen und gesellschaftliche Pflichten bleiben bestehen. Die Verantwortung für eine funktionierende Gesellschaft und für die Menschen liegt bei den einzelnen Personen und ihrer Koexistenz.

Unterschied zum Libertarismus: Libertarismus fokussiert auf negative Freiheit (Freiheit von Zwang). Individuelle Souveränität umfasst positive Befähigung (Freiheit zu selbstbestimmter Lebensgestaltung als Gemeinschaftswesen) und betont Solidarität.

Unterschied zur deliberativen Demokratie: Das Konzept deliberativer Demokratie setzt auf kommunikative Rationalität zwischen Bürgern. Mein Vorschlag fragt: Was, wenn nicht Bürger (also Angehörige eines Staates), sondern Menschen die Subjekte dieser Deliberation wären?

IX. EINWÄNDE

Das ist utopisch! Ja, im Wortsinn: Es existiert nirgends. Aber ist es deshalb unmöglich? Demokratie war einmal utopisch. Menschenrechte waren einmal utopisch. Zudem, die Annahme, dass die jetzige Weltordnung eine offene Zukunft vor sich hat, ist definitiv utopisch.

Menschen sind zu egoistisch! Der homo sapiens und seine Vorfahren haben über Millionen Jahre in kleinen Gruppen gelebt, in denen jedes Mitglied wichtig war. Die These individueller Souveränität widerspricht nicht unserer evolutionär entstandenen prosozialen Konstitution und einem aufgeklärten Eigeninteresse. Die Frage ist daher nicht, ob wir zu egoistisch sind, sondern ob wir die Welt der 8 Milliarden Menschen und ihrer Megastädte so gestalten können, dass diese Prosozialität wieder dominant werden kann.

Wer soll das durchsetzen? Niemand setzt es durch im Sinne von Macht. Es wächst, wenn einzelne Menschen es für sich proklamieren und beginnen, danach zu handeln.


X. WARUM JETZT?

Der politische Realismus, der nur innerhalb des bestehenden Staatensystems und dessen militärischen Imperativen denken kann, hat keine Antwort auf die ABC-Bedrohung. Er kann nur hoffen, dass es gutgeht – eine Hoffnung, die mit jedem Jahr unplausibler wird.

Die europäische Friedensdividende des Zweiten Weltkriegs ist endgültig verbraucht. Die letzten Zeitzeugen sterben. Neue Generationen von Politikern und Bevölkerungen beginnen wieder, mit dem Feuer zu spielen oder verwenden willkürliche Gewalt als politisches Statement. Die Doomsday Clock steht auf 90 Sekunden vor Mitternacht.


XI. 2 FRAGEN

1. Ist individuelle Souveränität als Verfassungsprinzip, um ABC-Waffen abzuschaffen, denkmöglich?

Nicht: Ist sie politisch durchsetzbar? (Das weiß niemand.)

Nicht: Ist sie wünschenswert? (Das ist eine normative Frage.)

Ist sie begrifflich kohärent? Oder steckt in ihr ein Kategorienfehler?

2. Könnte man ihre Propagierung als paradoxe Intervention verstehen, weil sie

… mit den geringsten Mitteln (Idee, Proklamation) das Größte erreichen will (Systemwechsel)?

… durch Vorwegnahme des Endes dessen Eintreten verhindern will?

… die Logik des Systems nicht bekämpft, sondern unterläuft?

… nicht auf Macht setzt, sondern auf Delegitimierung von Macht?

… sich selbst begründet (performativer Widerspruch als Prinzip)?


SCHLUSS: DIE MACHT DER MACHTLOSEN

Am Ende steht eine paradoxe Einsicht: Die Machtlosen – wir alle, die keine Armeen befehligen, keine Atomcodes verwalten, keine Staaten und Organisationen regieren – sind die einzigen, die die Möglichkeit haben, dieses System zu ändern.

Denn wir haben nichts zu verlieren außer der Illusion, dass die bestehenden Institutionen uns schützen werden. Und wir haben alles zu gewinnen: eine Zukunft.

Die Institution der politischen Selbstständigkeit des Individuums ist keine Antwort auf alle Probleme. Aber sie könnte eine Antwort auf die existenzielle Frage sein: Wie überleben wir als Menschheit das Zeitalter der Massenvernichtungswaffen?




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Annäherung an die Zukunft (3)



Wie Zivilisten den Dritten Weltkrieg verhindern können - Die Macht der Machtlosen


Eine politische Praxis




Sich den eigenen Tod wirklich vorstellen, als ob man gerade sterben muss, um den Dritten Weltkrieg zu verbannen – ein verrückter, verzweifelter Versuch, unser Schicksal noch zu drehen!

Die Institution der politischen Selbstständigkeit des Individuums zu proklamieren könnte für jeden von uns ein Weg sein, die Gefahr des Dritten Weltkriegs bei den Hörnern zu packen und niederzuzwingen, bevor dieser uns tötet!

Die Macht der Machtlosen beginnt, wenn sie sich nicht mehr mit ihrer Angst erpressen lassen.


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Dieser Text greift den Gedanken einer „virtuellen Stunde Null" schon vor einem verheerenden ABC-Weltkrieg auf, geht jedoch darüber hinaus und stellt deutlich schärfere Forderungen.

Zunächst ein realistischer Blick: Sämtliche Großmächte entwickeln Raketenabwehrsysteme und versuchen, das mittelalterliche Burgprinzip zu modernisieren. Parallel dazu arbeiten sie an selektiv wirkenden Viren, die beispielsweise bestimmte Bevölkerungsgruppen verschonen sollen, oder an Hyperschallraketen, EMP-Bomben, KI-Robotersoldaten und Technologien, von denen wir nichts ahnen.

Möglicherweise gelingt es einer Macht tatsächlich, die anderen zu besiegen. „Nur" eine Milliarde Tote statt fünf, sechs oder sieben Milliarden. Generäle träumen stets davon, ihre Gegner zu überwinden, und sind überzeugt, dazu imstande zu sein.

Genau diese Szenarien sprechen jedoch dafür, dass es sehr leicht zu einem totalen Krieg kommen kann. Denn jede Seite wird aus Angst vor der Niederlage sämtliche verfügbaren Mittel einsetzen. Oder eine von drei großen Atommächten beginnt prophylaktisch den Weltkrieg, weil sie glaubt, die anderen beiden wollen ihn ausschalten.
Seriöse Prognosen darüber sind sicher unmöglich. Mit dem Schlimmsten zu rechnen ist leider notwendig, wenn man nicht naiv sein will.

In jedem Fall wird der Dritte Weltkrieg auf dem Rücken der Zivilisten und Soldaten ausgetragen. Millionen oder Milliarden Menschen werden verstrahlt oder durch biologische oder chemische Kampfmittel versehrt sein und womöglich monatelang qualvoll leiden, bevor sie endlich versterben. Medizinische Hilfe wird es kaum noch geben.

Der Text hat ein sehr düsteres Thema und sehr verschreckende Elemente. Dabei geht es immer um den einen Moment, in dem man sich entschließt, dem Monster "Dritter Weltkrieg" in die Augen zu schauen. Denn bewusste oder unbewusste Angst behindert das Denken. Lebendige Vorstellungskraft ist gefragt, um die richtigen Schlüsse aus der Zukunft zu ziehen.
Dabei geht es nicht um Religion oder Glauben! Es geht nicht um den Tod als existentiellem Thema oder um Meditationen über die Endlichkeit des Lebens! Es geht auch nicht nur um uns und unsere Ängste alleine! Jeder hat andere Ängste und geht anders damit um! Sich ihnen zu nähern, genügt vieleicht schon, um das drängende Bewusstsein zu entwicklen, dass es so nicht weitergeht.


Der Sinn und das Ziel der Abschaffung der ABC Waffen ist das Leben - für alle, Mitmenschen, Freunde, Familie, Kinder, Enkel, jetzt und später!! Wir gehen tatsächlich davon aus, dass alle Herausforderungen, denen Menschen und Länder begegnen werden, besser ohne Krieg und ohne alle Waffen zu lösen sind. Denn das ist eine Voraussetzung, um die ABC-Waffen abzuschaffen.

Das klingt utopisch? Nein – es ist genau umgekehrt! Utopisch ist es zu glauben, der Dritte ABC-Weltkrieg ließe sich vermeiden, solange diese Waffensysteme existieren – egal, ob er in 2, 20 oder 200 Jahren ausbricht. Wenn er erst vor der Tür steht, ist es zu spät! ABC-Waffen haben uns die Zukunft geraubt. Jede denkbare Zukunft ist besser als ein ABC-Weltkrieg.



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Der Widerspruch in der neuen "Institution der politischen Selbstständigkeit des Individuums" – Individuelle Verfassung vs alltägliches Leben


Wenn man die „Institution der politischen Selbstständigkeit des Individuums" (STRING) öffentlich für sich in Anspruch nimmt, dann ist das wie eine amtliche Verkündigung oder wie die Proklamation einer neuen Verfassung. Aber dieser Akt steht in Widerspruch zu unseren täglichen Bedürfnissen.

Denn faktisch können Menschen nicht als isolierte Wesen existieren: Für unser körperliches Überleben wie für unsere geistige Entwicklung sind wir durchgängig auf die anderen Menschen und auf die Gesellschaft angewiesen.

Und doch fordert dieser individuelle Akt genau das Unmögliche: Er verlangt, dass wir bereit sind, unsere existenziellen Abhängigkeiten von den anderen Menschen, von ihrer Arbeit und Solidarität bewusst in Frage stellen – nicht materiell faktisch, sondern wahrhaft gedanklich, indem wir uns den Dritten Weltkrieg als unausweichliches Schicksal vorstellen. Leider muss man davon ausgehen, dass er jederzeit passieren kann und dass wir dann grausam sterben - unsere Körper könnten sich von innen heraus auflösen, während das Bewusstsein noch zuschaut.

Solange ABC-Waffen existieren - in immer perfekteren und tödlicheren Varianten – kann die Milliardenfache Vernichtung von Menschen stattfinden. Wenn diese Waffen dauerhaft in der Welt sind, wird die Vernichtung irgendwann stattfinden. Eine offene Geschichte der Menschheit kann im Prinzip erst wiederbeginnen, wenn all diese Waffen vollständig abgeschafft sind.

Noch ist die geistige oder virtuelle Preisgabe des eigenen Lebens, die Real-Imagination des eigenen Todes angesichts des Dritten Weltkriegs vielleicht eine Chance oder ein letzter Strohhalm, um diesen zu verhindern. Wenn wir die Vorstellung unseres Todes zulassen, leben wir zwar weiter, aber erkennen unsere Nähe und Verfallenheit zu einem milliardenfachen Tod der allerschlimmsten Art.

Nur durch diese mental-reale Loslösung von unserem unmittelbaren Leben, von unserer Eingebundenheit in Familie, Nation und Ökonomie und von unserem Überlebenstrieb können wir einen universellen Standpunkt gewinnen, der es ermöglicht, aus den kollektiven Mechanismen auszusteigen, die mit fataler Automatik zum Dritten Weltkrieg hinführen. Wenn wir uns vorstellen, dass wir bald sterben werden, kann uns das frei machen.

Wenn wir unser Leben geistig und gefühlsmäßig aufs Spiel setzen, dann bleibt unser echtes Leben vor dem ABC-Krieg verschont! Das ist die Idee! Die Erde könnte sich sonst in einen Scheiterhaufen verwandeln, auf dem die Menschheit sich selbst verbrennt!

Die vorweggenommene Vorstellung des eigenen Todes verbindet sich mit der Möglichkeit, in unserer politischen Geschichte einen großen, wesentlichen Schritt nach vorne zu tun. Beides zusammen, die Initiation in der lebendigen Vorstellung des persönlichen Sterbens und die Institution der politischen Selbstständigkeit der einzelne Menschen verbinden sich zu einem Paket, mit dem wir uns vielleicht von dem abschüssigen Pfad, auf dem wir gehen, auf einen etwas sichereren Boden retten können.


Verdrängen


Jetzt im 21. Jahrhundert werden die letzten Zeitzeugen, die den Zweiten Weltkrieg noch als junge Erwachsene erlebt haben, hundert Jahre alt oder schon längst gestorben sein und mächtige Politiker beginnen wieder mit dem Feuer zu spielen. Die Friedensdividende des Zweiten Weltkriegs ist endgütig verbraucht.

Es gibt mittlerweile drei große Atommächte. Das ist ungleich instabiler als das bipolare System des Kalten Krieges. Dennoch leben wir in der Vorstellung, es wird schon nichts passieren, es bleibe noch Zeit. Oder es trifft doch nicht alle, wir bleiben verschont. Dieser Glaube gleicht fast dem Bergsteigen in extremen Höhen - oft geht alles gut, der Messner hat doch auch überlebt, bis man plötzlich tot ist. Man weiss das und verdrängt es - muss es verdrängen, solange man wieder hochsteigt.

Aber in unserem Fall ist Verdrängen oder der Glaube, man wird schon verschont bleiben, fatal. Beides erhöht die Gefahr eines infernalischen Endes mit Milliarden von Menschen, die röchelnd ersticken, während ihre Lungen verkohlen. Denn der ABC-Weltkrieg wäre von unserer Geschichte her gesehen keineswegs die große Ausnahme.


Der Normalfall – ABC-Weltkrieg als Fortsetzung der Kriegskultur der Menschheit??


Das Ziel ist, sich aus der Logik einer Kriegskultur zu lösen, die unsere Vorstellung vom Leben seit Jahrtausenden fundamental prägt. Denn: Wir Menschen wissen, dass wir sterblich sind.

Aus diesem Wissen der Sterblichkeit ist eine Ideologie hervorgegangen, die das eigentliche Leben ins Jenseits verlegt und die zwischen Gut oder Böse (Freund oder Feind) unterscheidet. Sie heroisiert das Sterben im Kampf und heiligt das Töten.

Um Missverständnissen vorzubeugen, es geht hier nicht um Religion!!

Die jeweiligen Machthaber können mit diesen Jenseits-Geschichten das Leben unzähliger Menschen (Freund und Feind) einem transzendenten Zweck im Namen des eigenen Kollektivs opfern (Heiliger oder Totaler Krieg).
Frage: Kann diese Ideologie auch noch für das atomare Höllenfeuer gelten, wenn Menschen nach Wasser schreien, während ihre Zungen zu schwarzen Klumpen verschmoren, und die Augen in ihren Höhlen schmelzen, bevor die Gehirne dahinter verkochen?

Wollen wir diesen kollektiven Mythen ihre gefährliche Macht nehmen, dann müssen wir sie durch eine Kultur ersetzen, die auf dem Individuum aufbaut. Das ist der Sinn, warum wir die „Institution der politischen Selbstständigkeit des Individuums" jeder für sich beanspruchen sollen. Dabei sollten wir uns der existentiellen Bodenlosigkeit oder der "Geistigkeit" dieses Aktes bewusst sein. Dann brauchen wir auch kein "Jenseits" mehr.

Die neue Ordnung politisch selbstständiger Individuen verlangt keine heroische Kampfbereitschaft, sondern die paradox entschlossene Selbstbefreiung unseres Geistes von den kollektiven Bindungen. Gesellschaft ist dann nur noch eine Bedingung unseres individuellen Lebens, aber kein Selbstzweck mehr. Wenn Milliarden Menschen diesen Schritt gehen, dann hätte die Menschheit die Chance, vom milliardenfachen Schicksal verbrennender, verstrahlter, vor Krankheit oder vor Gift zuckender, sterbender Körper verschont zu bleiben.

Sich diesen Atom-Tod als kommende Realität vorstellen, um das Leben zu gewinnen.

Es ist lebenspraktisch unmöglich, als Individuum ohne Gemeinschaft, ohne das ineinandergreifende Zusammenwirken sehr vieler Menschen zu überleben – aber politisch-institutionell ist die Vereinzelung genau der notwendige radikale Schritt, den wir zum Überleben brauchen.

Nur wenn wir bereit sind, die Idee einer den Tod gebärenden staatlich-kollektiven Realität absolut ernst zu nehmen, die keine Zukunft mehr hat, dann gäbe es die Chance auf eine Welt ohne ABC-Waffen entstehen und wir könnten die Realität unserer Zukunft wiedergewinnen.
Und nocheinmal. Angst behindert das Denken. Lebendige Vorstellungskraft ist gefragt, um die richtigen Schlüsse aus der Zukunft zu ziehen.

WIE SOLL DIE ABSCHAFFUNG DER ABC-WAFFEN GESCHEHEN???


Die Lösung: Es kommt auf die Zivilisten an


Was wir brauchen, ist die stille Revolution der Zivilisten: Die hier vorgestellte Aufforderung zu einer „wesentliche Initiation" durch eine echte Begegnung mit dem Tod ohne zu sterben, die nicht uns selbst, aber unsere Angst vor dem Tod sterben lässt, ist ein Aufruf an alle Zivilisten der Welt. Wir dürfen diese Fähigkeit nicht den Militaristen überlassen!! Denn deren Feindschaften „Wir gegen Die" führen in den Selbstmord unserer Spezies.
Mit Angst um unser Leben können wir die Militaristen nicht aufhalten.


Zivilisten aller Länder, vereinigt Euch! Es geht ums nackte Überleben!


Die sanfte Macht der Milliarden Menschen ohne Waffen!


Die Idee ist folgende: Wenn erstens unsere fatale Situation mehr und mehr von den Menschen überall auf der Erde bewusst wahrgenommen wird, insbesondere von denen ohne große Macht in der Gesellschaft, und wenn wir zweitens erkennen, dass die politischen Akteure mit ihren Waffen in ihrem System und ihrem Denken gefangen sind – dann wird klar, WIR machtlosen Zivilisten sind die Einzigen, die das Steuer noch herumreißen können. Wir müssen Formen finden, unsere informelle Macht als Milliarden einzelne Menschen in die Waagschale zu werfen - Wir, die wir uns mit unserer Angst vor dem Tod nicht mehr erpressen lassen und die wir allem voran unsere Kinder und Enkelkinder friedlich aufwachsen sehen wollen.

Unsere grundsätzliche Bereitschaft zu sterben, weil der ABC-Weltkrieg die Alternative ist, und unser klarer Wille für eine Welt ohne den militärischen overkill und ohne all die Waffe muss derart überwältigend sein, dass kein Widerspruch mehr sinnvoll erscheint.

Was dann? Verschrotten die Großmächte plötzlich ihre Bomben und Bomber?? Werfen sie alle ihre H-Raketen, ihre Viren und Gifte, ihre Panzer und Gewehre auf den Müll??

Wer hat bessere, zusätzliche Ideen? Ohne Ideen wird es sicher nicht gehen! Oder mit Verzweiflung? Alle Staatsvölker entziehen ihrem jeweiligen Militärisch-Industriellen Komplex das Geld??
Wir müssen eine unglaublichen Wirbel veranstalten. Die guten Mächte der Welt helfen nur, wenn wir uns selber helfen!!

Aber, ganz ehrlich, es sieht tatsächlich nicht sehr gut aus für uns Menschen!

Morituri te salutant! -
Die Todgeweihten grüßen dich, Oh Schicksal!


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Eine Weltordnung?


Seit den ersten Imperien – spätestens seit Alexander dem Großen – lebt die Menschheit mit dem Traum, sich zu vereinen.

Doch dieser Traum wurde viel zu oft durch Gewalt zu verwirklichen gesucht: durch Krieg, Unterwerfung, Eroberung. Die oft sehr chaotische und grausame Dynamik des Krieges wird fataler Weise bisher nicht durch die Vernunft und nicht durch die Bedrohung durch einen ABC-Weltkrieg gestoppt, obwohl dieser dem Einigungsziel diametral entgegensteht. Denn welche Einheit der Menschheit könnte ein ABC-Krieg noch hinterlassen? Die Einheit der auf grausamste Weise Getöteten?

Oder Indien und Pakistan bleiben vom Dritten Weltkrieg verschont, rüsten ab, besiedeln leere, nicht verstrahlte Räume und beginnen eine neue Weltherrschaft - vorausgesetzt es gibt keinen nuklearen Winter? Aber Muslime und Hindus, ob die sich einig werden?? Nicht sehr wahrscheinlich!

Die Institution politischer Individualität ist der alternative Weg zu einer Zivilisation aus individueller Freiheit, lebensermöglichender Lokalkultur und ideeller Weltgemeinschaft ohne Machtaspekte, wenn das Führen von Kriegen im Kleinen wie im Großen Geschichte geworden ist!

Dieser Weg führt nicht über Herrschaft (und ABC-Krieg), sondern über die Anerkennung jedes Einzelnen als Träger eines universellen politischen Status – unabhängig von Herkunft oder Zugehörigkeit – den wir uns nicht zuletzt durch die Freiheit eines bewusst vollzogenen „Zweiten Tod, ohne zu sterben" (Initiation) erwerben können.


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Schluß – Wenn Gewalt in den Tod führt, wo liegt dann die Macht


Unsere Waffe ist die Verweigerung: Milliarden, die sich weigern zu kämpfen, zu produzieren, zu gehorchen - eine sanfte Macht, gegen die keine Bombe ankommt.

Wenn sechs Milliarden Zivilisten gleichzeitig nicht mehr von ihrer Angst vor dem Tod dominieren lassen und alle von ihrer Mission begeistert sind, entsteht eine informelle Weltmacht, die stärker ist als alle Armeen zusammen.

Die wahre Macht liegt nicht in den Händen der Wenigen mit Waffen, sondern in den Köpfen der Vielen ohne Waffen - sobald sie nicht mehr an ihre Todesangst glauben.

Eine Weltgemeinschaft der friedlichen Todesmutigen: Das ist die einzige Macht, die den Mächtigen wirklich gefährlich werden kann.

Normale Menschen können durch Überwindung ihrer Todesangst gemeinsam eine Macht entwickeln, die stärker ist als die Bedrohung durch Gewalt.


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Schlagworte

„Nur wer bereit ist zu sterben, ohne zu sterben, kann frei von der Gewalt leben."

„Die Wahl ist einfach: Entweder wir sterben geistig für das Leben - oder wir sterben physisch durch den Krieg"

„Eine andere Welt ist möglich. Sie beginnt mit dem Tod unserer Angst vor dem Tod"

„Habt ihr den Mut, euch euer eigenes Sterben vorzustellen, um das Sterben der Menschheit zu verhindern"

„Die politische Selbstständigkeit des Individuums: ein geistiger Akt gegen das Ende aller geistigen Akte"

„Stirb virtuell - oder stirb real. Wähle!"

„Die wahre Utopie ist nicht Abrüstung - sondern dass es noch Menschen gibt, die abrüsten können"

„Kollektiver Überlebenstrieb als Todesfalle - individuelle Todesbereitschaft als Weg zum Überleben"

„Utopisch ist nicht eine waffenlose Welt - sondern eine Welt mit Menschen"



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KI-Analyse der STRING Theorie




Seit die Anzahl der Menschen immer weiter wuchs und seit sich die Formen des Lebensunterhalts der Menschengruppen immer mehr entwickelten und unterschieden, machte es plötzlich Sinn, die Nachbarn zu überfallen, zu töten und auszurauben. Etwa seit der letzten Eiszeit tritt die Menschheit langsam in das Zeitalter des "homo anus" ein.
Irgendwann wurde das Überfallen, Versklaven, Foltern und Töten zum florierenden Geschäftsmodell. Die Angst wurde allgegenwärtig. Alle Gesellschaften mussten sich davor schützen, indem sie selbst gewalttätig wurden.
Die Höhepunkte des "homo anus"-Zeitalters erleben wir die letzten ca. 4000 Jahre bis heute.

Siehe dazu auch DER TOD im LEBEN in den Zeiten der ABC WAFFEN




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Angst behindert das Denken. Lebendige Vorstellungskraft ist gefragt, um die richtigen Schlüsse aus der Zukunft zu ziehen.

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Annäherung an die Zukunft (4)



Von der Abschaffung der
Massenvernichtungswaffen durch Überwindung kollektiver Macht



Institution der politischen Selbstständigkeit des Individuums


Eine weiter ausholende Diskussion der STRING-Idee



1. Geschichte

Der Philosoph Baron de Montesquieu (1689-1755) schrieb in seinem Werk "Der Geist der Gesetze" (1748), dass es Freiheit in einem Staatswesen nur geben kann, wenn es neben der Legislative und der Exekutive eine dritte unabhängige Gewalt gibt, die Judikative. Die Könige und Kaiser seiner Zeit nahmen davon keine Notiz. "L´État, c´est moi!" sagte angeblich der Sonnenkönig Ludwig der 14. (1638-1715).

Als John Locke (1632-1704) seine Gedanken zum Schutz des Privateigentums vor dem Zugriff der staatlichen Macht oder der Fürstenmacht als eines Grundrechts formulierte, ließen sich die zeitgenössischen blaublütigen Fürsten und Könige davon nicht beeindrucken. Der Gedanke allgemein-menschlicher Grundrechte lag ihnen fern.

1762 veröffentlichte Jean-Jacques Rousseau (1712-1778) sein berühmtes Werk "Gesellschaftsvertrag". Darin prägte er den Begriff der Volkssouveränität. Es musste erst die französische Revolution, die Schreckensherrschaft des irregeleiteten Robespierre, die Napoleonischen Kriege und das Hin und Her immer neuer Könige und Kaiser vergehen, ehe dieses Werk eine Chance bekam, die reale Staatsverfassung grundlegend zu beeinflussen.

Denn in Frankreich dauerte es bis 1871, bis nach der Niederlage gegen das zukünftige Deutsche Reich, als endlich die Ideen und Prinzipien von Montesquieu, Locke, Rousseau u.a. die Entstehung einer republikanischen Staatsverfassung leiten konnten. Frankreich war dann die einzige Republik in Europa zu dieser Zeit. Wieviel Gewalt und Krieg war bis dahin geschehen?!

In England konnte sich das Bürgertum schon früher eine gewisse Unabhängigkeit von der Krone erkämpfen. Seit 1688 ist das Land eine konstitutionelle Monarchie, in der das Parlament eine gewisse politische Macht innehat.
Die nicht zuletzt von Engländern besiedelten amerikanischen Kolonien nahmen diesen Ball der politischen Emanzipation auf, erklärten nach Streitereien und Krieg 1776 ihre Unabhängigkeit vom Mutterland England und gründeten eine Republik, die U.S.A..

Deutschland war der schwerste Fall. Man mag an die unzähligen Toten, Ermordeten, Verletzten und Traumatisierten aus zwei sinnlosen Kriegen nicht denken. Man muss sich fragen, ob die Menschen damals in Mitteleuropa zurechnungsfähig waren?
Erst nach 1945 konnten die Prinzipien demokratisch-republikanischer Rechtsstaatlichkeit in diesem Land einigermaßen soliden Boden finden.

Für jedes Land auf der Erde läßt sich eine Befreiungsgeschichte gemäß den Ideen der Demokratie erzählen. Oft war es eine Befreiung von extrem grausamer Kolonialherrschaft. Bis heute folgt dann manchmal eine Geschichte des erneuten Verlustes der Freiheit. Fast immer spielt Gewalt, Revolution oder Krieg eine desaströse Rolle.

Müssen manche fortschrittlichen Gedanken erst Jahrhunderte warten, bis sie politische Realität werden können?
Können die Beharrungskräfte der alten Ordnungen nur nach entsetzlichen Krieges- und Gewaltexzessen entmachtet werden?


2. Der einzelne Mensch als politische Institution

Hier soll eine neue politische Institution vorgestellt werden, die "Institution der politische Selbstständigkeit des Individuums". Sie ist aus der Erkenntnis entstanden, dass in der gegenwärtigen Epoche die Welt politisch und insbesondere militärpolitisch über die einzelnen Nationalstaaten hinauswächst.
Worum es dabei nicht geht, ist eine neo- oder pseudoliberale Kritik an politischen Regeln. Worum es geht, ist die internationale Welt allen Menschen in die Hand zu geben, denn: ABC-Massenvernichtungswaffen sind keine geeigneten Mittel, um Konflikt zwischen Staaten zu lösen! Also müssen die Staaten von diesen Waffen erlöst werden.

Man kann sich keinen Nationalstaat vorstellen, der seine souveräne Macht über die ganze Welt ausdehnen und eine globale politische Ordnung schaffen könnte, um dann die ABC-Massenvernichtungswaffen abzuschaffen. Denn davor stünde ein selbstzerstörerischer Krieg unter Verwendung eben dieser ABC-Massenvernichtungswaffen.

Es ist ein fataler und unendlich gefährlicher Zustand, dass Nationalstaaten in potentieller oder manifester Konkurrenz oder Feindschaft zu anderen Nationalstaaten stehen. Denn das bedeutet, es existiert ständig eine latente Kriegsgefahr und die ABC Massenvernichtungswaffen können nicht abgeschafft werden.

Zudem, wenn eine der Atommächte glaubt, ins Hintertreffen zu geraten oder dass sich die anderen großen Mächte gegen sie zusammenschließen, könnte sie sich zu einem Präventivschlag hinreissen lassen.

Es gibt weitergehende Aspekte:
Was würde jemand mit den Eigenschaften eines Adolf Hitler mit ABC Waffen machen?
Man weiss, dass es im "Kalten Krieg" auf beiden Seiten Generäle gab, die die Atomraketen gerne in einer realen Kriegssituation getestet hätten.
Die Bemühungen um taktische Atomwaffen zeugen von dem Glauben, Krieg begrenzen zu können. Lokal mag das möglich sein - aber nicht, wenn es um die ganze Welt geht.
Sicherlich würde ein Gebrauch der ABC Waffensysteme nicht aus durchschnittlichen Gründen erfolgen. Doch die Geschichte kennt genug Beispiele von exzessiven Gewalt- und Kriegsereignissen.
Solange diese Waffensysteme existieren, können sie warum auch immer angewendet werden!

Dabei würden in einem großen Krieg mit ABC-Waffen kaum alle Menschen sofort getötet werden. Aber der Fortschritt der Weltzivilisation, wie wir ihn heute kennen, würde enden. Neben den direkt Getöteten würden Milliarden Menschen an den unübersehbaren Folgewirkungen dieser Katastrophe erkranken oder sterben. Über die ökologischen und ökonomischen Verwüstungen kann man gar nicht vernünftig nachdenken. Alleine die Möglichkeit dieser unermesslichen Zerstörungen stellt die ganze jetzige Welt in Frage. Wer will einen nuklearen Winter mit weltweiten Ernteausfällen sicher ausschließen?

Aus diesem Grund gibt es praktisch und theoretisch keinen anderen Weg, als eine neue Instanz, eine Institution zu schaffen, die nicht in die Machtpolitik der Staaten involviert ist und die einen Ausweg aus dieser Falle eröffnen kann.
Aber alle bisherigen Versuche, transnationale oder transstaatliche Instanzen zu schaffen haben nie zu etwas geführt, was auch nur annähernd so mächtig und mit Autorität versehen ist, als die (großen) Staaten selbst. Daher herrscht in der zwischenstaatlichen „Welt“ nach wie vor DAS RECHT DES STÄRKEREN als ultima ratio, gebremst nur durch die Abschreckung mit ABC Massenvernichtungswaffen.
Weil das auf Dauer zu gefährlich ist, dürfen Friede und die Freiheit der Welt nicht mehr von dieser gegenseitigen "kalten" Bedrohung großer Militärmächte mit totaler Zerstörung abhängen.

Frage: Können die Menschen in ihrem alltäglichen Leben lernen, den Frieden und die Freiheit der Welt zu garantieren und dadurch die Abschreckungsmacht der Waffen überflüssig zu machen?

Weil unsere Weltzivilisation ist derart überpotent geworden, könnte das schwächste Glied allen politischen Handelns, der einzelne und im traditionellen Sinn machtlose Mensch gerade die Instanz sein, durch die unsere sich überschlagende Zivilisation wieder ein angemessenes Maß finden kann, um sich nicht ad absurdum und ad exitum zu führen.

Die Menschheit als politische Entität ist ein Novum, das alle historischen Grenzen sprengt. Denn die Menschheit ist nicht als partikulares Kollektiv mit Mitgliedern und Nicht-Mitgliedern zu konzipieren oder darzustellen. Sie hat schlicht keine Nicht-Mitglieder ausser ihr!!
Über das theoretischen Reden von allen Menschen oder der Menschheit hinaus exisiert sie politisch praktisch nur negativ, nämlich als die biologische Art, die durch politische Aktionen einzelner Mitglieder dieser Art ausgelöscht werden kann.
Daher erscheint die Abschaffung der ABC Massenvernichtungswaffen als große kollektive Aufgabe für die Menschheit. Aber die Menschheit ist keine handlungsfähige politische Entität. Dies ist ein weiterer Grund dafür, diese Aufgabe zu einer individuellen Aufgabe machen - letztenendes eine Aufgabe von aller einzelnen Menschen, die darüber zu politisch individuellen Personen werden.

Für einen so grundlegenden zivilisatorischen Neuanfang braucht es ein neues Selbstbewusstsein der Menschen. Dazu soll ihnen die neue grundlegende Institution politischer Individualität verhelfen. Sie ist eine Art basisdemokratische Monarchie - jeder Mensch ist sein eigener Souverän und beherrscht sich selbst! Jeder trägt dadurch die politische Grundlage der Weltgesellschaft.
Nicht ein Führer, ein Genie oder die Technologie kann die Menschheit befreien. Jede Person verkörpert unabhängig von ihrer Familie, von ihrem Kollektiv, ihrem Staat, unabhängig von ihrem Vermögen in der Defensivität des Einzelseins das Heldentum der Zukunft!


3. Nie wieder Anarchie!

Der Vorschlag individueller Souveränität zielt definitiv nicht auf eine falsche verstandene Freiheit der einzelnen Personen von den Regeln der Gesellschaften, in denen sie leben. Von Anarchie profitieren nur die Brutalsten und ihr Recht des Stärkeren. Dieser Vorschlag zielt auch nicht auf die Vereinzelung der Menschen. Der Mensch bleibt immer ein "zoon politicon", ein politisches und soziales Lebewesen. Solidarität (Liebe) ist das höchste menschliche Gut.
Der Vorschlag zielt vielmehr auf die globale machtpolitsche Situation. Die große Aufgabe ist es, die Macht der mächtigsten Nationalstaaten und ihres Führungspersonal in Frage zu stellen und zu überwinden, da sie mit den ABC Massenvernichtungswaffen das menschliche Leben bedrohen.

Denn wie man auch immer zu dieser hier vorgetragenen politischen Idee und zu den Argumenten steht, die Frage steht immer im Raum, ob es wieder eine Serie von kollektiven Gewaltexzessen der schlimmsten Art braucht, bevor die Menschen bereit sind, ihr gemeinsames Leben zeitgemäß zu gestalten? Braucht es zuerst den Krieg, damit die Menschen danach genug davon haben, um endlich wieder auf ihre Friedlichkeit zu vertrauen? Es wäre ein Krieg mit ABC Waffen!

Gerade die Mächtigsten der Welt halten an einem mittelalterlichen Menschenbild fest, weil es ihnen im Moment nützt. Auch sie sollten davon ausgehen, daß ein ABC-Weltkrieg ihnen nichts Gutes bringt.

Die neue individuelle politische Institution soll diese Mutter aller menschengemachten Katastrophen verhindern, indem sie der Kollektivität jeglichen Mythos nimmt. Jeder Mensch kann lernen, diese Institution auf seine ganz eigene persönliche Art zu verkörpern. Und alle werden langsam lernen, das Zusammenleben mit ihren Mitmenschen auf der Basis dieser neuen Institution zu gestalten. Da niemand mehr über Millionen andere herrscht, ist die große militärische Macht, wie sie heute existiert, obsolet.

Trotzdem werden Polizei, Gerichte und Sanktionsmittel immer notwendig sein, um z.B. den gehörnten Ehemann, der seinen Nebenbuhler tötet, zur Rechenschaft zu ziehen. Leute, die andere Menschen böswillig schädigen, werden nie aus der Welt verschwinden. Auch nicht die manchmal tragischen Verwicklungen von menschlichen Schicksalen.

Das Zusammenleben der Menschen braucht Regeln und Institutionen. Eine Klinik oder die Feuerwehr brauchen eine hierachische Struktur. Diese sachlich begründeten Strukturen sind aber nicht zu verwechseln mit den formellen und informellen Hierarchien im Rahmen von ganzen Gesellschaften.
Die Aufgabe ist es, künftig zu verhindern, dass die Macht solcher Regeln, Institutionen und Hierarchien im Großen missbraucht werden kann und dadurch Millionen oder Milliarden von Menschen ins Unglück stürzt. Die Methode der Wahl dafür kann nur sein, alle Kollektivität zu verkleinern und in ihrer Bedeutung radikal zu relativieren.
Das ist eine grundsätzliche Beschränkung jeder Art von gesellschaftlicher Macht. Man kann das als eine weitere Form der Gewaltenteilung interpretieren.
Kollektivität wird dann nicht mehr von einem in der jeweiligen Geschichtsepoche zufällig bestehenden Kollektiv wie z.B. einem Reich oder einem Staat her gedacht. Sie wird vielmehr vom einzelnen Menschen her konzipiert und gestaltet.

Die Institution der "Politischen Selbstständigkeit des einzelnen Menschen, des Individuums" ist ein Verfassungsgrundsatz. Sie soll die Reihe der demokratisch-republikanischen Institutionen abschließen, die sich im modernen Rechtsstaates entwickelt haben. Sie beinhaltet die persönliche politische Souveränität eines jeden Menschen für sich selbst.

Damit soll erstens erreicht werden, dass die politische Souveränität nicht mehr an die geschichtlich zufällig entstandenen Nationalstaaten gebunden bleibt. Politische Souveränität hat nicht mehr ein Territorium als Voraussetzung. Die souveränen Individuen können ihr kollektives Zusammenleben freier gestalten, weil die Kollektivität nicht mehr Träger der Souveränität ist, sondern ihnen, den Menschen dient.
Natürlich müssen sich die Menschen dann immer wieder einig werden, wenn keiner mehr von oben bestimmt, wo es lang geht. Der Interessensausgleich wird immer zu Belastungsproben führen und niemals ideal gelingen.
Dieser schwierige Lernprozess funktioniert sicher besser, wenn alle ihn bewältigen müssen, weil die Welt ihren hierarchischen und kollektivistischen Zuschnitt verloren hat.

Zweitens soll durch die individuelle Souveränität der rationale Charakter der modernen rechtsstaatlichen Institutionen maßgeblich durch die subjektive persönliche Verantwortung ergänzt werden. Indem die politische Gestaltung des Zusammenlebens nicht mehr primär in der Macht von funktionalen Aufgabenträgern, sondern wesentlich in der Hand eines jeden von uns liegt, ist sie näher bei den Menschen.

Das Wichtigste in der Welt ist nicht mehr das Kollektiv, nicht mehr die Macht oder die soziale Stellung im Kollektiv. Denn die individuellen Personen besitzen eine eigene politische Bedeutung, über die es keine höhere Bedeutung gibt.
Die kollektive Institutionen haben dann im wesentlichen nur noch Dienstleistungscharakter. Ihr Zuschnitt wird flexibler. Die Gesellschaft wird freier.
Es werden viele Ressourcen und Fortschrittskräfte frei, die dem Ausbau der materiellen Stellung der Menschen im Leben und in der Welt dienen können sowie der Bewältigung ökologischer Herausforderungen wie z.B. die Folgen der Erderwärmung.


4. Ökonomie im Horizont individueller Selbstständigkeit

Ziel ist eine Wirtschaft, die jedem Menschen die materiellen Grundlagen für echte Wahlfreiheit sichert - frei von unerkennbaren existenziellen Abhängigkeiten, frei für selbstbestimmte Lebensentwürfe. Dafür ist der zivilisatorische Fortschritt in die Pflicht zu nehmen. Auch wenn dieses Ziel utopisch anmutet, ist es doch das einzige Ziel, das sinnvoll und dauerhaft tragfähig ist.

Die Institution der individuellen politischen Selbstständigkeit verlangt keine vorgegebene Wirtschaftsordnung. Aber sie setzt jedem ökonomischen System klare Grenzen: Es darf keine konzentrierte ökonomische Macht geben, die das Handeln freier Individuen systemisch einschränkt. Globale Finanzarchitekturen, Eigentumsverhältnisse und Produktionssysteme müssen sich daran messen lassen, ob sie strukturelle Gewalt verstärken oder konsequent abbauen.

STRING schafft keine ökonomischen Programme. Es schafft politische Bedingungen, unter denen zukünftige Menschen selbst entscheiden können, wie sie Produktion, Tausch, Infrastrukturen, Versorgung und Innovation organisieren wollen – auf eine Weise, die ihrer Selbstständigkeit gerecht wird.
Wenn die Menschen nicht mehr an die großen Mächte glauben und als politische Individuen die Führung über die Ökonomie übernehmen, hören sie auf, skalierbare Masse zu sein.

Nur eines ist unverzichtbar: Für gemeinsame Herausforderungen der Menschheit – etwa planetare Risiken, den Schutz der Lebensgrundlagen, Technologien, Wissenschaften, Medizin – sollte es Formen solidarischer Finanzierung und Kooperation geben. Wie diese aussehen, bleibt offen für weitere Gestaltung. Aber sie dürfen niemals zu Instrumenten zentralisierter Macht werden.


5. Gefühl und Verstand

Wir Menschen werden von Gefühlen bestimmt, genauer vom Stammhirn, das uns z.B. mitteilt, wo Gefahren lauern oder wem wir vertrauen können. Leider senden die ABC Massenvernichtungswaffen keine solchen Signale aus, die unser Stammhirn aktivieren könnten. Es ist leicht, sie zu ignorieren, weil ihre Zerstörungskraft jenseits alles Normalen, Vorstellbaren ist.
Ihre Gefahr läßt sich nur mit dem Verstand begreifen. Man muss sich die Vorstellungskraft dafür erarbeiten, was da genau unser Leben bedroht. Gerade für die virtuelle "Stunde Null" nach einem potentiellen Dritten Weltkrieg brauchte es geistige Imaginationskraft. Weil aber die Menschen im Alltag oder in Ideologien feststecken, blenden sie alles andere aus. So sitzt die Menschheit in einer Falle.


6. Revolution der Mentalität

Die Geschichte hat zu oft gezeigt, dass gewaltsamen Revolutionen uns nicht mehr helfen können. Denn die neuen politischen Avantgarden werden im Handumdrehen die Macht an sich reissen, solange es große bewaffnete Kollektivstrukturen gibt, die missbraucht werden können.

Der Prozess der Veränderung darf nicht abrupt sein. Es nützt nichts, die bestehenden politischen Ordnungen radikal über den Haufen zu werfen. Das würde den Menschen extrem schaden, die Arbeit und Einkommen brauchen, Nahrung und Unterkunft, ärztliche Versorgung und vieles, vieles mehr.
Im konkreten gesellschaftlichen Leben darf es nur einen langsamen Transformationsprozess geben. Dieser Prozess muss von "unten" gestaltet werden, nicht von "oben"!

Die eigentliche Revolution geschieht in der Mentalität der Menschen, wenn sie lernen zu verstehen, dass "ihr" Staat, "ihre" Nation, keine Garantie für die Zukunft mehr sind. Selbst wenn diese Kollektive jetzt noch die politische und für manche eine "heilige" Ordnung darstellen, selbst wenn wir in unserem alltäglichen Leben vielfach von ihnen abhängig sind, ist ihre Geschichte vorbei. Denn die Macht selbst der größten Staaten im globalen Maßstab ist begrenzt. Daher können sie den finalen ABC-Krieg nicht verhindern. Aber gerade die größten und wichtigsten können ihn herbeiführen.

Alle verfassten, partikularen Kollektive, die im globalen Rahmen in letzter Konsequenz immer auf dem Primat der Macht beruhen, sind zu Sargnägeln der Menschheit geworden. Denn die ABC Massenvernichtungswaffen können nur abgeschafft werden, wenn die Freiheit eine reale und verlässliche Größe im Leben der Menschen geworden ist, die weder durch Diktatur und Gewalt noch durch Armut in Frage gestellt wird.

Ist es also vermessen, die ideelle Macht, die Macht des Geistes ins Feld zu führen, um die Staaten, die über die ABC Massenvernichtungswaffen verfügen, dazu zu bewegen, zusammen ihre Waffensysteme abzuschaffen?

Ein großes politisches Ziel ins Auge fassen, das die Welt in eine neue Ära bringt, könnte ein ideelles Momentum erzeugen. Die "Institution der politischen Selbstständigkeit des Individuums" ist so ein Ziel! Durch sie kann das Ensemble an Institutionen, das man im weitesten Sinne demokratisch-republikanischen Rechtsstaat nennt, flexibler, lokaler, kleiner, kontrollierbarer werden und die Bindung an den nationalistischen Kollektivismus verlieren.

Die Proklamation dieser Institution soll in einem ersten Schritt als Idee wirken und eine Art geistiger benchmark oder ein Schlüssel sein, um einen Raum des politischen Denkens in die Zukunft zu öffnen, der auf die Freiheit verweist.

Wenn der Fokus der Weltzivilisation weg von der partikularen Kollektivität hin zur politischen Individualität gerichtet wird, dann kann eine neue Art von Universalität entstehen, die direkt vom Menschen, von jedem Menschen und seiner Sprache repräsentiert wird.

Gerade weil diese Veränderungen nur unter dem Zeichen der Freiheit möglich sind, kann man nicht genau vorhersehen, wie sie im Einzelnen vor Ort und in der Zukunft gestaltet werden. Die Vorstellung ist falsch, dass man erst die materiellen, praktischen Probleme lösen muss, bevor ein politischer Fortschritt denkbar ist.

Der geistigen Welt eines jeden Menschen einen substantiellen politischen Wert zuzuerkennen, das wird die größte Revolution der Geschichte sein. Insbesondere soll jeder Mensch sich diesen Wert selbst zuerkennen und sich um die entsprechende Mentalität bemühen.

Keine atomare Macht kann man direkt zwingen, ihre ABC-Waffen zu verschrotten. Aber im Zeichen dieser Revolution der Mentalität muss die politisch-zivilisatorische Entwicklung in einer Weise voranschreiten, die jede Art von größerer gesellschaftlicher Machtkonzentration irgendwann als lächerlich gestrig wirken läßt. Das Leben der einzelnen Menschen soll so eigenständig, vielseitig und individuell werden, dass Machtausübung über hunderttausende oder Millionen von Menschen nur noch als primitiv und inadäquat erscheint.

Mit partikularer politischer oder ökonomischer Macht oder durch das "Recht des Stärkeren" (durch den Gewinner eines Krieges) ist der weitere Weg der Menschheit jedenfalls nicht mehr zu gestalten.
Wer große Macht innehat, mag einen Teil der heutigen Welt beherrschen. Aber er kann nicht für die Zukunft stehen!



Kurzfassung:


Die Institution der politischen Selbstständigkeit des Individuums STRING

Das Kernproblem

Die Menschheit steht vor einer existenziellen Bedrohung durch ABC-Massenvernichtungswaffen, deren Kontrolle in den Händen konkurrierender Nationalstaaten liegt. Diese Situation schafft eine permanente latente Kriegsgefahr, die potenziell in einem globalen Vernichtungskrieg enden könnte.

Die grundlegende Erkenntnis

Die bisherigen Versuche, transnationale Instanzen zu schaffen, haben keine Autoritäten hervorgebracht, die mächtig genug wären, die Souveränität der Nationalstaaten wirksam zu begrenzen. Der Frieden der Welt hängt nach wie vor von der gegenseitigen Abschreckung durch Massenvernichtungswaffen ab – ein auf Dauer unhaltbarer Zustand.

Der Lösungsansatz: STRING

Die "Institution der politischen Selbstständigkeit des Individuums" soll als neue grundlegende politische Institution etabliert werden – eine Art "basisdemokratische Monarchie", in der jeder Mensch sein eigener Souverän ist. Der Eigenname "STRING" wurde bewusst und persönlich gewählt: kurz, einprägsam und assoziationsreich – er erinnert an Musik oder an eine physikalische Theorie des Universums. Jede Person ist kann sich ihren eigenen Namen für eine individuelle Institution geben.

Kernpunkte

Verlagerung der Souveränität: Von den historisch zufällig entstandenen Nationalstaaten hin zum einzelnen Menschen
Primat des Individuums: Die einzelne Person wird zur fundamentalen politischen Einheit
Relativierung der Kollektivität: Kollektive Strukturen werden nicht abgeschafft, aber grundsätzlich verkleinert und in ihrer Bedeutung relativiert
Ergänzung des Rationalen: Der rationale Charakter moderner rechtsstaatlicher Institutionen wird durch die subjektive persönliche Verantwortung maßgeblich ergänzt

Kernunterschiede zum Status quo

Neue Universalität: Eine vom einzelnen Menschen repräsentierte Universalität ersetzt die partikulare Kollektivität
Dienstleistungscharakter kollektiver Institutionen: Kollektive haben keinen Selbstzweck mehr, sondern dienen den souveränen Individuen
Transformation statt Revolution: Kein abrupter Umsturz, sondern langsamer Transformationsprozess von "unten"
Revolution der Mentalität: Die eigentliche Veränderung vollzieht sich im Denken der Menschen

Ziel und Vision

Diese neue Institution soll einen Weg eröffnen, die ABC-Massenvernichtungswaffen abzuschaffen, indem sie eine Alternative zur zwischenstaatlichen Machtpolitik bietet. Sie strebt nicht nach Anarchie oder Vereinzelung, sondern nach einer neuen Form globaler Ordnung, in der:

Die individuelle Freiheit zur verlässlichen Größe im Leben aller Menschen wird
Machtkonzentrationen über Millionen von Menschen als anachronistisch erscheinen
Die geistige Welt jedes Menschen substantiellen politischen Wert erhält

Die Ökonomie darf nicht mehr Kollektiven dienen, sondern dem (allen) politisch selbstständigen Individuen.

Letztlich geht es darum, die drohende Selbstzerstörung der menschlichen Zivilisation abzuwenden, indem der "schwächste" Akteur – der einzelne Mensch – zur fundamentalen Instanz wird, die unserer übermächtigen Zivilisation wieder ein angemessenes Maß gibt. Das Überleben der Menschheit ist die Utopie, STRING ist ein Weg dahin.




Kommentar zu STRING von Axel Ebert - wortwelt.at

>> danke für Deinen Hinweis zum Text auf Adstring.org. Ich habe ihn mit Gewinn gelesen. Für mich ist ein originärer und starker Gedanke dahinter sichtbar: Eine "Institution der politischen Selbstständigkeit des Individuums" ist eine spannende und weit gegriffene Perspektive. Auch Deine Einleitung zum „großen Mittag“ finde ich eine brillante Klammer für Deine Gedanken.

Natürlich kommt einem beim Lesen auch laufend der Gedanke, wie das denn umsetzbar sein könnte und gleichzeitig fallen einem dann mehr Gegen- als Pro-argumente ein.

Du hast aber alles Recht der Welt darauf hinzuweisen, dass man: "… irgendwo anfangen muss, wenn man etwas erreichen will, ist der erste Schritt, den zeitgenössischen Realismus in Frage zu stellen. …. Muss man nicht eine echten Schritt über den Ist-Zustand der Welt zumindest hinausdenken?!"

Ja, das finde ich auch. Denke auch, es gibt gute Blaupausen für solche weitreichenden - und zum jeweiligen Entstehungs-Zeitpunkt irreal erscheinenden Gedanken. Bei Deinem Text musste ich mehrfach ans Kants Altersschrift "Zum ewigen Frieden" denken. Sein Artikel wie: „Kein Staat soll sich in die Verfassung und Regierung eines andern Staats gewalttätig einmischen.“ hat die moderne Politik geprägt. Das Klang zum Erscheinungstermin (Ende des 18.Jh) absolut unrealistisch und verwegen – vielleicht sogar abwegig. Es hat aber angeblich das moderne Verständnis von Krieg als Unrecht begründet - was bis dahin kein Allgemeingut war. Steven Pinker schreibt auch würdigend darüber - glaube es war in Enlightenment Now.

Dein Grundgedanke hat möglicherweise die gleiche Reichweite - trotz oder gerade wegen des spontan möglichen Einwandgewitters. Gleichzeitig wünscht man sich beim Lesen natürlich möglichst viele Handreichungen in Form von Ideen, wie eine Transformation in die von Dir gewünschten Richtung aussehen könnte. z.B. als Weiterentwicklung Deliberativer Demokratie, die ja bereits auf "Herrschaftsfreien Diskus" setzt (Habermas aktuelle Schrift zum "Neuen Strukturwandel der … Gesellschaft" beschäftigt sich da hauptsächlich mit den Medien, erscheint mir aber recht fundiert).

Deine Zielvorstellung berührt natürlich viele Bereiche aus Politik, Psychologie, Soziologie, Gesellschaftstheorie, Konflikttheorie etc. Wenn Dir da weitere angrenzende Brücken-Theorien zu Deinem Ziel als Beispiele einfallen, wäre das natürlich hilfreich. <<




(21. Jahrhundert)











Weitere Aspekte zu STRING




Apropos Demokratie!

Es gibt sehr viele territoriale (nationale) Staaten auf der Erde. Manche sind Diktaturen, manche sind Teildemokratien, Pseudodemokratien, manche haben repräsentative Demokratie und Rechtsstaat relativ weitgehend verwirklicht.

Aber wir nehmen zur Kenntnis, dass sich Demokratien wieder in Teildemokratien oder Diktaturen verwandeln können, wenn die Mehrheit der Wähler das so will.

In jedem Fall ist festzuhalten, dass das zentrale politische Paradigma der gegenwärtigen Epoche der „nationale“ Territorialstaat ist und nicht eine repräsentative rechtstaatliche Demokratie.

Wenn wir die Gefahren der heutigen Welt verringern wollen, genügt es nicht, alle Staaten in Demokratien zu verwandeln. Man muss die Machtmissbrauchsmöglichkeiten des Staates und der Staatenwelt als solche überwinden.


Siehe dazu:

Demokratie und Atombombe







Exkurs: "Survival of the fittest" (Charles Darwin)

Darwins berühmter Spruch des "Survival of the fittest", der ursprünglich von Herbert Spencer stammt, beinhaltet eine große Ungewissheit. Erst im Nachhinein weiss man tatsächlich, wer überlebt hat, wer also der "Fitteste" war.

Daher kann man die Frage stellen, ob die letzten 15 000 Jahre Menschheitsgeschichte mit der sukzessiven Entstehung der heutigen Ultrahochzivilisation den homo sapiens wirklich zu dem "fittesten" Lebewesen auf der Erde gemacht hat, als das sich viele Menschen selbstverständlich sehen??

Ist der Mensch wirklich die mächtigste Art der Erde geworden, weil er viele andere Lebewesen ausrottet? Oder wird sich diese Art "zwischen Tier und Gott" im Zuge des Gebrauch ihrer unerhörten Fähigkeiten, die alle natürlichen Maßstäbe sprengen, selbst zugrunde richten? Ist sie also gar nicht die "fitteste" Art?

Es gibt einen kaum groß genug vorstellbaren Gegensatz zwischen der dummen menschenverachtenden Primitivität, in der die Politik unserer Zeit durch einen großen Einsatz der ABC-Massenvernichtungswaffen münden kann, einerseits, und andererseits der unübertrefflichen Intelligenz und dem enormen geistigen Mut, die über Jahrhunderte akkumuliert zur Erfindung und Herstellung dieser Waffensysteme nötig waren und sind.

Diese zivilisatorische "Schizophrenie" läßt sich auch als Widerstreit verschiedener Regione des menschlichen Gehirns darstellen, Stammhirn = unmittelbare Gefahrabwehr und Neocortex = überzeitliche Wissenschaft. Das führt dazu, dass sich das abstrakte Wissen über extreme Gefahren, die aber nicht akut sind, und der natürliche Impuls, jetzt etwas gegen dräuende Gefahren zu tun, nur schwer verbinden lassen.

Diese "Schizophrenie" im Dasein des homo sapiens ist der Grund dafür, dass es alles andere als sicher ist, ob er die unglaublichen Innovationen der letzten zehntausend Jahre in den kommenden Jahrhunderte überleben wird.

Die Epoche der gegenwärtigen Hochzivilisation, die spätestens nach der letzten Eiszeit begann, wird mehr und mehr von einem Prinzip beherrscht, das man als das "homo anus"-Prinzip bezeichnen kann. Diejenigen Menschen, die die politischen Verhältnisse am maßgeblichsten bestimmen, sind zugleich diejenigen, die die geringste Emphatie und Rücksichtsnahme gegenüber anderen Menschen ausüben. Zugleich benötigen sie für das Erringen und behalten der Macht narzistische Eigenschaften.

Das liegt nicht an angeblich fest eingeprägten "bösen" Eigenschaften der Menschen, die es bei diesem in höchstem Maße von Kultur und Individualität geprägten Lebewesen schlicht nicht geben kann. Personen, die Macht haben, können privat liebevoll und emphatisch sein und zugleich ihrer kollektiven Funktion Massenmörder.

Das Problem liegt darin, dass sich Gesellschaften mit Tausenden, Millionen oder gar Milliarden von Mitgliedern nicht anders regieren lassen als emotional kalt und unter größter Missachtung der Einzelpersonen. Und das sog. Volk ist in keiner anderen Position. Jeder Mensch hat eine begrenzte Zahl anderer Menschen, denen er begegnet und vertraut. Alle anderen Menschen kennt er nicht und kann kaum persönliche Rücksicht auf sie nehmen.

In diesem Zusammenhang ist auch das unfassbar grausame Verhalten mancher Menschen gegenüber ihren Artgenossen entstanden, für das es im Tierreich kein auch nur entfernt vergleichbares Beispiel gibt.

Wenn sich der homo sapiens als nicht fit genug zum Überleben herausstellen sollte, könnte das daran liegen, dass bei ihm das Zusammenleben innerhalb der eigenen Art seit vielen Jahrtausenden nicht mehr nur von Zurückhaltung, Friedfertigkeit und sozialer Klugheit bestimmt wir.
Stattdessen dominieren viel zu oft Kampf auf Leben und Tod und das sog. "Recht des Stärkeren" als ultima ratio das Zusammenleben. Das hat zu einem absolut anomalen Gesellschaftszustand geführt, welchen englische Philosoph Thomas Hobbes mit der Formel: "Der Menschen ist des Menschen Wolf" charakterisiert hat.

Die Gleichzeitigkeit dieses anomalen Gesellschaftszustandes mit der Verfügung über ABC Massenvernichtungswaffen ist eine fatale, eine geradezu suizidale Kombination. Sollte sich der homo sapiens sapiens aber doch als fit genug zum Überleben herausstellen, dann weil es ihm gelingt, die tiefsitzenden Kulturen des Hasses auf "ferne" Menschen zu beenden, die zu Todfeinden erklärt werden, obwohl man sie nicht persönlich kennt.

Die überwältigende Gemeinschaftlichkeit, Solidarität, Liebe und Freundschaft, mit der sich Menschen überall auf der Welt gegenseitig helfen, mit der Menschen Kinder bekommen, sie großziehen und ihnen ins Leben helfen, all das gemeinsame Streben um Leben und Fortkommen in Familien, Städten und Völkern hilft der menschlichen Art heute alleine nicht mehr weiter. Nichts davon kann die Jünger des Kampfes und der totalen Feindschaft besänftigen oder befrieden. Nichts davon kann die Bedrohung durch die ABC Massenvernichtungswaffen aus der Welt schaffen.

Wenn hunderte von Millionen national-ideologisch übermotivierte Menschen gegen andere hunderte Millionen von derart übermotivierten Menschen, mit denen sie keinerlei persönlichen Kontakt haben, in einen sinnlosen ABC-Krieg ziehen, der die globalen Lebensbedingungen grundlegend ins Negative verändert, kann das im Sinne des Kriteriums "survival of the fittest" von Darwin als Beweis gewertet werden, dass der homo sapiens nicht fit genug ist zum Überleben.



Die Gegenargumente des politischen Realismus



Wenn man heutzutage Realist ist, dann ist man Pessimist! Wenn man etwas Positives denkt, dann ist es diesem Pessimismus abgetrotzt. "Du hast keine Chance, also nutze sie!" (Herbert Achternbusch)
Er ist überwältigend, der pessimistische Realismus!


1. Von dieser neuen individuelle Institution wird kein einziger Mensch satt. Keiner bekommt durch sie ein Dach über den Kopf oder Schutz vor Leuten, die ihm Böses wollen. Keines der drängenden praktischen Probleme der Gegenwart wird dadurch gelöst.

2. Wer sollte den nordkoreanischen Diktator dazu bewegen, seine Atomwaffen zu verschrotten?

3. Der Schritt zu einer politischen Institution des Individuums ist für die heutige Menschheit und für die heutige Welt zu groß, weil wir Menschen zu "klein" oder schwach sind für so viel Freiheit und Verantwortung.

4. Ein solcher Schritt unterstützt die Tendenzen zu Egoismus und Selbstgerechtigkeit, die heute immer mehr um sich greifen.

5. Viele Menschen sind durch Erziehung und Biographie, seelisch und ökonomisch auf Gedeih oder Verderb an ihre Kollektive wie Religionen, Nationen, Firmen, Clans, Sekten, Gruppen etc. gebunden, so dass sie gar nicht in der Lage sind, sich als unabhängige Individuen wahrzunehmen. Dafür sorgen nicht zuletzt die jeweiligen Machthaber.

6. Die neuen "Institution der politischen Selbstständigkeit des Individuums" ist durch ihre Abstraktheit für uns Menschen sehr schwer zu erfassen. Man verlangt vom Blick in die Zukunft, dass genau gesagt wird, wie es weitergeht.

7. Die modernen Gesellschaften und die Weltgesellschaft sind komplex organisiert und von hochprofessionellen Tätigkeiten in verschiedensten kollektiven Institutionen und Systemen abhängig.
Damit sind auch die allermeisten Menschen von diesen funktional differenzierten Verfahren und ihren Funktionseliten abhängig und zwar mehr als je zuvor in der Geschichte.

8. Es gibt unzählige arme, kranke und unfreie Menschen, die einen solchen Schritt zu individueller politischer Freiheit gar nicht wollen können, weil es für sie viel Wichtigeres, Essentielleres zu erkämpfen gilt.

9. Die alten Kollektivmächte und das "Recht des Stärkeren" sitzen noch fest im Sattel. Man nehme als Beispiel die riesigen Militärapparate: Sie geben überall auf der Welt vielen Menschen Lohn und Brot. Zwar verschwenden sie unfassbar große Mengen an Ressourcen (und produzieren entsprechend viel CO2) ohne wirklichen produktiven Nutzen. Aber auch das ist eine Art Wirtschaftskreislauf auf der Basis von Steuergeldern. Es war Dwight Eisenhower, der in seiner letzten Rede als US-Präsident vor dem militärisch-industriellen Komplex warnte. Der lebt auf der ganzen Welt (gut) von der Feindschaft der Nationalstaaten und dem Geltungsdrang der Machtpolitiker.

10. Ein weiterer Grund für den "realistischen" Zweifel an der menschlichen Fähigkeit zur Selbstbestimmung ist die Tatsache, dass diese Institution der "Politische Selbstständigkeit des Individuums" einem gängigen Menschenbild widerspricht, wonach "der Mensch des Menschen Wolf ist". Dieses Menschenbild ist sehr pessimistisch und trifft sicher nur auf eine Teil der Menschen zu. Die meisten Menschen sind eher nicht des anderen "Wolf", solange sie nicht am Abgrund stehen. Das Leben der Menschen auf der Erde könnte gar nicht ungleicher sein, es reicht sozusagen vom Militaristen im Generalstab oder vom Gang-Mitglied im Slum bis zur Nonne im Kloster oder zur Krankenschwester im Hospital. Die Menschen sind Kulturwesen und leben tausende verschiedene Menschenbilder! Sie leben sogar in ein und demselben Haus nicht das gleiche Menschenbild!

Aber die kollektiven Machthaber verbreiten das böse Bild des Menschen als "Wolf" des anderen und suchen nach Bestätigungen dafür: Man kann niemandem trauen! Dass das stimmt, dafür sorgen sie manchmal selbst. Aber auch politische Gewaltäter jeglicher Couleur kommen ihrer Agenda entgegen. Selbst von einem Zusammenbruch der Systeme würden sie eher profitieren. All das gibt den Machthabern auch in Demokratien die Möglichkeit, die Existenz von umfangreichen Sicherheitskräfte und Armeen zu begründen, die nicht zuletzt auch ihre Macht absichern. Sie haben das staatliche Recht und das "Recht des Stärkeren" auf ihrer Seite. Dagegen anzukämpfen wäre sinnlos.

11. Eine andere Version des negativen Menschenbildes: Der Mensch ist ein kleingeistiger Egoist, der nicht bereit ist, auch nur einen Millimeter über den Tellerrand seiner eigenen Lebensumstände und seiner Karriere zu schauen. Aber er ist bereit, mit allen Mitteln zu kämpfen, wenn er glaubt, man will ihm etwas wegnehmen.

12. Nicht nur die Mächtigen verhindern eine zivile Welt, auch ein großer Teil der Menschheit ist grundsätzlich eher bereit, andere bis zum bitteren Ende zu bekämpfen als mit ihnen Frieden zu schließen. Der Nationalismus hat zuerst den "Westen" und dann die ganze Welt in Stammeshorden verwandelt, die bereit sind, innere und äussere Feinde am Marterpfahl zu foltern oder den Nachbarstamm auszurotten.

13. - ?. Die Liste der Umstände und Aktivitäten, die die Welt in Atem halten und das Streben nach Emanzipation konterkarieren, läßt sich kaum abschließen: Die massiven Auswirkungen der Klimakatastrophe wie der Anstieg des Meeresspiegels oder der immer umfassendere Wassermangel, Flüchtlingsströme, Jahrtausende alte Gewaltkulturen, die organisierte Kriminalität, der aggressive Nationalismus, Diktaturen und Mehrheitsdiktaturen, die Schattenseiten des Kapitalismus, der liberale Individualismus, ökologische Zivilisationsschäden, ideologisches Schwarz-Weiss-Denken, mangelnde Bildung, Hass zwischen Religionen und Weltanschauungen, Hass zwischen Völkern, Konkurrenzdenken von Staaten und Führern, die vor dem Äussersten nicht zurückschrecken, ...
Und dabei sind die lokalen Lebensumstände in den Ländern und Regionen der Erde noch nicht mit einbezogen. Wie geht es den Menschen im zerbombten und entvölkerten Kriegsgebieten? Wie soll man die Überbevölkerung in vielen Ländern bewältigen?



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(hier können Sie Ihre Gegenargumente eintragen)


Wie sollen die Menschen unter diesen Umständen den gemeinsamen freien Geist entwickeln können, um die großen Mächte und Machtmenschen erfolgreich herauszufordern? Die Institution der "Politische Selbstständigkeit des Individuums" erscheint angesichts dieser(!) Menschheit kaum eine mögliche Option zu sein?

Da man aber irgendwo anfangen muss, wenn man etwas erreichen will, ist der erste Schritt, den zeitgenössischen Realismus in Frage zu stellen.
Was nützt ein Realismus, wenn er die Menschheit in den Dritten, den ABC-Weltkrieg führt? Muss man nicht eine echten Schritt über den Ist-Zustand der Welt zumindest hinausdenken?!

Die Erkenntnis, dass die Menschheit im Großen noch nicht reif ist für die "Institution der politischen Selbstständigkeit des Individuums" ist kein Argument dafür, nicht dort damit zu beginnen, wo es möglich ist - und sei es in kleinen Schritten.


Wolfgang Behr

(21. Jahrhundert)



STRING - Kurzfassungen, Ideen, Krititk

>> Reformulierungen und Ergänzungen











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