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"Meine Aufgabe, einen Augenblick höchster
Selbstbesinnung der Menschheit vorzubereiten, einen großen
Mittag, wo sie zurückschaut und hinausschaut, [...]"
aus
"Ecce Homo" von Friedrich
Nietzsche (geschrieben 1888)
Die Zeit, die Weltgeschichte, der Augenblick - Was Nietzsche uns sagen wollte!
Man weiss unglaublich viel über die
Vergangenheit der Menschheit. Und für die Zukunft
scheinen viele existentielle und politische Rahmenbedingungen
festzustehen, der Anstieg des Meeresspiegel z.B. oder die
immer größere Abhängigkeit von digitalen Systemen und der KI. Aber
vorherzusagen, was in 30 Jahren passiert, ist doch wenig
realistisch. Eine Aufgabe zu definieren, die auf der Höhe
der Zeit ist - z.B. weltweite Abschaffung der ABC-Waffen - , und diese zu lösen zu versuchen, ist eine
Alternative.
Vielleicht ist jetzt gerade Nietzsches "großer Mittag"!
Oder der Tod wartet, wie so oft!
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Die STRING-Theorie
Theorie und Praxis der Institution der politischen Selbstständigkeit des
Individuums
Grundlagen einer neuen politischen Weltordnung
mit dem Ziel der Abschaffung der ABC-Massenvernichtungswaffen
Diese neue Weltordnung liegt in unser aller, der Menschheit Verantwortung
Gedankenexperiment zur Überwindung des ideologischen
Zukunftsstaus
Wolfgang Behr
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Annäherung an die Zukunft (1)
Konzeptionelles
Mit der Institution der politischen Selbstständigkeit des
Individuums wird eine für alle Menschen zugängliche neue Basis des Zusammenlebens geschaffen.
Die Institutionalisierung des Individuums bedeutet, dass die politische Legitimation nicht mehr von
Kollektiven ausgeht, sondern vom einzelnen Menschen als souveräner Instanz.
Eine Institution ist ein Rahmen. Im Fall der individuellen Institution kann jeder Mensch ihr einen eigenen Namen geben,
sie öffentlich für sich beanspruchen und mit Leben füllen. Z.B.: "Ich, W. B., proklamiere hiermit meine politische
Selbstständigkeit und begründe die Institution STRING. Ich erkenne andere souveräne Individuen als gleichberechtigt an und
verpflichte mich zu einer Gesellschaft ohne Gewaltanwendung."
Ein Eigenname wie STRING zeigt, dass es um Politik im Sinne persönlicher Interessensvertretung geht.
Denn das gemeinsame Interesse, einen Weltkrieg mit ABC-Waffen zu verhindern, betrifft jeden Menschen.
Die Vision
Mit der Einführung der politischen Selbstständigkeit des Individuums sollen die bewährten Leistungen
moderner Institutionen wie z.B. Schule, Gesundheitswesen, Währung, Finanzen, Polizei und Rechtsprechung erhalten bleiben.
Sie werden jedoch nicht mehr von einem übergeordneten Machtapparat wie dem Staat kontrolliert,
sondern organisieren sich als eigenständige Fachdienste und überregionale Koordinationen.
Die Kontrolle geht von den souveränen Individuen aus, die aus der Geschichte genau gelernt haben, welche
Möglichkeiten des Machtmissbrauchs es gibt. Die Kontrolle geschieht daher mit
rotierenden Zuständigkeiten und muss sehr streng sein.
Nur noch die Polizei verfügt über das Gewaltmonopol. Sie wird besonders genau kontrolliert.
Damit wird die Gewaltenteilung zu Ende gedacht – von der Trennung der Staatsgewalt zur Auflösung des Staates
in seine Funktionen.
Der Mensch ist der Souverän! Individuelles Leben gelingt am besten, wenn die Gesellschaft gut ist!
Verantwortung
Die persönliche Souveränität und ihre politische Bedeutung für die Zukunft der Menschheit kann alle Menschen
mit Stolz erfüllen.
Da jeder Mensch so zu echter politischer Bedeutung gelangt, überwindet STRING den problematischen
Individualismus der Gegenwart. Sobald eine Person ihre politische Souveränität
und den Namen ihrer Institution für sich proklamiert hat,
besitzt sie einen grundlegenden individuellen Status in der Gesellschaft. Damit entfällt der Zwang,
Individualität durch Selbstdarstellung oder Konkurrenz zu beweisen. STRING
begründet Individualität als politische Realität - nicht als Pose.
Wir alle sollen die Basis einer ABC-Waffen-freien Welt bilden. Wir tragen gemeinsam die Verantwortung dafür.
Territoriale, militärisch bewaffnete National-Staaten oder die Ökonomie alleine
werden dieses Ziel nie erreichen!
Durch die Perspektive auf die individuelle Souveränität der Bürger oder Citoyen soll die Dynamik entstehen,
die ABC-Waffen aus der Welt zu schaffen und einen apokalyptischen Dritten
Weltkrieg zu verhindern. Diese Dynamik muss eine riesige und lang andauernde Welle werden.
Den Nationalstaaten soll dadurch ihre Bedeutung genommen werden, sodass sie ihre militärische
Bewaffnung einschließlich der ABC-Waffen aufgeben.
Mut zum Blick ins Inferno
Diese Idee der politischen Erneuerung ist nicht aus der Gegenwart mit ihren Staaten,
Interessenskämpfen und lokalen Kriegen heraus konzipiert. STRING ist aus der Mitte der Katastrophe des
ABC-Weltkriegs heraus gedacht - aus dem totalen Chaos, dem Kampf aller gegen alle, Kannibalismus aus purer Not,
milliardenfachem Sterben. Nichts aus der heutigen Welt funktioniert in dem Moment noch oder hat Bestand.
STRINGs Aufgabe ist es, diesen absoluten Horror im Bewusstsein zu halten und
vom Schlimmsten auszugehen. Zugleich aber kühl zu bleiben, kühl zu denken und etwas zu entwickeln, das genau diesen Krieg
für immer verhindert! Es geht nicht darum, Angst zu haben, sondern zu erreichen, dass wir uns von der Angst nicht beherrschen lassen,
in dem wir sie verdrängen. Stattdessen müssen wir die Kraft der Angst in Friedlichkeit und Kreativität umsetzen.
Realisierung
Weil die große Katastrophe vor uns liegt und wir nicht wissen, wie wir ihr auf Dauer entgehen sollen,
und weil STRING auf die Proklamation der einzelnen Menschen setzt, kann man keinen Masterplan vorlegen
für den Übergang in eine Welt ohne ABC-Waffen.
Wir haben keinen festen Boden unter den Füßen, auf dem wir unsere Zukunft bauen könnten.
Das bedeutet nicht,
dass wir ohnmächtig sind. Die Gefahr des Krieges können wir nicht direkt angehen –
kein großer Atomwaffenstaat wird sich seine Waffen mit Gewalt nehmen lassen.
Aber wir können begreifen,
dass unser kleines gefährdetes ziviles Leben die einzige Form des Lebens ist, die eine mögliche Zukunft hat. Dieses Leben muß zum Boden werden, auf
dem wir unsere Zukunft gründen können.
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Der Dritte ABC-Weltkrieg muss nicht geschehen.
Es genügt, dass er geschehen kann, damit wir gezwungen sind,
die Welt zu verändern.
Der Realismus kann nicht über das gegenwärtige Staatensystem und das Recht des Stärkeren hinausdenken,
ohne sich selbst zu widersprechen. Daher steht er hilflos vor der Tatsache, dass unser Leben durch die ABC-Waffen
existenziell bedroht ist.
Lebendige, todesbewusste Vorstellungskraft über den Tellerrand hinaus ist gefragt,
um die richtigen Schlüsse aus der Zukunft zu ziehen.
Die jetzige "Friedenszeit" täuscht Ewigen Frieden nur vor!
Zwar steckt in der gegenseitigen Abschreckung eine gewisse Vernunft. Doch kann sie nicht für immer
funktionieren, weil das politische Leben zuviele Unwägbarkeiten kennt.
Um den nächsten Weltkrieg
tatsächlich zu verhindern, müssen die ABC-Waffen irgendwann weg.
Um das zu erreichen, kann man nicht
radikal und phantasievoll genug denken, aber immer auf dem Boden der Tatsachen!
Und man darf sicher niemals kriegerisch oder gewaltsam handeln.
Wie soll das geschehen? Wir Menschen müssen uns zusammensetzen
und eine neue Form
des gemeinsamen Lebens schaffen. Niemand sonst wird das tun!
Wir müssen nicht bei Null anfangen. Im Gegenteil, unsere Vorfahren waren über lange Zeit so wenig
und hatten so potente Waffen (Speere),
dass regelmäßige Gewalt zwischen Individuen oder Gruppen zum Aussterben unserer Art geführt hätte.
Wir haben die Friedlichkeit in unserem Blut. Die Aggression galt nur der Jagdbeute und den Raubtieren.
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Die virtuelle "Stunde Null"
"Die Menschheit sitzt in einem Flugzeug ohne Piloten und die Passagiere kämpfen mit Granaten
um die Kontrolle."
Die unüberwindbare Unfähigkeit partikularer kollektiver Macht
Keine politischen Führer können in ihren Funktionen die ABC-Massenvernichtungswaffen abschaffen –
weder Tyrannen noch Präsidenten noch Parteichefs. Alle sind abhängig von den partikularen Kollektiven,
aus denen sie ihre Macht beziehen. Sie sind Teil des historischen Kampfes um territoriale Vorherrschaft.
Keine Staatsform wird ihre Waffen vernichten – weder Oligarchie noch Monarchie noch Demokratie. Auch Systeme,
KI-Agenten oder das Kapital werden die Gefahr nicht bannen. Selbst Fachleute sind dazu nicht fähig, weil sie als Profis immer für Geld
und im Auftrag anderer handeln.
Die Abschaffung der ABC-Waffen ist jedoch ein ureigenes subjektives Bedürfnis, aus der Einsicht, was ein solcher Krieg für einen
selbst und die Nahestehenden bedeuten würde. Aus diesem persönlichen Interesse muss die Kraft für eine neue Politik ohne Waffen
entstehen. Selbst Revolutionen scheitern, weil sie immer in neuen Machtstrukturen enden.
Die Mächtigen der Welt können bestenfalls verhindern, dass die Welt in den absoluten ABC-Krieg stürzt.
Eine Zukunft ohne Massenvernichtungswaffen können sie nicht gestalten.
Die entscheidende Frage: Welches politische Subjekt könnte die
Menschheit in eine Zukunft ohne waffentechnologischen Overkill führen?
Wenn die Staaten scheitern, dann sollen die einzelnen Personen ans Steuer, die durch einen
neuen Status als individuelle politische Institution ermächtigt werden,
und wir alle zusammen, die wir keine militärische Macht haben.
Aber um dafür den Mut zu haben, brauchen wir eine besondere mentale Situation und große
seelische Kraft.
Die virtuelle "Stunde Null"
Unsere Gegenwart ist durch einen fatalen Widerspruch geprägt: Die bedeutendste kollektive Institution,
die wir als soziale Wesen geschaffen haben – der territoriale Nationalstaat,
bedroht heute unsere Existenz als Spezies, wenn er über ABC-Waffen zur Abschreckung verfügt .
Ein technisches Versagen, ein menschlicher Fehler oder die Entscheidung eines einzelnen irrationalen Machthabers
genügt für eine irreversible Katastrophe – einen Dritten Weltkrieg mit Massenvernichtungswaffen.
Wir besitzen das Wissen und die Ressourcen, um nachhaltige Lebensbedingungen für alle Menschen zu schaffen und
unsere Beziehung zur Natur neu zu gestalten. Konkurrenzkampf zwischen menschlichen Gruppen ist unter diesen Bedingungen
nicht nur obsolet, sondern existenziell destruktiv. Es heißt nicht umsonst "Überleben der Angepasstesten",
nicht "Überleben der Stärksten".
Nach dem Zweiten Weltkrieg erlebte die Welt eine "Stunde Null" mit politischen Neuanfängen – von der
UN-Gründung bis zur Demokratisierung Mitteleuropas. Die Zerstörungen nach einem dritten Weltkrieg
könnten jedoch so umfassend sein, dass kein politischer Neuanfang mehr möglich wäre.
Wir sollten daher die "Stunde Null" nach dem Dritten Weltkrieg virtuell vorwegnehmen –
als hätte er bereits stattgefunden. Wir stellen uns diese Katastrophe so konkret vor, dass die Legitimität aller
partikularen Kollektive – Staaten, Organisationen, Konzerne – grundlegend infrage gestellt wird.
Das Prinzip der großen hierarchischen Kollektive ist die Voraussetzung eines Dritten Weltkriegs, weil sie eine
gegenüber der gesamten Menschheit irrationale, egoistische Binnenlogik verkörpern.
Es geht darum, den zivilisatorischen Selbstmord zu verhindern, in den uns die gescheiterte
Hochkultur der machtvollen Kollektive treiben kann.
Der Ausweg: Politische Selbstständigkeit des Individuums als Basis des Zusammenlebens
Die virtuelle, fiktive "Stunde Null" eines Dritten Weltkriegs erfordert ein radikaleres Denken als 1945.
Wir müssen jetzt Veränderungen anstoßen, die weit über die damals geschaffenen
Friedensinstitutionen hinausgehen. Wir müssen jetzt
Formen des Zusammenlebens etablieren, die einen Dritten Weltkrieg tatsächlich unmöglich machen.
Noch sitzt uns kein Schrecken in den Gliedern, der von Infernos und Milliarden von Toten zeugt.
Glücklicherweise!! Deshalb brauchen wir unsere Phantasie und unseren Realismus, um die Dimension der Katastrophe
wahrzunehmen, die über uns schwebt.
Der einzelne Mensch als souveräne politische Institution
bildet die verfassungspolitische Basis für eine Welt nach der virtuellen
"Stunde Null". Dies bedeutet keinesfalls das Ende von Gemeinschaft oder
Solidarität. Es bedeutet: Nicht mehr die partikularen Kollektive, sondern
die Menschheit in der Person der einzelnen Menschen
setzen die Maßstäbe von Gesellschaft und Geschichte.
Der einzelne Mensch setzt die Maßstäbe nur für sich. Er hat gelernt, seinen
Mitmenschen ihren Platz und ihre eigenen Maßstäbe zu lassen und mit ihnen
zusammenzuleben.
Übergang vom Primat der Kollektivität zum Primat der Individualität
Die Zivilisationskraft der künftigen Menschheit sollte dem einzelnen Menschen dienen,
der eine politische Institution ist, und
nicht mehr direkt den partikularen
Kollektiven wie Staaten oder Organisationen. Diese sind für die Menschen da, nicht umgekehrt.
Menschen können dann weiterhin als
Gemeinschaften entscheiden, wie sie zusammenleben.
Es liegt im Interesse jeder Person, Teil einer guten Gesellschaft zu sein.
Kollektive Institutionen bleiben die Basis unserer Existenz. Sie helfen uns, das Leben zu meistern.
Jeder Mensch ist seinen Mitmenschen gegenüber für das
gute Zusammenleben verantwortlich und sie ihm gegenüber.
Die Menschen haben längst bewiesen, dass sie dazu in der Lage sind.
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NOCHMAL: Angst behindert das Denken. Lebendige Vorstellungskraft ist gefragt, um die
richtigen Schlüsse aus der Zukunft zu ziehen.
STRINGs Aufgabe ist es, diesen absoluten Horror des Krieges im Bewusstsein zu halten und
vom Schlimmsten für die Welt auszugehen. Zugleich aber kühl zu bleiben, kühl zu denken und etwas zu entwickeln, das genau diesen Krieg
für immer verhindert! Es geht nicht darum, Angst zu haben, sondern zu erreichen, dass wir uns von der Angst nicht beherrschen lassen,
in dem wir sie verdrängen. Aber jeder Mensch hat einen anderen Umgang mit der Angst, es gibt keinen Königsweg!
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Das souveräne Individuum: Vom Terror zur Sachlichkeit
Die Programmierung auf Angst
Die menschliche Psyche ist biologisch und kulturell auf Angst programmiert.
Die gesamte Zivilisation ist um den Schutz vor dem gewaltsamen Tod herum gebaut.
Die Konsequenz dieser Programmierung ist die Übergabe der Souveränität an Politiker im
Tausch gegen versprochene Sicherheit. Diese Abhängigkeit produziert Manipulierbarkeit.
Ohne die Bedrohung durch kollektive Gewalt bricht die Rechtfertigung für den starken Führer zusammen.
Das Individuum muss Angst nicht mehr in Gehorsam verwandeln. Die Energie, die in die Abwehr von Manipulation und die
Bewältigung von Existenzangst fließt, wird frei für die Lösung sachlicher Probleme.
Vom Überlebensmodus zur Problemlösung
Die gegenwärtige Menschheit befindet sich in permanenter Hyper-Vigilanz.
Das schränkt den präfrontalen Kortex ein. Ohne die Bedrohung durch ABC-Waffen und organisierte
Gewalt sinkt der kollektive Cortisolspiegel. Das Ich ist nicht mehr primär damit beschäftigt, nicht vernichtet zu werden.
Konflikte werden nicht mehr als existenzielle Vernichtungsschlachten geführt, sondern als Interessenabwicklungen.
Die Hardware des Gehirns wird für komplexe Kooperation statt paranoide Abgrenzung genutzt.
Politiker nutzen die Angst vor dem Anderen,
um Macht zu zementieren. Wenn es keine kasernierten bewaffneten Kräfte und
keine Waffen zum Einsatz gegen Menschen mehr gibt, ist die Drohung wirkungslos.
Die materielle Basis der Angst ist weg. Kommunikation wird sachorientiert.
Das Verschwinden der Feindbildindustrie
Ohne die Existenz organisierter Gewalt verliert die gesamte
Maschinerie der Feindbildproduktion ihre Funktion. Medien, Propagandaapparate und ideologische Systeme,
die heute davon leben, abstrakte Bedrohungen zu konstruieren, haben keine materielle Basis mehr.
Die kognitive Ressource, die in das Erkennen, Bewerten und Abwehren von konstruierten Feindbildern
fließt, wird verfügbar.
Die Auflösung des Sicherheitstheaters
Ein erheblicher Teil der heutigen Wirtschaft und Bürokratie existiert, um Sicherheit zu simulieren.
Flughafenkontrollen, Überwachungssysteme, Geheimdienste, die ihre eigene Existenz rechtfertigen müssen.
Diese Strukturen binden nicht nur materielle Ressourcen, sondern konditionieren das Individuum auf permanentes Misstrauen.
Ihr Wegfall bedeutet die Rückgewinnung von Zeit, Geld und psychischer Energie.
Das Ende der
Generationentrauma-Übertragung
Kollektive Gewalt produziert transgenerationale Traumata. Kinder von Kriegsüberlebenden erben
Angstmuster, ohne die ursprüngliche Bedrohung erlebt zu haben. Diese unbewusste Weitergabe
von Bedrohungsszenarien endet, wenn die Quelle versiegt. Nach drei Generationen ohne organisierte
Gewalt wächst die erste Generation heran, die keine Kriegsgeschichten in der Familienbiografie trägt.
Die Neuverteilung der Intelligenz
Ein erheblicher Teil der klügsten Köpfe arbeitet heute an Waffensystemen, Verschlüsselung
gegen den eigenen Staat, Finanzinstrumenten zur Kapitalflucht oder juristischen Konstruktionen zur Machterhaltung.
Diese Intelligenz wird verfügbar für Medizin, Technik, Wissenschaft.
Die Sichtbarkeit der tatsächlichen Probleme
Klimawandel, Asteroidenabwehr, Pandemieprävention, Ressourcenverteilung.
Diese Herausforderungen sind real und komplex. Heute werden sie überlagert von der
künstlichen Komplexität des Militärisch-Industriellen Komplexes. Ohne diese Überlagerung wird die
Problemlösungskapazität der Menschheit auf die tatsächlichen Existenzfragen gerichtet.
Die Umkehrung der Beweislast
Heute muss derjenige, der Frieden will, beweisen, dass Abrüstung sicher ist.
In der STRING-Welt muss derjenige, der Waffen will, beweisen, warum. Diese Verschiebung der argumentativen
Grundlage verändert die gesamte politische Diskursstruktur. Der Normalzustand ist nicht mehr bewaffnete Abschreckung,
sondern unbewaffnete Kooperation.
Die Entlarvung der falschen Alternativlosigkeit
Heute wird jede strukturelle Kritik am System mit dem Argument erschlagen, die Alternative sei Chaos und Gewalt.
Dieser rhetorische Mechanismus verliert seine Wirkung, wenn demonstriert ist, dass es eine funktionierende Alternative gibt.
Das Denken wird befreit von der selbstauferlegten Beschränkung, sich nur innerhalb des bestehenden Rahmens bewegen zu dürfen.
Das souveräne Individuum
Eine Welt ohne Krieg ist keine heile Welt. Krankheit, Tod und Scheitern bleiben. Der Unterschied:
Das Leid ist authentisch und individuell, nicht mehr künstlich und kollektiv produziert.
Es ist der Unterschied zwischen dem tragischen Tod eines Menschen durch Alter oder Unfall und der absurden Vernichtung von
Millionen durch eine Atombombe. Menschen sind nicht mehr Spielball einer Weltgeschichte, die über ihre
Köpfe hinweg mit Granaten spielt, sondern Subjekte ihres begrenzten Schicksals.
Das souveräne Individuum ist kein Engel, sondern ein unbehelligter Realist.
Es ist egoistisch, manchmal schwierig und sterblich, aber nicht mehr terrorisiert.
Die Entspannung ist das Aufatmen eines Gefangenen, der feststellt, dass die Kerkertür offen ist und niemand mehr
draußen mit der Peitsche wartet. Das ist die erste wahre Freiheit der Menschheitsgeschichte.
Drei definierende Merkmale
A Das Nervensystem schaltet vom archaischen Überlebensmodus auf sachliche Problemlösung um.
Das Individuum reagiert nicht mehr auf angstbasierte Manipulation, da die materielle Basis für diesen Terror nicht mehr existiert.
B Das Leid ist individuell und wahrhaftig. Menschen sterben an Krankheiten oder scheitern an
persönlichen Konflikten, aber sie werden nicht mehr massenhaft als anonymes Material für kollektive
Machtinteressen geopfert. Die Würde besteht darin, das eigene Schicksal zu tragen.
C An die Stelle der hysterischen Identifikation mit Nationen tritt nüchterne Selbstbesinnung.
Das Individuum erkennt sich als höchste politische Institution. Diese Erkenntnis führt zu emotionaler Entspannung,
die Kooperation auf Augenhöhe möglich macht.
Der große Mittag der Menschheit (Nietzsche)
ist das Ende eines jahrtausendelangen Albtraums. Es ist der Übergang von einer Menschheit, die vor sich selbst wegläuft,
zu einer Menschheit, die ihre eigene Existenz nüchtern verwaltet.
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Annäherung an die Zukunft (2)
SKIZZE EINER SINNVOLLEN WELTORDNUNG
Utopisch ist der Glaube, dass wir die heutige Weltordnung dauerhaft überleben können
KURZFASSUNG
DIE KERNTHESE
Die Existenz von ABC-Massenvernichtungswaffen in den Händen konkurrierender Territorialstaaten stellt
die Menschheit vor eine strukturelle Aporie: Die politische Logik souveräner Nationalstaaten ist mit dem Imperativ
des Überlebens der Menschheit unvereinbar geworden. Ich schlage vor, diese Aporie nicht durch Reform
bestehender Institutionen, sondern durch einen verfassungstheoretischen Paradigmenwechsel anzugehen:
die Institution der politischen Selbstständigkeit des Individuums.
DIE ZENTRALE FRAGE
Ist eine Verfassungsordnung denkbar, in der nicht territoriale Kollektive, sondern die einzelnen Menschen die
souveränen Träger politischer Legitimation sind – und könnte diese Umkehrung einen Ausweg
aus der militärischen Logik des Territorialstaates bieten?
DAS ARGUMENT IN DREI SCHRITTEN
1. Die strukturelle Sackgasse: Keine bestehende partikulare Institution kann die militärischen Waffen abschaffen.
Nationalstaaten und transnationale Organisationen sind Teil jener historischen Dynamik, die diese Waffen hervorbringt und
erhält: der wie auch immer verzögerte Kampf um territoriale Vorherrschaft. Politiker, Staaten und Organisationen
beziehen ihre Macht direkt oder indirekt aus partikularer Kollektivität. Sie können nicht gegen deren Existenzlogik handeln.
2. Das Gedankenexperiment der virtuellen Stunde Null: Wenn wir die Katastrophe eines ABC-Weltkriegs konkret und analytisch
betrachten – mit welchen Prinzipien würden wir nach der tabula rasa beginnen? Diese Frage sollten wir stellen, bevor die
Katastrophe eintritt. Die Antwort: Wir würden nicht wieder territoriale Machtkollektive schaffen, die einander bedrohen können.
3. Der verfassungstheoretische Vorschlag: Die Institution der politischen Selbstständigkeit des Individuums bedeutet,
dass jeder Mensch als souveräne politische Instanz von den anderen Menschen anerkannt wird, wenn er diese Institution
für sich proklamiert. Die Gesellschaft wird nicht mehr auf einer historisch kontingenten, durch das Prinzip des Rechts des
Stärkeren gestalteten Kollektivität gegründet, sondern basierend auf dem einzelnen Menschen. Kollektive Strukturen
bleiben notwendig, werden aber zu Dienstleistungsorganisationen, die von souveränen Individuen legitimiert und kontrolliert werden.
ABGRENZUNG
Dies ist weder Anarchismus (Solidarität und Institutionen bleiben zentral), noch klassischer Liberalismus (nicht Freiheit von,
sondern Souveränität für), noch Kosmopolitismus (nicht Weltbürgerschaft als Erweiterung nationaler
Bürgerschaft, sondern politische Individualität als Basis). Es ist keine Utopie im Sinne eines detaillierten Zukunftsentwurfs,
sondern ein Verfassungsprinzip, das verschiedene konkrete Ausgestaltungen zulässt. Es ist keine Weltordnung, weil die Menschheit
zwar als Gemeinschaft aller souveränen Personen, aber nicht als Institution bestehen soll. Es ist kein Pazifismus, weil nicht die
moralische Einstellung der einzelnen Personen zählt, sondern eine politische Ordnung nach der virtuellen Stunde Null postuliert wird,
die kollektive Gewaltanwendung ausschließt.
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DIE INSTITUTION DER POLITISCHEN SELBSTSTÄNDIGKEIT DES INDIVIDUUMS
Zur Notwendigkeit eines verfassungstheoretischen Paradigmenwechsels angesichts der existenziellen Bedrohung durch ABC-Massenvernichtungswaffen
I. DIE APORIE DER GEGENWART
Die gegenwärtige weltpolitische Konstellation stellt uns vor eine Aporie, die sich mit den hergebrachten Kategorien des politischen
Denkens nicht auflösen lässt. Die Menschheit verfügt über ABC-Massenvernichtungswaffen, deren Einsatz Milliarden von
Menschen töten und die zivilisatorischen Errungenschaften der letzten Jahrtausende irreversibel zerstören kann.
Diese Waffen liegen in den Händen großer konkurrierender Nationalstaaten, deren politische Logik auf der Selbstbehauptung partikularer Kollektive beruht.
Zwischen dem Imperativ des Überlebens der Menschheit und der Struktur ihrer politischen Organisation klafft ein Abgrund.
Der Westen als politische Größe ist mit der amerikanischen Zeitenwende zerfallen. Die Dreier-Konstellation der größten
Atommächte ist spieltheoretisch instabiler als das bipolare Gleichgewicht des Kalten Krieges. Transnationale Instanzen haben nicht die
Autorität hervorgebracht, die mächtig genug wäre, die Souveränität der Nationalstaaten wirksam zu begrenzen.
Das zentrale Problem liegt tiefer als in einzelnen politischen Fehlentscheidungen. Während sich die politische Legitimation in den modernen
Verfassungsstaaten von historischen Kollektiven auf die Volkssouveränität verlagert hat, bleibt sie an das territoriale Prinzip gebunden.
Das Staatsparadigma unserer Epoche sind weniger die repräsentativen rechtsstaatlichen Demokratien, sondern vielmehr militärisch
gerüstete Territorialstaaten, die sich von Fall zu Fall gegenseitig bedrohen.
II. DER TRAGISCHE GRUND: DIE HOMIZID-REVOLUTION
Vor etwa 14.000 Jahren (Jebel Sahaba) entstand mit Bevölkerungswachstum und zivilisatorischer Differenzierung eine neue kulturelle Praxis:
die geplante systematische Tötung von Menschen und der Krieg. Dieser Epochenbruch etablierte das Recht des Stärkeren als
ultima ratio des Zusammenlebens. In größeren Gesellschaften wurde der Einzelne entbehrlich. Sein Leben konnte in Konflikten um
Ressourcen oder Territorien geopfert werden. Zwischenmenschliche Gewalt gab es immer, doch ihre Organisation als kollektiv eingesetztes Mittel markiert eine neue Ära.
III. WARUM BESTEHENDE INSTITUTIONEN STRUKTURELL UNFÄHIG SIND
Keine bestehende Institution kann diese Bedrohung beheben.
Kultur der Gewalt: Der Aufbau militärischer Macht schafft Gewaltspezialisten, die auch die eigenen Bürger tyrannisieren können.
Sicherheitskräfte haben ein Eigeninteresse an gewaltsamen Konflikten. Militarisierte Gesellschaften verstricken sich in Kriege, weil sie die Mittel dazu besitzen.
Das Streben nach Sicherheit erzeugt paradoxerweise Unsicherheit – eine fatale Dynamik im Zeitalter der ABC-Waffen.
Eine gute Ökonomie und demokratische, sozialstaatliche Verfahren konnten sich nicht so umfassend durchsetzen, dass Krieg keine reale Option mehr wäre.
Politiker und Staatsführer können in ihren gegenwärtigen Funktionen die ABC-Waffen nicht abschaffen.
Diese Funktionen sind abhängig von den partikularen Kollektiven, aus denen sie ihre Macht beziehen. Sie sind Teil des historischen Kampfes um territoriale
Vorherrschaft. Ein deutscher Bundeskanzler mag persönlich für Abrüstung sein, aber er kann Deutschland nicht einseitig entwaffnen,
ohne seine Amtspflicht zu verletzen.
Zukunftsperspektiven: Die Führer der großen Atommächte nutzen heute das Fehlen sinnvoller Zukunftsperspektiven und operieren
in historischen Repliken. Die gegenwärtige Krise der Demokratie markiert weniger einen Verlust, als vielmehr die Notwendigkeit zur institutionellen
Neuformulierung aufklärerischer und demokratischer Impulse unter globalen Bedingungen. Der Zerfall der Öffentlichkeit in
abgeschlossene Foren des Internets zeigt dasselbe Problem: Ohne tragfähige Zukunftsentwürfe entsteht keine Bindungskraft öffentlicher Diskussionen.
Transnationale Organisationen (UN, EU etc.) haben sich als zu schwach erwiesen. Sie sind Geschöpfe der Nationalstaaten, nicht ihre Herren.
Ihre Autorität reicht nicht, um souveräne Staaten zur Abgabe ihrer letzten Machtmittel zu zwingen.
Technologische Lösungen (Verifikationssysteme, KI-Kontrolle) können bestenfalls das Risiko minimieren,
aber nicht die strukturelle Logik durchbrechen. Solange Territorialstaaten existieren, haben sie einen Anreiz, sich militärisch zu sichern.
Zivilgesellschaftliche Bewegungen haben wichtige Bewusstseinsarbeit geleistet, aber keine politische Durchschlagskraft entwickelt, die an die Wurzel des Problems reicht.
Die Unfähigkeit ist nicht moralisch, sondern strukturell. Die Akteure operieren innerhalb eines Systems, das sie nicht grundlegend infrage stellen
können, ohne sich selbst aufzugeben.
IV. DAS GEDANKENEXPERIMENT DER VIRTUELLEN STUNDE NULL
Ich schlage ein radikales Gedankenexperiment vor: Wir sollten die Stunde Null nach einem ABC-Weltkrieg virtuell vorwegnehmen, so konkret, als hätte er bereits stattgefunden.
Die Übung besteht darin: Stellen Sie sich vor, Sie haben den Dritten Weltkrieg überlebt. Die Zivilisation liegt in Trümmern.
Milliarden sind tot. Sie treffen andere Überlebende. Gemeinsam müssen Sie entscheiden: Wie organisieren wir uns, damit so etwas nie wieder geschehen kann?
Die Einsicht wäre klar: Wir würden nicht wieder territoriale Machtkollektive schaffen, die einander mit Vernichtung bedrohen können.
Wir würden das Prinzip der territorialen Souveränität selbst verwerfen.
Die Frage ist: Warum warten wir auf die Katastrophe? Warum nehmen wir diese Einsicht nicht vorweg?
Die virtuelle Stunde Null ist kein Appell an die Angst, sondern an Analyse und Vorstellungskraft. Sie fragt: Wenn wir wissen, wohin der gegenwärtige Weg führt, welchen alternativen Pfad können wir einschlagen, solange noch Zeit ist?
V. DIE INSTITUTION DER POLITISCHEN SELBSTSTÄNDIGKEIT DES INDIVIDUUMS
Mein Vorschlag lautet: Der einzelne Mensch als souveräne politische Institution soll die verfassungspolitische Basis für eine Welt nach der virtuellen Stunde Null bilden.
Was bedeutet das konkret?
1. Verfassungsrechtliche Anerkennung: Jeder Mensch wird als souveräner Träger politischer Legitimation anerkannt, wenn er die Institution der
politischen Selbstständigkeit des Individuums für sich proklamiert. Diese Position wird nicht aus einer Volkszugehörigkeit abgeleitet,
sondern ist das originäre Recht jedes Individuums.
2. Umkehrung der Legitimationskette: Nicht die Kollektive legitimieren die Rechte der Individuen, sondern die souveränen Individuen legitimieren
kollektive Strukturen. Die Frage ist nicht mehr: Was schuldet das Individuum dem Staat? sondern: Welche kollektiven Strukturen dienen den
souveränen Individuen? Formelhaft kann man sagen, dass dadurch das menschliche Zusammenleben vom Primat der Kollektivität zum Primat der Individualität wechselt.
3. Territorialität als Dienstleistungsprinzip: Regionen und Grenzen bleiben notwendig für die Organisation von Dienstleistungen
(Infrastruktur, Gesundheit, Bildung, Polizei), werden aber nicht mehr zu Trägern politischer Souveränität.
4. Gewaltenteilung zu Ende gedacht: Die Trennung der Staatsgewalten wird radikalisiert zur Auflösung des Staates in spezialisierte
Funktionssysteme, die alle dem Primat individueller Souveränität unterstehen.
Was bedeutet das nicht?
Nicht Anarchie: Solidarität, Institutionen, Regeln bleiben zentral. Der Mensch bleibt soziales und politisches Wesen.
Nicht Individualismus im liberalen Sinn: Es geht nicht um Freiheit von der Gesellschaft, sondern um Souveränität für die überlebensfähige Gesellschaft.
Nicht Abschaffung des kollektiven Zusammenlebens: Lokale, regionale, funktionale Gemeinschaften und ihre Solidarität bleiben,
haben aber nicht mehr den Charakter souveräner Machtapparate.
VI. PRAKTISCHE IMPLIKATIONEN UND ÜBERGANGSSZENARIEN
Kurzfristig wirkt dieser Vorschlag als regulative Idee. Er gibt eine Richtung vor, misst bestehende Institutionen an der Frage: Dienen sie der Ermächtigung
von Individuen oder der Machterhaltung von Kollektiven auf dem Weg in den Dritten Weltkrieg?
Ein konkretes Beispiel: In Friedensverhandlungen würde individuelle Souveränität bedeuten, dass nicht nur Staatenvertreter am
Tisch sitzen, sondern zivilgesellschaftliche Akteure ein Vetorecht gegen Lösungen haben, die primär Staatsinteressen dienen.
Die Frage wäre: Was wollen die Menschen in dieser Region? nicht: Was wollen die konkurrierenden Staaten?
Mittelfristig könnte die Proklamation individueller Souveränität durch eine kritische Masse von Menschen normative Kraft entfalten,
ähnlich wie Menschenrechtserklärungen zunächst symbolisch waren, dann aber rechtliche und politische Realität wurden.
Langfristig, über Generationen, könnte daraus eine neue Verfassungsrealität erwachsen: ein Netzwerk souveräner Individuen, die sich in vielfältigen, überlappenden Kollektiven organisieren, ohne dass eines dieser Kollektive ein Gewaltmonopol über Territorien beansprucht oder benötigt. Ausnahme kann eine gut kontrollierte Polizei sein. Der zivilisatorische Fortschritt kann Möglichkeiten eröffnen, die wir heute nicht kennen.
VII. ÖKONOMISCHE UND SOZIALE DIMENSION
Die Institution der politischen Selbstständigkeit des Individuums verlangt keine spezifische Wirtschaftsordnung oder Eigentumsordnung.
Sie setzt jedoch eine klare Grenze: Konzentrierte ökonomische Macht darf die politische Souveränität der Einzelnen nicht strukturell aushöhlen.
Für globale Herausforderungen (Eindämmung der Klimakatastrophe, Pandemiebekämpfung, Weltraumforschung) sind Formen solidarischer
Finanzierung notwendig, aber organisiert als horizontale Kooperationen souveräner Individuen, nicht als hierarchische Umverteilung durch Zentralgewalten.
Vertrauenswährung als Metapher: Kann der Übergang einer Währung mit Golddeckung in eine Vertrauenswährung, deren
Stabilität nur noch auf dem Glauben in die Wirtschaftskraft und Seriosität des emittierenden Staates beruht, eine Metapher für den
Übergang in eine Welt ohne militärisch bewachte Territorien sein? Wir müssen das primitive Recht des Stärkeren überwinden
und Vertrauen in eine Zukunft gewinnen, in der Probleme von keiner Seite mehr mit kollektiver Gewaltanwendung gelöst werden.
Die Metapher verdeutlicht das Prinzip eines solchen Schrittes, ist aber seit 2008 keine Werbung mehr. Man weiß nicht, welche substantiellen
Krisen dieses Währungsexperiment noch durchmachen wird.
VIII. ABGRENZUNG ZU VERWANDTEN KONZEPTEN
Unterschied zum Kosmopolitismus: Weltbürgerschaft setzt eine kollektive Einheit voraus. Individuelle Souveränität beginnt beim
Einzelnen ohne übergreifendes Kollektiv. Die Menschheit wird durch den einzelnen Menschen adressiert, nicht umgekehrt.
Unterschied zum Anarchismus: Anarchismus lehnt Herrschaft ab. Individuelle Souveränität lehnt das Primat territorialer Kollektive ab.
Koordination, Institutionen und gesellschaftliche Pflichten bleiben bestehen. Die Verantwortung für eine funktionierende Gesellschaft und für die
Menschen liegt bei den einzelnen Personen und ihrer Koexistenz.
Unterschied zum Libertarismus: Libertarismus fokussiert auf negative Freiheit (Freiheit von Zwang). Individuelle Souveränität umfasst positive
Befähigung (Freiheit zu selbstbestimmter Lebensgestaltung als Gemeinschaftswesen) und betont Solidarität.
Unterschied zur deliberativen Demokratie: Das Konzept deliberativer Demokratie setzt auf kommunikative Rationalität zwischen Bürgern.
Mein Vorschlag fragt: Was, wenn nicht Bürger (also Angehörige eines Staates), sondern Menschen die Subjekte dieser Deliberation wären?
IX. EINWÄNDE
Das ist utopisch! Ja, im Wortsinn: Es existiert nirgends. Aber ist es deshalb unmöglich? Demokratie war einmal utopisch.
Menschenrechte waren einmal utopisch. Zudem, die Annahme, dass die jetzige Weltordnung eine offene Zukunft vor sich hat, ist definitiv utopisch.
Menschen sind zu egoistisch! Der homo sapiens und seine Vorfahren haben über Millionen Jahre in kleinen Gruppen gelebt,
in denen jedes Mitglied wichtig war. Die These individueller Souveränität widerspricht nicht unserer evolutionär entstandenen
prosozialen Konstitution und einem aufgeklärten Eigeninteresse. Die Frage ist daher nicht, ob wir zu egoistisch sind, sondern ob wir die
Welt der 8 Milliarden Menschen und ihrer Megastädte so gestalten können, dass diese Prosozialität wieder dominant werden kann.
Wer soll das durchsetzen? Niemand setzt es durch im Sinne von Macht. Es wächst, wenn einzelne Menschen es für sich proklamieren und beginnen, danach zu handeln.
X. WARUM JETZT?
Der politische Realismus, der nur innerhalb des bestehenden Staatensystems und dessen militärischen Imperativen denken kann,
hat keine Antwort auf die ABC-Bedrohung. Er kann nur hoffen, dass es gutgeht – eine Hoffnung, die mit jedem Jahr unplausibler wird.
Die europäische Friedensdividende des Zweiten Weltkriegs ist endgültig verbraucht. Die letzten Zeitzeugen sterben.
Neue Generationen von Politikern und Bevölkerungen beginnen wieder, mit dem Feuer zu spielen oder verwenden willkürliche
Gewalt als politisches Statement. Die Doomsday Clock steht auf 90 Sekunden vor Mitternacht.
XI. 2 FRAGEN
1. Ist individuelle Souveränität als Verfassungsprinzip, um ABC-Waffen abzuschaffen, denkmöglich?
Nicht: Ist sie politisch durchsetzbar? (Das weiß niemand.)
Nicht: Ist sie wünschenswert? (Das ist eine normative Frage.)
Ist sie begrifflich kohärent? Oder steckt in ihr ein Kategorienfehler?
2. Könnte man ihre Propagierung als paradoxe Intervention verstehen, weil sie
… mit den geringsten Mitteln (Idee, Proklamation) das Größte erreichen will (Systemwechsel)?
… durch Vorwegnahme des Endes dessen Eintreten verhindern will?
… die Logik des Systems nicht bekämpft, sondern unterläuft?
… nicht auf Macht setzt, sondern auf Delegitimierung von Macht?
… sich selbst begründet (performativer Widerspruch als Prinzip)?
SCHLUSS: DIE MACHT DER MACHTLOSEN
Am Ende steht eine paradoxe Einsicht: Die Machtlosen – wir alle, die keine Armeen befehligen, keine Atomcodes verwalten,
keine Staaten und Organisationen regieren – sind die einzigen, die die Möglichkeit haben, dieses System zu ändern.
Denn wir haben nichts zu verlieren außer der Illusion, dass die bestehenden Institutionen uns schützen werden. Und wir haben alles zu gewinnen: eine Zukunft.
Die Institution der politischen Selbstständigkeit des Individuums ist keine Antwort auf alle Probleme. Aber sie könnte eine Antwort auf die existenzielle Frage sein: Wie überleben wir als Menschheit das Zeitalter der Massenvernichtungswaffen?
Ω Ω Ω Ω Ω Ω Ω Ω Ω Ω
Annäherung an die Zukunft (3)
Wie Zivilisten den Dritten Weltkrieg verhindern können - Die Macht der Machtlosen
Eine politische Praxis
Sich den eigenen Tod wirklich vorstellen, als ob man gerade sterben muss, um den Dritten Weltkrieg zu verbannen –
ein verrückter, verzweifelter Versuch, unser Schicksal noch zu drehen!
Die Institution der politischen Selbstständigkeit des Individuums zu proklamieren könnte
für jeden von uns ein Weg sein, die Gefahr des Dritten Weltkriegs bei den Hörnern zu packen
und niederzuzwingen, bevor dieser uns tötet!
Die Macht der Machtlosen beginnt, wenn sie sich nicht mehr mit ihrer Angst erpressen lassen.
Ω Ω Ω Ω Ω Ω Ω Ω Ω Ω
Dieser Text greift den Gedanken einer „virtuellen Stunde Null" schon vor einem verheerenden ABC-Weltkrieg auf,
geht jedoch darüber hinaus und stellt deutlich schärfere Forderungen.
Zunächst ein realistischer Blick: Sämtliche Großmächte entwickeln Raketenabwehrsysteme und
versuchen, das mittelalterliche Burgprinzip zu modernisieren. Parallel dazu arbeiten sie an selektiv
wirkenden Viren, die beispielsweise bestimmte Bevölkerungsgruppen verschonen sollen, oder an
Hyperschallraketen, EMP-Bomben, KI-Robotersoldaten und Technologien, von denen wir nichts ahnen.
Möglicherweise gelingt es einer Macht tatsächlich, die anderen zu besiegen. „Nur" eine Milliarde
Tote statt fünf, sechs oder sieben Milliarden. Generäle träumen stets davon, ihre Gegner zu überwinden,
und sind überzeugt, dazu imstande zu sein.
Genau diese Szenarien sprechen jedoch dafür, dass es sehr leicht zu einem totalen Krieg kommen kann.
Denn jede Seite wird aus Angst vor der
Niederlage sämtliche verfügbaren Mittel einsetzen. Oder eine von drei großen Atommächten
beginnt prophylaktisch den Weltkrieg, weil sie glaubt,
die anderen beiden wollen ihn ausschalten.
Seriöse Prognosen darüber sind sicher unmöglich. Mit dem Schlimmsten zu rechnen ist leider notwendig,
wenn man nicht naiv sein will.
In jedem Fall wird der Dritte Weltkrieg auf dem Rücken der Zivilisten und Soldaten ausgetragen. Millionen oder Milliarden
Menschen werden verstrahlt oder durch biologische oder chemische Kampfmittel versehrt sein und womöglich monatelang
qualvoll leiden, bevor sie endlich versterben. Medizinische Hilfe wird es kaum noch geben.
Der Text hat ein sehr düsteres Thema und sehr verschreckende Elemente. Dabei geht es immer um den einen Moment,
in dem man sich entschließt, dem Monster "Dritter Weltkrieg" in die Augen zu schauen. Denn bewusste oder unbewusste Angst behindert das Denken.
Lebendige Vorstellungskraft ist gefragt, um die richtigen Schlüsse aus der Zukunft zu ziehen.
Dabei geht es nicht um Religion oder Glauben! Es geht nicht um den Tod als existentiellem Thema
oder um Meditationen über die Endlichkeit des Lebens!
Es geht auch nicht nur um uns und unsere Ängste alleine! Jeder hat andere Ängste und geht anders damit um!
Sich ihnen zu nähern, genügt vieleicht schon, um das drängende Bewusstsein zu entwicklen, dass es so nicht weitergeht.
Der Sinn und das Ziel der Abschaffung der ABC Waffen ist das Leben - für alle, Mitmenschen, Freunde, Familie, Kinder, Enkel, jetzt und später!!
Wir gehen tatsächlich davon aus, dass alle Herausforderungen, denen Menschen und Länder begegnen werden, besser
ohne Krieg und ohne alle Waffen zu lösen sind. Denn das ist eine Voraussetzung, um die ABC-Waffen abzuschaffen.
Das klingt utopisch? Nein – es ist genau umgekehrt! Utopisch ist es zu glauben, der Dritte ABC-Weltkrieg ließe sich vermeiden,
solange diese Waffensysteme existieren – egal, ob er in 2, 20 oder 200 Jahren ausbricht. Wenn er erst vor der Tür steht, ist es zu spät!
ABC-Waffen haben uns die Zukunft geraubt. Jede denkbare Zukunft ist besser als ein ABC-Weltkrieg.
Ω Ω Ω Ω Ω Ω Ω Ω Ω Ω
Der Widerspruch in der neuen "Institution der politischen Selbstständigkeit des Individuums"
– Individuelle Verfassung vs alltägliches Leben
Wenn man die „Institution der politischen Selbstständigkeit des Individuums" (STRING) öffentlich für sich in
Anspruch nimmt, dann ist das wie eine amtliche Verkündigung oder wie die Proklamation einer neuen Verfassung.
Aber dieser Akt steht in Widerspruch zu unseren täglichen Bedürfnissen.
Denn faktisch können Menschen nicht als isolierte Wesen existieren: Für unser körperliches Überleben wie für unsere
geistige Entwicklung sind wir durchgängig auf die anderen Menschen und auf die Gesellschaft angewiesen.
Und doch fordert dieser individuelle Akt genau das Unmögliche: Er verlangt, dass wir bereit sind, unsere existenziellen
Abhängigkeiten von den anderen Menschen, von ihrer Arbeit und Solidarität bewusst in Frage stellen –
nicht materiell faktisch, sondern wahrhaft
gedanklich, indem wir uns den Dritten Weltkrieg als unausweichliches Schicksal vorstellen. Leider muss man davon
ausgehen, dass er jederzeit passieren kann und dass wir dann grausam sterben - unsere
Körper könnten sich von innen heraus auflösen, während das Bewusstsein noch zuschaut.
Solange ABC-Waffen existieren - in immer perfekteren und tödlicheren Varianten – kann die Milliardenfache
Vernichtung von Menschen stattfinden. Wenn diese Waffen dauerhaft in der Welt sind, wird die Vernichtung irgendwann
stattfinden. Eine offene Geschichte der Menschheit kann im Prinzip erst wiederbeginnen, wenn all diese Waffen vollständig
abgeschafft sind.
Noch ist die geistige oder virtuelle Preisgabe des eigenen Lebens, die Real-Imagination des eigenen Todes
angesichts des Dritten Weltkriegs vielleicht eine Chance oder ein letzter Strohhalm, um diesen zu verhindern.
Wenn wir die Vorstellung unseres Todes zulassen, leben wir zwar weiter,
aber erkennen unsere Nähe und Verfallenheit zu einem milliardenfachen Tod der allerschlimmsten Art.
Nur durch diese mental-reale Loslösung von unserem unmittelbaren Leben, von unserer Eingebundenheit in Familie,
Nation und Ökonomie und von unserem Überlebenstrieb können wir einen universellen Standpunkt gewinnen, der es ermöglicht,
aus den kollektiven Mechanismen auszusteigen, die mit fataler Automatik zum Dritten Weltkrieg hinführen. Wenn wir uns
vorstellen, dass wir bald sterben werden, kann uns das frei machen.
Wenn wir unser Leben geistig und gefühlsmäßig aufs Spiel setzen,
dann bleibt unser echtes Leben vor dem ABC-Krieg verschont! Das ist die Idee!
Die Erde könnte sich sonst in einen Scheiterhaufen verwandeln,
auf dem die Menschheit sich selbst verbrennt!
Die vorweggenommene Vorstellung des eigenen Todes verbindet sich mit der Möglichkeit,
in unserer politischen Geschichte einen großen, wesentlichen Schritt nach vorne zu tun. Beides zusammen, die Initiation
in der lebendigen Vorstellung des persönlichen Sterbens und die Institution der politischen Selbstständigkeit
der einzelne Menschen verbinden sich zu einem Paket, mit dem wir uns vielleicht von dem abschüssigen Pfad,
auf dem wir gehen, auf einen etwas sichereren Boden retten können.
Verdrängen
Jetzt im 21. Jahrhundert werden die letzten Zeitzeugen, die den Zweiten Weltkrieg noch als junge Erwachsene erlebt haben,
hundert Jahre alt oder schon längst gestorben sein und mächtige Politiker beginnen wieder mit dem Feuer zu spielen.
Die Friedensdividende des Zweiten Weltkriegs ist endgütig verbraucht.
Es gibt mittlerweile drei große Atommächte. Das ist ungleich instabiler als das bipolare System des Kalten Krieges.
Dennoch leben wir in der Vorstellung, es wird schon nichts passieren, es bleibe noch Zeit. Oder es trifft doch nicht alle,
wir bleiben verschont.
Dieser Glaube gleicht fast dem Bergsteigen in extremen Höhen - oft geht alles gut, der Messner hat doch auch überlebt,
bis man plötzlich tot ist.
Man weiss das und verdrängt es - muss es verdrängen, solange man wieder hochsteigt.
Aber in unserem Fall ist Verdrängen oder der Glaube, man wird schon verschont bleiben, fatal.
Beides erhöht die Gefahr eines infernalischen Endes mit Milliarden von Menschen,
die röchelnd ersticken, während ihre Lungen verkohlen.
Denn der ABC-Weltkrieg wäre von unserer Geschichte her gesehen keineswegs die große Ausnahme.
Der Normalfall – ABC-Weltkrieg als Fortsetzung der Kriegskultur der Menschheit??
Das Ziel ist, sich aus der Logik einer Kriegskultur zu lösen, die unsere Vorstellung vom
Leben seit Jahrtausenden fundamental prägt. Denn: Wir Menschen wissen, dass wir sterblich sind.
Aus diesem Wissen der Sterblichkeit ist eine Ideologie hervorgegangen, die das eigentliche Leben ins
Jenseits verlegt und die zwischen Gut oder Böse (Freund oder Feind) unterscheidet. Sie heroisiert das Sterben im Kampf und
heiligt das Töten.
Um Missverständnissen vorzubeugen, es geht hier nicht um Religion!!
Die jeweiligen Machthaber können mit diesen Jenseits-Geschichten das Leben unzähliger Menschen (Freund und Feind)
einem transzendenten Zweck im Namen des eigenen Kollektivs opfern (Heiliger oder Totaler Krieg).
Frage: Kann diese Ideologie auch noch für das atomare Höllenfeuer gelten, wenn Menschen nach Wasser schreien, während ihre Zungen
zu schwarzen Klumpen verschmoren, und die Augen in ihren Höhlen schmelzen, bevor die Gehirne dahinter verkochen?
Wollen wir diesen kollektiven Mythen ihre gefährliche Macht nehmen, dann müssen wir sie durch eine
Kultur ersetzen, die auf dem Individuum aufbaut. Das ist der Sinn, warum wir die „Institution der politischen
Selbstständigkeit des Individuums" jeder für sich beanspruchen sollen. Dabei sollten wir uns der existentiellen
Bodenlosigkeit oder der "Geistigkeit" dieses Aktes bewusst sein. Dann brauchen wir auch kein "Jenseits" mehr.
Die neue Ordnung politisch selbstständiger Individuen verlangt keine heroische Kampfbereitschaft,
sondern die paradox entschlossene
Selbstbefreiung unseres Geistes von den kollektiven Bindungen. Gesellschaft ist dann nur noch eine Bedingung unseres
individuellen Lebens, aber kein Selbstzweck mehr. Wenn Milliarden Menschen diesen
Schritt gehen, dann hätte die Menschheit die Chance, vom milliardenfachen Schicksal verbrennender, verstrahlter,
vor Krankheit oder vor Gift zuckender, sterbender Körper verschont zu bleiben.
Sich diesen Atom-Tod als kommende Realität vorstellen, um das Leben zu gewinnen.
Es ist lebenspraktisch unmöglich, als Individuum ohne Gemeinschaft, ohne das ineinandergreifende
Zusammenwirken sehr vieler Menschen zu überleben –
aber politisch-institutionell ist die Vereinzelung genau der notwendige radikale Schritt, den wir zum Überleben brauchen.
Nur wenn wir bereit sind, die Idee einer den Tod gebärenden staatlich-kollektiven Realität absolut ernst zu nehmen,
die keine Zukunft mehr hat, dann gäbe es die Chance auf
eine Welt ohne ABC-Waffen entstehen und wir könnten die
Realität unserer Zukunft wiedergewinnen.
Und nocheinmal. Angst behindert das Denken. Lebendige Vorstellungskraft ist gefragt,
um die richtigen Schlüsse aus der Zukunft zu ziehen.
WIE SOLL DIE ABSCHAFFUNG DER ABC-WAFFEN GESCHEHEN???
Die Lösung: Es kommt auf die Zivilisten an
Was wir brauchen, ist die stille Revolution der Zivilisten:
Die hier vorgestellte Aufforderung zu einer „wesentliche Initiation" durch eine echte Begegnung mit dem Tod
ohne zu sterben, die nicht uns selbst, aber unsere Angst vor dem Tod sterben lässt, ist ein Aufruf an alle Zivilisten der Welt.
Wir dürfen diese Fähigkeit nicht den Militaristen überlassen!!
Denn deren Feindschaften „Wir gegen Die" führen in den Selbstmord unserer Spezies.
Mit Angst um unser Leben können wir die Militaristen nicht aufhalten.
Zivilisten aller Länder, vereinigt Euch! Es geht ums nackte Überleben!
Die sanfte Macht der Milliarden Menschen ohne Waffen!
Die Idee ist folgende: Wenn erstens unsere fatale Situation mehr und mehr von den Menschen
überall auf der Erde bewusst wahrgenommen wird,
insbesondere von denen ohne große Macht in der Gesellschaft, und wenn wir zweitens erkennen,
dass die politischen Akteure mit ihren Waffen in ihrem System und ihrem Denken gefangen sind –
dann wird klar, WIR machtlosen Zivilisten sind die Einzigen, die das Steuer noch herumreißen können.
Wir müssen Formen finden, unsere informelle Macht als Milliarden einzelne Menschen in die Waagschale zu werfen -
Wir, die wir uns mit unserer Angst vor dem Tod nicht mehr erpressen lassen und die wir allem voran unsere Kinder
und Enkelkinder friedlich aufwachsen sehen wollen.
Unsere grundsätzliche Bereitschaft zu sterben, weil der ABC-Weltkrieg die Alternative ist, und unser klarer Wille für eine Welt
ohne den militärischen overkill und ohne all die Waffe muss derart
überwältigend sein, dass kein Widerspruch mehr sinnvoll erscheint.
Was dann? Verschrotten die Großmächte plötzlich ihre Bomben und Bomber??
Werfen sie alle ihre H-Raketen, ihre Viren und Gifte, ihre Panzer und Gewehre auf den Müll??
Wer hat bessere, zusätzliche Ideen? Ohne Ideen wird es sicher nicht gehen! Oder mit Verzweiflung?
Alle Staatsvölker entziehen ihrem jeweiligen Militärisch-Industriellen Komplex das Geld??
Wir müssen eine unglaublichen Wirbel veranstalten. Die guten Mächte der Welt helfen nur,
wenn wir uns selber helfen!!
Aber, ganz ehrlich, es sieht tatsächlich nicht sehr gut aus für uns Menschen!
Morituri te salutant! - Die Todgeweihten grüßen dich, Oh Schicksal!
Ω Ω Ω Ω Ω Ω Ω Ω Ω Ω
Eine Weltordnung?
Seit den ersten Imperien – spätestens seit Alexander dem Großen – lebt die Menschheit mit dem Traum, sich zu vereinen.
Doch dieser Traum wurde viel zu oft durch Gewalt zu verwirklichen gesucht:
durch Krieg, Unterwerfung, Eroberung. Die oft sehr chaotische und grausame Dynamik des Krieges wird fataler Weise
bisher nicht durch die Vernunft und nicht durch die Bedrohung durch einen ABC-Weltkrieg gestoppt, obwohl dieser dem Einigungsziel
diametral entgegensteht. Denn welche Einheit der Menschheit könnte ein ABC-Krieg noch hinterlassen?
Die Einheit der auf grausamste Weise Getöteten?
Oder Indien und Pakistan bleiben vom Dritten Weltkrieg verschont, rüsten ab,
besiedeln leere, nicht verstrahlte Räume und beginnen eine neue Weltherrschaft -
vorausgesetzt es gibt keinen nuklearen Winter? Aber Muslime und Hindus, ob die sich einig werden??
Nicht sehr wahrscheinlich!
Die Institution politischer Individualität ist der alternative Weg zu einer Zivilisation aus individueller Freiheit,
lebensermöglichender Lokalkultur und ideeller Weltgemeinschaft ohne Machtaspekte,
wenn das Führen von Kriegen im Kleinen wie im Großen Geschichte geworden ist!
Dieser Weg führt nicht über Herrschaft (und ABC-Krieg), sondern über die Anerkennung jedes Einzelnen als
Träger eines universellen politischen Status – unabhängig von Herkunft oder Zugehörigkeit – den wir uns nicht zuletzt
durch die Freiheit eines bewusst vollzogenen „Zweiten Tod, ohne zu sterben" (Initiation) erwerben können.
Ω Ω Ω Ω Ω Ω Ω Ω Ω Ω
Schluß – Wenn Gewalt in den Tod führt, wo liegt dann die Macht
Unsere Waffe ist die Verweigerung: Milliarden, die sich weigern zu kämpfen, zu produzieren, zu gehorchen -
eine sanfte Macht, gegen die keine Bombe ankommt.
Wenn sechs Milliarden Zivilisten gleichzeitig nicht mehr von ihrer Angst vor dem Tod dominieren lassen und alle von ihrer Mission begeistert sind,
entsteht eine informelle Weltmacht, die stärker ist als alle Armeen zusammen.
Die wahre Macht liegt nicht in den Händen der Wenigen mit Waffen, sondern in den Köpfen der Vielen ohne Waffen -
sobald sie nicht mehr an ihre Todesangst glauben.
Eine Weltgemeinschaft der friedlichen Todesmutigen: Das ist die einzige Macht, die den Mächtigen wirklich gefährlich
werden kann.
Normale Menschen können durch Überwindung ihrer Todesangst gemeinsam eine Macht entwickeln,
die stärker ist als die Bedrohung durch Gewalt.
Ω Ω Ω Ω Ω Ω Ω
Ω Ω Ω
Schlagworte
„Nur wer bereit ist zu sterben, ohne zu sterben, kann frei von der Gewalt leben."
„Die Wahl ist einfach: Entweder wir sterben geistig für das Leben - oder wir sterben physisch durch den Krieg"
„Eine andere Welt ist möglich. Sie beginnt mit dem Tod unserer Angst vor dem Tod"
„Habt ihr den Mut, euch euer eigenes Sterben vorzustellen, um das Sterben der Menschheit zu verhindern"
„Die politische Selbstständigkeit des Individuums: ein geistiger Akt gegen das Ende aller geistigen Akte"
„Stirb virtuell - oder stirb real. Wähle!"
„Die wahre Utopie ist nicht Abrüstung - sondern dass es noch Menschen gibt, die abrüsten können"
„Kollektiver Überlebenstrieb als Todesfalle - individuelle Todesbereitschaft als Weg zum Überleben"
„Utopisch ist nicht eine waffenlose Welt - sondern eine Welt mit Menschen"
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KI-Analyse der STRING Theorie
Seit die Anzahl der Menschen immer weiter wuchs
und seit sich die Formen des Lebensunterhalts der Menschengruppen immer mehr entwickelten und unterschieden, machte es
plötzlich Sinn, die Nachbarn zu überfallen, zu töten und auszurauben.
Etwa seit der letzten Eiszeit tritt die Menschheit langsam in das Zeitalter des "homo anus" ein.
Irgendwann wurde das Überfallen, Versklaven, Foltern und Töten zum florierenden Geschäftsmodell.
Die Angst wurde allgegenwärtig. Alle Gesellschaften mussten sich davor schützen,
indem sie selbst gewalttätig wurden.
Die Höhepunkte des "homo anus"-Zeitalters erleben wir die letzten ca. 4000 Jahre bis heute.
Siehe dazu auch DER TOD im LEBEN in den Zeiten der ABC WAFFEN
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Angst behindert das Denken. Lebendige Vorstellungskraft ist gefragt, um die
richtigen Schlüsse aus der Zukunft zu ziehen.
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Annäherung an die Zukunft (4)
Von der Abschaffung der Massenvernichtungswaffen durch Überwindung kollektiver Macht
Institution der politischen Selbstständigkeit des
Individuums
Eine weiter ausholende Diskussion der STRING-Idee
1. Geschichte
Der Philosoph
Baron de Montesquieu (1689-1755) schrieb in seinem Werk "Der
Geist der Gesetze" (1748), dass es Freiheit in einem
Staatswesen nur geben kann, wenn es neben der Legislative und
der Exekutive eine dritte unabhängige Gewalt gibt, die
Judikative. Die Könige und Kaiser seiner Zeit nahmen davon
keine Notiz. "L´État, c´est moi!" sagte angeblich
der Sonnenkönig Ludwig der 14. (1638-1715).
Als John
Locke (1632-1704) seine Gedanken zum Schutz des
Privateigentums vor dem Zugriff der staatlichen Macht oder der
Fürstenmacht als eines Grundrechts formulierte, ließen sich
die zeitgenössischen blaublütigen Fürsten und Könige davon
nicht beeindrucken. Der Gedanke allgemein-menschlicher
Grundrechte lag ihnen fern.
1762 veröffentlichte
Jean-Jacques Rousseau (1712-1778) sein berühmtes Werk
"Gesellschaftsvertrag". Darin prägte er den Begriff
der Volkssouveränität. Es musste erst die französische
Revolution, die Schreckensherrschaft des irregeleiteten
Robespierre, die Napoleonischen Kriege und das Hin und Her immer neuer
Könige und Kaiser vergehen, ehe dieses Werk eine Chance
bekam, die reale Staatsverfassung grundlegend zu beeinflussen.
Denn in
Frankreich dauerte es bis 1871, bis nach der Niederlage gegen
das zukünftige Deutsche Reich, als endlich die Ideen und
Prinzipien von Montesquieu, Locke, Rousseau u.a. die
Entstehung einer republikanischen Staatsverfassung leiten
konnten. Frankreich war dann die einzige Republik in Europa zu
dieser Zeit. Wieviel Gewalt und Krieg war bis dahin
geschehen?!
In England konnte sich das Bürgertum
schon früher eine gewisse Unabhängigkeit von der Krone
erkämpfen. Seit 1688 ist das Land eine konstitutionelle
Monarchie, in der das Parlament eine gewisse politische Macht
innehat. Die nicht zuletzt von Engländern besiedelten
amerikanischen Kolonien nahmen diesen Ball der politischen
Emanzipation auf, erklärten nach Streitereien und Krieg 1776
ihre Unabhängigkeit vom Mutterland England und gründeten
eine Republik, die U.S.A..
Deutschland war der
schwerste Fall. Man mag an die unzähligen Toten, Ermordeten,
Verletzten und Traumatisierten aus zwei sinnlosen Kriegen
nicht denken. Man muss sich fragen, ob die Menschen damals in
Mitteleuropa zurechnungsfähig waren? Erst nach 1945
konnten die Prinzipien demokratisch-republikanischer
Rechtsstaatlichkeit in diesem Land einigermaßen soliden Boden
finden.
Für jedes Land auf der Erde läßt sich eine
Befreiungsgeschichte gemäß den Ideen der Demokratie
erzählen. Oft war es eine Befreiung von extrem grausamer
Kolonialherrschaft. Bis heute folgt dann manchmal eine
Geschichte des erneuten Verlustes der Freiheit. Fast immer
spielt Gewalt, Revolution oder Krieg eine desaströse Rolle.
Müssen manche fortschrittlichen Gedanken erst
Jahrhunderte warten, bis sie politische Realität werden
können? Können die Beharrungskräfte der alten Ordnungen
nur nach entsetzlichen Krieges- und Gewaltexzessen entmachtet
werden?
2. Der einzelne Mensch als politische Institution
Hier soll eine neue politische Institution vorgestellt
werden, die "Institution der politische Selbstständigkeit
des Individuums". Sie ist aus der Erkenntnis entstanden,
dass in der gegenwärtigen Epoche die Welt politisch und
insbesondere militärpolitisch über die einzelnen
Nationalstaaten hinauswächst.
Worum es dabei nicht geht, ist eine
neo- oder pseudoliberale Kritik an politischen Regeln. Worum es geht,
ist die internationale Welt allen Menschen in die Hand zu geben,
denn: ABC-Massenvernichtungswaffen
sind keine geeigneten Mittel, um Konflikt zwischen Staaten zu
lösen! Also müssen die Staaten von diesen Waffen erlöst werden.
Man kann sich keinen Nationalstaat
vorstellen, der seine souveräne Macht
über die ganze Welt ausdehnen und eine globale politische
Ordnung schaffen könnte, um dann die ABC-Massenvernichtungswaffen
abzuschaffen. Denn davor stünde ein
selbstzerstörerischer Krieg unter Verwendung eben dieser
ABC-Massenvernichtungswaffen.
Es ist ein fataler und unendlich gefährlicher
Zustand, dass Nationalstaaten in potentieller oder manifester
Konkurrenz oder Feindschaft zu anderen Nationalstaaten stehen.
Denn das bedeutet, es existiert ständig eine latente
Kriegsgefahr und die ABC Massenvernichtungswaffen können
nicht abgeschafft werden.
Zudem, wenn eine der Atommächte
glaubt, ins Hintertreffen zu geraten oder dass sich die
anderen großen Mächte gegen sie zusammenschließen, könnte
sie sich zu einem Präventivschlag hinreissen lassen.
Es
gibt weitergehende Aspekte: Was würde jemand mit den
Eigenschaften eines Adolf Hitler mit ABC Waffen machen? Man
weiss, dass es im "Kalten Krieg" auf beiden Seiten
Generäle gab, die die Atomraketen gerne in einer realen
Kriegssituation getestet hätten. Die Bemühungen um
taktische Atomwaffen zeugen von dem Glauben, Krieg begrenzen
zu können. Lokal mag das möglich sein - aber nicht, wenn es
um die ganze Welt geht. Sicherlich würde ein Gebrauch der
ABC Waffensysteme nicht aus durchschnittlichen Gründen
erfolgen. Doch die Geschichte kennt genug Beispiele von
exzessiven Gewalt- und Kriegsereignissen. Solange diese
Waffensysteme existieren, können sie warum auch immer
angewendet werden!
Dabei würden in einem großen
Krieg mit ABC-Waffen kaum alle Menschen sofort getötet
werden. Aber der Fortschritt der Weltzivilisation, wie wir ihn
heute kennen, würde enden. Neben den direkt Getöteten würden
Milliarden Menschen an den unübersehbaren Folgewirkungen
dieser Katastrophe erkranken oder sterben. Über die
ökologischen und ökonomischen Verwüstungen
kann man gar
nicht vernünftig nachdenken. Alleine die Möglichkeit dieser
unermesslichen Zerstörungen stellt die ganze jetzige Welt in
Frage. Wer will einen nuklearen Winter mit weltweiten
Ernteausfällen sicher ausschließen?
Aus diesem Grund gibt es praktisch und
theoretisch keinen anderen Weg, als eine neue Instanz, eine
Institution zu schaffen, die nicht in die Machtpolitik der
Staaten involviert ist und die einen Ausweg aus dieser Falle
eröffnen kann.
Aber alle bisherigen Versuche, transnationale oder transstaatliche
Instanzen zu schaffen haben
nie zu etwas geführt, was auch nur annähernd so mächtig und mit Autorität versehen
ist, als die (großen) Staaten selbst. Daher herrscht in der zwischenstaatlichen
„Welt“ nach wie vor DAS RECHT DES STÄRKEREN als ultima ratio, gebremst nur durch die
Abschreckung mit ABC Massenvernichtungswaffen.
Weil das auf Dauer zu gefährlich ist, dürfen Friede und die Freiheit der Welt
nicht mehr von dieser gegenseitigen "kalten"
Bedrohung großer Militärmächte mit totaler Zerstörung
abhängen.
Frage: Können die Menschen in ihrem alltäglichen
Leben lernen, den Frieden und die Freiheit der Welt zu
garantieren und dadurch die Abschreckungsmacht der Waffen überflüssig zu
machen?
Weil unsere Weltzivilisation ist derart überpotent geworden, könnte das schwächste Glied
allen politischen Handelns, der einzelne und
im traditionellen Sinn machtlose Mensch gerade die Instanz sein, durch die unsere sich
überschlagende Zivilisation wieder ein angemessenes Maß finden kann, um sich nicht
ad absurdum und ad exitum zu führen.
Die Menschheit als politische Entität ist ein Novum, das alle historischen Grenzen sprengt.
Denn die Menschheit ist nicht als partikulares Kollektiv mit Mitgliedern und Nicht-Mitgliedern
zu konzipieren oder darzustellen. Sie hat schlicht keine Nicht-Mitglieder ausser ihr!!
Über das theoretischen Reden von allen Menschen oder der Menschheit hinaus exisiert
sie politisch praktisch nur negativ, nämlich als die biologische Art, die durch politische Aktionen
einzelner Mitglieder dieser Art ausgelöscht werden kann.
Daher erscheint die Abschaffung der ABC
Massenvernichtungswaffen als große kollektive
Aufgabe für die Menschheit. Aber die Menschheit ist keine handlungsfähige
politische Entität. Dies ist ein weiterer Grund dafür, diese Aufgabe zu einer
individuellen Aufgabe machen - letztenendes eine Aufgabe von
aller einzelnen Menschen, die darüber zu politisch individuellen Personen werden.
Für einen so grundlegenden zivilisatorischen Neuanfang
braucht es ein neues Selbstbewusstsein der Menschen. Dazu soll
ihnen die neue grundlegende Institution politischer
Individualität verhelfen. Sie ist eine Art basisdemokratische
Monarchie - jeder Mensch ist sein eigener Souverän und
beherrscht sich selbst! Jeder trägt dadurch die politische
Grundlage der Weltgesellschaft. Nicht ein Führer, ein
Genie oder die Technologie kann die Menschheit befreien. Jede
Person verkörpert unabhängig von ihrer Familie, von ihrem
Kollektiv, ihrem Staat, unabhängig von ihrem Vermögen in der
Defensivität des Einzelseins das Heldentum der Zukunft!
3. Nie wieder Anarchie!
Der Vorschlag individueller Souveränität zielt definitiv nicht auf eine
falsche verstandene Freiheit der einzelnen Personen von den
Regeln der Gesellschaften, in denen sie leben. Von Anarchie
profitieren nur die Brutalsten und ihr Recht des Stärkeren.
Dieser Vorschlag zielt auch nicht auf die Vereinzelung
der Menschen. Der Mensch bleibt immer ein "zoon
politicon", ein politisches und soziales Lebewesen.
Solidarität (Liebe) ist das höchste menschliche Gut. Der
Vorschlag zielt vielmehr auf die globale machtpolitsche
Situation. Die große Aufgabe ist es, die Macht der
mächtigsten Nationalstaaten und ihres Führungspersonal
in Frage zu stellen und zu überwinden,
da sie mit den ABC Massenvernichtungswaffen das menschliche
Leben bedrohen.
Denn wie man auch immer zu dieser hier
vorgetragenen politischen Idee und zu den Argumenten steht,
die Frage steht immer im Raum, ob es wieder eine Serie von
kollektiven Gewaltexzessen der schlimmsten Art braucht, bevor
die Menschen bereit sind, ihr gemeinsames Leben zeitgemäß zu
gestalten? Braucht es zuerst den Krieg, damit die Menschen
danach genug davon haben, um endlich wieder auf ihre
Friedlichkeit zu vertrauen? Es wäre ein Krieg mit ABC Waffen!
Gerade die Mächtigsten der Welt halten an einem mittelalterlichen
Menschenbild fest, weil es ihnen im Moment nützt. Auch sie sollten
davon ausgehen, daß ein ABC-Weltkrieg ihnen nichts Gutes bringt.
Die neue individuelle politische Institution soll
diese Mutter aller menschengemachten Katastrophen verhindern,
indem sie der Kollektivität
jeglichen Mythos nimmt. Jeder Mensch kann lernen, diese
Institution auf seine ganz eigene persönliche Art zu
verkörpern. Und alle werden langsam lernen, das Zusammenleben
mit ihren Mitmenschen auf der Basis dieser neuen Institution
zu gestalten. Da niemand mehr über Millionen andere herrscht,
ist die große militärische Macht, wie sie heute existiert,
obsolet.
Trotzdem werden Polizei, Gerichte und
Sanktionsmittel immer notwendig sein, um z.B. den gehörnten
Ehemann, der seinen Nebenbuhler tötet, zur Rechenschaft zu
ziehen. Leute, die andere Menschen böswillig schädigen,
werden nie aus der Welt verschwinden. Auch nicht die manchmal
tragischen Verwicklungen von menschlichen Schicksalen.
Das
Zusammenleben der Menschen braucht Regeln und Institutionen.
Eine Klinik oder die Feuerwehr brauchen eine hierachische
Struktur. Diese sachlich begründeten Strukturen sind aber
nicht zu verwechseln mit den formellen und informellen
Hierarchien im Rahmen von ganzen Gesellschaften. Die
Aufgabe ist es, künftig zu verhindern, dass die Macht solcher
Regeln, Institutionen und Hierarchien im Großen missbraucht
werden kann und dadurch Millionen oder Milliarden von Menschen
ins Unglück stürzt. Die Methode der Wahl dafür kann nur
sein, alle Kollektivität zu verkleinern und in ihrer
Bedeutung radikal zu relativieren. Das ist eine grundsätzliche
Beschränkung jeder Art von gesellschaftlicher Macht. Man kann
das als eine weitere Form der Gewaltenteilung interpretieren.
Kollektivität wird dann nicht mehr von einem in der
jeweiligen Geschichtsepoche zufällig bestehenden Kollektiv
wie z.B. einem Reich oder einem Staat her gedacht. Sie wird
vielmehr vom einzelnen Menschen her konzipiert und gestaltet.
Die Institution der "Politischen
Selbstständigkeit des einzelnen Menschen, des Individuums"
ist ein Verfassungsgrundsatz. Sie soll die Reihe der
demokratisch-republikanischen Institutionen abschließen, die
sich im modernen Rechtsstaates entwickelt haben. Sie
beinhaltet die persönliche politische Souveränität eines
jeden Menschen für sich selbst.
Damit soll erstens
erreicht werden, dass die politische Souveränität nicht mehr
an die geschichtlich zufällig entstandenen Nationalstaaten
gebunden bleibt. Politische Souveränität hat nicht mehr ein
Territorium als Voraussetzung. Die souveränen Individuen
können ihr kollektives Zusammenleben freier gestalten, weil
die Kollektivität nicht mehr Träger der Souveränität ist,
sondern ihnen, den Menschen dient. Natürlich müssen sich
die Menschen dann immer wieder einig werden, wenn keiner mehr
von oben bestimmt, wo es lang geht. Der Interessensausgleich
wird immer zu Belastungsproben führen und niemals ideal
gelingen. Dieser schwierige Lernprozess funktioniert
sicher besser, wenn alle ihn bewältigen müssen, weil die
Welt ihren hierarchischen und kollektivistischen Zuschnitt
verloren hat.
Zweitens soll durch die individuelle
Souveränität der rationale Charakter der modernen
rechtsstaatlichen Institutionen maßgeblich durch die
subjektive persönliche Verantwortung ergänzt werden. Indem
die politische Gestaltung des Zusammenlebens nicht mehr primär
in der Macht von funktionalen Aufgabenträgern, sondern
wesentlich in der Hand eines jeden von uns liegt, ist sie
näher bei den Menschen.
Das Wichtigste in der Welt
ist nicht mehr das Kollektiv, nicht mehr die Macht oder die
soziale Stellung im Kollektiv. Denn die individuellen Personen
besitzen eine eigene politische Bedeutung, über die es keine höhere Bedeutung gibt.
Die kollektive
Institutionen haben dann im wesentlichen nur noch
Dienstleistungscharakter. Ihr Zuschnitt wird flexibler. Die
Gesellschaft wird freier. Es werden viele Ressourcen und
Fortschrittskräfte frei, die dem Ausbau der materiellen
Stellung der Menschen im Leben und in der Welt dienen können
sowie der Bewältigung ökologischer Herausforderungen wie
z.B. die Folgen der Erderwärmung.
4. Ökonomie im Horizont individueller Selbstständigkeit
Ziel ist eine Wirtschaft, die jedem Menschen die materiellen Grundlagen für echte Wahlfreiheit sichert -
frei von unerkennbaren existenziellen Abhängigkeiten, frei für selbstbestimmte Lebensentwürfe. Dafür
ist der zivilisatorische Fortschritt in die Pflicht zu nehmen. Auch wenn dieses Ziel utopisch anmutet,
ist es doch das einzige Ziel, das sinnvoll und dauerhaft tragfähig ist.
Die Institution der individuellen politischen Selbstständigkeit verlangt keine vorgegebene
Wirtschaftsordnung. Aber sie setzt jedem ökonomischen System klare Grenzen:
Es darf keine konzentrierte ökonomische Macht geben, die das Handeln freier
Individuen systemisch einschränkt. Globale Finanzarchitekturen, Eigentumsverhältnisse und
Produktionssysteme müssen sich daran messen lassen, ob sie strukturelle Gewalt verstärken oder konsequent abbauen.
STRING schafft keine ökonomischen Programme. Es schafft politische Bedingungen,
unter denen zukünftige Menschen selbst entscheiden können, wie sie Produktion,
Tausch, Infrastrukturen, Versorgung und Innovation organisieren wollen – auf eine Weise, die ihrer Selbstständigkeit gerecht wird.
Wenn die Menschen nicht mehr an die großen Mächte glauben und
als politische Individuen die Führung über die Ökonomie übernehmen, hören sie auf,
skalierbare Masse zu sein.
Nur eines ist unverzichtbar: Für gemeinsame Herausforderungen der Menschheit – etwa planetare Risiken,
den Schutz der Lebensgrundlagen, Technologien, Wissenschaften, Medizin – sollte es Formen solidarischer Finanzierung und
Kooperation geben.
Wie diese aussehen, bleibt offen für weitere Gestaltung. Aber sie dürfen niemals zu Instrumenten zentralisierter Macht werden.
5. Gefühl und Verstand
Wir Menschen werden von Gefühlen bestimmt, genauer
vom Stammhirn, das uns z.B. mitteilt, wo Gefahren lauern oder
wem wir vertrauen können. Leider senden die ABC
Massenvernichtungswaffen keine solchen Signale aus, die unser
Stammhirn aktivieren könnten. Es ist leicht, sie zu
ignorieren, weil ihre Zerstörungskraft jenseits alles
Normalen, Vorstellbaren ist. Ihre Gefahr läßt sich nur mit dem Verstand
begreifen. Man muss sich die Vorstellungskraft dafür
erarbeiten, was da genau unser Leben bedroht. Gerade für die virtuelle
"Stunde Null" nach einem potentiellen Dritten Weltkrieg brauchte es geistige Imaginationskraft.
Weil aber die Menschen im Alltag oder in Ideologien feststecken, blenden sie
alles andere aus. So sitzt die Menschheit in einer Falle.
6.
Revolution der Mentalität
Die Geschichte hat zu oft
gezeigt, dass gewaltsamen Revolutionen uns nicht mehr helfen
können. Denn die neuen politischen Avantgarden werden im
Handumdrehen die Macht an sich reissen, solange es große
bewaffnete Kollektivstrukturen gibt, die missbraucht werden
können.
Der Prozess der Veränderung darf nicht
abrupt sein. Es nützt nichts, die bestehenden politischen
Ordnungen radikal über den Haufen zu werfen. Das würde den
Menschen extrem schaden, die Arbeit und Einkommen brauchen,
Nahrung und Unterkunft, ärztliche Versorgung und vieles,
vieles mehr. Im konkreten gesellschaftlichen Leben darf es
nur einen langsamen Transformationsprozess geben. Dieser
Prozess muss von "unten" gestaltet werden, nicht von
"oben"!
Die eigentliche Revolution geschieht
in der Mentalität der Menschen, wenn sie lernen zu verstehen,
dass "ihr" Staat, "ihre" Nation, keine
Garantie für die Zukunft mehr sind. Selbst wenn diese
Kollektive jetzt noch die politische und für manche eine
"heilige" Ordnung darstellen, selbst wenn wir in
unserem alltäglichen Leben vielfach von ihnen abhängig sind,
ist ihre Geschichte vorbei. Denn die Macht selbst der größten
Staaten im globalen Maßstab ist begrenzt. Daher können sie
den finalen ABC-Krieg nicht verhindern. Aber gerade die
größten und wichtigsten können ihn herbeiführen.
Alle
verfassten, partikularen Kollektive, die im globalen Rahmen in
letzter Konsequenz immer auf dem Primat der Macht beruhen,
sind zu Sargnägeln der Menschheit geworden. Denn die ABC
Massenvernichtungswaffen können nur abgeschafft werden, wenn
die Freiheit eine reale und verlässliche Größe im Leben der
Menschen geworden ist, die weder durch Diktatur und Gewalt
noch durch Armut in Frage gestellt wird.
Ist es also
vermessen, die ideelle Macht, die Macht des Geistes ins Feld
zu führen, um die Staaten, die über die ABC
Massenvernichtungswaffen verfügen, dazu zu bewegen, zusammen
ihre Waffensysteme abzuschaffen?
Ein großes
politisches Ziel ins Auge fassen, das die Welt in eine neue
Ära bringt, könnte ein ideelles Momentum erzeugen. Die
"Institution der politischen Selbstständigkeit des
Individuums" ist so ein Ziel! Durch sie kann das Ensemble
an Institutionen, das man im weitesten Sinne
demokratisch-republikanischen Rechtsstaat nennt, flexibler,
lokaler, kleiner, kontrollierbarer werden und die Bindung an
den nationalistischen Kollektivismus verlieren.
Die
Proklamation dieser Institution soll in einem ersten Schritt
als Idee wirken und eine Art geistiger benchmark oder ein
Schlüssel sein, um einen Raum des politischen Denkens in die
Zukunft zu öffnen, der auf die Freiheit verweist.
Wenn
der Fokus der Weltzivilisation weg von der partikularen
Kollektivität hin zur politischen Individualität gerichtet
wird, dann kann eine neue Art von Universalität entstehen,
die direkt vom Menschen, von jedem Menschen und seiner Sprache
repräsentiert wird.
Gerade weil diese Veränderungen
nur unter dem Zeichen der Freiheit möglich sind, kann man
nicht genau vorhersehen, wie sie im Einzelnen vor Ort und in
der Zukunft gestaltet werden. Die Vorstellung ist
falsch, dass man erst die materiellen, praktischen Probleme
lösen muss, bevor ein politischer Fortschritt denkbar ist.
Der geistigen Welt eines jeden Menschen einen
substantiellen politischen Wert zuzuerkennen, das wird die
größte Revolution der Geschichte sein. Insbesondere soll
jeder Mensch sich diesen Wert selbst zuerkennen und sich um
die entsprechende Mentalität bemühen.
Keine atomare
Macht kann man direkt zwingen, ihre ABC-Waffen zu
verschrotten. Aber im Zeichen dieser Revolution der Mentalität
muss die politisch-zivilisatorische Entwicklung in einer Weise
voranschreiten, die jede Art von größerer gesellschaftlicher
Machtkonzentration irgendwann als lächerlich gestrig wirken
läßt. Das Leben der einzelnen Menschen soll so eigenständig,
vielseitig und individuell werden, dass Machtausübung über
hunderttausende oder Millionen von Menschen nur noch als
primitiv und inadäquat erscheint.
Mit partikularer
politischer oder ökonomischer Macht oder durch das "Recht
des Stärkeren" (durch den Gewinner eines Krieges) ist
der weitere Weg der Menschheit jedenfalls nicht mehr zu
gestalten. Wer große Macht innehat, mag einen Teil der
heutigen Welt beherrschen. Aber er kann nicht für die Zukunft
stehen!
Kurzfassung:
Die Institution der politischen Selbstständigkeit des Individuums STRING
Das Kernproblem
Die Menschheit steht vor einer existenziellen Bedrohung durch ABC-Massenvernichtungswaffen, deren Kontrolle in den Händen konkurrierender Nationalstaaten liegt. Diese Situation schafft eine permanente latente Kriegsgefahr, die potenziell in einem globalen Vernichtungskrieg enden könnte.
Die grundlegende Erkenntnis
Die bisherigen Versuche, transnationale Instanzen zu schaffen, haben keine Autoritäten hervorgebracht, die mächtig genug wären, die Souveränität der Nationalstaaten wirksam zu begrenzen. Der Frieden der Welt hängt nach wie vor von der gegenseitigen Abschreckung durch Massenvernichtungswaffen ab – ein auf Dauer unhaltbarer Zustand.
Der Lösungsansatz: STRING
Die "Institution der politischen Selbstständigkeit des Individuums" soll als neue grundlegende politische Institution etabliert werden
– eine Art "basisdemokratische Monarchie", in der jeder Mensch sein eigener Souverän ist. Der Eigenname "STRING"
wurde bewusst und persönlich gewählt: kurz, einprägsam und assoziationsreich – er erinnert an Musik oder an eine physikalische
Theorie des Universums. Jede Person ist kann sich ihren eigenen Namen für eine individuelle Institution geben.
Kernpunkte
Verlagerung der Souveränität: Von den historisch zufällig entstandenen Nationalstaaten hin zum einzelnen Menschen
Primat des Individuums: Die einzelne Person wird zur fundamentalen politischen Einheit
Relativierung der Kollektivität: Kollektive Strukturen werden nicht abgeschafft, aber grundsätzlich verkleinert und in ihrer Bedeutung relativiert
Ergänzung des Rationalen: Der rationale Charakter moderner rechtsstaatlicher Institutionen wird durch die subjektive persönliche Verantwortung maßgeblich ergänzt
Kernunterschiede zum Status quo
Neue Universalität: Eine vom einzelnen Menschen repräsentierte Universalität ersetzt die partikulare Kollektivität
Dienstleistungscharakter kollektiver Institutionen: Kollektive haben keinen Selbstzweck mehr, sondern
dienen den souveränen Individuen
Transformation statt Revolution: Kein abrupter Umsturz, sondern langsamer Transformationsprozess von "unten"
Revolution der Mentalität: Die eigentliche Veränderung vollzieht sich im Denken der Menschen
Ziel und Vision
Diese neue Institution soll einen Weg eröffnen, die ABC-Massenvernichtungswaffen abzuschaffen,
indem sie eine Alternative zur zwischenstaatlichen Machtpolitik bietet. Sie strebt nicht nach Anarchie
oder Vereinzelung, sondern nach einer neuen Form globaler Ordnung, in der:
Die individuelle Freiheit zur verlässlichen Größe im Leben aller Menschen wird
Machtkonzentrationen über Millionen von Menschen als anachronistisch erscheinen
Die geistige Welt jedes Menschen substantiellen politischen Wert erhält
Die Ökonomie darf nicht mehr Kollektiven dienen, sondern dem (allen) politisch selbstständigen Individuen.
Letztlich geht es darum, die drohende Selbstzerstörung der menschlichen Zivilisation abzuwenden,
indem der "schwächste" Akteur – der einzelne Mensch – zur fundamentalen Instanz wird, die unserer
übermächtigen Zivilisation wieder ein angemessenes Maß gibt. Das Überleben der Menschheit ist die Utopie,
STRING ist ein Weg dahin.
Kommentar zu STRING von Axel Ebert - wortwelt.at
>> danke für Deinen Hinweis zum Text auf Adstring.org. Ich habe ihn mit Gewinn gelesen.
Für mich ist ein originärer und starker Gedanke dahinter sichtbar:
Eine "Institution der politischen Selbstständigkeit des Individuums" ist eine spannende und
weit gegriffene Perspektive. Auch Deine Einleitung zum „großen Mittag“ finde ich eine brillante
Klammer für Deine Gedanken.
Natürlich kommt einem beim Lesen auch laufend der Gedanke, wie das denn umsetzbar sein
könnte und gleichzeitig fallen einem dann mehr Gegen- als Pro-argumente ein.
Du hast aber alles Recht der Welt darauf hinzuweisen, dass man: "… irgendwo anfangen muss,
wenn man etwas erreichen will, ist der erste Schritt, den zeitgenössischen Realismus in Frage zu stellen. ….
Muss man nicht eine echten Schritt über den Ist-Zustand der Welt zumindest hinausdenken?!"
Ja, das finde ich auch. Denke auch, es gibt gute Blaupausen für solche weitreichenden -
und zum jeweiligen Entstehungs-Zeitpunkt irreal erscheinenden Gedanken.
Bei Deinem Text musste ich mehrfach ans Kants Altersschrift "Zum ewigen Frieden" denken.
Sein Artikel wie: „Kein Staat soll sich in die Verfassung und Regierung eines andern Staats gewalttätig einmischen.“
hat die moderne Politik geprägt. Das Klang zum Erscheinungstermin (Ende des 18.Jh) absolut unrealistisch und
verwegen – vielleicht sogar abwegig. Es hat aber angeblich das moderne Verständnis von Krieg als Unrecht begründet -
was bis dahin kein Allgemeingut war. Steven Pinker schreibt auch würdigend darüber -
glaube es war in Enlightenment Now.
Dein Grundgedanke hat möglicherweise die gleiche Reichweite - trotz oder gerade wegen des spontan möglichen
Einwandgewitters. Gleichzeitig wünscht man sich beim Lesen natürlich möglichst viele Handreichungen in Form von
Ideen, wie eine Transformation in die von Dir gewünschten Richtung aussehen könnte. z.B. als Weiterentwicklung
Deliberativer Demokratie, die ja bereits auf "Herrschaftsfreien Diskus" setzt (Habermas aktuelle Schrift zum
"Neuen Strukturwandel der … Gesellschaft" beschäftigt sich da hauptsächlich mit den Medien, erscheint mir
aber recht fundiert).
Deine Zielvorstellung berührt natürlich viele Bereiche aus Politik, Psychologie, Soziologie, Gesellschaftstheorie,
Konflikttheorie etc. Wenn Dir da weitere angrenzende Brücken-Theorien zu Deinem Ziel als Beispiele einfallen,
wäre das natürlich hilfreich. <<
(21. Jahrhundert)
Weitere Aspekte zu STRING
Apropos Demokratie!
Es gibt sehr viele territoriale (nationale) Staaten auf der Erde. Manche sind Diktaturen, manche sind
Teildemokratien, Pseudodemokratien, manche haben repräsentative Demokratie und Rechtsstaat relativ
weitgehend verwirklicht.
Aber wir nehmen zur Kenntnis, dass sich Demokratien wieder in Teildemokratien oder Diktaturen
verwandeln können, wenn die Mehrheit der Wähler das so will.
In jedem Fall ist festzuhalten, dass das zentrale politische Paradigma der gegenwärtigen Epoche
der „nationale“ Territorialstaat ist und nicht eine repräsentative rechtstaatliche Demokratie.
Wenn wir die Gefahren der heutigen Welt verringern wollen, genügt es nicht, alle Staaten in Demokratien zu
verwandeln. Man muss die Machtmissbrauchsmöglichkeiten des Staates und der Staatenwelt als solche überwinden.
Siehe dazu:
Exkurs: "Survival of the fittest" (Charles Darwin)
Darwins berühmter Spruch des "Survival
of the fittest", der ursprünglich von Herbert Spencer stammt, beinhaltet eine große Ungewissheit. Erst im
Nachhinein weiss man tatsächlich, wer überlebt hat, wer also der "Fitteste"
war.
Daher kann man die Frage stellen, ob die letzten 15 000 Jahre Menschheitsgeschichte
mit der sukzessiven Entstehung der heutigen Ultrahochzivilisation den
homo sapiens wirklich zu dem "fittesten" Lebewesen auf der Erde gemacht hat,
als das sich viele Menschen selbstverständlich sehen??
Ist der Mensch wirklich die mächtigste Art der Erde geworden, weil er viele andere
Lebewesen ausrottet?
Oder wird sich diese Art "zwischen Tier und Gott" im Zuge des Gebrauch ihrer unerhörten
Fähigkeiten, die alle natürlichen Maßstäbe sprengen,
selbst zugrunde richten? Ist sie also gar nicht die "fitteste" Art?
Es gibt einen kaum groß genug vorstellbaren Gegensatz zwischen der dummen
menschenverachtenden Primitivität, in der die Politik unserer Zeit durch einen großen Einsatz
der ABC-Massenvernichtungswaffen münden kann, einerseits, und andererseits der unübertrefflichen
Intelligenz und dem enormen geistigen Mut, die über Jahrhunderte akkumuliert
zur Erfindung und Herstellung dieser Waffensysteme nötig waren und sind.
Diese zivilisatorische "Schizophrenie" läßt sich auch als Widerstreit verschiedener
Regione des menschlichen Gehirns darstellen, Stammhirn = unmittelbare Gefahrabwehr und
Neocortex = überzeitliche Wissenschaft.
Das führt dazu, dass sich das abstrakte Wissen über extreme Gefahren, die aber nicht akut sind, und der
natürliche Impuls,
jetzt etwas gegen dräuende Gefahren zu tun, nur schwer verbinden lassen.
Diese "Schizophrenie" im Dasein des homo sapiens
ist der Grund dafür, dass es alles andere als sicher ist,
ob er die unglaublichen Innovationen der letzten zehntausend Jahre in den
kommenden Jahrhunderte überleben wird.
Die Epoche der gegenwärtigen Hochzivilisation,
die spätestens nach der letzten Eiszeit begann,
wird mehr und mehr von einem Prinzip beherrscht, das man als das "homo anus"-Prinzip
bezeichnen kann. Diejenigen Menschen, die die politischen Verhältnisse am maßgeblichsten
bestimmen, sind zugleich diejenigen, die die geringste Emphatie und Rücksichtsnahme
gegenüber anderen Menschen ausüben. Zugleich benötigen sie für das Erringen und
behalten der Macht narzistische Eigenschaften.
Das liegt nicht an angeblich fest eingeprägten "bösen" Eigenschaften der Menschen,
die es bei diesem in höchstem Maße von Kultur und Individualität geprägten
Lebewesen schlicht nicht geben kann. Personen, die Macht haben, können privat liebevoll
und emphatisch sein und zugleich ihrer kollektiven Funktion Massenmörder.
Das Problem liegt darin, dass sich Gesellschaften mit Tausenden,
Millionen oder gar Milliarden von Mitgliedern nicht anders regieren lassen
als emotional kalt und unter größter Missachtung der Einzelpersonen.
Und das sog. Volk ist in keiner anderen Position. Jeder Mensch hat eine begrenzte
Zahl anderer Menschen, denen er begegnet und vertraut. Alle anderen Menschen
kennt er nicht und kann kaum persönliche Rücksicht auf sie nehmen.
In diesem Zusammenhang ist auch das unfassbar grausame Verhalten
mancher Menschen gegenüber ihren Artgenossen
entstanden, für das es im Tierreich kein auch nur entfernt vergleichbares Beispiel gibt.
Wenn sich der homo sapiens als nicht fit genug zum Überleben herausstellen sollte,
könnte das daran liegen, dass bei ihm das Zusammenleben innerhalb der eigenen Art
seit vielen Jahrtausenden nicht mehr nur von Zurückhaltung, Friedfertigkeit
und sozialer Klugheit bestimmt wir.
Stattdessen dominieren viel zu oft Kampf
auf Leben und Tod und das sog. "Recht des Stärkeren" als ultima ratio das Zusammenleben.
Das hat zu einem absolut anomalen Gesellschaftszustand geführt, welchen englische Philosoph
Thomas Hobbes mit der Formel: "Der Menschen ist des Menschen Wolf" charakterisiert hat.
Die Gleichzeitigkeit dieses anomalen Gesellschaftszustandes mit der Verfügung über
ABC Massenvernichtungswaffen ist eine fatale, eine geradezu suizidale Kombination.
Sollte sich der homo sapiens sapiens aber doch als fit genug zum Überleben herausstellen,
dann weil es ihm gelingt, die tiefsitzenden Kulturen des Hasses auf "ferne" Menschen zu beenden,
die zu Todfeinden erklärt werden, obwohl man sie nicht persönlich kennt.
Die überwältigende Gemeinschaftlichkeit, Solidarität, Liebe und Freundschaft,
mit der sich Menschen überall auf der Welt gegenseitig helfen, mit der Menschen Kinder bekommen,
sie großziehen und ihnen ins Leben helfen, all das gemeinsame
Streben um Leben und Fortkommen in Familien, Städten und Völkern hilft der
menschlichen Art heute alleine nicht mehr weiter. Nichts davon kann die Jünger des Kampfes
und der totalen Feindschaft besänftigen oder befrieden. Nichts davon kann die Bedrohung
durch die ABC Massenvernichtungswaffen aus der Welt schaffen.
Wenn hunderte von Millionen national-ideologisch übermotivierte Menschen gegen andere
hunderte Millionen von derart übermotivierten Menschen, mit denen sie keinerlei persönlichen Kontakt haben,
in einen sinnlosen ABC-Krieg ziehen, der die globalen Lebensbedingungen grundlegend
ins Negative verändert, kann das im Sinne des Kriteriums "survival of the fittest"
von Darwin als Beweis gewertet werden, dass der homo sapiens nicht fit
genug ist zum Überleben.
Die Gegenargumente des politischen Realismus
Wenn man heutzutage Realist ist, dann ist
man Pessimist! Wenn man etwas Positives denkt, dann ist es
diesem Pessimismus abgetrotzt. "Du hast keine Chance,
also nutze sie!" (Herbert Achternbusch) Er ist
überwältigend, der pessimistische Realismus!
1.
Von dieser neuen individuelle Institution wird kein einziger
Mensch satt. Keiner bekommt durch sie ein Dach über den Kopf
oder Schutz vor Leuten, die ihm Böses wollen. Keines der
drängenden praktischen Probleme der Gegenwart wird dadurch
gelöst.
2. Wer sollte den nordkoreanischen Diktator
dazu bewegen, seine Atomwaffen zu verschrotten?
3. Der
Schritt zu einer politischen Institution des Individuums ist
für die heutige Menschheit und für die heutige Welt zu groß,
weil wir Menschen zu "klein" oder schwach sind für
so viel Freiheit und Verantwortung.
4. Ein solcher
Schritt unterstützt die Tendenzen zu Egoismus und
Selbstgerechtigkeit, die heute immer mehr um sich greifen.
5. Viele Menschen sind durch Erziehung und Biographie,
seelisch und ökonomisch auf Gedeih oder Verderb an ihre
Kollektive wie Religionen, Nationen, Firmen, Clans, Sekten,
Gruppen etc. gebunden, so dass sie gar nicht in der Lage sind,
sich als unabhängige Individuen wahrzunehmen. Dafür sorgen
nicht zuletzt die jeweiligen Machthaber.
6. Die neuen
"Institution der politischen Selbstständigkeit des
Individuums" ist durch ihre Abstraktheit für uns
Menschen sehr schwer zu erfassen. Man verlangt vom Blick in
die Zukunft, dass genau gesagt wird, wie es weitergeht.
7.
Die modernen Gesellschaften und die Weltgesellschaft sind
komplex organisiert und von hochprofessionellen Tätigkeiten
in verschiedensten kollektiven Institutionen und Systemen
abhängig. Damit sind auch die allermeisten Menschen von
diesen funktional differenzierten Verfahren und ihren
Funktionseliten abhängig und zwar mehr als je zuvor in der
Geschichte.
8. Es gibt unzählige arme, kranke und
unfreie Menschen, die einen solchen Schritt zu individueller
politischer Freiheit gar nicht wollen können, weil es für
sie viel Wichtigeres, Essentielleres zu erkämpfen gilt.
9.
Die alten Kollektivmächte und das "Recht des Stärkeren"
sitzen noch fest im Sattel. Man nehme als Beispiel die
riesigen Militärapparate: Sie geben überall auf der Welt
vielen Menschen Lohn und Brot. Zwar verschwenden sie unfassbar
große Mengen an Ressourcen (und produzieren entsprechend viel
CO2) ohne wirklichen produktiven Nutzen. Aber auch das ist
eine Art Wirtschaftskreislauf auf der Basis von Steuergeldern.
Es war Dwight Eisenhower, der in seiner letzten Rede als
US-Präsident vor dem militärisch-industriellen Komplex
warnte. Der lebt auf der ganzen Welt (gut) von der Feindschaft
der Nationalstaaten und dem Geltungsdrang der Machtpolitiker.
10. Ein weiterer Grund für den "realistischen"
Zweifel an der menschlichen Fähigkeit zur Selbstbestimmung
ist die Tatsache, dass diese Institution der "Politische
Selbstständigkeit des Individuums" einem gängigen
Menschenbild widerspricht, wonach "der Mensch des
Menschen Wolf ist". Dieses Menschenbild ist sehr
pessimistisch und trifft sicher nur auf eine Teil der Menschen
zu. Die meisten Menschen sind eher nicht des anderen "Wolf",
solange sie nicht am Abgrund stehen. Das Leben der Menschen
auf der Erde könnte gar nicht ungleicher sein, es reicht
sozusagen vom Militaristen im Generalstab oder vom
Gang-Mitglied im Slum bis zur Nonne im Kloster oder zur
Krankenschwester im Hospital. Die Menschen sind Kulturwesen
und leben tausende verschiedene Menschenbilder! Sie leben
sogar in ein und demselben Haus nicht das gleiche
Menschenbild!
Aber die kollektiven Machthaber
verbreiten das böse Bild des Menschen als "Wolf"
des anderen und suchen nach Bestätigungen dafür: Man kann
niemandem trauen! Dass das stimmt, dafür sorgen sie manchmal
selbst. Aber auch politische Gewaltäter jeglicher Couleur
kommen ihrer Agenda entgegen. Selbst von einem Zusammenbruch
der Systeme würden sie eher profitieren. All das gibt den
Machthabern auch in Demokratien die Möglichkeit, die Existenz
von umfangreichen Sicherheitskräfte und Armeen zu begründen,
die nicht zuletzt auch ihre Macht absichern. Sie haben das
staatliche Recht und das "Recht des Stärkeren" auf
ihrer Seite. Dagegen anzukämpfen wäre sinnlos.
11.
Eine andere Version des negativen Menschenbildes: Der Mensch
ist ein kleingeistiger Egoist, der nicht bereit ist, auch nur
einen Millimeter über den Tellerrand seiner eigenen
Lebensumstände und seiner Karriere zu schauen. Aber er ist
bereit, mit allen Mitteln zu kämpfen, wenn er glaubt, man
will ihm etwas wegnehmen.
12. Nicht nur die Mächtigen
verhindern eine zivile Welt, auch ein großer Teil der
Menschheit ist grundsätzlich eher bereit, andere bis zum
bitteren Ende zu bekämpfen als mit ihnen Frieden zu
schließen. Der Nationalismus hat zuerst den "Westen" und dann die ganze Welt
in Stammeshorden verwandelt, die bereit sind, innere und äussere Feinde
am Marterpfahl zu foltern oder den Nachbarstamm auszurotten.
13. - ?. Die Liste der Umstände und
Aktivitäten, die die Welt in Atem halten und das Streben nach
Emanzipation konterkarieren, läßt sich kaum abschließen:
Die massiven Auswirkungen der Klimakatastrophe wie der Anstieg
des Meeresspiegels oder der immer umfassendere Wassermangel,
Flüchtlingsströme, Jahrtausende alte Gewaltkulturen, die
organisierte Kriminalität, der aggressive Nationalismus,
Diktaturen und Mehrheitsdiktaturen, die Schattenseiten des
Kapitalismus, der liberale Individualismus, ökologische
Zivilisationsschäden, ideologisches Schwarz-Weiss-Denken,
mangelnde Bildung, Hass zwischen Religionen und
Weltanschauungen, Hass zwischen Völkern, Konkurrenzdenken von
Staaten und Führern, die vor dem Äussersten nicht
zurückschrecken, ... Und dabei sind die lokalen
Lebensumstände in den Ländern und Regionen der Erde noch
nicht mit einbezogen. Wie geht es den Menschen im zerbombten
und entvölkerten Kriegsgebieten? Wie soll man die Überbevölkerung
in vielen Ländern bewältigen?
.............................................................................................
............................................................................................
............................................................................................
............................................................................................
(hier können Sie Ihre Gegenargumente eintragen)
Wie sollen die Menschen unter diesen Umständen
den gemeinsamen freien Geist entwickeln können, um die großen
Mächte und Machtmenschen erfolgreich herauszufordern? Die
Institution der "Politische Selbstständigkeit des
Individuums" erscheint angesichts dieser(!) Menschheit
kaum eine mögliche Option zu sein?
Da man aber
irgendwo anfangen muss, wenn man etwas erreichen will, ist der
erste Schritt, den zeitgenössischen Realismus in Frage zu
stellen. Was nützt ein Realismus, wenn er die Menschheit
in den Dritten, den ABC-Weltkrieg führt? Muss man nicht eine
echten Schritt über den Ist-Zustand der Welt zumindest
hinausdenken?!
Die Erkenntnis, dass die Menschheit im
Großen noch nicht reif ist für die "Institution der
politischen Selbstständigkeit des Individuums" ist kein
Argument dafür, nicht dort damit zu beginnen, wo es möglich
ist - und sei es in kleinen Schritten.
Wolfgang
Behr
(21. Jahrhundert)
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