"Meine Aufgabe, einen Augenblick höchster Selbstbesinnung der Menschheit vorzubereiten, einen großen Mittag, wo sie zurückschaut und hinausschaut, ... "

aus "Ecce Homo" von Friedrich Nietzsche
(geschrieben 1888)















"STRING,
   c'est moi!"

Politisch-Philosophische
Webseiten
von
Wolfgang Behr

2016, 2015, ...





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Macht, Weltordnung, Unvorstellbarkeit

Macht, auf den einfachsten Nenner gebracht, liegt vor, wenn die Aktivitäten oder Aussagen einer Person, aber auch einer Struktur oder eines Algorithmus das Leben, Denken und Handeln anderer Personen, Gruppen oder auch Strukturen, von denen Personen abhängig sind, unmittelbar oder mittelbar beeinflußen oder bestimmen. Das bedeutet unter anderem, je mehr Menschen in konkreten Zusammenhängen leben, desto größer kann(!) die Macht werden.

Politische Ordnung oder Ordnungen sind die institutionellen Formen und Ebenen, in und mit denen - vom kleinen Urwaldstamm bis zum diktatorischen Imperium oder zum komplexen liberal-kapitalistischen Rechtsstaat - das soziale Leben abläuft und die Macht ausgeübt wird. Auch ein akephaler ("kopfloser") und egalitärer Gesellschaftszustand oder ein strikt hierarchischer faschistischer Führerstaat stellen Bestandteile möglicher politischer Ordnungen dar.

Seit Beginn der Sesshaftigkeit vor ca. 11 000 Jahren wird jede Ökumene (der besiedelte und der nutzbarer Teil der Erdoberfläche) nach der Entdeckung und Besiedlung über kurz oder lang politisch (kollektiv) geordnet, besser oder schlechter, bisweilen wieder neu. Diese Tatsache ergibt sich alleine aus der Anwesenheit von Menschen.

A: Es ist nicht vorstellbar, dass man die Ökumene von heute, die ganze Welt / die ganze Menschheit / das Globale auf Dauer mit dem "Recht des Stärkeren", mit dem "law of the jungle" erobern und ordnen kann, und das bedeutet, Krieg und Gewalt haben als prima oder ultima ratio der traditionellen Macht- und Ordnungspolitik ausgedient.
Aber die Menschheit befindet sich trotz der unhandhabbaren ABC-Waffen immer noch in der Geschichte der Kriege und der Gewalt gefangen, weil die Menschen in ihrer großen Mehrheit diese Neuorientierung auf der persönlichen Ebene und bei der Erziehung der Kinder noch nicht vollzogen haben. Eine solche Umorientierung muss zu einem anderen Umgang mit den Aggressionen und mit dem "Bösen" führen als es in der Geschichte der Kriege und der Kollektive Standard war.

Eine "ganzheitliche" politische Entität wie die Welt aller Menschen hat kein Außen mehr und keine materielle, politisch abgrenzbare Existenz, die sich irgendwie zwingen und beherrschen ließe.
Für einen Kampf braucht es mindestens zwei. Die Welt ist nur eine.
Die Existenz dieser "ganzheitlichen" politischen Entität ist endgültig eine primär geistige, die sinnlich nicht wahrnehmbar ist. Daher kann sie ihre Ordnung und Grenze aus Prinzip nur noch in all den jeweiligen einzelnen menschlichen Geistern oder Köpfen finden. Denn eine geistige Vorgabe von einem Menschen oder einer Elite als Vorschrift für die anderen Menschen, wie die Welt zu betrachten und zu ordnen wäre, müsste wieder mit sinnlicher Gewalt durchgesetzt werden.
Daher müssen die Personen die Welt frei machen (können), auf dass jede Person ihr Weltbild hat und es für sie maßgeblich werden kann - was zur Bedingung hat, dass sie keinen anderen Personen damit über das Freiwillige hinaus und über die Maßen beeinträchtigt.

Eine derart neue politische Ordnung ist alles andere als selbstverständlich und nach den Erfahrungen der Geschichte der Kriege und der Gewalt nicht wahrscheinlich. Und sie ist nicht objektiv vorstellbar!
Wäre es anders, könnte es dann eine freie Ordnung werden?

B: Mit der Sesshaftigkeit erwarb sich der Mensch eine feste Beziehung zum Territorium und wurde durch Ackerbau und Viehzucht zugleich abhängig von ihm. Mit fortschreitender Befähigung im Materiellen wie im Geistigen war es unausweichlich, dass irgendwann die ganze Erde als die menschliche Ökumene erscheint. Dadurch wurde die feste materielle Beziehung zum Teil (wieder) entgrenzt und ins Imaginäre verschoben. Verbunden mit der Idee der ganzen Erde ist die Idee der ganzen Menschheit jenseits aller Stämme und Imperien, die die Gruppen- und Gesellschaftszugehörigkeit jedes Menschen relativiert.
In der gleichen Periode menschlichen Lebens wurde von Häuptlingen, Herrschern, Dynastien, Eliten, Propheten und Philosophen, Künstlern und Handwerkern, Bürgern in unendlichen vielen Ausformungen, Schritten und Phasen die explizite Individualität entdeckt, erfunden und entwickelt. In der Moderne, nach der französischen Revolution, ist das allgemeine Menschenbild und die Individualität der Person endgültig ein unhintergehbarer Maßstab und damit politisch geworden.

Ist es ein Widerspruch, der sich der logisch-rationelen Fassungskraft des menschlichen Geistes entzieht, dass ein Gesamtkollektive der ganzen Menschheit und das ausdrückliche einzigartige Individuum, das Individuum an und für sich am selben Horizont erscheinen?
Oder liegt beides auf einer Linie, weil beides alleine durch die Sprache ermöglichte geistige Entitäten sind, die quasi eine "coinzidentia oppositorum", eine Zusammenfallen der Gegenteile an der Grenze der Rationalität darstellen. Die Menschen können nur durch ihre und in ihrer Sprache Individuen werden und die Menschheit kann nur als sprachlich-medial vermitteltes, geistiges Kollektiv-Etwas entstehen.


Im Moment ist der Nationalstaat, the nation-state, sowohl das maßgebliche "politische Individuum" als auch das schlechthinnige politische Kollektiv. Er mag durch globalisierte ökonomische und kulturelle Tatbestände geschwächt, für überwindbar gehalten, ja in Frage gestellt werden. Es ist aber weit und breit kein Ersatz, keine Nachfolger in Sicht. Im Gegenteil, vielerorts fehlt der Nationalstaat bitterlich und muss aufgebaut werden.

Es ist vollkommen unvorstellbar, wie diese seine Epoche politisch durch eine nächste Epoche abgelöst werden kann.
Es ist vollkommen unvorstellbar, dass diese Epoche nicht irgendwann durch die nächste Epoche abgelöst werden wird.
Thesen: Die nächste Epoche wird nicht mehr in gängiger Weise objektiviert, rationalisiert, auch nicht mythologisiert werden können, weil sie kein intersubjektiv dogmatisierbares Phänomen sein wird.
In praktischer Hinsicht wird die nächste Epoche vieles der jetzigen Epoche enthalten, allerdings nur das Brauchbare, Selbstverständliche.

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Politische Subjektivität - Nationalismus

Politische Subjektivität bedeutet persönliche politische Verantwortlichkeit und eine aktive positive Haltung gegenüber den eigenen Schicksalsgegebenheiten. Sie ist der Anspruch und das Bemühen, seine Dinge selbst in die Hand zu nehmen. Wenn man im Zuge dessen die Hilfe und Unterstützung anderer in Anspruch nimmt, stellt das die politische Subjektivität nicht in Frage. Gegenseitige Unterstützung, gerade unter Personen oder Gruppen mit verschiedenen Fähigkeiten und Möglichkeiten, ist ein Kernelement menschlichen Lebens.

Politische Subjektivität ist das Gegenteil der technokratischen Verantwortungslosigkeit, zu der Vertreter von großen Institutionen neigen, und das Gegenteil der Gepflogenheit degenerierter verantwortungloser Eliten, im "Zeitalter des Zynismus" die Schicksalhaftigkeit, b.z.w. die Schattenseiten des menschlichen Lebens soweit wie möglich auf als dumm und schwach (untertan) betrachtete Mitmenschen abzuwälzen, was asoziales Verhalten befördert und auf Dauer das Gemeinwesen zugrunde zu richten.


Dass sich Clans oder Stämme als Einheit empfunden haben und so gehandelt haben, ist so alt wie die Menschheit, die offenbar in der sozialen Form der Kleingruppe/Horde entstanden ist. Unter den "Jäger- und Sammlergruppen" gibt es bis heute solche mit akephaler, egalitärer Verfasstheit, deren Hauptinstitution das alltägliche Palaver war - z.B. die Pygmäen im Ituri-Regenwald oder die Khoikhoi oder San (Buschleute) in Südafrika, die als die ältesten menschlichen Jäger- und Sammlerkulturen gelten.
Man kann diese Gruppen als die menschliche Urgemeinschaft schlechthin bezeichnen, weil in ihnen die direkte oder indirekte soziale Differenzierung auf Grund biologischer Qualitäten wie Körperstärke oder Gebärfähigkeit durch den Gebrauch der spezifischen menschlichen Sprache aufgehoben werden, während Alter und Erfahrung weiterhin eine wichtige Rolle spielen.

In diesen Urgesellschaften wurde/wird die politische Subjektivität wegen der geringen Mitgliederzahl zwangsläufig von allen Mitgliedern getragen. Es kam/kommt auf jeden Einzelnen an. (Nicht explizit beachtet wird an dieser Stelle die basale politische Subjektivität oder Verantwortlichkeit, die bei jedem Menschen, in jeder Familie, in jedem Dorf, zu jeder Zeit zum Leben und Fortkommen immer notwendig war und ist.)

Seit den Zeiten der Sesshaftigkeit wurden Clans und Stämme anscheindend meist hierarchisch organisiert und hatten Häuptlinge, "adelige" Eliten und Dynastien (was Gräberfunde zeigen). Die späteren Großreiche und die sie regelmäßig überfallenden Barbaren hatten mehr oder weniger strenge und komplexe hierarchische Gesellschaftsordnungen. In solch großen hierarchischen Gesellschaften war die politische Subjektivität von den höchsten Machtkreisen, vor allem in der Herrscherperson verkörpert. Seine Untertanen waren mit seinem Agieren und seinem Schicksal untrennbar verbunden, mussten für ihn kämpfen und genossen seinen Schutz.

Trotz aller unglaublichen zivilisatorischen Fortschritte der letzen 11 000 Jahre: Homo sapiens sapiens wurde durch die Schwierigkeiten und Erfordernisse der Sesshaftigkeit und der Großgesellschaften wieder hinter den menschlich-sozialen Stand der Jäger- und Sammlerkulturen zurückgeworfen. Insbesondere die Neigung zu Gewalt und die Blutrachetradition erzwang ungerechte, absolut hierarchische, aber befriedende diktatorische Regimes.

Die grundsätzliche Gleichgeltung jedes individuellen menschlichen Gruppenmitglieds in einigen Jäger- und Sammlerkulturen wird erst heute in dem universellen Maßstab der ganzen Menschheit ernsthaft angestrebt.
Die akephalen Gesellschaften hinterlassen keine großen Spuren. Deshalb weiss man nicht genau, wieviel davon in den letzten 11 000 Jahren existiert haben.


Auf die "anarchistische" story, ein Volk von Sklaven von einem Führer mit Hilfe ihres Gottes aus der Gefangenschaft in die Freiheit und in eine eigenständige freie politische Existenz im dafür vorherbestimmten Land fliehen und ziehen zu lassen, musste man in der antiken Welt erst kommen.
Und der Führer, Moses, hatte keinen prinzipiell höheren Rang, denn vor Gott waren alle gleichrangig - außer, zeitgemäß, die Frauen, die Kindern und alle Nicht-Israeliten.
Gibt es einen älteren Befreiungsmythos in der (geschriebenen) Geschichte der Menschheit? Sicher keinen wirkmächtigeren!

Als sich dann in der frühen Neuzeit im Gefolge der Renaissance, vor allem der Reformation Bevölkerungsgruppen in eher strengen Formen des Protestantismus zusammenfanden und mit katholischen Reichsrepräsentanten oder der englischen Staatsmacht darüber in Konflikt gerieten, entstand die politische Religion des Nationalismus. Die protestantischen Holländer kämpften gegen die katholische spanische Krone und rangen im Zuge dessen dem Meer durch Deichbauten neues freies "verheissenes" Land ab. Die englischen Puritaner konnten in England keine Freiheit für ihren Glauben finden und segelten, finanziert von einem holländischen Geschäftsmann, als "pilgrim fathers" aus dem "Ägypten" der europäischen Fürstenhäuser über den Atlantik in ihr "gelobtes neues Jerusalem". (Den Kredit konnten sie nie zurückzahlen, weil das Leben in Amerika so schwer war.)

Mit dem Nationalismus der Protestanten wurde im Gegensatz zur vormodernen Politik und Gesellschaft eine Art egalitäres Kollektiv-Subjekt der Gläubigen geschaffen, das sich im Sinne der Israeliten des Alten Testaments als politisch selbständiges Volk verstand, welches in Freiheit sein verheissenes eigenes Land bewohnt und einem kollektiven Schicksal ausgesetzt ist.
Dass im Protestantismus wie schon im exilischen Judentum der Rabbinen in der Antike jeder Gläubige eine eigene direkte Beziehung zu (seinem) Gott unterhielt und nicht mehr der Vermittlung durch die Priester bedurfte, mag bei der Entstehung dieses zumindest im Ansatz egalitären Gesellschaftscharakters des Nationalismus eine Rolle gespielt haben.

Der Nationalismus als neue Form politischer Gruppen-Subjektivität wurde in der Folge durch drei Erfindungen, deren jede für sich genommen auch als positiv oder zumindest als neutral bewertet werden kann, zu einer gefährlichen rückwärts gewandten Geschichtskraft - erstens durch das Konzept der Volkssouveränität (Rousseau), zweitens durch die Imagination einer tiefen, tiefen Seele eines jeden Volkes (Herder) und drittens durch die Bürokratisierung der Volkszugehörigkeit in den modernen Verfassungsstaaten, die exakt bestimmte, ob ein Individuum zu einer Nation gehört oder nicht (franz. Revolution).
Dazu kam noch die vollkommen ahistorische, atavistische Möglichkeit, die eigene Nation quasi als prähistorischen Stamm zu imaginieren. Denn im 19. und frühen 20. Jahrhundert begann die intensive Erforschung der Frühzeit menschlichen Lebens und regte durch die vielen neuen Erkenntnisse die Phantasie und das Schaffen ideologischer Mythen an.

Alles zusammen lieferte die Ideologien und die Instrumente, um den Hasses zwischen Nationen bis hin zum Krieg aufzustacheln, um ethnische Säuberungen in den Nationen bis zu den Völkermorden an solchen Völkern, die als Minderheiten auf dem Staatsgebiet einer Mehrheitsbevökerung wohnten, zu initiieren und in schlimmster Konsequenz die Shoah durchzuführen. Es hätte böser, monströser und gegenteiliger zur emanzipatorischen Ursprungsintention nicht kommen können!
Alle diese unfassbare Unmenschlichkeit, all dieses uferlose millionenfache Morden im Namen von Nationen wird nicht relativiert durch die gigantischen Verbrechen der anti-nationalistischen linken Tradition in der Sowjetunion, China, Kambodscha etc.. Die Massenverbrechen im 20. Jahrhundert können hoffentlich endgültige Fanale gegen die strikte Kollektivität setzen, die die Menschen in ihrer Mehrzahl quasi in "Maschinenwesen" verwandelt, die jeden, auch den absonderlichsten, menschenverachtendsten Befehl ausführen.


Gerade weil der Nationalismus für viele Leute und Länder so attraktiv ist, wird es höchste Zeit, wieder zu einer Form defensiver und strikt emanzipatorischer Nationalität zurückzufinden, die jeglichen Dogmatismus und Chauvinismus überwunden hat. Dazu ist vonnöten, dass sich die Angehörigen einer Nation seelisch von ihrem Kollektiv emanzipieren. Nur wenn die Bevölkerungen, besser, die Menschen für ihre Identität und für ihren "Triebhaushalt" nicht mehr essentiell auf ihre Nationalgemeinschaften angewiesen sind, also nicht mehr Nichtzugehörige oder vermeintlich Nichtzugehörige (z.B. gibt es im Rheinland seit der Römerzeit 400 n. Chr. jüdische Gemeinden) als potentielle oder reale Feinde und "Sündenböcke" benützen, kann der Nationalismus zu seinen Ursprüngen als Freiheitsbewegung unter anderen Freiheitsbewegungen zurückkehren.

Erst dann können auch die unselige Tradition der sog. Realpolitik und des Machtprinzips überwunden werden, das die Eliten zu Zynismus verführt und das sie die Angst vor allen möglichen Feindbildern in der Bevölkerung und die daraus resultierende Abhängigkeit von "Sündenböcken" für ihre Zwecke missbrauchen läßt.
Dafür ist es geschichtlich gesehen höchste Zeit. (Geschichte misst sich in Jahrtausenden!) Denn spätestens wenn eine Mehrheit derartig regierter Staaten über Atom- oder Wasserstoffbomben verfügten, würde sich der bornierte selbstmörderische Charakter allen kollektivistischen Rechthabens und Stärkezeigens final erweisen.


Gerade weil sich der Nationalismus auf der Welt in all seiner Künstlichkeit und mit allen seinen Nachteilen wie Untaten nach wie vor großer Beliebtheit erfreut, weil es in dem postimperialen, mehr und mehr von ökonomischen Technokraten und privaten Konzernen unbeherrschten Weltzustand den sich ausgeliefert fühlenden einzelnen Menschen einen gewissen Schutz, "natürliches" Selbstwertgefühl und Würde verspricht, so sie zu der Mehrheitsbevölkerung eines Nationalstaates gehören und ihre Identität und Individualität (auf Gedeih und Verderb) dem nationalen Kollektiv unterstellen.

Die eigentliche Herausforderung liegt aber in der Tatsache, dass der aus dem Nationalismus hervorgegangene und auf ihm beruhende Nationalstaat die bis heute nicht überschreitbare und nicht überschrittene Form politischer Religion und religiös fundierter Politik unserer Zeit ist. Alle sog. internationalen Eliten, Strukturen und Vorgänge stützen sich, b.z.w. beruhen im Gegensatz dazu entweder auf alten Handelsformen und diplomatischen Traditionen oder auf unendlich vielen modernen rationalen Verfahren, die allesamt nicht für die Identitätsbildung der Mehrheit der Menschen geeignet sind.
Auch wenn an vielen Orten der Erde diese Aussicht nach wie vor ein Traum ist, nur Nationalstaaten mit freier Wirtschaft bieten für eine Mehrheit der Menschen die Chance auf Selbstbestimmung und Wohlstand.

Die Weltzivilisation benötigt das Ziel, die einzelnen Menschen mit der Aufgabe, mit dem Ethos, mit der Ehre und mit den (Macht-)Mitteln auszustatten, dass sie sich überall auf der Welt von dem Kollektiv-Subjekt Nationalstaat und von allen internationalen Technokraten und Strukturen emanzipieren können und die politische Subjektivität dorthin holen können, wo sie hingehört, zu den einzelnen Personen - wie es in der Vormoderne im Prinzip schon der Fall war, wenn auch maximal elitär verwirklicht nur in den Herrscherfiguren und wenigen Mitgliedern der Eliten.

Die politische Subjektivität der Nationalstaaten erscheint in diesem Sinne als eine Übergangsform von der politische Subjektivität und individuellen Identität der vormodernen kollektiven Herrscherpersönlichkeiten (Kaiser, Päpste, Könige, Fürsten, ...) hin zur politische Subjektivität des individuellen Welt-citoyen. Er erst kann der globalen Gemeinschaft, überhaupt dem menschlichen Leben auf der Erde endgültig ein post-kollektivistisches Gepräge geben.

Ihr Zusammenleben organisieren die politischen Individuen wie bisher in einer der vielen gewachsenen oder neu gegründeten Partikulargesellschaften, aus denen sie stammen oder in die sie eintreten, in der Form der demokratischen Nation und in der einen Weltgesellschaft.
Dabei muss die weltpolitische Identität des Welt-citoyen die Demokratisierung und die Entkollektivierung der Partikulargesellschaften unumkehrbar machen und zu einem Niveau führen, das dieser Position im wesentlichen negativer global-politischer Verantwortung gerecht wird, ja sie stützt. Negative Verantwortung meint hier das Nichtzulassen der Entstehung kollektiver Macht.
Das Konzept dafür ist die deliberative (beratende) Demokratie, die die Menschen zur jeweils größtmöglichen Teilhabe an den politischen Entscheidungen verpflichtet. Es ist die Aufgabe des zivilisatorischen Fortschritts, auf der ökonomischen und auf der technischen Ebene, aber auch auf der Ebene der Bildung die Befähigungen zur Verantwortungsübernahme und zur Verhinderung kollektiver Macht zu schaffen.


Politische Subjektivität gab und gibt es immer in irgendeiner Form.
Politische Individualität b.z.w. der einzelne Mensch als weltpolitische Realität ist noch eine Utopie! Sie ist essentiell mit der Freiheit und der Fähigkeit zur persönlichen Selbstbestimmung verbunden.
Der emanzipatorische Nationalismus ist eine Vorform, ein Aufscheinen der Politische Individualität, die von den Mechanismen der Kollektivität immer wieder auf die schlechte, menschen- oder individualitätsverachtende Seite gezogen wurde und wird.

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Kollektivität II


Kernthese:

Die bestehende Epoche hat den unabweisbaren, sich aus der Geschichte ergebenden Auftrag, eine konkrete, zeitgemäße politische Form für die Gesamtheit der Menschheit zu finden und zu realisieren, nicht zuletzt, um politische Stabilität und eine für alle gute Entwicklung der modernen Zivilisation zu erreichen.


Ein Weltereignis konstitutiert die Menschheit als politische Entität und inauguriert den einzelnen Menschen als politische Institution. Diese wird "Institution der politischen Selbständigkeit des Individuums" genannt und trägt die Gemeinschaft der Menschheit in einer nicht verfassten, zeitlich unbegrenzten Art und Weise nach dem Ereignis weiter.
Das bedeutet: Die Gemeinschaft der Menschheit existiert nach dem Weltereignis nicht in einer verfassten Kollektivform, sondern in der politischen Individualinstitution, die die erwachsenen menschlichen Personen, eine jede für sich, verkörpern.

Die Gemeinschaft der Menschheit steht in keinem direkten Verhältnis zu den verfassten Kollektiven. Die politischen Individuen verfügen gegenüber den Kollektiven, in denen sie leben, über die Autorität des menschheitlichen Gesamtkollektivs. Diese Autorität gilt gegen alle absoluten Ansprüche von Funktionären oder "Inkarnationen" eines Kollektivs. Zudem haben die politischen Individuen die Pflicht, sich gegenseitig, also auch Funktionären und sonstigen Besitzern von potentiellen Machtmitteln, größere Macht zu verweigern, wenn es sein muss, abzuringen. Kein Mensch mehr darf die Macht haben, z.B. eine Wasserstoffbombe zu bauen.

Die Verpflichtungen einer Person gegenüber der verfassten Gemeinschaft, in der sie lebt, sind von Machtbegrenzungen nicht betroffen, solange diese rechtsstaatlich-demokratisch legitimiert sind und im Einklang mit den Bedürfnissen der Menschen stehen - der einzelnen Menschen, denn größtmögliche Liberalität, aber auch Achtung voreinander, Zurückhaltung, Fairness ist selbstverständlich zwischen politischen Individuen. Andernfalls zerstört sich die politische Individualität selbst.

Mehrheitbedürfnisse dürfen nicht automatisch Minderheitsbedürfnisse unterdrücken. Es ist eine Frage der umfassenden Entwicklung der Zivilisation, dass sich die Beziehungen der Minderheiten zu den Mehrheiten und der Einzelpersonen zu den Gesellschaften, in denen sie leben, allgemein entspannen.
Im Einzelfall wird es immer Streit und Probleme geben. Das wird nie verhinderbar sein und ist das Ergebnis der individuellen Freiheit des Menschen.

Die sog. "kapitalistische" Ökonomie zeichnet sich durch eine große Flexibilität aus und ist bestens geeignet, die Entstehung der Eigenständigkeit der einzelnen Menschen zu begleiten, wenn diese, als Wähler in ihren Nationalstaaten, die Politik zwingen, sich die ökonomischen Rahmenbedingungen nicht mehr von den Lobbys der Vermögensbesitzer diktieren zu lassen (und, selbstverständlich, die Korruption effektiv zu bekämpfen).

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= weder Glaube noch Theologie:
Das nicht-ontologische Gottesbild!

Weil Gott uns nach seinem Vorbild geschaffen hat, als (potentiell) selbständige geistige Personen oder Persönlichkeiten jenseits aller unmittelbaren Sinneswahrnehmungen (extramundan = außerweltlich), können wir eine Weltgemeinschaft der Menschen bilden - nicht aber deshalb, weil wir zu einer biologischen Art gehören und daher zusammen, Männer und Frauen, fortpflanzungsfähige Nachkommen zeugen können!

Gottes Schaffensakt ist der "archimedische Punkt" einer Menschheits-"Kultur" jenseits aller partikular-kollektiven Kulturen. Denn dieser Akt bezieht sich auf die ganze Menschheit, im Gegensatz zur biologischen Reproduktion, die sich auf das kleinste Kollektiv, die Familie, die Sippe bezieht.
Die Familie muss partikular sein, um sich zu erhalten. Jedes Kollektiv unterhalb der ganzen Menschheit muss partikular sein, um sich zu erhalten (sogar die "weltumspannende" Kirche). Nur die einzelne Person kann als Erwachsener ihre Partikularität transzendieren. Dass dieser Akt heute notwendig wird, um das Kollektiv der ganzen Menschheit - und damit alle anderen Kollektive - zu erhalten, ergibt sich aus der Existenz der Wasserstoffbombe, die den klassischen Krieg der ums Überleben kämpfenden partikularen Kollektive ad suicidum führt. Damit sich die Kollektive heute bestehen können, müssen sie lernen, sich zurücknehmen gegenüber dem einzelnen erwachsenen Menschen.

Warum ist dieser Schaffensakt, wie wohl ein Mythos, kein Glaube und keine Theologie? Weil, sobald wir z.B. einer Person aus einer anderen Kultur oder einem anderen Erdteil oder einer Person mit einem anderen Geschlecht als "Mensch, wie wir selbst es sind" begegnen, wir das Paradigma des Gottesgeschöpf-Sein nachvollziehen und verwirklichen. Es gibt kein älteres allgemeines Paradigma als die Gottesebenbildlichkeit aller Menschen, die uns subjektive Einzelpersonen und universelle Menschen zugleich sein läßt, die also jegliche Partikularität hinter sich läßt.

Dies ist der Mythos, in dem wir leben, der unsere menschheitliche Realität dieseits von (= logisch vor) aller Welt-Kultur, -Politik, -Religion, -Ökonomie etc. geschaffen hat. Wir können außerhalb dieses Mythos sein, aber wir können nicht per Rationalität über ihm stehen, weil die begrifflichen Definitionen des Menschseins den Menschen nicht verwirklichen können.
Gott ist zuallererst ein Sprachwesen, eine Sprachperson. Dadurch sind auch wir durch unsere Sprachfähigkeit definiert, die alleine uns zu individuellen Personen machen kann. Wir können mit der Sprache nicht aus diesem Mythos austreten und ohne Sprache, z.B. mit Verweigerung oder Gewalt, auch nicht, weil wir dann gar nicht in dem Mythos sind. Letzteres ist heute nicht mehr wirklich möglich, obwohl es scheinbar andauernd geschieht. Aber die "Unschuld" oder Entschuldigung des Nicht-Wissens gibt es nicht mehr.
Wer bewußt (sprachlich) aus dem Mythos austritt, geht scheinbar zurück in eine partikulare "Gruppenexistenz", die es in Wirklichkeit für ihn nicht mehr gibt, und die deshalb immer etwas Künstliches und Unzeitgemäßes hat. Dass es trotzdem geschieht, liegt an der Schicksalsausgesetztheit der einzelnen Menschen und daran, dass sie Schutz suchen, welchen traditionell die Gruppe oder das Kollektiv dem bieten, der sich einordnet.

Tatsächlich enthält der Mythos den Auftrag, die Welt so zu gestalten, dass alle Menschen darin als individuelle Personen leben können, die von allen anderen individuellen Personen als solche anerkannt werden.

Antike Parallelen zu diesem Mythos der Gottesgeschöpflichkeit und Gottesebenbildlichkeit bieten Sokrates, das erste real existierende Individuum der Weltgeschichte, und Diogenes, der sich als erster Mensch "Kosmopolit" nannte.
Die gesamte Neuzeit (nach Joachim von Fiore "Das Zeitalter des Hl. Geistes") ist bestimmt von dem Versuch, diesem Mythos gerecht zu werden.

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Große Veränderungen dauern immer Generationen, bis sie in irgendeiner Form selbstverständliche Realitäten geworden sind.

Heute geht es um einen großen Beginn!







Zweiter Teil:

Zur Gewöhnung an die

Idee



Ich habe noch kein Konzept gelesen, das der Idee von STRING ähnelt oder gar entspricht. Zudem ist diese Idee sehr umfangreich und in verschiedenen Kommunikations- und Daseinsebenen verwickelt. Daher versuche ich seit Jahren, sie immer wieder neu und immer wieder mit anderen Aspekten zu formulieren.
Man sollte sich nicht wundern, dass hier keine klaren, einfachen, gut strukturierten Texte zur Verfügung stehen. Ich wurde schicksalhaft in den infernalischen, vollkommen erdrückenden "Dschungel" der deutschen Geschichte einschließlich des "Dritten Reichs" und der Shoah geworfen und versuche seit über dreissig Jahren, völlig überfordert, mir einen Weg heraus zu erkämpfen. Die STRING-Webseiten sind nur ein Teil dieser Versuche.




STRING und Diese Webseiten sind als institutionsbegründende Handlung gedacht, als politischer Urakt, der die nichtbürokratische "Verfassung" der Welt möglich macht, die notwendig ist, da die ganze Welt, die ganze Menschheit nicht mit oder unter einem bürokratischen Regime zu vereinigen ist.
Diese Webseiten können nicht professionell oder funktional sein, weil sie das Einzelne, Individuelle als politische Kategorie etablieren wollen, welche die nichtbürokratische "Verfassung" der Welt tragen soll. Dazu berichten sie von einer persönlichen Lebensaufgabe. Sie können ihre allgemeine Bedeutung nur indirekt anstreben.
Erst in dritter Linie sind sie Meinungsäußerungen und theoretische Gedanken - die Realisierung des Nachdenkens.

Möglich wird dies, da die moderne Zivilisation die Mittel erzeugt und von den Menschen durch die Potentiale dieser Mittel (ABC-Waffen) unmissverständlch fordert, das menschliche Koexistieren nicht mehr auf Grund seiner ständigen Gefährdetheit (Existenz von Versklavung, Massenmord, Krieg) zur primären Angelegenheit zu machen, sondern durch sein selbstverständliches Funktionieren (gegenseitiges Inruhelassen und politische Realisierung der Freiheit und des Wohlstands der einzelnen Personen) zu einer sekundären Angelegenheit werden zu lassen.


Irgendeine beliebige, bestimmte Person - Jeder ist ein Ich

Ich, irgendeine beliebige, bestimmte Person, setze die menschliche Sprachfähigkeit als universelle Basis der Politik fest. Ich kann und muss dies tun, weil seit der Existenz der H-Bombe die unmittelbare Gewaltanwendung - der Krieg - nicht mehr die "ultima ratio" von Politik und Geschichte ist, während andererseits die H-Bombe letztlich ein Ergebnis unserer Sprachfähigkeit ist.
Ich schaffe durch diesen Schritt den (welt-)historischen und
(welt-)gesellschaftlichen Ort des Projekts STRING. Und ich verwirkliche im Rahmen der mir gestellten Aufgabe das Maß an Selbstreflexivität und an Geist, das alle Menschen im Prinzip erreichen können.

Der geschichtliche Augenblick, in dem ich mich persönlich seelisch jetzt befinde, ist das nationale Kollektiv Deutschland im Moment seiner militärischen Niederlage 1945, weil diejenigen unter meinen unmittelbaren Vorfahren, die mich am meisten geprägt haben, diesen Augenblick zwar biographisch-äußerlich, aber niemals seelisch-innerlich überschritten haben. Sie haben es mir nicht zuletzt durch konsequente Gesprächsverweigerung aufgezwungen, diesen Schritt der Überschreitung zu tun - einschließlich der Bedingung, dass ich ihn auch für sie tue. Daher kann ich diesen Schritt nicht einfach im Rahmen meiner Generation tun. Ich muss die deutsche Nation vor 1945 mitnehmen, wenn ich in meinem Leben vorankommen will!

Ich muss die nationale deutsche Geschichtsrealität - einschließlich des "Dritten Reichs" als einer der Ausprägungen deutscher Kollektiv-Identität - in einer konstruktiven, neuschaffenden Weise "in die Hand nehmen", um weiterzukommen. Natürlich will ich dabei vor allem anderen die Verantwortung für die Verbrechen und Zerstörungen, die im Namen der deutschen Nation während des II. Weltkriegs begangen worden sind, wahrnehmen. Dazu will ich den politischen Impuls erzeugen, auf dass die Menschheit eine generelle politische Form realisiert, mit der solche kollektiv initiierten Untaten in Zukunft ausgeschlossen sind.
Die Realisierung dieser Form kann nur von einer individuellen menschlichen Person als solcher begonnen werden und muss auf einen neue politische Bedeutung des menschlichen Individuums zielen. Denn das traditionelle partikulare Kollektiv stellt das Problem dar, weil es Menschen, die sich ohne den Namen des Kollektivs nichts zu Schulden kommen lassen würden, die Erlaubnis zu Verbrechen an Menschen gibt, die nicht zum eigenen Kollektiv gehören - so die Lehre, die das "Dritte Reich" uns gibt. Die Mafia zeigt, dass das partikulare Kollektiv als zivilisatorisches Problem schon in der Form der Familie beginnt.

In der Erfüllung meiner Aufgabe wird alles verfasste Partikular-Kollektive, also auch jedes nationale deutsche Kollektiv, als eine universelle Autorität beanspruchende, geschichtstragende Kraft überschritten und überwunden. Auch wenn wir in aller Zukunft in geregelten gesellschaftlichen Formen zusammenleben werden und diese immer eine Herzensangelegenheit bleiben werden, können die kollektiven Formen nicht mehr "Träger der Geschichte" sein!
Oder von der anderen Seite aus gesehen: "Menschheit" kann es politisch real nur im Modus der einzelnen menschlichen Personen geben - und zur Inauguration dieses Modus als zeitlich begrenztes politisches Weltereignis. In diesem Sinne gilt es die einzelnen Personen zu ermächtigen!

STRING ist politische Individualität. Der einzelne erwachsene Mensch, die einzelne Person kann sich im Zeitalter des Geistes, z.B. des mathematischen Geistes in der Wasserstoffbombe, nicht mehr nur durch das Eingebettetsein in der Natur und durch die Beziehungen in der Gesellschaft, b.z.w. durch die ökonomischen oder gesellschaftlichen Funktionen, durch die Macht oder Gewaltfähigkeit finden, entwickeln und definieren.
Die zeitgenössische Waffentechnologie hat uns in eine neue Epoche katapultiert, in der das Heraklitsche "Der Krieg ist aller Dinge Vater, aller Dinge König. Die einen macht er zu Göttern, die anderen zu Menschen, die einen zu Sklaven, die anderen zu Freien" nicht mehr gilt!

Jede menschliche Person muss sich im Zuge des Erwachsenwerdens einmal uneingeschränkt und wirklich auf den/ihren Geist einlassen, an dem die eigene Sprachfähigkeit sie, die Person teilhaben läßt, bevor sie ihr Leben in der Gesellschaft und bei ihren Mitmenschen wieder in den Vordergrund stellt.
Alleine das aktive eigene Sprechen läßt jede Person an dem teilhaben, was die Tradition unter göttlicher Transzendenz versteht.
Jede menschliche Person soll so fürderhin immer eine letzte innere, politische(!) Distanz zur Gesellschaft bewahren. Das ist das "Gegengift" gegen die kollektive Manipulierbarkeit. Es ist eine der Bedingungen von Freiheit und Solidarität. Es ist die Bedingung dafür, dass die einzelnen Personen die menschheitliche Weltgesellschaft verkörpern und tragen können. Diese Weltgemeinschaft jenseits der partikularen Gesellschaften, in denen die Menschen jeweils leben, wird nur durch diese freie aktive Politik der einzelnen Menschen Realität. Der globale Weltzusammenhang übersteigt jedes Maß. Er ist durch Unfassbarkeit und Unbeherrschbarkeit gekennzeichnet. Daher können weder die Eliten der gesellschaftlichen Macht, seien es z.B. Politiker, Vermögende oder Militärs diese Aufgabe erfüllen, noch sind die bekannten Arten von Gruppen, Systemen, Gewaltstrukturen oder Kollektivinstitutionen bis hin zum Staat, zum Weltkonzern oder zum Imperium dafür geeignet.
Die Menschheit als politische Gegebenheit kann es nur auf der Basis der machtpolitischen Individualität im Prinzip aller einzelnen Menschen geben.

Politische Individualität unterscheidet sich vom Individualismus dadurch, dass man sie nicht aus dem Vergleich mit anderen Individuen gewinnen kann - sehr wohl aber gemeinsam, denn persönliches Sprechen entsteht beim Miteinandersprechen.

Man lese und lese immer weiter und irgendwann stellt sich die Idee ein, die STRING trägt.
Die Schwierigkeit dieser Zeilen ist keine Absicht. Eigenes Denken ist oft ein gefühlter Schritt ins Nichts, ins Leere, in vollkommene Unsicherheit. So geht es zumindest mir.
Vielleicht ist "Beissen", Satz für Satz, die beste Metapher für die Art des Lesens, die mit diesen Texten etwas anfangen kann.


Version der Idee von STRING:


Dass die Volksvertreter gewählt werden und die "Gewalten" geteilt sind, ist erst der erste Schritt zur Demokratie. Der zweite Schritt, besser lange Weg ist, dass die Regierung(en) immer weniger wichtig werden, weil die Macht- und Entscheidungsbefähigungen sich immer weiter entkollektivieren und dezentralisieren. Sie wandern zu den Personen "vor Ort"! Alles Systemische wird so durch Offenheit und Fehlerfreundlichkeit ergänzt oder relativiert.
Die Menschen gewinnen ihren Stolz, ihre Identität und ihre Haltung zuerst durch ihre persönliche Fähigkeit zur Selbständigkeit, zuletzt aus ihrer Zugehörigkeit zu Gruppen oder Kollektiven.



Das Vorhaben besteht darin, die ganze Welt im Geist einer beliebigen(!) Person paradigmatisch (beispielhaft) zu spiegeln, als Ersatz für die Geister von Eliten oder gar von Führern, aber auch als Ersatz für die kollektiven Meinungen oder Systeme. Diese paradigmatische "Spiegelung" wendet sich als Auftrag an jeden Menschen. STRING ist als solche Spiegelung gedacht.

Alle Arten von verfassten kollektiven Institutionen und Systemen, aber auch alle Arten von Gemeinschaften, die alle eine jede für sich die Fassungskraft des Geistes einer Person bei weitem übersteigen, sind heute nicht mehr Träger der Menschheitszivilisation.
Stattdessen beginnen diese Formen der Kollektivität oder der gesellschaftlichen Macht durch ihre Unwägbarkeit und Intransparenz, durch ihre Manipulierbarkeit, aber auch in ihrem potentiellen oder manifesten Gegeneinander - letztlich bis hin zum Atomkrieg - zur größten Bedrohung der Menschheitszivilisation zu werden.

Öffentliche Meinungen, Gruppen (z.B. Familie), kollektive Systeme und die Expertisen von Fachleuten bleiben wichtige Institutionen im Zusammenleben der Menschen. Sie dürfen aber nicht mehr Instrumente einer direkten kollektiven Machtausübung sein.

Um die Macht der Kollektive und der Mächtigen zu bannen, bleibt nichts anderes übrig, als mit einer beliebigen Person und ihrem Weltbild zu beginnen und daraufhin einem jeden Menschen anheimzustellen, in diesem Sinne, beginnend mit seiner Geschichte, sein ganz eigenes Weltbild zu entwickeln, um Stück für Stück all die Weltbilder der Kollektive (beginnend mit der Familie), die die Menschen gemäß ihren Interessen dominieren oder beeinflußen, als bestimmende geistige Kräfte zu ersetzen, b.z.w. sie zu reinen Funktionsformen des Zusammenlebens zu reduzieren.

Das bedeutet im Gegenzug, dass die einzelnen Menschen gemäß ihrer jeweiligen Kraft insbesondere den Teil der politischen Verantwortung tragen lernen, den man globale politische Verantwortung nennen kann - "Weltpolitik für Individuen".

Nicht dass jeder Mensch sein eigener Diplomat werden soll. Vielmehr sollte er seine persönliche Haltung und seine Lebensführung so entwickeln, dass die Menschheit als Freie erstehen und fortexistieren kann. Jeder muss versuchen, die für ihn erreichbare Welt so zu verändern, dass überörtliche gesellschaftliche Macht zum Auslaufmodell wird. Denn ab jetzt, ab der gerade entstehenden Epoche obliegt es den einzelnen Personen, das Gelingen des menschlichen Zusammenlebens sicherzustellen.

Die aus wissenschaftlich-technologischer Geistestätigkeit erwachsenen praktischen Kompetenzen der neuzeitlichen Zivilisation können die materiellen Mittel für das menschlichen Leben auf der Erde im Prinzip herstellen - und sei es in der Zukunft. Davon sollte man trotz der Infragestellung des Fortschrittsglaubens ausgehen.
Aber das politisch-zivilisatorische Modell für eine dauerhafte globale Koexistenz der Menschen und der Menschheit fehlt noch - was die Gefahren dysfunktionaler Anwendungen der historisch gesehen unvorstellbaren Kompetenzen unserer Gegenwart immer weiter wachsen läßt.

Die Fähigkeiten und Potentiale der globalen Weltzivilisation sind schlicht zu groß geworden, um nicht extrem zerstörerisch zu werden, wenn sie durch Kollektive, wie z.B. Konzerne oder Nationen, oder durch unkontrollierte Diktatoren und Oligarchien gebündelt, gesteigert und dann in Kriegen oder in wirtschaftlichen Konkurrenzkämpfen verwirklicht und angewendet werden.

Um jedoch dem einzelnen Menschen, letztenendes jedem einzelnen Menschen auf der Erde seine Existenz zu ermöglichen und um einen Weg dahin zu bahnen, dafür könnten die Kompetenzen der Menschheit in Zukunft vielleicht gerade groß genug sein!

Es geht nicht darum, wie schwierig oder unmöglich ein Weg zu einer Zivilisation jetzt erscheint, die nicht mehr von Kollektiven und ihren Kriegen, den drohenden oder geschehenden, den militärischen oder ökonomischen, dominiert wird. Es geht darum, dass dieser Weg auf Dauer unausweichlich ist, weil es in den traditionellen Formen existentieller Konkurrenz ("auf Leben und Tod") in der hyperpotenten Moderne keine stabilen politischen Verhältnisse mehr geben kann. Die bis heute erworbenen Möglichkeiten der persönlichen Selbstbestimmung als Weg zur Entwicklung und Einhegung der modernen Welt werden dadurch wieder in Frage gestellt.

Die Menschen müssen die einzelne (menschliche) Person sowie das Maß an Gesellschaft, das der einzelnen Mensch (jenes aristotelische "zoon politikon") zum Leben braucht, zum mächtigsten Maßstab der weiteren Geschichte erheben.
Gesellschaft wird in diesem Zusammenhang im umfassendsten Sinne verstanden und bezieht Arbeitsteilung und Staatswesen, Traditionen und Gesetze, Freiheiten und Freuden, Pflichten und solidarisches Eingebundensein in die Kleingruppe ein - aber auch Toleranz gegenüber denen, die nirgends hineinpassen.

Denn individuelles selbstbestimmtes Leben ist nur in gut funktionierenden, offenen Gesellschaften - und das heisst nicht zuletzt in einer gut funktionierenden Weltgesellschaft - mit kompromißloser Machtminimierung, Machtbändigung und Machtkontrolle möglich!
Individuelles selbstbestimmtes Leben ist im Krieg oder Kampf zwischen Kollektiven schwach. Aber als wesentlicher Beitrag für das Leben in der künftigen modernen Zivilisation, für das Bestehen der gesamten Menschheit ist es unendlich stark und unersetzich!


All das bedeutet nicht zuletzt eine schrittweise Dezentralisierung der basalen Belange des menschlichen Lebens, zumindest wenn diese machtrelevant sind und soweit das faktisch möglich und sinnvoll ist. Die "new frontier", die Monsteraufgabe der aktuellen Weltzivilisation - wohlgemerkt neben der Bewältigung all der anderen Krisen und Herausforderungen - ist es in diesem Sinne, die überregionalen menschlichen Aktivitäten mehr und mehr aus dem "Reich der Notwendigkeiten" herauszuführen und damit als Mittel zum Machterwerb auszuschalten - was gegenüber heute zu einer wahrhaft neuen Epoche führt, selbst, wenn dieses Ziel nie zu hundert Prozent erreichbar sein wird und auch nicht sein muss!

Es geht sicher nicht um dogmatisch oder ideologisch vertretenes Autarkiestreben. Das würde dem Geist von STRING vollkommen widersprechen. Es geht darum, die Ressourcen unkontrollierter Herrschaft abzuschaffen, b.z.w. gar nicht erst entstehen zu lassen. Es geht auch um das entsprechende allgemeine Bewußtsein, größere kollektive Macht, die sich verselbständigt, definitiv nicht mehr zuzulassen.

Wenn dieses Vorhaben nicht zuletzt angesichts der vielen hungernden Menschen, die es auf der Erde immer noch gibt, sehr utopisch anmutet, dann zeigt das, wie wenig "modern" und "fortschrittlich" die Welt in Wahrheit noch ist - was die Pessimisten aller Länder im Chor erklingen läßt: Die Menschen sind böse und werden sich nie ändern und es wird alles schlecht enden! Diese These kann man wegen der menschlichen Freiheit, egoistisch zu sein und anderen elementar zu schaden, nie wirklich widerlegen.
Überall, wo staatliche und wirtschaftliche Strukturen schwach sind oder schwach werden, entstehen mafiöse Strukturen oder Gang-Kulturen. Ganze Länder können davon dominiert werden oder zu Diktaturen werden. Im Drogenhandel, Organhandel, Schlepperwesen, ..., sind diese Verhältnisse Teil der Globalisierung, weil sich diese nicht zuletzt durch eine Regellosigkeit auszeichnet. Frage: Was passiert, wenn solche von absolut kompromissloser Machterringung und -kontrolle und von den diesbezüglichen Kämpfen auf Leben und Tod bestimmten Sozialstrukturen in den Besitz von ABC-Waffen geraten, sei es, um zu erpressen, sei es, um Konkurrenzkämpfe zu entscheiden? Auch Nationen wie Indien und Pakistan oder Israel und Iran könnten in solche ABC-Konflikte geraten. Diese Möglichkeiten zeigen die Einsätze, um die in der heutigen Welt gespielt wird.

Was wir brauchen, ist eine positive Vision für den Weg in die Zukunft, die auch den Kampfunfähigen Selbstbestimmung und Freiheit ermöglicht.
Zu dieser Vision gehört zweifellos ein effektives, mit gutem Ethos und Auskommen (=nicht bestechlich) ausgestattetes Polizei- und Justizwesen. Es genügt aber nicht, an Demokratie, Rechtsstaat und die Fähigkeit der Menschen zur persönlichen Selbstbestimmung zu glauben. Komplexe moderne Zivilisationen können allein schon wegen der Informationsdichte nicht mehr mit dem traditionellen Modell strikt hierarchischer Macht gemanagt werden. An diesem Phänomen vor allem ist die Sowjetunion zugrundegegangen.

Bis heute wird das Leben in vielen Ländern der Erde von traditionellen hierarchisch orientierten Eliten bestimmt, davon, dass es diesen Eliten möglichst gut geht. Das Volk soll Ruhe geben und sich irgendwie mit dem "Brosamen" zurecht finden, die "vom Tisch der Reichen herunterfallen". Leider greift dieses Modell auch in der kapitalistischen Welt wieder um sich, in dem reiche Leute glauben, sie hätten eine Art "Geburtsrecht" auf Reichtum und dürften die Gesellschaft in diesem Sinne manipulieren und tun es.
Obwohl dieses hierarchische Gesellschaftsmodell von vielen anderen Gegebenheiten, z.B. den Religionen, der Wohlfahrt oder den Massenkulturen relativiert wird - trotzdem halten sich Eliten überall auf der Erde für unverzichtbar und sie halten die Mehrzahl der Menschen für unwichtig. Entsprechend tun Eliten alles dafür, damit sie unverzichtbar sind und bleiben. Aber mit dieser Sichtweise und mit diesem Handeln läßt sich für die ganze Menschheit kein Staat mehr machen, läßt sich keine tragfähige Vision gestalten.

Eliten, gerade auch die modernen Eliten aus den staatlichen Verwaltungen, den internationalen Organisationen, der Wirtschaft und Finanzwirtschaft, so wichtig sie für unzählige spezifische Aufgaben bleiben, können die Zukunft der Welt im Großen nicht mehr gewinnen, weil sie nicht (mehr) die Subjekte der künftigen Welt sind. Subjekte sind die Menschen, alle einzelnen Menschen selbst!
Insbesondere kann die Zukunft nicht gewonnen werden in den mannigfaltigen Machtkämpfen überall auf der Erde. Das Prinzip der unkontrollierten kollektiven Macht und des Kampfes um jeden Preis unterminiert und zerstört die Zukunft der Weltzivilisation.

Im Großen oder für das Ganze können die Eliten heute nur noch mit Glück dysfunktionale Entwicklungen verhindern. Drei ihrer aktuellsten Aufgaben: Wie lassen sich substantielle Entschuldungen und wirtschaftliche Entwicklungen realisieren, ohne dass ökonomische Systeme zusammenbrechen und Gesellschaften sich desintegrieren? Wie kann man die ökologischen Denk- und Handlungsansätze auf lokalen, nationalen und globalen Ebenen über den Hass und die Feindschaften zwischen Menschen und Kollektiven Vorrang gewinnen lassen - ohne dogmatisch zu denken und übertrieben zu handeln!? Wie kann man Gewalt, Kriege und ruinöse Konkurrenzkämpfe verhindern?

Je mehr die Eliten damit überfordert sind, desto mehr geht die Verantwortung auf alle Menschen über, die ihr aber vielleicht noch nicht gewachsen sind. Schließlich ist eine bewußte und effektive Übernahme einer globalen Verantwortung für die Menschen vollkommen ungewohnt und erscheint in der derzeitigen Welt vielen unerreichbar und gänzlich wirkungslos.

Die neuzeitlichen Revolutionen haben die traditionelle hierarchische Macht in ihrem Selbstverständnis erschüttert. Seitdem behaupten alle, die gerade die Mächtigen sind, gerne, wenn sie abgesetzt würden, dann bräche das Chaos aus. Aber der Gesellschaftszustand, in dem dieses Argument zieht, entspricht nicht mehr den Erfordernissen des gegenwärtigen Zeitalters.
Wie werden niemals eine heile Welt erreichen können, was schon daran liegt, dass immer wieder uns nahestehende Personen sterben werden.
Aber die Welt so zu verändern, dass die Menschen sowohl von ihrer Erziehung her, als auch unterstützt durch erarbeitbare Lebensressourcen, die Verantwortung für Welt und Gesellschaft übernehmen können, das ist die moderne Zivilisation selbst. Anders formuliert: Diese Zivilisation wird nur selbsttragend, wenn sie von immer mehr Leuten getragen werden kann, die auf gleicher Höhe stehen.

Das ist die Idee, die immer unvollkommen ausgedrückte Idee.


Diese Idee zu formulieren und sie politisch angemessen wirksam zu verkörpern, das sind "zwei Paar Stiefel".
So utopisch es im Moment klingt, als unbedeutende beliebige einzelne Person einen neuen historischen Maßstab setzen zu wollen, ich glaube, man muss das anstreben und auf Selbstverstärkungseffekte hoffen - also darauf, dass sich die anderen Menschen jenseits aller jeweiligen gesellschaftlichen Integriertheit und Bedeutung ebenfalls zu ihrer individuellen Beliebigkeit bekennen und "das globale Haus" mitzutragen beginnen.
Denn das globale menschliche Zusammenleben muss vom Primat (selbstverständlich nicht von der Existenz!) jeglicher partikularen verfassten Kollektivität befreit werden, um überhaupt entstehen zu können.
Denn die Verhaltensweisen von dominanten partikularen Kollektiven machen eine echte Gemeinschaft der Menschheit unmöglich.
Denn kein Staat, keine Organisation, keine Kirche oder Umma kann die ganze Menschheit umfassen. Selbst das Imperium ist von Barbaren umgeben (heutzutage sind das die islamischen Terroristen) und hat so noch ein Außen. Selbst der Weltfinanzmarkt ist von der Realwirtschaft umgeben (oder umgekehrt?).
Die Menschheit hat im Gegensatz dazu kein Aussen mehr und wird selbstdestruktiv, wenn sie weiterhin krampfhaft danach sucht.

Die Gemeinschaft aller Menschen kann nur auf dem Primat der politischen Individualität als universeller = institutioneller(!) Basis, die für sich steht, gegründet werden - ein Schritt, der rein logisch von einer Einzelperson qua Einzelperson initiiert werden muss.
Das ist das Ziel von STRING - muss es aber nicht sein. (Freiheit!)

Trotz des Primats der Individualität geht es bei STRING in höchstem Maße um die Gemeinschaft.
Denn die Gemeinschaft der Menschheit kann nur auf der Grundlage des Primats der Individualität entstehen.

Das Primat der Individualität gilt gegenüber der partikularen Kollektivität, aber nicht gegenüber der Gemeinschaft der Menschheit. Das Primat der Individualität gegenüber der partikularen Kollektivität gilt aber nicht für das Zusammenleben, sondern für die Entstehung von Macht, deren Vertreter die partikulare Kollektivität über die Gemeinschaft der Menschheit und also über das politische Individuum setzen wollen. Diese Regel führt dazu, dass die partikulare Kollektivität entscheidend kleiner, dezentraler und unbedeutender wird, als es heute z.B. Nationen, Kirchen oder Konzerne sind.

Wir sind Menschen und werden in historischen Dimensionen nur als Menschheit fortexistieren können. Jeder Mensch hat die Aufgabe, die Menschheit zu verkörpern und für ihre Gemeinschaft zu stehen.

Das ist die Idee! Ideen stammen von Individuen! Die Idee ist, dass die Welt eine allgemeine, eine politische Idee braucht, die neben allen anderen allgemeinen, politischen Ideen nicht zu einer neuen kollektiven Struktur führt, sondern als Idee eines Individuums erhalten bleibt, auch wenn sie sich verbreitet und die Menschen beeinflußt. Denn nur eine Idee, b.z.w. in der Folge dieser Idee viele (Milliarden) ebenfalls vereinzelte individuelle Ideen des eigenen persönlichen Lebens, können dem Phänomen des Geistes, an dem wir Menschen aktiv teilhaben, gerecht werden. So wird diese Teilhabe für die "kreatürlichen" oder "natürlichen" Lebewesen, die wir sind, lebbar.
Nur eine formal individuelle Idee kann die Basis einer globalen politischen Ordnung sein. Es muss eine unauslotbare, also philosophische Idee sein. Keine individuelle Idee ist mehr wert als die andere. Jede ist absolut.



Form und Inhalt:

Die STRING-Texte wirken ungewohnt, denn der Ansatz, den Menschen, der immer ein Kollektiv- oder Gruppenwesen ist und bleiben wird, als Einzelperson in der Bedeutung generell vor - wenn auch nicht gegen das/jedes verfasste partikulare Kollektiv zu setzen, ist höchst ungewohnt und leicht mit Individualismus zu verwechseln.
Tatsächlich soll durch STRING eine Innovation, nämlich die individuelle politische Verantwortung für das Ganze, zu einer allgemeinen historischen Realität werden, um dadurch die globale politische Ordnungs-Krise zu bewältigen oder die politische Ordnung für das "Meta"- (und "Mega"-) Kollektiv Menschheit zu erschaffen.

Um aber eine solche neue Realität zu schaffen, ist für STRING und die Texte zu den Worten und ihren Bedeutungen auch noch die Referenz - das, worum es geht - zu erschaffen.
D.h., es dreht sich hier nicht nur um den Sinn der Formulierungen. Um das Neue zu schaffen, kommt es zuerst auf die damit verbundene gesellschaftliche, kulturelle Geste an, auf die "soziale" Tat. Aus ihr erst entsteht das "Material", d.h. die Referenz, die "Sache selbst".

"Weltpolitik Für Individuen" - jede Leserin, jeder Leser - jeder Mensch, jede Person ist höchstselbst die Referenz von STRING - also die oder derjenige, um die oder den es politisch geht! Jede Person soll sich "tätig" ein eigenes "STRING" basteln und dadurch die eigenen politische Position markieren. STRING gibt nichts Konkretes vor, sondern erzeugt nur eine neue individuelle politische Form (die im übrigen jeder nennen kann, wie er selbst es will).

Was auf dem Spiel steht, ist der Akt der persönlichen Selbstbestimmung aus einer eigenen, aber keineswegs besonderen geistigen Haltung.
Was auf dem Spiel steht, ist das Individuum als die politische Institution, die den Kreis der modernen demokratischen, liberalen, republikanisch-nationalen oder internationalen Institutionen abschließt und alle zwischenmenschlichen Machtformen begrenzt!

Damit der Ausdruck eines einzelnen Geistes zwar maßgeblich, aber nicht mehr elitär oder bevormundend ist, ist das Postulat einer universalisierbaren Individualität vonnöten, die für jeden Menschen im persönlichen Sprechen und seinen einzelnen Hörern/Lesern und Antwortern möglich ist.

STRING soll als geistige Form das Beispiel einer allgemeinen historisch-politischen Existenz sein. Die Form, diese Form ist sein maßgeblicher Inhalt und vermittelt über das Beispiel hinaus keine weiteren inhaltlichen Vorgaben. Alle Inhalte dienen der Form oder Institution. Die in der hier vorgestellten "STRING-Form" vertretenen Aussagen und Inhalte sind deswegen aber nicht willkürlich oder beliebig, sondern entstehen aus einer persönlichen Auseinandersetzung mit der Welt.
Das Verstehen von Form und Inhalten wird als neuschaffender und damit individualisierender Akt an die jeweilige Person, an den jeweiligen menschlichen Geist und seine gewachsene Gedanklichkeit verwiesen.


Da die STRING-Texte aus unvordenklichen, politischen Impulsen heraus entstehen, gelingt es nicht, sie gängigen formalen Kriterien nachzubilden. Aber sie besitzen eine Art innere Logik oder Form, die sie immer wieder zu bestimmten Themen hinführt. STRING ist Wiederholung in ständig neuem Gewand.

STRING ist ein komplexer, "dreidimensionaler" Begriff, den man wegen der seriellen (Zeichen aneinanderreihenden) Artung menschlichen Sprechens und Schreibens nur in Form von "Strings", d.h. Zeichenketten = Worten, Sätzen und Texten, zur Kenntnis nehmen kann. Jeder STRING-Text ist wie jede Gebrauchsanweisung ein solcher geistiger "Weg".

STRING ist (nicht) immer dasselbe, immer in anderen Worten!







Dritter Teil:



Die Welt braucht eine neue Zukunftsperspektive, ein neues Paradigma!

(Paradigma = maßstabsetzendes Beispiel)



Jede Person, jeder Mensch muss irgendwann sein eigener "Messias", sein eigener Herrscher werden. Das bedeutet im Besonderen, dass niemand mehr andere Menschen kollektiv (im Großen) beherrscht.
Wir müssen die Welt schon für die Kinder so einrichten, dass dies möglich wird, dass dies gelernt werden kann.
Regierungen, Chefs, Leiter werden ihre genau definierten begrenzten Funktionen zu erfüllen haben und die nötigen, kontrollierten Befugnisse innehaben - herrschen können sie nicht mehr.
Die Macht über andere Menschen und das "Recht des Stärkeren", das "Gesetz des Dschungels" können nicht der Beginn und nicht - auch nicht in gezähmter, "zivilisierter" Form - die Basis einer weltweiten politischen Ordnung sein. Denn diese überschreitet jede sinnlich zugängliche Dimension. Oder, anders gesagt, ab dem Moment, ab dem durch die zivilisatorischen Gewaltmittel ein universeller Tod aller Menschen möglich ist, sind diese Mittel absolut entmachtet.
Wenn es heute noch eine direkte allgemeine oder universelle Aufgabe gibt, dann, dies endgültig und gültig als Ergebnis der durch die Sprache gewährten aktiven menschlichen Teilhabe am Geist festzustellen. Mehr geht nicht. Der nächste Schritt liegt in individueller Verantwortung!





Was ist eine wirkliche Krise in einer hochintegrierten Welt voller politischer und (waffen-)technologischer Explosivstoffe?
Welches Ausmaß und welche Form hätte die Finanz- und Wirtschaftskrise im Jahre 2008 und danach angenommen, wenn es zum "Bank Run" gekommen wäre, weil der Staat (die Staaten) das nicht hätte(n) verhindern können?
Kann "der Staat" noch einmal diese Rolle des Retters des Finanzsystems spielen oder wird sein Vertrauenskapital in der nächsten Krise nicht mehr genügen??
Durch die Weltwirtschaftskrise wurde jedenfalls erneut deutlich, dass das neue Paradigma nicht mehr ökonomisch sein darf, also weder sozialistisch noch kapitalistisch. Denn beides sind wenn auch verschiedene Formen eines elitären Kollektivismus und Rationalismus!
Sie sind beide gescheitert, weil sie mit ihren monokausal auf die Wirtschaft verengten Ideologien die ganze Gesellschaft und Welt usurpiert haben, anstatt das wirtschaftliche Handeln als Funktion im Dienste der Allgemeinheit und der einzelnen Bürger zu betrachten. (In diesem Sinne bleibt die Wirtschaft frei.)
Daher konnte die Moderne oder die Neuzeit die Welt noch nicht wirklich stabilisieren - will sagen, das reaktionäre Denken und Handeln obsolet machen - nicht in den reichen Ländern der Erde, geschweige denn in den armen Ländern.

Das jedoch bedeutet, dass in der kommenden Epoche die Menschen nicht nur für ihr wirtschaftliches Wohlergehen arbeiten und kämpfen müssen, sondern in erhöhtem Maße für ihre Freiheit von Systemzwängen und deren Missbrauch! Denn dies hat der sog. Westen nach dem Ende der Sowjetunion und des Staatssozialismus versäumt zu verstehen, dass er, der sich im "Zentrum der Freiheit" wähnte, einen weiteren Schritt der Freiheit wird gehen müssen. Auch wenn der Geist nur indirekt, über die Tatkraft wirkt und Herz und Mut nicht ersetzen kann, ist ein Paradigma ein geistiges Konstrukt. Wir Menschen können auf den Geist nicht verzichten. Der Geist hat genaugenommen sogar das Primat, wie der irre Siegeszug der "neoliberalen" (richtiger monetaristischen) Ideologie in den letzten 20 Jahren wieder einmal gezeigt hat. Um der Falle einer weiteren rationalistischen oder ideologisierten Elitekultur zu entgehen, kann man von einem neuen Paradigma nur irgendwie selbst zu sprechen oder zu schreiben beginnen.Ich, Wolfgang Behr, nenne es "STRING - World Politics For Individuals".

Meine Mottos für dieses (mein) Paradigma:

Wir haben in der Moderne, d.h. in den nationalen Demokratien, in den "failing states", in der globalisierten Wirtschaft, in der Kunst, in der Technik, ... bis heute noch nicht die Souveränität wiedergewonnen, die für vormoderne Menschen in strikt hierarchischen und transzendent konstituierten Gesellschaftsformationen, verkörpert in der Spitze, dem König, möglich war. ("L'État, c'est moi!")

Warum ist Souveränität unverzichtbar? Weil die moderne Zivilisation, die in hervorragender Weise ein geistiges Phänomen ist, rein materialistisch, d.h. durch auf unmittelbaren Bedürfnissen beruhende gesellschaftliche Macht nicht gebändigt werden kann!
Aber auch die Experten, die den modernen Geist in seinen unzähigen Formen prozessieren, sind nicht Träger der Souveränität. Das hat die Finanzkrise im Jahr 2008 erneut idealtypisch vorgeführt. Es ergibt sich fundamental aus der Tatsache, dass die Konstrukteure der H-Bomben nicht dieselben Personen sind, die die Codes für den "Roten Knopf" in Händen halten.

In der Moderne, im Zeichen des allgemeinen Menschenbildes, kann nur der einzelne Mensch als solcher souverän werden. Das bedeutet, Souveränität kann aus keiner innergesellschaftlichen Unterscheidung hervorgehen und insbesondere nicht mehr im Rahmen zwischenmenschlichen Macht- und Gewaltverhältnissen entstehen.

Alle folgenden 8 Punkte formulieren Bedingungen und Bestandteile für die (Wieder-)Gewinnung der Souveränität im Rahmen der modernen Kultur und Zivilisation!

1. In der Geschichte entwickelte sich Individualität immer im Rahmen von kollektiven Institutionen, vom prähistorischen Häptlingsreich bis zum modernen Rechtsstaat oder kapitalistischen "Markt". Jetzt ist der Moment gekommen, die Institution, die Institutionalität selbst zu individualisieren. Die Weltzivilisation ist zu komplex, zu potent und zu systemisch geworden, um den unvorhersehbaren Dynamiken kollektiver Gemeinschaften, Gesellschaften oder Systeme ausgeliefert zu bleiben.
Die Individualisierung der Institutionalität können nur wir einzelnen Personen
als solche vollbringen.

2. Die andere Seite der Medaille: Die Menschheit als politische Gegebenheit überschreitet jede Form von Kollektivität - einschl. Weltreich oder "Weltmarkt" -, die diese Menschheit je hervorgebracht hat. Es ist nicht glaubhaft, dass mittels des traditionellen hierarchischen Gesellschaftsprinzips eine Gemeinschaft der gesamten Menschheit politisch stabil geordnet werden kann. Daher werden wir einzelnen Menschen uns so posthierarchisch positionieren müssen, dass wir das Problem selbst in die Hand nehmen können.
Mit der einzelnen Person als politischer Institution, die mit ihrer (im Heranwachsen erworbenen) Kompetenz diese globale und souveräne Aufgabe schultert, sollte uns die weltgeschichtlich absolut neue Herausforderung gelingen: Das Etablieren einer tragfähigen politischen Ordnung für die Menschheit als Ganzes!

3. Erst wenn es eine allgemeine und bedeutende Aufgabe gibt, die man aus unabweisbaren politischen Gründen nur als Einzelperson bewältigen kann, werden die Menschen bereit sein, ihre Individualität und ihre Singularität über ihre gesellschaftliche Stellung zu setzen und entsprechend zu handeln. Erst dann wird republikanische demokratische Rechtsstaatlichkeit und Öffentlichkeit in Verbindung mit freier, geregelter Ökonomie endgültig die unausweichliche Basis unserer nationalen und sonstigen Gesellschaften und Organisationsformen werden.

4. Jede Form von verfasster, für die Menschen lebenswichtiger Kollektivität trägt die Möglichkeit des Machtmissbrauchs und des Systemversagens in sich - je größer das Kollektiv, desto fataler die Auswirkungen.
Daher wird die Menschheit für ihre Fortexistenz bei sich fortentwickelndem Zivilisationsstand durch alle Krisen der nächsten Jahrzehnte hindurch die Macht der Großorganisationen und Großsysteme und letztlich diese selbst überwinden und ersetzen müssen. Das praktische Leben mit all seiner Komplexität, seinen Notwendigkeiten und Institutionen gilt es in besser überschaubare kollektive Klein-Formen zu gießen. Transparenz und Fehlerfreundlichkeit sind die Stichworte.

5. Was nützen Wasserstoffbomben, wenn man sie anwenden muss?
In einem vormodernen Szenario würde man sich den Besitzer der Wasserstoffbombe als souverän vorstellen. Er kann unendlichen Tod über andere bringen. Müsste der reale Besitzer von heute sie anwenden, verlöre er jegliche Souveränität (weil der Gegenschlag kommt, weil der Schaden unermesslich wäre). Das bedeutet, souverän ist nicht der Mensch, sondern die Bombe. Die Bombe selbst hält das Gewaltmonopol über die Erde und kann - vermittelt durch die Eigendynamik (vormodernen) menschlichen Verhaltens - die Zivilisation zerstören. Es gilt, sie zu ersetzen! Es gilt, Gewaltanwendung und Gewaltbereitschaft so zu verändern, dass ihre Vorkommnisse und ihre Einhegung keine dominanten Gewaltmonopole mehr notwendig machen.

6. Der neuzeitliche ethische Nationalismus (z.B. der pilgrim fathers) ist Vorform und Begleiter der STRINGschen politischen Individualisierung. Es handelt sich um die Konstitution und den Erhalt der Selbständigkeit des Volkes, ohne dass dabei andere Menschen, Gruppen, Institutionen oder Völker bekämpft, zu Sündenböcken gemacht oder versklavt werden.
Der ethischer Nationalismus übersteigt die globale(!) Bedeutung der ökonomischen und militärischen Globalisierung. Da diese keine intrinsische Wertorientierung haben, sind sie ihm unterzuordnen.
In Verantwortung für die deutsche Geschichte: Es geht mir hier um die Wiedergewinnung der nationalen deutschen Kompetenz nach den menschlichen Abgründen und dem von meiner Nation verursachten Leid. Nur die Verwirklichung der höchsten ethisch-moralischen Selbstansprüche genügen, um aus dem Nationalismus eine praktische Friedensmacht für alle Menschen zu machen.

7. Die Shoah als bürokratisch organisierter und industriell durchgeführter Massenmord ist ein Menetekel. Die STRINGsche Individualisierung von Institutionalität und Macht zielt auf den bestmöglichen Ausschluß von in kollektivem Namen begangenen Verbrechen. Das Eingedenken der Shoah ist der Impuls, um für dieses Ziel zu kämpfen.

8. Der mit STRING zwangsläufig mitgegebene, von mir in Kauf genommene und zu überwindende Messianismus ist strikt logischer Natur. Die Umstellung des menschlichen Zusammenlebens vom Primat des Kollektivs auf das Primat der Individualität kann nur von einer Einzelperson als solcher, d.h. absolut unabhängig von jeder kollektiven Funktion oder Stellung initiiert werden. Es handelt sich um eine "primus inter pares"-Funktion in einem zeitlichen und in einem politischen Sinne. Jeder kann sie ausüben.
Wer der erste ist, ist nicht von wesentlicher Bedeutung. Die Person muss nur als Individuum und als einer von 7 Milliarden Menschen handeln.
Wesentlich ist allerdings, dass irgendwer diese Rolle oder Funktion irgendwann tatsächlich ausübt!
Es geht um einen (Post-)Messianismus, der jeden Messianismus, jedes Charisma außerhalb der Unterhaltungswelt überwindet und überflüssig macht. Im politischen Sinne wird der Messianismus an jeden Menschen höchstselbst verwiesen.



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"STRING - World Politics For Individuals" ist, das klingt im Namen schon an, ein politisches Projekt, d.h., es betrifft alle Bereiche menschlichen Zusammenlebens, und zwar in einer neuen dezentralen, individuellen Entwicklungsrichtung. Das bedeutet aber keinesfalls, dass die Solidarität, die in jeder Gesellschaft anders, heute oft staatlich, durch Spenden, durch das Versicherungsprinzip und ehrenamtlich organisiert ist, dadurch in Frage gestellt wird.
Einnahme und Besitz von Geld erzeugt an sich noch keine Individualität. Der Glaube an den Selbstwert des Geldes ist so kollektivistisch wie der Sozialismus. Und auch der Selbständige ist auf Mitarbeiter und Klienten (d.h. auf die Gesellschaft) angewiesen. Wir werden materiell und seelisch immer mit anderen Menschen verflochten bleiben. Aber wenn unser Leben nicht im Geist beginnt, beginnt es nie! Und da kommt es heute auf jeden an!


Natürlich ist es extrem unwahrscheinlich, dass das Projekt einer Einzelperson, wie STRING es ist und sein soll, geschichtliche Wirkungskraft entfaltet. Der beliebige einzelnen Mensch, als welcher ich hier agieren will, war bisher nie eine dominante Geschichtskraft.
Aber was sind die Alternativen?? Wollen wir die Macht wieder in die Hände menschenverachtender Geschichtsberserker wie Napoleon, Stalin, Mao oder Hitler geben oder in die Hände von Halbidioten wie Wilhelm II. oder von abgehobenen Oligarchien, von Fachidioten?
Moderne Eliten sind nurmehr Sachwalter, nie mehr Herrscher in irgendeinem traditionellen Sinne - je kleiner ihr Verantwortungsbereich, je geringer die Abhängigkeit von ihnen, desto besser für die Gesellschaft. Daher bringen uns gewaltsame Revolutionen auch nicht mehr weiter. Denn die beenden nicht die Existenz kollektiver Macht.

Wir, die beliebigen einzelnen Menschen - und auch jeder noch so bedeutende Funktionsträger ist im Zeitalter des allgemeinen Menschenbildes ein solcher beliebiger Mensch! - haben längst die Macht und müssen endlich das Heft in die Hand nehmen und die Welt so gestalten, dass wir alle darin leben können. Ein anderes kollektives Ziel gibt es faktisch nicht mehr. Denn das dumme Zulassen oder Herbeiführen neuer geschichtlicher Katastrophen der gehabten Art (II. WK) ist kein Ziel!
STRING will also jeder Person das ideologische und moralische Rüstzeug an die Hand geben bzw. sie dazu aufzufordern, sich dieses gemäß einem neue universellen Maßstab selbst zu erwerben, um zu erreichen, dass sie und alle anderen Personen dieser globalen Gemeinschaft von Menschen ihr Leben gestalten können. Dabei gehe ich davon aus, dass die natürlichen Resourcen und das praktische zivilisatorische know how für dieses Ziel im Prinzip vorhanden sind oder noch erworben werden, wenn die Verschwendungen für all die groß- und kleinkollektiven Sonderziele überwunden sind.
Die Unwahrscheinlichkeit oder Unvorstellbarkeit des Erfolgs von STRING, auf den ersten Blick, ist vielleicht eine Bedingung, damit es im Sinne meiner Absichten und als neues weltgeschichtliches Paradigma sachgemäß neu(!) ist.

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Noch einige Gedanken mehr zur Finanz- und Wirtschaftskrise

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DIE WASSERSTOFFBOMBE (UND DIE WÄHRUNG)

STRING ist die politische Reaktion auf die Existenz der Wasserstoffbombe. Diese wird als generelles Menschheitsproblem verstanden, als der eigentliche Grund der Globalisiertheit der Zivilisation. Sie hat uns Menschen "in ein Boot gesetzt".
Ja noch mehr, die Wasserstoffbombe ist heutzutage die tatsächliche "Trägerin" des Gewaltmonopols auf der Erde.
Sie zwingt ihr Personal in einen schizophrenen psycho-politischen Schwebezustand. Denn ein oberbefehlshabender Verwahrer des Codes muss sowohl bereit sein, diese Waffe einzusetzen (Abschreckung), als auch darf er sie niemals einsetzen - in jeder Hinsicht zu groß wären die folgende militärische "Kettenreaktion" und humane Katastrophe. Dieser Balanceakt über zwei Abgründen - das Inferno, dem man ausgesetzt wird und das Inferno, das man selbst anrichtet - kann nicht auf ewig bestanden werden.
Nach dem Ende des "Kalten Kriegs" scheint dieses Problem nicht mehr akut - eine gefährliche Fehleinschätzung. Denn das Risiko ist definitiv zu groß, solange zu warten, bis das Problem wieder akut wird - bis Leute beginnen ernsthaft zu glauben, dass Krieg auch mit Atomwaffen ein Mittel ihrer Politik sein könnte. Ein Blick in die Geschichte der letzten 100 Jahre bis heute genügt, um zu wissen, dass die Menschen eine extrem gewalttätige Spezies sind. Je höher der zivilisatorische Stand ist, desto exzessiver in jeder Hinsicht werden die Gewaltanwendungen. "Der Mensch ist des Menschen Teufel" sollte es heissen, statt "- des Menschen Wolf", wie Thomas Hobbes bzw. der römische Schriftsteller Plautus meinten. Letzteres ist eine Verunglimpfung! Wenn der Führer eines Wolfsrudels zu despotisch wird, dann beissen ihn die anderen Wölfe weg. Was wir benötigen, ist die Überwindung "öffentlicher" kollektiver Gründe für die Anwendung von Gewalt und Grausamkeit. Die privaten Gründe hierfür werden sich niemals aus der Welt schaffen lassen. Jede Gesellschaft muss sich mit Kriminalität auseinandersetzen.
Aber Privatpersonen haben nur begrenzte Macht und suchen auch nur begrenzte Macht. Die eigentliche Gefahr z.B. eines atomaren Infernos geht jedoch davon aus, dass sich Inhaber kollektiver Macht berechtigt sehen, Gewalt anzuwenden, die weit über den privaten Wirkungsbereich hinausgeht.

Ein Blick in die Geschichte überhaupt zeigt, dass bis 1945 die Welt dominant von militärisch konstruierten und exekutierten Machtpolitiken unter diesen oder jenen gesellschaftspolitischen oder ideologischen Vorgaben (mehr oder weniger) geordnet wurde.
Ab 1945, als die militärische Option durch die Atombombe im Großen stillgestellt war, wurde die Verfügungsmacht über die Währung das dominante Mittel zur machtpolitischen Ordnung der Welt (Bretton-Woods-System, ab 1973 Dollar als einziges Zahlungsmittel für Erdöl). In Verbindung mit Androhung oder lokaler Anwendung "konventioneller" militärischer Gewalt war das die "pax americana".
Der Ostblock konnte sich bis 1990 durch seine Verfügung über die Atombombe aus dem amerikanischen Machtbereich ausgrenzen. Er konnte aber kein wirklich anderes Ordnungs-Prinzip etablieren, denn der Sozialismus ist genauso ökonomiefixiert, wie der Kapitalismus oder der Liberalismus, und die Sowjetunion war genauso militärfixiert wie die U.S.A. und verhielt sich ähnlich.

Dass in den westlichen Staaten Rechtsstaatlichkeit existierte und im Ostblock nicht, machte geopolitisch keinen entscheidenden Unterschied, wenn auch der Untergang des Ostblocks mit dem damit verbundenen Mythos der Freiheit zu tun haben mag.
Rechtsstaatlichkeit wird aber erst dann zur gebührend dominanten Geschichtskraft, wenn sie von keinen globalen und/oder lokalen kollektiven Machtmechanismen mehr in Frage gestellt wird.

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(Noch eine) Beschreibung eines neuen Paradigmas zum Behufe der Weltpolitik



Teil I    (Teil II und III)


Auf eine für mich unvordenkliche, also schicksalhafte Weise ist mir von Personen und Zeiten die Aufgabe übertragen worden,
einen neuen Aggregatzustand des menschlichen Zusammenlebens herbeizuführen, indem ich den persönlichen Geist, gerade so wie er sich in jedem erwachsenen Menschen auf der Erde entwickelt, zum entscheidenden Element des menschlichen Lebens mache. Der persönliche Geist ist Ausdruck der Erfahrungen eines Menschen mit seinen Mitmenschen und mit seiner Sprachfähigkeit. Er ist Ausdruck seines natürlichen und geschichtlichen Lebens. Seine Bildung und seine charakterliche Reifung spiegeln sich darin. - Man kann es an dieser Stelle nicht weniger formelhaft und unbefriedigend sagen. Tatsächlich soll sich jeder selbst definieren, wie er kann und will. Der für eine freie Welt grundlegende Akt der Personalisierung des Geistes ist indes nur durch Einsatz (m)eines eigenen individuellen Beispiels, (m)eines eigenen persönlichen Denkens möglich - um das Maß aufzustellen! Denn eine Welt, in der das Primat des Persönlichen gilt, kann nicht von Kollektivvertretern und nicht mit kollektiven Mitteln initiiert werden, auch nicht, wenn sie rechtsstaatlich legitimiert sind. Sie muss rein logisch gesehen von (irgend)einer beliebigen Einzelperson als solcher begonnen werden! Deshalb hat dieses mein Projekt auch (irgend)einen Eigennamen: "STRING - World Politics For Individuals"! (Warum der neue Eigenname für ein allgemeines politisches Projekt?)


Warum aber soll ich derjenige sein, der diese neue Welt begründet? Warum soll ich es nicht sein? Wenn Sie wollen, dann tun Sie es! Ich stehe Ihnen nicht im Weg, denn wir wollen ja dann dasselbe. Wer "erster", "zweiter", "dritter", ... ist, ist völlig gleichgültig. Es wird Ihnen aber nicht leichter fallen als mir, diese Aufgabe zu bewältigen. Und mich plagt sie schon seit bald drei Jahrzehnten!
Für die Gesellschaften und ihre Institutionen, für die "Kollektive" bedeutet das Primat des persönlichen Geistes, dass sie nicht mehr auf dem Zwang von außen beruhen, sondern auf der grundsätzlichen Fähigkeit der einzelnen Menschen, gesellschaftlich verantwortlich und dadurch(!) frei zusammenzuleben. Es geht um eine "sokratische" = schicksalhafte Individualität. Man entwickelt seine Individualität, besteht auf seiner Eigenart, kämpft gegen falsche Gesetze oder Entscheidungen - und unterstellt sich gleichzeitig den Regeln der Gesellschaft, in der man lebt, weil man weiss, ohne diese ist das Auskommen mit den anderen Menschen nicht möglich.
Der Weltzustand, in dem man ohne Rücksicht kämpfen muss und die anderen Menschen unterdrücken oder töten muss, um selbst zu leben, erhält die vormoderne gesellschaftliche Primitivität.
Warum soll der zivilisatorische Fortschritt, anstatt nutzlosen Reichtum zu produzieren, nicht dazu dienen, praktische Wege und Mittel jeglicher Art für diese Welt selbständiger Menschen zu ermöglichen, wenn sie denn das allgemein anerkannte Ziel der Menschheit ist? Der Soziologe Max Weber schrieb (sinngemäß): "Nur weil sich die Menschheit immer wieder Unmögliches vorgenommen hat, hat sie das bißchen erreicht, was sie erreicht hat". Obwohl schon viele wichtige Schritte in diese Richtung getan sind, ist die politisch manifeste Realität der individuellen Selbständigkeit als allgemeiner Weltzustand heute noch nicht absehbar. Dabei ist nicht klar, ob z.B. die materiellen Knappheiten in der heutigen Welt nicht längst überflüssig sein könnten und als Gegenargument ausgedient haben. Der Staat und die Bürokratie scheinen mit dieser Aufgabe jedenfalls an ihre Grenzen zu stoßen. Es gibt die aus (reichhaltiger historischer) Erfahrung gespeiste Sorge, dass sich egoistisches oder gar zerstörerisches Verhalten und Machtgebaren immer wieder und allgemein durchsetzt. Diese Sorge wird aber zur selbsterfüllenden Prophezeiung, wenn man glaubt, sich selbst so verhalten zu müssen, um zu (über)leben - und dazu noch glaubt, ständig von den "anderen Egoisten" bedroht zu werden. Zusammengenommen ergibt das die beste Rechtfertigung für Autoritarismus, Gruppendruck, Wagenburgmentalität und Diktatur. Deren Geist herrscht mittels des ökonomischen Drucks mehr oder weniger moderat auch in den sog. demokratischen Gesellschaften.

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Es ist nicht schwer zu erkennen, die Aufgabe "STRING" überfordert mich absolut - und das nicht so sehr deshalb, weil das Ziel zu idealistisch wäre. Wenn, dann ist höchstens die Wasserstoffbombe zu "idealistisch". Sie zwingt die menschliche Art, sich fundamental zu verändern, genauer, sich zu individualisieren, was ein langer Weg in vielen (Milliarden!) kleinen Schritten ist. Denn die heldengebärenden kollektiven Feindschaften und Gewaltausbrüche sind heute nicht mehr das, was sie bis 1945 waren. Sie sind artgefährdend geworden. Nach wie vor existieren atomare Waffensystemen im Übermaß. Aber die Welt hat noch längst nicht gelernt, auf Gewalt als kalkuliertes, besser angeblich kalkulierbares Mittel zu verzichten. Nein! Ich bin vielmehr vor allem deshalb überfordert, weil ich als irgendein einzelner "nobody" etwas von allgemeiner Bedeutung erreichen soll. Aber nach meiner Erfahrung kann ich dieser Aufgabe nicht entkommen. Die Überforderung macht noch verständlicher, dass ich in diesem Zusammenhang die klassischen, aber absolut unzeitgemäßen sozialen Muster "Herrscher" und "Messias" sozusagen im eigenen Leib wahrnehmen musste, was mir vollkommen widernatürlich war, was mich mit mir selbst entzweite und einen lähmenden double-bind - verrückt/nicht verrückt - in mich hineinverpflanzte. Protagonist der Weltgeschichte? Das horrende Realisierungsproblem mal aussen vor gelassen, wie könnte diese Rolle heute überhaupt Sinn machen? Vielleicht nur dann, wenn es mir gelänge, die politische Position des einzelnen Menschen gegenüber allen Kollektivmächten und -strukturen mit Vorrang zu versehen, gemäß der Erkenntnis, dass keine (hierarchische, verfasste) Kollektivmacht die ganze Weltgesellschaft je wird politisch ordnen können - was auch bedeutet, dass keine solch traditionelle Macht die ganze Erde erobern, befrieden und anschließend die H-Bomben verschrotten kann. Oder, als geschichtliches Szenario: Durch die französische Revolution wurde das Ende der Ära der von Gottes Gnaden eingesetzten Monarchen eingeleitet und die Ära der Bürokratie begann. Jetzt wird es höchste Zeit, die durch den Mythos der Ebenbildlichkeit mit Gott geschaffene Persönlichkeit auf der Basis des allgemeinen Menschenbildes allen Menschen auch in einem innovativen politischen Sinne als Aufgabe, aufzutragen, um die rationalistische Macht der Bürokratie in die Schranken zu weisen und sie vom Herrschaftsinstrument zum Instrument für alle zu machen. Dass nur die Menschen als Einzelne, in dem Ethos der einzelnen Person, aber doch zusammen, gemeinsam diesen großen Schritt erreichen können - eine derartige Erkenntnis durchzusetzen, das müsste ich schaffen, um mit mir selbst ins Reine zu kommen, bzw. um herauszufinden, wie real die Aufgabe, die sich mir eröffnet hat, ist - es sei denn, jemand anderes löst diese Aufgabe auf für mich glaubhafte Art und Weise und erlöst mich dadurch von ihr. Irgendwann habe ich die Notwendigkeit und die Richtigkeit dieses Schrittes erkannt. Daher sehe ich mich der Pflicht unterstellt, es weiter versuchen: Es wird keinen Messias geben - Märchen sind nicht vorgesehen - und es wird keinen von Gott eingesetzten Herrscher mehr geben. Wieso schreibe ich das so ausdrücklich? Das weiss doch jedes Kind. (Die Juden wissen es spätestens seit den Erfahrungen mit Sabbatai Zwi!) Weil diese Erkenntnis nur der erste Schritt ist.
Der zweite Schritt besteht darin, dass jeder von uns, so gut er kann, die messianische Verantwortung, d.h. die Verantwortung für die ganze Welt selbst auf seine Schultern nimmt, weil es niemand (mehr) gibt, der vorgeben kann, diese Verantwortung für die anderen tragen zu können.
Der zweite Schritt bedeutet daher, dass jeder von uns die politische Herrschaft übernimmt, weil die Zeit der totalitären Herrscher mit oder ohne Gott historisch gesehen vorbei ist (leider noch nicht unbedingt faktisch). Infolgedessen sollen Kollektivstrukturen wie z.B. Rechtsstaaten, Organisationen oder Unternehmen in Zukunft transparente Mittel für begrenzte Zwecke in den Händen der einzelnen Menschen für ihre Selbsterhaltung und ihr Zusammenleben sein. Wie auch immer sie organisiert sind, sie dürfen nicht mehr dominant sein und gegeneinander in Stellung gebracht werden. Erst wenn die Menschen sich dieser Pflicht für das Ganze unterzogen haben, aus ihrer eigenen Souveränität heraus, wird es eine freie Welt, eine Welt von Freien geben. Erst dann hat die Politik der Neuzeit das persönliche Profil oder das "Persönlichkeits-Niveau" der klassischen hierarchisch-monarchischen politischen Ordnungen mit ihren persönlich verantwortlichen Herrscherfiguren auf den verschiedenen Ebenen wieder erreicht, selbstverständlich auf einer anderen gesellschaftlichen und machtpolitisch-kulturellen Basis. In diesem Sinne habe ich das historisch-mythologische Muster des messianischen Herrschers politisch-philosophisch durchzuarbeiten und in eine paradigmatische, modern individualisierte, d.h. demokratische, egalitäre (=alle Menschen GELTEN gleich) Form zu bringen versucht - für unser aller dezentralen politischen Machtübernahme! Die Form steht jetzt allgemein zur Verfügung. Mit ihrer Hilfe kann jede Person für sich den geistig-politischen Status als moderner Mensch abklären: Inwiefern bin ich mehr als ein Rädchen im Getriebe der techno-kapitalistischen Weltzivilisation? Inwiefern ist meine Freiheit oder Moral etwas anderes als Geld verdienen bzw. ausgeben - wenn auch nicht gänzlich unabhängig davon? Welche Bedeutung habe ich unabhängig von meinen Rollen in der Gruppe und in der Gesellschaft? Was ist das "Ganze" meines persönlichen Lebens, das mich einzigartig macht? Wie meistere ich das Schicksal, ohne Fremde für mich "bezahlen" zu lassen? (=die Wasserstoffbombenlehre: Keine Anlässe für Krieg entstehen lassen) ... Man kann diese Form selbständig, durch Übertragung den STRING-Webseiten entnehmen. Ich gehe davon aus, dass Sie - meine Mitmenschen - mehr oder weniger an derselben historischen Schwelle zu einer personalisierten Welt stehen wie ich. Wenn es daher in diesem Zusammenhang eine allgemeine Rolle für mich geben kann, dann ist es nur eine indirekte, eben die eines "primus inter pares" ("Erster unter Gleichen")!
Ich kann den Maßstab setzen, aber den entscheidenden Schritt kann nur jeder für sich selbst tun.

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Jenseits von Globalisierung und Wasserstoffbombe!

STRING ist der Versuch, einen aktuellen politisch-kulturellen Standpunkt zu schaffen, der mir bei meiner Aufgabe hilft. Dazu arbeite ich auch im direkten Kontakt mit Leuten, indem ich sie z.B. davon überzeuge, dass alle Sorten von gesellschaftlichen Machthabern, auch die militärischen und gewaltbereiten Machthaber, auch diejenigen, die ihre Macht mit Mord und Krieg verteidigen, heute zwar noch Macht haben, aber trotzdem nur noch pro forma herrschen, weil sie wie wir alle durch die Wasserstoffbombe absolut in Frage gestellt sind - woraus folgt, dass auf der Erde auf absolut künstliche Weise Bedingungen zu etablieren sind, die alle gesellschaftlichen Gewalten und Institutionen immer weiter "teilen", "verkleinern" und dadurch auf ein für die einzelnen Personen, die bar jeder kollektiven Macht ist, mitbestimmbares und effektiv kontrollierbares Maß bringen. Dies soll mit Hilfe des demokratischen Rechtsstaatsprinzips, einer freien Wirtschaftsordnung und über beides hinaus durch die fortlaufende Dezentralisierung aller für die menschliche Subsistenz nötigen Mittel geschehen. Die Idee ist, dass keine Person und kein Kollektiv mehr die Ressourcen und die Macht anhäufen kann, um z.B. absolute Zerstörungsmittel herzustellen. Auch wenn wir immer Gesellschaftswesen bleiben werden, auch wenn wir immer den Härten wie den Geschenken unserer inneren und der äußeren Natur übergeben sind: Nur der einzelne Mensch kann Herr oder Herrin der modernen "globalen" Welt werden, weil diese in einem nie dagewesenen Umfang auf dem Gebrauch des Geistes beruht. Der Gebrauch des Geistes, genauer, des abstrakten Geistes ist Sache des einzelnen Geistes. Es liegt an uns einzelnen Personen, diese Herrschaft anzutreten und zu Subjekten der Weltgeschichte zu werden. Wenn wir das nicht tun, dann beherrschen uns die unpersönlich bleibenden systemischen Ergebnisse vieler unserer geistigen Aktivitäten, anstatt uns zu dienen - sei es als Recht, als Technologie, als Bürokratie, als Ökonomie, - sei es direkt oder indirekt. Der Geist verlangt nach unserer persönlichen Souveränität! Nur der persönliche Geist kann den abstrakten systemischen Geist beherrschen. Das Paradigma dafür ist der Mythos des biblische Gottes - eine (geistige) Person, die man nicht sehen oder berühren kann. Er hat uns nach seinem Vorbild geschaffen. (Genesis)Der Philosoph Immanuel Kant meinte dazu, dass die Aufklärung mit dem alttestamentlichen Gottesbegriff begann. Man kann aus diesem Grund STRING eine "religiöse Ergänzung" nennen, die jedem aufgegeben ist, ganz gleich, ob er einer religiösen Gemeinschaft angehört, ob er Atheist ist oder ob er seinen persönlichen Glauben pflegt. Ohne den unsichtbaren persönlichen Gott als "archimedischen Punkt" der Weltzivilisation gibt es keine Weltgemeinschaft der Menschheit. Ökonomie, Diplomatie oder Systemrationalität können diesen Mythos nicht ersetzen! Mit einer auf diese Weise begründeten Politik des Geistes, die man auch als eine Politik der abstrakten Gewaltenteilung verstehen kann, sind entscheidende praktische gesellschaftliche Ziele verbunden: Im Zuge einer demokratischen Personalisierung der Geschichte kann die ungeheuere, sich steigernde Kraft der zeitgenössischen Zivilisation endlich für fortschreitende Lokalisierung der gesellschaftlichen Institutionen und ebenso fortschreitende Dezentralisierung/Entkoppelung der materiellen Existenzbewältigung verwendet werden. Das ist eine alte Idee, die in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts als Weg aus der Weltwirtschaftskrise schon einmal gesehen wurde, die aber damals an der Dominanz des Staates und der Persistenz machtpolitischer Traditionen scheiterte.
Wenn die politische Selbständigkeit der Menschen und die Freiheit der Gesellschaft(en) Stand der Dinge ist, dann wird jegliche Technologie nicht mehr uns beherrschen, sondern unser Mittel sein. Trotzdem, nie wird alles beherrschbar sein. Deshalb müssen die Menschen im Rahmen ihrer jeweiligen individuellen Lebensumstände - so gut es geht - "Manager" ihres Schicksals sein. Die privaten und öffentlichen Organisationen und Institutionen der heutigen Welt einschließlich des Militärs - ihre Verantwortungsträger können den einzelnen Personen bei den anstehenden epochalen Schritten nur helfen, wenn sie ihnen zu Diensten sind. Sie müssen die eigene Macht und Bedeutung bei ihren mannigfaltigen gesellschaftlichen Aufgaben zwar durchsetzen, aber defensiv, begrenzt, kontrolliert, sich dem ("Welt"-)Bürger unterordnend, - was in Demokratie und Rechtsstaat der Theorie nach selbstverständlich ist! Insbesondere können sie die einzelne Person und ihren Status als zentrale politische Instanz der Zukunft - im Guten wie im Schlechten - nicht ersetzen. Im Gegenteil, Kollektive wie z.B. die National-Staaten sind als mögliche Werkzeuge bornierter Feindschaftsobsessionen hochgefährdet, die real-apokalyptischen Gewalten der heutigen Zivilisation auf die Menschheit loszulassen.
Das Zauberwort heisst "Schwäche": Mitglieder von Eliten fühlen sich als Einzelne stark im Vergleich zu anderen Mitgliedern ihre jeweiligen Gesellschaften und/oder der Weltgesellschaft. Tatsächlich werden wir aber die Herausforderungen, die uns unser technologischer Fortschritt stellt, nur bewältigen, wenn wir uns allesamt als sehr einzeln und sehr schwach (gegenüber der H-Bombe) empfinden - um dann die Potentiale unserer modernen Zivilisation zu nutzen und unsere kleine individuelle Schwachheit in eine allgemeingültige, lebensfähige Existenz und Koexistenz umzuformen - jenseits der Gefahr selbstgemachter Apokalypsen. Die Welt braucht noch in dieser Epoche eine neue Ordnung, die von der Erkenntnis getragen wird, dass die Menschen sich niemals als "nur gut" herausstellen werden. Man kann höchstens erreichen, dass sich ihre Neigungen zum Schlechten, zum Schädigen anderer Menschen möglichst wenig auswirken - mal ganz abgesehen von der unaufhebbaren Subjektivität aller Bewertungsmaßstäbe. Allgemein gilt, je vernetzter und zentralisierter die gesellschaftlichen Abhängigkeitsstrukturen sind, je größer die Potentiale der Macht sind, desto zerstörerischer wirken sich Machtmissbrauch, Gewalt oder Versagen von Eliten aus und desto fatalere Folgen zeitigt die menschliche Eigenschaft, sich immer wieder auf "trips" über alle vernünftigen Grenzen hinweg zu begeben. Wann waren die globale Gesellschaft integrierter und die faktische Abhängigkeit und Ausgesetztheit (Wasserstoffbombe!) größer als heute, ohne dass eine entsprechende Autorität für vernünftig begrenztes und gemeinsames Handeln existieren würde? Rechtsstaatliche Demokratie in territorial begrenzten Nationalstaaten kann da keinen Ausgleich schaffen und erscheint nur als ein erster Schritt weg von dem historischen Standard totalitärer Herrschaften, die ungezählte Male in Willkürherrschaft umschlug. Noch sind wir auf Gedeih und Verderb von Großstrukturen abhängig und leben unter der Ägide von Großorganisationen. Noch können manche Leute an den Knotenpunkten der "Megamaschine" Weltgesellschaft unermesslich reich und mächtig werden und verteidigen ihre Macht mit fast allen Mitteln. Noch kann alleine durch Dominoeffekte (dazu gehören auch die Folgen von Umweltzerstörungen) allergrößtes Unheil entstehen! Krisen und Katastrophen wird es immer geben. Aber wenn sie eine Region oder einen Ort betreffen, kann von außen Hilfe kommen. Betreffen sie die ganze Welt, kann der Schaden unermesslich werden. Lange - mindestens seit Alexander d. Gr. galten Großstrukturen (z.B. Imperien) und Großorganisationen (z.B. Kirchen) als Krönung der Zivilisation. Heute ist die Abhängigkeit von ihnen längst grotesk unzeitgemäß geworden. Ihre Dominanz kann überwunden werden, wenn wir die moderne zivilisatorische Potenz künftig in Formen gießen, die den Menschen überall auf der Erde ein für sie verstehbares, selbstbestimmbares Leben ermöglichen - vielleicht nicht in der zu Ende gehenden "westlichen" Bequemlichkeit des Öl-Zeitalters, aber eben selbstbestimmt! Dazu muss die unmittelbare Gewalt und die Bereitschaft, zu unterdrücken und zu töten substantiell geächtet bzw. eingehegt werden - aber auch die Anlässe dazu! Jeder kleine oder größere "konventionelle" Gewaltakt kann ein Keim eines globalen Wasserstoffbomben-Kriegs sein - der ultimativen "Großstruktur" dieser Epoche, die es zu verhindern gilt. Ändern wir nichts Grundsätzliches, gibt es irgendwann zu viele Keime - vielleicht erst in hundert oder mehr Jahren! Aber dann ist es zu spät. Ich hoffe auf drei Dinge: Gewalt soll in der Weltöffentlichkeit in aller Deutlichkeit als das große Menschheitsproblem dieser Zeit dargestellt werden. Wenn Gewaltanwendung überhand nimmt - und das hat sie in der Menschheitsgeschichte sehr oft und aus unterschiedlichsten Gründen -, dann zerstört das jede Möglichkeit, Probleme vernünftig zu bewältigen und gebiert ständig neue Gewalt - solange, bis die überlebenden Menschen nach einer Orgie der Gewalt ihrer endlich überdrüssig werden. Aber im Atomzeitalter wird es nicht mehr unbedingt so ausgehen. Zum zweiten können die persönlichen Gründe für die Gewaltanwendung und Aggression als Bestandteil der menschlichen Urfreiheit niemals aus der Welt geschafft werden. Es besteht nur die Möglichkeit, sie durch kulturelle Errungenschaften wie im Sport auf positive Weise auszuagieren. Drittens, der schwerste Teil, müssen die existentiellen (materiellen) Gründe und die politischen Gründe für Gewaltanwendung Schritt für Schritt aus der Welt geschafft werden - und das alles in einer Epoche, die die größte Zahl jemals an Menschen auf der Erde sehen wird und die vermutlich mit großen Engpässen und katastrophalen Naturereignissen zurechtkommen muss Vielleicht ist es notwendig, dass sich darüberhinaus eine individuelle, indirekt kollektive Ethik durchsetzt, die den Überlebens- und Durchsetzungstrieb gerade der im herkömmlichen Sinne Starken und Mächtigen in Frage stellt. Man kann sich schon vorstellen, dass ein Verrückter in seinem Hass die ganze Menschheit dem Untergang weihen will. Die Kämpfer und Chefs dieser Welt wollen das sicher nicht.Wir kennen die hier notwendige Logik aus den Diskussionen während des "Kalten Krieges": Auch die Kämpfer und Chefs dieser Welt sind nicht mehr im Recht, denn es macht keinen Sinn, sich im wie auch immer gerechtfertigten Kampf durchzusetzten, wenn am Schluss alle dem Tod geweiht sind. Aber dieser "Schluss", ein Weltatomkrieg, ist sehr weit weg. Kommt er denn überhaupt, solange ich lebe?
Außerdem, es gibt sehr viele Menschen, die für ihre (metaphysischen) Ziele zu sterben bereit sind. Das (reale) Überleben der Menschheit hat für sie keinen Wert. Auch diese Frage und diese Tatsache zeigen, in welcher gefährlichen historischen Situation wir Menschen sind.

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Basisphilosophie

Ich glaube, dass wir homo sapiens sapiens mit einer Herausforderung konfrontiert sind, die man nur als das Schicksal der Freiheit begreifen kann. Dabei steht an erster Stelle nicht die Freiheit von Unterdrückung und Gewalt steht, sondern leider die Freiheit, Mist zu bauen und den Mitmenschen zu schaden, und zwar in jeder Größenordnung. Die Dimension dieser Herausforderung wird erst in dieser Geschichtsepoche vielen Menschen bewußt, da mehr Leute als früher in ihrem Leben freie Entscheidungen treffen können und müssen, und da die Möglichkeiten und Reichweiten des Handelns unendlich gestiegen sind.
Die Bewältigung dieses Schicksals wird uns alles abverlangen. Sie kann aber auch größte Freude bereiten. Nennen wir sie: "Die aktive Teilhabe am Geist!" Unser Geist zwingt uns, in zwei Welten zu leben, auch wenn diese untrennbar verwoben und unendlich verschränkt sind - in der unmittelbaren, direkten Welt der Materialität und unserer Sinne sowie in der indirekten, durch Sprache, Schrift, Zeichen, Symbole, Bilder, Töne, ... vermittelten und geistig reflektierten Welt. Dadurch müssen wir auf ewig und immmer wieder von neuem nach der Wahrheit suchen, ja unsere eigene Wahrheit herstellen, sowohl im faktischen, als auch im moralischen Sinne, ohne sie je endgültig und dauerhaft zu erreichen.
Der schicksalhafte Zwang zur Freiheit, der in jeden von uns einen Widerspruch, einen existentiellen Riß einpflanzt, kommt in dem alttestamentlichen Mythos der von Gott verfügten Existenz eines verbotenen(!) Apfelbaumes, bzw. von der "Vertreibung aus dem Paradies" zum Ausdruck. Es wird höchste Zeit, dass jede einzelne Person dieses Päckchen trägt, auch wenn es bisweilen an die eigene Substanz geht! Kämpft man nicht um die Wahrheit, dann trägt ein andere dieses Päckchen und d.h. nichts weniger als die Freiheit für einen, dann ist man unselbständig wie ein Kind.
(2017 - auf ewig BetaVersion)

Wolfgang Behr




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