STRING - World Politics for Individuals





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Wolfgang Behr
The "Anti-*itler"




professionalism and money kill the world,

when they "govern" the world -

20.06.2008


- weil Profis und die Vertreter des Geldes die gesellschaftliche Verantwortung für ihr Handeln, für ihren Einfluß, für die Auswirkungen ihres Handelns ablehnen und ablehnen können. Denn sie haben (nur) eine begrenzte Aufgabe, einen definierten Aufgabenbereich. Für unbeabsichtigte Kollateralschäden und für das Allgemeinwohl sind sie nicht zuständig!

Aber wer soll dann die Welt regieren?

Die Menschen als Einzelpersonen, aus ihrem persönlichen Leben und ihrer persönlichen Verantwortung heraus, in ihrem Bereich, gleichsam nebeneinander mit den anderen Menschen auf der Erde sollen die Welt regieren.

Anders gesagt, die Privatpersonen als solche (als Institution) - wenn sie, verkörpert durch jeden Menschen, ein universelles Niveau erreicht haben, sollen die Welt beherrschen. Vielleicht muss sich diese Wahrheit erst durchsetzen, bevor die neuen Produkte und Verfahren entwickelt werden, die auch materiell ein lokales selbstbestimmtes Leben ermöglichen. Vielleicht wurde das in den Jahren des relativen Reichtums sträflich versäumt und wird jetzt viel schwerer zu verwirklichen sein.

Das klingt alles rational, konstruiert, unrealistisch, absolut illusorisch. Wer soll die falschen Mächtigen von heute entmachten? Würde ein neuer M&aum;chtiger es wirklich anders, besser machen?? Kaum!! Die Geschichte zeigt es.
Aber sind die Menschen reif für Selbstregierung und die nötige Solidarität untereinander? Haben die Menschen nicht ganz andere Probleme, nämlich für sich ihr tägliches Auskommen zu finden? Geraten sie nicht wieder in die Negativspiralen von gegenseitiger Gewalt und Krieg?
Und klingt dieser Vorschlag nicht sogar genau nach der professionellen Kälte, die hier abgeurteilt wird?

Tatsächlich werden wir schon lange von rationalen, konstruierten (physikalischen, mathematischen, ökonomischen, ...) Theorien - allem voran in Form der modernen Waffensysteme - beherrscht. Also müssen wir uns wohl oder übel auch in unserem persönlichen, ganz und gar unprofessionellen Teil des Lebens auf die Rationalität einlassen, ihr einen echten Platz bei uns geben, um ihre unheimliche Macht wieder in den Griff zu bekommen - und um die Welt aus den Händen der Profis und des Geldes zu befreien!

Letztlich steht hinter der Macht des Geldes und der Profis die Zahl, die Ziffer als primäre Manifestation und primäres Mittel des Geistes unserer Epoche. Auf diese Weise wird die aktuelle Weltzivilisation durch maximale Unpersönlichkeit ausgezeichnet. Vielleicht ist der globale Zusammenhang so unterschiedlicher Kulturen auch nicht anders zu vermitteln, als durch die krude Rationalität der Zahlen - in der Technologie, im Handel.

Aber dabei kann es nicht dauerhaft bleiben. Irgendwann müssen wir diese Krücke ablegen. Nur der Mensch als Person kann das Leben in allen seinen Dimensionen lenken und erleben. Nur über eine Selbstermächtigung, dem Praktischwerden unsere Individualität, können wir eine echte Weltgemeinschaft werden. Denn nur die politische Individualität gewährt die notwendige Differenz zwischen den Menschen bei gleichzeitiger Aushebelung der dogmatischen Zwanghaftigkeiten bestehender Kollektiv-Identitäten (nicht dieser selbst!), die ersetzt werden durch eine konkrete gemeinschaftsstiftende Aufgabe für alle Menschen/jede Person.

Bleibt die Frage, ob eine solche Politik und Kultur angesichts von bis zu 10 Milliarden Menschen materiell überhaupt möglich sein kann. Brauchen wir nicht die absolute Macht, im Weltmaßstab modern ausgeübt durch Profis oder lokal von den traditionellen Diktaturen, um die Härten, die sich aus der Ungleichung zuviel Menschen bei zuwenig Ressourcen ergeben, zu exekutieren oder zumindest ihnen ihren Lauf zu lassen.

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Zur Begriffsklärung: Nationale, demokratische, republikanische Regierungen bestehen aus Profis. Sie haben keine Gesamt"herrschafts"verantwortung wie etwa ein mittelalterlicher König oder ein heutiger Diktator, selbst wenn sie "Administration der U.S.A." heissen.
Die Welt als Ganzes wird heute mehr indirekt als direkt von allen möglichen Kollektivmächten "teil"-beherrscht, d.h. befindet sich in einem Zustand partieller Anarchie. Diese Kollektivmächte bestehen meist aus einer Mischung moderner und archaischer Elementen.
Das politische Projekt einer generellen Machtübernahme durch die/alle einzelnen Personen soll den Zustand ungeklärter und undurchsichtiger Herrschaft, bzw. partieller Anarchie überwinden.
Die professionelle Erledigung der öffentlichen Aufgaben durch funktional (begrenzt) definierte, von dafür gewählten Personen bestellte, öffentlich kontrollierte Institutionen, in und zwischen den Staaten, ermöglicht es den/allen einzelnen Personen, die Welt/ihre Welt zu beherrschen.

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Eigentlich scheint es unlogisch, dass der Weg durch die Krisenszenarien des vor uns liegenden Jahrhunderts - Energiefolge (was kommt nach dem Öl?), Wasserknappheit, in Folge von Klimaveränderungen verlorener Lebensraum, um nur diese drei Probleme zu nennen - und die daraus folgenden Gefahren kriegerischer Auseinandersetzungen, nicht von Profis mit viel Geld gemeistert werden sollten. Aber der Grund ist offensichtlich. Es gibt auf der Erde (noch) keinen verlässlich Rahmen kultureller politischer Gemeinsamkeiten, in dem Profis fachbezogen agieren und so große Probleme lösen könnten. Demnach sind keine Lösungen in Sicht. Im Gegenteil, viele rechnen mit dem Schlimmsten und sind bereit, um fast jeden Preis die nötigen Vorteile für sich und ihr partikulares Kollektiv zu verschaffen. Und viele Gesellschaften werden von gewaltbereiten egoistischen Machteliten dominiert oder beherrscht, die sich ihren Untertanen als lebensnotwendig verkaufen. Überall herrscht Aufrüstung.
Und in den sog. westlichen Gesellschaften steigt durch die Globalisierung die Macht der Eliten! Die Welt gleicht sich an.

Dabei ist längst klar, dass die sozialen Regeln der Pavianhorde keine Bewältigung der Probleme gewährleisten - d.h. auf "Natur" (Geschlecht, unmittelbare Stärke) beruhende gesellschaftliche Hierarchien und was die Menschen an Angst-, Gewalt- und Zwangskulturen daraus machen - von Kastensystemen und Sklavenhaltung (leider immer noch aktuell!!) über totalitäre Gesellschaften bis zur immer noch zu großen Bedeutung des Reichtums und der Schichtzugehörigkeit selbst in den sich "fortschrittlich" dünkenden Gesellschaften! Im Gegenteil, diese Art Gesellschaftlichkeit und Politik hat echte Chancen, die Menscheit in die Steinzeit, wenn nicht gar ins Nirvana zu bomben! (Ausdrücklich: Das ist keine Prognose!)

Es mag sein, dass die kommenden ökologischen Krisen und Versorgungsengpässe als solche ein Jahrhundertproblem sind. Es wird sie immer in dieser oder jener Form geben. Aber die moderne Waffentechnologie ist für eine kriegerische Spezies, als welche sich der Mensch in seiner Geschichte gezeigt hat, ein Jahrtausend- oder Jahrhunderttausendproblem!

Sicherlich war der Glaube an Markt und Handel zwischen den Menschen und den Völkern lange (bis 1914?) eine sinnvolle und wirkmächtige Utopie, um die Politik des Krieges zu überwinden! Krieg war eine Pflicht der Staaten. Krieg war Inbegriff der Normalität.

Genauso sicher ist heute ein neuer großer kreativer Akt nötig, um der Welt eine Vision zu geben und sie damit so umzugestalten, auf dass die Zivilisierung und Machtbegrenzung und damit Entschärfung der "Zähne" durch die flache "posthierarchische" Herrschaft der einzelnen Personen über die Erde der Stand der Dinge wird - und auf dass keine kollektiven Machtapparate mehr die Macht haben, Unheil anzurichten. Aber die Menschheit muss ihre Zukunft sowieso ganz neu gestalten - "muss" nicht im moralischen, sondern im ganz praktischen Sinne! Denn ein "Sich Verlassen" auf den "natürlichen Lauf der Dinge", auf die "Unschuld der Geschichte" ist nicht mehr realistisch! Dazu haben wir die Welt schon viel zu sehr künstlich verändert, besser künstlich gemacht.

Die gemeinsame "parallele" Einzel-Macht und Einzel-Regierung aller Menschen ist ein geistiges Verfahren, eine geistige Institution, deren Vertreter die Person ist und die das Primat gegenüber den gesellschaftlichen Hierarchien hat, und zwar sowohl den alten vormodernen "totalitären" Hierarchien, als auch den neuen rationalistischen Profi-Hierarchien hat. Anders denn geistig lassen sich die für das menschliche Leben notwendigen und gewünschten Substrate und Ressourcen nicht mehr finden, herstellen und verteilen. Es soll darum gehen, dass uns diese Lebensbedingungen nicht mehr beherrschen - und wieder ist nichts Moralisches gemeint, sondern ein praktisches Sollen. Die Knappheit der Dinge ist spätestens heute, so real sie faktisch noch ist, keine Ausrede mehr. Denn den faktischen Möglichkeiten nach ist sie nicht mehr schicksalhaft.

Daher steht eine im eigentlichen Sinne menschliche Daseinsweise, die diesen Namen auch verdient, noch aus! Denn der Übergang der Macht von den Einzelnen an den Schaltstellen zu allen Einzelnen geht nicht ohne Bewältigung der sog. materiellen Probleme. Diese muss nicht perfekt sein, weil es die Einzelmacht nur als eine Institution geben kann, die eine genügende geistige Stabilität für sich hat, die im Bereich der materiellen Notwendigkeiten aber Kompromisse machen kann oder muss. Aber ohne eine gewisse materielle Selbstständigkeit kann keine Institution existieren.

Wie alles im Leben gibt es die Vernunft nur als "Kampf um die Vernunft"! Vernunft verstehe ich als der an das Persönliche, an die Person gebundene Verstand (Rationalität) oder Geist, sozusagen der Geist, der weiss, dass der kühle Sachverstand (die Zahlen!) immer nur ein Mittel mit begrenztem Wirkungsbereich sein kann.
Das klingt nach einer willkürlichen Definition. Aber was anderes als solche aus persönlicher Verantwortung heraus gestalteten Begriffe gibt es nicht auf der Erde. Und diese philosophischen Begriffe sind insbesondere nicht durch kollektive "Wahrheiten" zu ersetzen, denn diese betreffen defintionsgemäß nur den intersubjektiven Bereich, aber nicht das eigene Leben des Menschen. Die Wahrheit der Philosophie ist nie dogmatisch. Sie ist immer individuell geformt. Das schließt nicht den Konsens aus. Es ist aber ein großer Unterschied, ob man sich auf Dogmen einigen muss oder ob die Konsenssuche unter gleichberechtigten Partnern. Das ist das Ideal.

Was sich durch die Atombombe, die das Maß eines menschlichen Mittels definitiv und für immer überschritten hat, geändert hat, ist, dass nicht mehr ein Mensch für die Vernunft kämpft und der andere dagegen. Ohne den Beitrag eines jeden zur Entmachtung der gesellschaftlichen Macht als der Instanz, die "Kapital" (Mittel) anhäufen, Bomben bauen und Bomben werfen kann, werden wir Menschen unser Schicksal, das uns eine überaus aktive Teilhabe am schaffenden Geist beschert hat, nicht bewältigen. Anders gesagt, alleine im Feld der Intersubjektivität oder Objektivität werden wir die Bausteine für eine Kultur der Zukunft nicht finden.

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Das persönliche Leben des Menschen gibt es nur individuell, dilettantisch, amateurhaft, idiosynkratisch, kontingent, unprofessionell, privat ...

Daraus folgt: Ein universelles Niveau dieses persönlichen Lebens des Menschen kann nur Wirklichkeit werden, wenn die Menschheit lernt, einen Gesellschaftszustand zu verwirklichen, in dem der eine nicht mehr in erster Linie durch Schädigung des anderen lebt, bzw. leben muss
- zumindest, wenn wir einen Welt-Gesellschaftszustand verwirklichen, in dem dieser "soziale Kannibalismus", der schon beim mobbing beginnt und je nach gesellschaftlichem usus bis zum Töten des oder der anderen gehen kann, nur mehr die absolute und beherrschbare Ausnahme ist.

Warum ist das so?

Kann man sich das nicht denken?

Weil sonst das persönliche Leben in einem allgemeinen Sinn und vor allem in einem ordnungspolitischen Sinn - als Maßstab des gesellschaftlichen Lebens - nicht möglich ist. Denn solange jeder immer auf der Hut vor den anderen sein muss, solange darf er ihnen keine Blöße zeigen und muss sein persönliches Leben vor der Öffentlichkeit, besser vor den Anderen verstecken.

Eine solche Unabhänigkeit der einzelnen Menschen, die ja in ihren Schicksalen von den höchsten Höhen bis zu den tiefsten Abgründen miteinander verwickelt bleiben wie eh und je, ist ein großes Ziel. Aber wenn wir uns weniger vornehmen und der Ideologie eines Realismus der menschlichen Bosheit frönen, die nichts als ein verkappter Pessimismus ist, dann werden wir die Potentiale des aktuellen Welt- und Zivilisationszustand nicht realisieren!

Wie formulierte es Arthur Schopenhauer, nach wie vor die erste Adresse des Pessimismus, so klar und deutlich (sinngemäß zitiert): "Der Mensch ist jederzeit in der Lage, seine Mitmenschen zu töten, um sich mit dessen Fett einzuschmieren." (- oder um Lampenschirme zu machen, muss man nach jüngeren geschichtlichen Erfahrungen ergänzen!)

Das Kennzeichen des aktuellen Welt- und Zivilisationszustand ist vor allem, dass er ungeheuere, in der Geschichte nie zuvor existierende faktische Möglichkeiten beinhaltet - zum Guten wie zum Schlechten zu verwenden. Diese erfordern unsere entsprechende Tätigkeit und unseren entsprechenden Mut, sie nicht zu missbrauchen, sondern konstruktiv einzusetzen für das ganz Neue, zu dem wir immer wieder verdammt/verpflichtet/beglückt sind.
Quantensprünge in der zwischenmenschlichen Kultur sind vonnöten, sicherlich! Aber benötigen die großen praktischen Fragen der heutigen Welt nicht in jedem Fall zivilsatorische Quantensprünge, die voll von Weisheit über das Machbare sind.

Menschliche und menschheitliche Universalität, und das heisst nichts weniger als eine Weltgemeinschaft der Menschheit, gibt es nur, wenn ich persönlich, individuell, dillettantisch, amateurhaft, idiosynkratisch, kontingent, unprofessionell, privat ... leben kann - und die anderen auch. Unser Beruf, unsere soziale Existenz, unsere materiellen Notwendigkeiten, unsere Bedürfnisse dürfen nicht dazu führen, dass andere Menschen dauerhaft unterworfen oder schwer geschädigt werden.

Diejenigen, die hungern oder dürsten, kämpfen meist nicht gegen die anderen, sondern werden immer schwächer, bis sie sterben. Aus der Not der Menschen erwächst nicht die größte Gefahr. Sicher gibt es Armutsmigrationen, die beachtliche Probleme schaffen können, wobei die wirklichen Probleme längst schon da sind, nämlich bei den Armen, bevor sie emigrieren.

Menschen bringen Menschen sehr selten aus puren Überlebensgründen um oder weil sie müssen. Zuallermeist tun sie das deshalb, weil sie die persönliche und gesellschaftliche Macht(!) dazu haben und weil es ihnen in den Kram passt oder weil sie Angst haben, bisweilen aus absolut nichtigen Anlässen.
Und wie sie das tun !! - sinngemäß zitiert aus einer Tageszeitung: "Der 17-jährige wurde wegen Homosexualität verhaftet. Im Gefangenenlager musste er der Hinrichtung seines Freundes zusehen. Die Häftlinge waren angetreten, es lief Musik. Man entkleidete den jungen Mann, stülpte ihm einen Eimer über den Kopf. Dann hetzte man Schäferhunde auf ihn, die ihn zu Tode bissen und zerrissen". Leider anscheinend keine Fiktion. Ich denke, es gibt Menschen, die Homosexualität schlimmer finden, als jemand von Schäferhunden zerfleischen zu lassen. Und man wird zu jeder solchen Schilderung eine schlimmere finden.

Vielleicht war es in der bisherigen Existenz der menschlichen Art unvermeidlich, sich gegenseitig zu töten - angefangen bei den herumziehenden Kleingruppen vor 500 000 Jahren, die gerade das Feuer gezähmt hatten, bis zu den Kriegen der geschichtlichen Zeiten. So gesehen stehen wir heute vor einer unvergleichlichen Schwelle, wenn es wirklich darum geht, dass die menschliche Art in diesem Sinne(!) friedlich wird (also nicht im Sinne von "Friede, Freude, Eierkuchen").

Wenn aber der größte Stolperstein dafür nicht der menschliche Überlebenstrieb ist, was dann?
Viel gefährlicher sind andere "Triebe" des Menschen wie Neid, Hass, Rache, Verblendung, Überdruß, Freude am Leid der anderen, ... - soll man sie "seelische-geistig Triebe" nennen? -, wenn sie mit Macht verbunden sind.
Diese Triebe werden wir nicht aus der Welt schaffen. Aber die Macht, die muss gebannt werden. Das ist unsere einzige Chance!
Denn wenn irgendwelche Machteliten behaupten, sie kämpften für das Überleben und Wohlergehen der ihnen anvertrauten Bevölkerungen, und wenn sie dazu teuere Waffensysteme, Militärapparate etc. etablieren, dann ist das die pure Heuchelei. Es geht immer nur um den Machterhalt für relativ wenige, weil die Ressourcen für (gutes) Leben anscheinend nur für wenige reichen. Und die spiegelbildlichen Aktivitäten des "bösen" Nachbarstaats dienen einzig zur Begründung der Durchsetzung dieses Machterhalts und seiner Privilegien! (Ab und zu braucht es einen wirklichen Krieg zur Aufrechterhaltung der Glaubwürdigkeit.)

In manchen Ländern wird der Verkehr gestoppt mit dem Ergebnis stundenlanger Staus, damit irgendwelche VIPs schnell von A nach B kommen. Die im Stau Stehenden würden sehr gerne ebenfalls dieses Privileg in Anspruch nehme. Und sie sind der Meinung, dass es pures Schicksal ist, dass sie im Stau stehen, während die "happy few" durch die Stadt brausen können. Und sie beten und opfern den höheren Mächten, damit sie ihnen dasselbe elitäre Glück gewähren, um an die Stelle der Privilegierten zu rücken.
Welch schwerer Weg es ist, die Menschen von den allgemeinen und persönlichen Vorteilen zu überzeugen, die eine moderne demokratisch-egalitäre Gesellschaft mit verteilten Lasten und ohne große Privilegien für Einzelne hat, zeigt das Ausmaß der Korruption selbst noch in den modernsten Ländern. Denn ohne die langweiligen "Mühen der Ebene" für jeden ist diese Gesellschaft nicht zu haben.

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Wir brauchen den Mut eines jeden Menschen, sich so gut er kann selbst zu regieren, und nicht den Glaube an irgendwelche Experten oder Profis, die schon alles richten werden und hinter denen man sich verstecken kann mit all den eigenen Untugenden und Unverantwortlichkeiten.
Daher geht es zuallererst darum, sich mit seinen Ängsten und Aggressionen auf eine neue Art auseinanderzusetzen, die ausdrücklich darauf verzichtet, eigene Befindlichkeiten auf andere Menschen zu projizieren oder andere Menschen mehr oder weniger massiv zur Regulierung des eigenen Gefühlshaushalts zu benutzen.
Mit technischen Mitteln ist das alles nicht zu bewerkstelligen.

Wenn in der Zeitung gemeldet wird: "Fast jede dritte US-Soldatin Opfer sexueller Übergriffe", folgt daraus, dass der Krieg zwischen Kollektiven erst der zweite (oder x-te) Schritt menschlicher Übergifflichkeit ist.
Und wenn eine Gesellschaft in Gewalt versinkt, dann herrscht in ihr schon sehr lange der Aberglaube an die Macht der Gewalt, samt Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit.
Man kann sich auch fragen, wann mehr Leid entsteht, im Krieg oder wenn eine Soldateska über einen Landstrich herfällt, um "sich zu versorgen"? Dabei erscheint diese Frage seit dem I. Giftgas-Weltkrieg naiv. (Doch genau wegen der Quantensprünge in der Kriegstechnik brauchen wir ja die neue Dimension menschlicher Koexistenz!)

Es ist schwer, sich und die Welt zu verändern. Das Sündenbocksyndrom in seiner unmittelbaren Emotionalität und Bosheit ist für viele immer noch Stand der Dinge ist, weil es bequem ist und die Menschen es im Normalfall ablehnen, sich überhaupt über dieses ihr Verhalten besondere Rechenschaft abzulegen. Lebt man in einer Atmosphäre realer (begründeter) Angst, ist Reflexion schwer möglich.
Aber das Nachdenken über sich wäre ein erster Schritt, andere nicht mehr z.B. durch unwillkürliches Abwerten, Ausgrenzen zu benutzen oder zu Opfern von Gewalt zu machen - zumindest wenn jemand nicht in den Zynismus abgeglitten ist. Wieviel Selbsthass und Selbstverachtung steckt im "Anderen"-Hass und der Menschenverachtung? Welche der Schläge hatte man zuerst selbst eingesteckt, die man jetzt an andere verteilt?
Der Zynismus ist womöglich deshalb ein Zeitphänomen der Wohlstandsgesellschaften geworden, weil sich der aufgeklärte Intellekt der allermeisten Menschen in einer von Geld und Profis (= Lobbys) dominierten Massenkultur (macht-)politisch nicht anders repräsentieren läßt, als eben durch (hilflosen) Zynismus.

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Wenn wir Menschen darauf verzichten, andere stark zu schädigen, bedeutet das, dass wir auch die Verantwortung für manche unsere negativen Seiten selbst tragen müssen. Das könnte dazu führen, dass die Gesamtverantwortung ohne "Wenn und Aber" in der funktionalistisch aufgestückelten Unverantwortlichkeitskultur der Moderne wieder ihren Platz bekommen wird - eben dann, wenn die einzelnen Personen diese Verantwortung in einem der Zeit und ihren aktuellen Erfordernissen angemessenen Form, sprich umfassend und eine jede Person an ihrem Platz auf ihre Schultern nehmen. Individuelle Selbstbestimmung der kaufkräftigen Kunden, die heilige Kuh des Kapitalismus, geht eben nicht ohne besondere individuelle Verantwortung auch für das "Ganze" der Welt, wenn sie nachhaltig sein soll und irgendwann alle Menschen einschließen soll.

Was sonst sollte im eigentlichen Sinne modern sein? Ist die Moderne nicht die Ära des allgemeinen Menschenbildes? Und wie kann das allgemeine Menschenbild politisch praktisch werden, wenn nicht durch realexistierende individuelle Selbstbestimmung aller Menschen? Gibt es irgendeinen sinnvollen Grund, dieses Ziel preiszugeben?

Aber bedeutet das auch, dass man im Zweifel bereit ist, lieber selbst geschädigt zu werden, als andere zu schädigen. Und ist das nicht zuviel verlangt für das zur Vernunft und Selbstbeschränkung schwer fähige "Untier Mensch"? Müsste man sich doch geradezu selbst aufopfern, um diesen Maßstäben zu genügen. Soll ich untergehen, damit meine Mitmenschen besser weiterleben können, damit sie überhaupt weiterleben können? Und vor allem, welche Menschen sind das, die dann weiterleben? Die Ignoranten und die Brutalen?

Diese Nachfolge Jesu kann man nicht mal von Christen verlangen. (Welcher Christ opfert sich denn wirklich ganz für andere auf?)
Oder muss das gar nicht sein? Gibt es "Jesuanisch" auch ohne sich "am Kreuz zu opfern"?
Vielleicht, indem man sein Fachwissen einsetzt, um die allgemeinen Lebensbedingungen zu verbessern, um Auswege aus den Gefahren der Zukunft zu suchen und zu finden - ohne sich darüber besondere Macht oder Bedeutung zuzubilligen, ohne sich besondere Privilegien zu gewähren - schlicht, indem man einen gewissen Verzicht übt. Profis mit Geld sozusagen, die über ihren direkten Aufgabenbereich hinaus noch im allgemeinen und deshalb unspezifischen Sinne Verantwortung übernehmen.

Eine allgemeine Regel kann es sicher nicht geben. Diejenigen, die am Existenzminimum leben, sollen auf ihre Sündenböcke verzichten. Aber wer sagt es ihnen?
Wir sind und bleiben bei aller Macht immer auch schicksalhaften oder kontingenten, "guten und bösen" Bedingungen ausgeliefert, in unserem Inneren(!) wie in der Welt. Manchmal ist für jeden ein Moment gekommen, über sich selbst hinauszuwachsen.

Allgemein läßt sich höchstens sagen: Nicht der Grad der Vernünftigkeit, den ein einzelner Mensch verwirklicht, ist entscheidend, sondern der ethische Anspruch der Vernunft an jeden von uns. Dieser Anspruch der Vernunft ist es, der uns zu Menschen werden läßt! Es darf nichts Wichtigeres geben in der Welt, insbesondere nichts, was man durch Zahlen ausdrücken kann oder mit Gewalt erzwingen kann!
Jeder macht aus seiner Vernunft etwas anderes. Wenn es das Absolute gibt, dann liegt es in der Unfassbarkeit der Unterschiede zwischen den einzelnen Menschen, ihren Lebensumständen, ihren Seelen, ihrem Geist - ihrer Unsubsumierbarkeit unter irgendwelche Begriffe.

(Nach dem jüdischen Philosophen Emmanuel Lévinas begegnen wir Gott, wenn wir in das Antlitz eines anderen Menschen schauen und ihn in seiner absoluten Andersheit wahrnehmen und sein lassen können.)

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Indien baut derzeit einen Zaun an der Grenze zu Bangladesh, falls dort der steigende Meeresspiegel den Lebensraum zerstört oder sonst Katastrophen passieren und alle Menschen (mehrheitlich Moslems!) aus Bangladesh nach Indien wollen. So stand es in einer Zeitung.

Eigentlich sollte doch der Fortschritt, zumindest nach dem Glauben der Fortschrittsoptimisten des 19. Jahrhunderts, alle existentiellen Probleme der Menschheit lösen.

Vielleicht wird der Fortschritt immer noch zu äußerlich gesehen bzw. zu "biologisch" ausgelebt. Kaum geht es den Menschen besser, bekommen sie gleich "Naturwesen" wie z.B. unsere tierischen Verwandten immer mehr Kinder und alle Vorteile dieses Fortschritts sind passé. Erst nach zwei Generationen Wohlstands-Dekadenz dreht sich der Mechanismus langsam um. Dann kippt das Problem ins Gegenteil und die Leute bekommen die Angst, auszusterben. (Ich weiss, diese Darstellung ist hoffnungslos unterkomplex.)
Wo ist das richtige Maß im Gebrauch des Fortschritts? Es sind ja tatsächlich schon viele große Bevölkerungen an der Übernutzung ihrer (fortschrittlichen) Ressourcen zugrunde gegangen?

Was aber wäre dann der "richtige" Fortschritt - der Fortschritt, der dauerhaft (nachhaltig) die menschliche Lebenssituation verbessert? Kann es so etwas im menschlichen Leben geben?

Eine Art "jesuanischer" Fortschritt im modernen Sinn, also ohne Opferkult? (was nicht bedeutet: Ohne eigene persönliche selbstbestimmte Opfer) - dass die Menschen sich als Weltgemeinschaft begreifen und ihren aktuellen Wohlstand, so sie ihn haben, nicht wichtig nehmen und wissen, dass sie erst dann wirklich zufrieden sein können, wenn tatsächlich alle Menschen nicht zuletzt durch den technisch-wissenschaftlich-ökonomisch-organisatorischen Fortschritt, ich nenne ihn einmal Fortschritt I, zu einem erträglichen Leben gefunden haben?

Was sollte dieser "jesuanischer" Fortschritt, ich will ihn Fortschritt II nennen, bringen? Vielleicht eine Umlenkung von Ressourcen - von materiellen, geistigen und persönlich-seelischen Ressourcen, von Arbeitskraft - weg von den Interessen, insbesondere von den Sicherheits(wahn)interessen einzelner Personen oder Gruppen hin zum allgemeinen Interesse, - und damit zu jedem Einzelnen, tatsächlichen jedem!?

Ressourcen und Fähigkeiten nützen nichts, wenn man nichts damit anfängt! Oder sollte man bisweilen lieber nichts mit Ressourcen anfangen, bevor etwas Katastrophales dabei entsteht?

Aber sollte nicht der ungezügelte Eigennutz aller (insbesondere Chefs von New Yorker Großbanken, möchte man aus aktuellem Anlass ergänzen) nach dem credo des klassischen Liberalismus automatisch zum bestmöglichen Gemeinnutz werden?

Was nützt die Arbeitskraft der breiten Bevölkerung, wenn sie dazu dient, dass wenige Menschen viel mehr Geld verdienen, als sie ausgeben, bzw. nur noch durch extremen, sozusagen per definitonem altmodischen Luxus ausgeben können? Was nützt gesellschaftliche Macht durch Arbeit und Reichtum, wenn sie der Befriedigung der Triebe ethisch beschränkter Egomanen, Zynikern und Militaristen dient? Ist das Leben wirklich so simpel, wie der (Neo-)Liberalismus glauben machen will?
Wieviel Idealismus, Verzicht und schlecht bezahlte Arbeit bringen im Gegensatz dazu das gros der Wissenschaftler auf, in ihren Labors oder Studierstuben auf dem Weg zu entscheidenden Erfindungen für die Menschheit?

Um Gottes Willen, verstehen Sie das hier bitte nicht falsch. Es lebe der Kapitalismus! Aber wer glaubte, er führe ins Paradies, saß der Werbeindustrie auf.

Mir geht es um die Leute selbst, nicht um die "-ismen"! Jemand, der glaubt, im Sinne der gesellschaftlichen Stellung tatsächlich mehr zu gelten oder besser zu sein, als die anderen, und das auch durch Verhalten, Lebensgewohnheiten und materielle, sichtbare Merkmale zum Ausdruck bringen muss, der ist direkt zurück in die Tiergesellschaft gefallen, wo diese Kraft und Stellung des Stärkeren ja das entscheidende Kriterium für den Platz auf der "Hühnerleiter" ist. An dieser Analyse ändert auch nichts, wenn er diese Stellung durch Todesmut und archaischen Kampf gewonnen hat, wie ein Mafiapate - nach unsterblichem Ruhm strebend wie ein antiker Held.
Homo sapiens sapiens, der nunmal vermittels der Sprache durch die aktive Teilhabe am Geistes geprägt ist, ist das in unserer Zeit nicht gemäß, ethisch wie praktisch! Die Errungenschaften unseres Nobelpreis-Neocortex, und ich hebe wieder die so ressourcenverschlingenden waffentechnischen Errungenschaften hervor, durch die Stammhirnreflexe unserer prähistorischen, von gefährlichen Tieren und aggressiven Nachbarn bedrohten Kleingruppenexistenz dominieren zu lassen, ist ganz offensichtlich dumm! So gesehen handelt es sich bei dem Desiderat eines Fortschritts II um die "limbische Läuterung", quasi die neue Weisheit des Stammhirns?

Es geht dabei nicht um die Extremfäalle, die menschenverachtenden Diktatoren etc. Ein jeder muss sich an der Ego-Nase packen. Denn jemand, der eine sklavenartige Existenz fristen muss, ist deshalb mitnichten per se der bessere Mensch bzw. wäre der bessere Herrscher.

Da wir Menschen Naturwesen sind, die ihre Instinktbindung verloren haben, kommt alles darauf an, wie wir erzogen werden. Wenn wir zu Tieren erzogen werden, dann handeln wir auch wie Tiere! Wenn wir zu "upper class"-Lebewesen erzogen werden, wollen wir solche sein. Das bedeutet, die Zukunft hängt von den Eltern und von den Erziehungssitten unserer Gesellschaften ab. Die Zukunft hängt davon ab, dass den Kindern Werte wie der hier definierte Fortschritt II vermittelt werden.

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Ich muss als heutiger Mensch am besten in der Kindheit lernen, den Punkt zu erkennen, an dem ich nachgebe, zurückstecke, etwas auf mich nehme und nicht gegen andere kämpfe. Und dieser Punkt ist an einer anderen Stelle, als er in einer Lebenssituation ist, in der das Leben vom Kampf gegen die Natur oder gegen Feinde dominiert wird.
Vielleicht muss ich bei dieser Neujustierung nicht soweit gehen wie irgendwelche Heiligen. Aber ich sollte doch eine defensive Grundhaltung entwickeln, die als allgemeine weitverbreitete Haltung, als "jesuanischer" Fortschritt II dem Fortschritt I erst ermöglicht, richtig Platz zu greifen und zum Tragen zu kommen. Diese defensive Grundhaltung soll nicht im Sinne einer dogmatisch definierten Vorgabe verstanden werden. Jede Person kann nur ihren ganz eigenen Weg zu finden, diese in ihrem Leben zu verwirklichen. Ohne den Blick auf das Ganze wird das aber nicht gehen.

Natürlich besteht die große Schwierigkeit heute darin, dass viele Menschen in einer fatalen Zwischensituation stecken. Einerseits der Fortschritt I und anderseits die alten Kampfsituationen und Bedrohungen. Wie kann ich mich wehren oder durchsetzen, ohne das Maß der Mittel aus den Augen zu verlieren? Was machen meine Kontrahenten? Wo ist der eindeutige Maßstab von richtig und falsch?
Es ist unwahrscheinlich, dass die Ersetzung des kriegerischen Kampfs durch den kapitalistischen Wettbewerb den Fortschritt I schon zähmen kann. Die existentiellen Notlagen und die Bedrohungen durch die Macht der anderen sind dadurch nicht aus der Welt verschwunden und es hat auch nicht den Anschein, dass das geschehen kann. Immer wieder gibt es Menschen, die nichts zu verlieren haben - ja, bestimmte Mächtige züchten geradezu die Bedingungen der Härte, um immer wieder Personal zu finden, das zu allem bereit ist.

Solange wir auf die Ideologien des (Überlebens-)Kampfes und die damit verbundenen traditionellen ("natürlichen") gesellschaftlichen Schichtungen in Oben und Unten samt damit einhergehender Elitenbildung gebucht sind, werden wir unseren Fortschritt (I) allzuleicht missbrauchen und auf diese Weise kaputtmachen. Er gibt uns sozusagen viel zu große "Schwerter" an die Hand für unsere angestammten Kampfes- und Feindschaftsrituale, - Schwerter, mit denen wir allzuleicht alles, einschließlich uns selbst zerstören können.

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Ich versuche den in dieser Situation nötigen Zivilisationsschritt an einer parallelen Entwicklung aus dem 20. Jhr. zu exemplifizieren:

Irgendwann erkannten Politiker und Ökonomen, dass die Gewährleistung der Stabilität des Geldwertes durch die Golddeckung der Währung nur Schein ist und obendrein die wirtschaftliche Dynamik behindert. Die Sicherung der Währungen wird seitdem in der Wirtschaftskraft der Nationen und der globalisierten Ökonomie sowie verbunden mit der Hoffnung auf das kluge Agieren der verantwortlichen ökonomischen Eliten gesehen.

Dieser beispielhafte Schritt sollte in entsprechender Form auch im Bereich der Sicherheit Schule machen. Denn so würde das hier skizzierte Problem substantiell angegangen werden.

Seit es Wasserstoff-Bomben und die restlichen BC-Waffen gibt, gibt es keine großen Weltkriege mehr. Aber die zahllosen mehr oder weniger kleinen Kriege, die trotzdem andauernd noch stattfanden und -finden, zeigen, dass die Menschheit von der waffentechnologischn Entwicklung nach wie vor nur ganz äußerlich beeinflußt wird. Sie hat diesen Fortschritt I sozusagen noch nicht internalisiert und noch nicht in einem Fortschritt II umgewandelt, der einen vollständigen weltweiten Verzicht auf kriegerische Gewalt im Kleinen und im Großen bedeuten würde.

Was also geleistet werden muss, ist, dem Beispiel der angesprochenen ökonomischen Entwicklung folgend, eine Immaterialisierung der Sicherheit. Eine beliebige partikulare Gruppe der Menschheit, die ihre Sicherheit jetzt noch von dem Bestand und der Aufrüstung eines eigenen großen Militärapparats zur Abschreckung oder zur Verteidigung abhängig wähnt, muss sich durch einen Fortschritt II quasi von seiner sicherheitspolitischen "Golddeckung" - den Waffen und dem Militär - emanzipieren.
Das geht sicher - im doppelten Sinne - nur, wenn es auf der ganzen Welt gleichzeitig geschieht, auf der Basis einer neuen kulturellen Einmütigkeit der ganzen Weltbevölkerung, dass sie das will und durchsetzt - in der Erkenntnis, dass wir durch die Wasserstoffbombe "in ein Boot gesetzt wurden".

Ob es die konkrete Abnahme der Gefahrenpotentiale durch das Verschwinden der kleinen und großen Militärapparate und ihrer mehr oder weniger gefährlichen Waffenansammlungen ist oder ob es das Freiwerden des know how, der Forschungs- und Wirtschaftspotentiale ist, die bisher in der Waffenproduktion und als totes Kapital in den herumstehenden Waffen und ihrer Wartung gebunden sind - wenn der Fortschritt II zu einer entmaterialisierten Sicherheit durch die stabile Erfahrung eines neuen welt- und nahgesellschaftlichen Vertrauensniveaus führt, ist das als Eröffner neuer Spielräume der menschlichen Zivilisation auf der Erde gar nicht zu überschätzen!

Wie zu allen Zeiten sind auch jetzt angesichts des absehbaren Endes der billigen Energie (Öl) viele Untergangsszenarien auf dem Markt. Wenn jedoch etwas sicher ist, dann die Prognose, dass, je mehr Ressourcen für den Sicherheitswahn und die Aufrüstung ver(sch)wendet werden, desto sicherer werden diese "Verteidigungsmittel" auch irgendwann eingesetzt und desto schlimmer werden die "Szenarios" sein, die irgendwann Wirklichkeit werden.

Obwohl es zur Zeit nicht nach der Realisierung einer sachdienlicheren Zivilisation aussieht, die von der gemeinsamen Anstrengung der Menschheit geprägt wird, um die anstehenden Probleme so gut als möglich zu bewältigen, so ist doch eins klar: Das Zeitalter des Heraklitschen "polemos pater panton" ("Der Krieg ist der Vater aller Dinge") ist - der Atombombe sei Dank - vorbei.

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Wie könnte der Fortschritt II Realität werden?

Nach wie vor üben sehr viele Menschen auf der Erde auf absolut einseitige Art und Weise Macht über andere aus, körperlich, seelisch, geistig. Die Sklaverei ist heute kaltschnäuziger als je.
Die Mächtigen - das kann jeder von uns sein, je nach Situation! - bleiben dabei sicher aus eigenem Interesse unter der Schwelle, ABC-Waffen anzuwenden - zumindest soweit wir das wissen. Aber bleibt das immer so? Müssen wir nicht eine Kultur etablieren, die das Ausüben von Macht beginnend schon im kleinsten und nächsten Bereich des persönlichen Lebens bis zur Weltgesellschaft aufklärt und unter effektive Kontrolle stellt - eine Kontrolle, die die Rechtsstaatlichkeit und alle anderen machtbändigenden Traditionen noch einmal deutlich übertrifft und die Machtausübung nur in begrenzter definierter Form zuläßt.

Es geht darum, den allgemeinen Menschen zu ermächtigen, bzw. ihn sich selbst ermächtigen zu lassen. Das ist offensichtlich nicht mit irgendetwas oder in irgendeinem Bereich möglich, in dem bisher Mächtige zugange waren und sind. Denn diese Seinsbereiche und Objektbereiche sind definitionsgemäß nicht allen Menschen zugänglich, sonst würden sie nicht gesellschaftliche Macht definieren und bewerkstelligen können. Also muss die (Selbst-)Ermächtigung des Menschen als solchem über etwas laufen, das allen Menschen zugänglich ist. Das ist zunächst nur das eigenen Denken, wenn es denn in der Kindheit und Jugend als für das Leben essentiell eingeübt wurde und später nicht kaputt gemacht wird. Auf das eigenen Denken folgt dann eine von allen für alle wahrgenommene Interessenspolitik zur Etablierung und Aufrechterhaltung der Macht der einzelnen Personen, über der keine größere, keine kollektive Macht existieren darf. (Aus rein praktischen Gründen ist dies nur in einer konsequent demokratisch-republikanischen Gesellschaft möglich!)
Die Konkretisierungen dieser Interessenspolitik politischer Individuen ist aber erst der zweite Schritt und hängt auch von einer in diesem hier vorgestellten Sinne sinnvollen Weiterentwicklung der modernen materiellen Weltzivilisation ab - keine geistige ohne zumindest teilweise materielle (inklusive der territorialen) Selbstbestimmung. Aber absolute Lösungen in der materiellen Sphäre gibt es nicht.

Beginnen muss alles mit einer allgemeinen Kultur des je eigenen persönlichen Denkens über sich und die Welt in politischer Verantwortung, die es durchaus zu erlernen gilt. Deren Voraussetzungen sind allerdings gering. Letztlich geht es nur um den Entschluß, selbst zu denken - darum, sich von niemandem von diesem Entschluß abbringen zu lassen, - darum, in diesem eigenen Denken Erfahrungen zu sammeln und Sicherheit zu gewinnen, z.B. durch das Gespräch mit anderen - und also auch darum, dieses Selbstdenken allen anderen Personen ebenfalls zuzugestehen. Es geht nicht um irgendein bestimmtes Niveau des Denkens oder Sprechens, sondern um die Institution dieses Denkens und Sprechens, die ein Institution des homo sapiens sapiens sein muss. Es geht um das geistige Bild persönlicher Souveränität. Eine Souveränität, die scheinbar ihre Grenze in der Souveränität der anderen Menschen hat, in Wirklichkeit aber nur durch die allgemeine individuelle Souveränität aller Menschen überhaupt zur Existenz kommt. Diese Souveränität ist ein politisch-geistiger Akt unabhängig von der Koexistenz mit den anderen Menschen und wehe dem Diktator, der die anderen Menschen unterdrückt, ohne selbst souverän zu sein. Nur weil er nicht souverän ist, kann er andere unterdrücken.

Zur Souveränität genügt es völlig, wenn die einzelnen Personen in der Lage sind, das eigene individuelle Leben denkend und/oder sprechend als solches darlegen zu können, damit eine Person diese Institution zu ihrer Sache macht, vorausgesetzt, die Gesellschaft, also die anderen homo sapiens sapiens haben die Bedeutung dieser Institutionalität erkannt und anerkannt - im Selbstverhältnis (für sich) und gesellschaftlich (für die Mitmenschen). Diese Institution liegt oder besteht als unabhängige Entität unterhalb und/oder überhalb aller sonstigen gesellschaftlichen Aktivitäten und Bedeutungen der einzelnen Personen. Und sie verlangt ihre politische Anerkennung von Seiten all dieser gesellschaftlichen Aktivitäten und Bedeutungen. Sie ist die Instanz der Macht, denn der Mensch kann nachhaltig nur existieren, wenn er seinem geistigen Wesen den Vorrang gibt.

Diese neue Kultur der einzelnen Personen bedeutet auch, dass nicht die staatlich institutionalisierten (oder gar andere) Kontrollapparate und Bürokratien eine fortgeschrittene "Nah"-Machtkontrolle ausüben - welch eine Horrorvorstellung -, sondern wir, die einzelnen Personen vor Ort, indem wir niemandem, keiner Person mehr zugestehen, sich Vorteile zu verschaffen, in dem sie/er andere unterdrückt, gängelt oder zwingt, und indem wir so schon im Ansatz verhindern, dass undurchsichtig Machtagglomerate entstehen - eben all jene, die wir heute samt allen zugehörigen Strukturen erst noch abschaffen müssen. Selbstredend darf auch die Kontrolle zwischen den Menschen nicht zur Machtausübung missbraucht werden!

Ich trenne bei diesen Überlegungen zu überwindende Macht von sinnvoll begrenzter Herrschaft und Autorität im Rahmen moderner funktionaler Institutionen.

Aber die jeweilige Entscheidung für das Wie und Wieweit dieser Unterscheidung muss jede Person vor Ort übernehmen. Genau darin besteht die geforderte neue politische Kompetenz aller Menschen. Das bedeutet nicht, das man aufhört, Steuern zu bezahlen, weil man gerade keine Lust dazu hat. Die Übernahme von gesellschaftlicher Macht durch die einzelnen Personen kann nur funktionieren, wenn sie in allgemeiner Verantwortung geschieht. Das bedeutet wiederum nicht, dass man in keinem Fall aufhören soll, bestimmte Steuern zu zahlen. Die Macht der Bürokratie ist ein echtes Problem, aber kein einfach zu lösendes. Denn schließlich ist die Bürokratie auch ein Träger der Zivilisation. Sie kann nicht allgemein überschritten werden, da sie die Kompetenz der Intersubjektivität verwaltet. Sie wird wie von selbst überschritten (und dadurch auf ihre Aufgaben reduziert), wenn das je einzigartige individuelle selbstdefinierte Leben der Person als solches allgemeine zivilisatorische Relevanz und vorrangige Autorität bekommt! Dieser Vorrang läßt sich aber nicht gegeneinander ausspielen. Jeder hat ihn.

Hier und in jedem solchen Text ist wegen dieser notwendigen Unentschiedenheit und Unschärfe nicht der Ort, um irgendjemandes anderen Entscheidungen welchen Betreffs auch immer zu präjudizieren. Das würde ja den Sinn der politischen Individualität ad absurdum führen. Ich kann nur für hier und jetzt und für mich sprechen und da geht es erstmal darum, die Idee der politischen Individualität und der damit verbundenen Verantwortung als notwendiges und hinreichendes, mit einem Wort, als unhintergehbares Verfahren einer etablierten Weltgesellschaft überhaupt in oder auf die Welt zu bringen - nicht zuletzt als Öffnung des Diskurses oder der Diskurse.

Man verstehe meine Skepsis gegen Staat und Bürokratie daher nicht als Ablehnung der rechtsstaatlichen Gewaltenteilung, des rechtsstaatlichen Gewaltmonopols, sowie des demokratischen Verfahrens zur Organisation des gesellschaftlichen Zusammenlebens. Ich betone das immer wieder von Neuem!
Im Gegenteil, die skizzierte machtpolitische Verantwortung von uns allen, den einzelnen Personen, nicht zuletzt dort, wo wir wohnen, ist auch als Basis zur Durchsetzung demokratischer und republikanischer Verhältnisse zu verstehen, weil in ihnen die entscheidenden Mittel liegen, undurchsichtige Machtverhältnisse, Korruption, mafiöse Verhaltensweisen etc. zu verringern.
Es gibt gar keine Alternative dazu, will man die Notwendigkeiten der menschlichen Koexistenz (einschließlich z.B. des Steuerrechts) so gut und gerecht wie möglich organisieren - für die selbstständigen Einzelpersonen.

Wäre zu ergänzen, da eine solche "neue Welt" bei der Erziehung unserer Kinder beginnt, dreht es sich um ein Generationenprojekt. Und natürlich ist klar, das sehr viele Menschen auf der Erde immer und immer wieder viel basaler Probleme zu bewältigen haben. Das ändert aber nichts an der Pflicht der anderen, im guten Sinne voranzuschreiten!
Der französische Philosoph Jean-François Lyotard vertrat die Ansicht, dass jeder, der nicht um das unmittelbare Überleben kämpfen muss, sofort die Verpflichtung hat, gegen die "schlechte Komplexität der Welt", wie er das nannte, zu kämpfen - sprich für eine gemeinsame Welt auf der Basis menschlicher Selbstbestimmung.

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Alles viel zu utopisch oder viel zu idealistisch, sagen vermutlich die meisten, sicherlich. Aber liegt dieses Urteil vielleicht daran, dass die Mehrheit der Menschen, die verschiedenen nationalen Öffentlichkeiten sowie die eine Weltöffentlichkeit, dass wir alle die Zäsur, welche die modernen Waffentechnologien für die historische Menschheit bedeutet, noch nicht genügend evaluiert (bewertet) und internalisiert haben, an uns "rangelassen" haben? Das mag an der Unmöglichkeit liegen, die Katharsis, die ein Krieg mit ABC-Waffen bei den Überlebenden bewirken wird, vorwegzunehmen.
Vor allem aber liegt es daran, dass die Machthaber und die gewaltbereiten Rechthaber auf der Erde nicht von ihren Privilegien lassen wollen und dabei alles daran setzen, eine adäquate Evaluierung zu verhindern oder zu hintertreiben? (Man denke nur an den öffentlichen Kampf um die Bewertung der Realität und der Gründe der Klimaveränderung.) Und die restlichen Menschen können die Macht- und Rechthaber noch nicht dazu zwingen, dies zu unterlassen - weil sie, die Menschen, die Zusammenhänge nicht realisieren, weil sie sich nicht trauen, weil es ihnen egal ist, weil sie es nicht können = nicht die Macht dazu haben - weil der Fortschritt I lieber und besser auf Automessen oder Flugschauen zu bestaunen ist. Weil wir einfach nicht an ein gutes Ende glauben können und lieber Pessimisten sind.
Daran ändert sich unter den gegebenen Umständen auch nichts, wenn man Chauvinist ist und das mit Optimismus verwechselt, wie das so viele Nationalisten und andere rund um den Globus tun!

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Durch die konkrete (mathematisch-technologische) Metaphysik der Wasserstoffbombe werden alle spekulativen Metaphysiken von wegen dem "ewigen Dasein" irgendeiner Nation, irgendeiner Kirche oder Religion oder sonst irgendeiner Kollektivinstitution obsolet. Sie mit sturem Konservativismus, ruhmsüchtigen Todesmut oder modernsten Waffen verteidigen zu wollen, ist heute lächerlich und höchstgefährlich zugleich. Es gibt derzeit nicht einmal eine belastbare Garantie für die Weiterexistenz der ganzen Menschheit samt all ihrer geistigen Erscheinungsformen. Da mögen die höchsten Personifikationen menschlichen Glaubens ewig sein, wie sie wollen.

Die Menschheit muss sich ihre Fortexistenz in einem kulturellen Kraftakt neu erkämpfen, welchen ich hier Fortschritt II genannt habe. Zum Zwecke dieses Fortschritts II muss diese neu zu schaffende Kultur der Menschheit "zur einzelnen Person an sich gelangen" - durchaus in einem "metaphysischen" oder verfassungsmäßigen, aber auch in einem ganz praktischen Sinne - und bestimmt nicht aus moralischen, sondern aus sachlichen Gründen. Denn nur so ist die Macht der "Macht" und der damit verbundene Vorrang der Gesellschaft vor dem Individuum zu überwinden. Genauer gesagt, nur so lassen sich die evolutionär gewachsenen Angst-Aggressions-Reaktionen und die historisch entstandenen Kollektiv-Mechanismen erkennen, aufbrechen und einhegen - die im schlimmsten, auf die Dauer immer wahrscheinlicheren Fall zu einem großen Krieg mit ABC-Waffen führen können.

Angesichts dieses "Pflichtenhefts" kann man wirklich Pessimist sein.

Ein solches, nennen wir es geistig-politische Ziel ist nicht auf der Basis von Professionalität und Geld zu erreichen, auch wenn diese beiden Kräfte immer wieder hilfreich sein können. Für dieses Ziel braucht es uns alle als Amateure, als Liebhaber der Menschheit und des Menschen - d.h. nicht in dem Sinn, dass die einen die Liebhaber der Menschen sind und die anderen ihre Mitmenschen wie gehabt ausnutzen, missbrauchen und töten. Nein, eine jede, ein jeder wird sich im Rahmen des eigenen Charakters der Aufgabe stellen müssen, die Menschheit ganz persönlich, aber in einem allgemeinen Sinn, geistig-politisch zu vertreten und ein wenig zu lieben, gegen die eigenen Egoismen, Borniertheiten, Ängsten, Trieben und Tribalismen - gegen das Gefühl der Auswegslosigkeit bei vollem Problembewußtsein!
Es geht um nichts weniger als um die "passio humana" (Jacob Burkhardt), die "Leiden-schaft für den Menschen". Sie kostet Mut. Sie ist offen für die Erkenntnis der Größe, aber auch für die große Schwäche jedes Menschen, die dieser in der persönlichen, ihm schicksalhaft gegebenen Form annehmen und nicht (mehr) an andere delegieren soll. Diese Leidenschaft, Verrücktheit und Liebe ist das Herz des Fortschritts II.

Man sollte noch einen Schritt weitergehen: Ist die Geschichte der Menschheit nicht der Versuch, etwas "hinzubekommen", etwas "auf die Reihe zu kriegen"? (Überlegen Sie selbst, was das sein könnte! Vielleicht das, was Alexander d. Gr. vorschwebte?)
Sind wir, die wir gerade im Kreise der Familie oder alleine vor der Glotze unsere wie hart auch immer verdienten Brötchen verzehren, nicht in der Pflicht gegenüber dem jungen lieben Familienvater, der "zur-falschen-Zeit-am-falschen-Ort" mit einer schweren Bauchverletzung alleine irgendwo in einem Kriegsgebiet der Geschichte im Schlamm liegt und sich unter wahnsinnigen Schmerzen auf sein Ende vorzubereiten versucht?

Der Fortschritt I wird unaufhaltsam weitergehen. Und ohne die persönliche geistige Kompetenz und ohne den Mut und das "Herz" des Einzelnen als Amateur, die durch den Fortschritt II zum Leben erweckt werden sollen, wird die Menschheit den Ansturm des abstrakten Geistes in Form des Fortschritts I kaum gut überstehen können.

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Ist diese Behauptung ohne Evidenz?

Hat der potentielle Einsatz von Wasserstoffbomben in einem großen Weltkrieg seine Entsprechnung in der Unfähigkeit der Menschen, mit ihrer unmittelbaren Freiheit von den "natürlichen" Instinkten umzugehen, die größer ist als bei irgendeinem anderen Lebewesen?

Wir wissen heute soviel über die "Naturwesen" (über ihre Biologie, ...), dass wir Massentierhaltungen etablieren können. Einige Leute sind verführt, auch eine Art Massenmenschhaltung etablieren zu wollen und reden sich heraus, dass das nicht anders geht, dass man mit dem gefährlichen Mängelwesen Mensch nicht anders verfahren könne.

Sind diese Machtpraktiker selbst keine Menschen ??

In Wirklichkeit geht es ihnen nur um ihre Privilegien. Und die ubiquitäre fatale Bereitschaft der Unterprivilegierten, jederzeit selbst auf Kosten ihrer Mitmenschen Privilegien anzunehmen, wenn sich die Chance dazu ergibt, gibt den Mächtigen auch noch ein quasi schicksalhaftes Recht.
Zu keiner Zeit war "Lobbys" inexistent. Aber heute sind sie wie Kraken, die die Weltgesellschaft umgreifen. Sie wollen ihre Privilegien absichern, als wären sie Adelige im Mittelalter.
Manches ihres Wirken mag segensreich sein, so wenn Konzerne hohe Standards in arme Länder tragen. Manchmal agieren sie menschenverachtend. Aber immer gilt, sobald Menschen lokale Selbstbestimmung verwirklichen wollen, werden die Machtkonglomerate und Lobbys zu übermächtigen Feinden.

Jenseits von Moral und Anstand, sollten die Mächtigen mit ihren Ansinnen des Machterwerbs immer weiter reussieren, was werden sie mit ihrer Macht über die Menschenkollektive - diese amorphen, angeblich nur mit brutaler Gewalt, Gehirnwäsche, Unterdrückung, Ausnutzung primitiver Triebe, ... zu gestaltenden Massen - machen, wenn es ernst wird, wenn es gerade nicht so gut läuft, wenn die Dinge (z.B. die Weltökonomie) aus dem Ruder laufen?

Ist zu befürchten, dass erst wieder die neuerlich unvorstellbaren, diesmal tatsächlich apokalyptischen Blitze größtmöglicher Waffengewalt die geistige Klarheit und den verzweifelten Mut zu neuen Schritten menschlicher Zivilisation erzeugen wird, dass wir also die echte Katharsis brauchen, um uns zu läutern - dass der Krieg doch noch "Der Vater aller Dinge" ist?

Aber zu welchem Preis?

Werden wir immer das bleiben, was ein Franzose "un espèce de con" genannt hat, eine Art von "cons" - denn jeder ist für irgendjemand anderes ein "con"?! Millionen "cons", Milliarden "cons"!

("con" = Idiot, Arsch)


Es lebe der Pessimismus !

Es lebe die sich selbst erfüllende Prophezeiung !




(Betaversion)





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