STRING - World Politics for Individuals





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Wolfgang Behr
The "Anti-*itler"




STRING Web log

von Wolfgang Behr




Mai 2016

STRING Mantra:


1. Die politische Tradition des rabbinischen Judentums, die sich in den jüdischen Diasporagemeinden überall im römischen Reich nach der Vertreibung aus Jerusalem 70 n.u.Z. und nach dem Scheitern des Bar Kochba Aufstandes ca. 130 n.u.Z., durchsetzte, hat heute eine essentielle politische Bedeutung für die globale Welt des 21. Jahrhunderts. Der Grund für diese Bedeutung liegt darin, dass es diese Diasporagemeinden geschafft haben, sich trotz ihrer pazifistischen Ausrichtung und trotz ihrer anarchisch oder besser akephalen politischen Struktur über die Jahrtausende zu erhalten.
Diese Bedeutung für die Politik der Zukunft in einer Welt voller ABC-Waffensysteme ist noch nicht im allgemeinen Bewußtsein der Menschheit angekommen.

2. Adolf Hitler, der gescheiterte Diktator, unfähige Feldherr und gnadenlose Massenmörder, war in seinem Denken vollkommen vom Judentum abhängig. Er gab dem Judentum eine einzigartige Sonderrolle in der Weltgeschichte und damit eine essentielle Funktion in ihr. Allerdings wertete er diese Funktion absolut negativ, woraus er seine eigene epochale Rolle definierte und seine Mord- und Menschenvernichtungspolitik ableitete.
Tatsächlich ist Hitlers Wertung des Judentums genau umgekehrt vorzunehmen. Sein Prinzip eines ewigen, autotelischen Kampfes zwischen Rassen ist vollkommen unhistorisch gedacht. Das zeigt nicht nur die Niederlage des "Dritten Reiches" sondern insbesondere die Existenz der modernen ABC-Waffensysteme. Die Bedeutung letzterer mag Hilter zeitbedingt noch nicht erfasst haben. Aber welcher gesunde Geist gründet schon ein "tausendjähriges Reich"?
Wenn Hitler dem Judentum eine absolute welthistorische Sonderrolle zusprach, auch wenn er diese Rolle maximal negativ bewertet hat, dann kann man diese seine Weltanschauung auch als impliziten oder indirekten Hinweis verstehen, dass es das Judentum ist, bei dem die historische Wahrheit liegt, während Hitler sich nur hilflos, aber entsetzlich mörderisch dagegen aufgelehnt hat:
Das Zeitalter des Krieges als des "Vater aller Dinge" ist unwiederbringlich vorbei. Kriege können nur noch zerstören. Die Geschichte gestalten können sie nicht mehr!

3. Um die epochale, welthistorische Bedeutung der besonderen politischen Tradition des rabbinischen Judentums für unsere aktuelle Epoche in das allgemeine Weltbewußtsein zu heben, muss sich die jüdische Tradition und die deutsche Tradition verbinden. Nur zusammen können sie der Weltgeschichte eine neue Richtung geben.

März 2016



ZUKUNFT!!

Arschlochhaftigkeit als historisches Prinzip, bedacht nach dem Ende ihrer Zeit, aber vor ihrem Verschwinden!

                                            STRING




Arschlochhaftigkeit ist im Kern das geplante Töten, Morden, Foltern, Versklaven oder Bedrohen von anderen Menschen um eines eigenen Vorteils Willen. Die Definition schießt den Krieg ein und auch die Selbstverteidigung. Damit Selbstverteidigung wirksam ist, muss sie die Mittel der Arschlochhaftigkeit nutzen. Es geht hier nicht um Schuld einzelner Individuen oder einzelner Kollektive, es geht um die Ära oder die Kultur der Arschlochhaftigkeit. Es geht um das Zeitalter des homo anus.

Die Menschheit trägt in vielen ihrer Individuen die natürliche Fähigkeit zu einer Kultur der Arschlochhaftigkeit in sich. Sie hat auch die Möglichkeit, auf diese Kultur zu verzichten. Das unterscheidet sie von ihren Primaten-Verwandten, den Schimpansen.
Bevor die Ära der Sesshaftigkeit begann, ca. 12 000 Jahre vor heute, war eine Kultur der Arschlochhaftigkeit kontraproduktiv und wurde wenn möglich verhindert oder klein gehalten. Andernfalls hätten wir uns unter den damaligen Existenzbedingungen mittels der prähistorischen Waffentechnologie schon damals selbst ausgerottet.
In der Ära der Sesshaftigkeit entstand aus mannigfaltigen und miteinander verschränkten Gründen eine große Kultur der Arschlochhaftigkeit.
Heute lebt die Menschheit in einem globalen Kulturraum und hat vielerorts eine in seiner Höhe kaum mehr beschreibbares Zivilisationsniveau erreicht. Heute ist die Kultur der Arschlochhaftigkeit zu einem monströsen Risiko erwachsen. Sie hat das Potential, die Weltzivilisation zu zerstören, vielleicht sogar die Menschheit selbst.
Jetzt geht es um die Zukunft der Welt ohne die Kultur der Arschlochhaftigkeit! Es gibt keine anderen Weg in diese Zukunft als einfach mit dieser Kultur der Arschlochhaftigkeit aufzuhören.




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Die folgenden Zeilen sind teilweise unterbestimmt, regellos, vermischt, ungeglättet, voller Wiederholungen. Niemandem sollen hier Gedanken aufgezwungen werden. Entweder die Idee überträgt sich beim Lesen oder nicht. Die Idee ist sehr schwierig darzustellen. Diese Darstellung wird durch die Existenz der ABC-Waffensysteme ermöglicht. Denn diese Waffen haben eine Art Interregnum geschaffen, insofern sie keinen heissen Krieg mit planbarem Ausgang zulassen, wenn zwei oder mehrere potentielle Gegner über diese Waffen verfügen. Damit ist eine Geschichtszustand der menschlichen Art eingetreten, der sich von den letzten 12000 Jahren Sesshaftigkeit und von der Epoche der Sammler- und Wildbeuterkulturen davor grundsätzlich unterscheidet. Er existiert aber nur negativ. Die positive Seite muss erst noch geschaffen werden, b.z.w. vollendet werden. Denn es gibt schon unendlich viel Ansätze und realisierte politische Zustände, auf denen man aufbauen kann. Aber noch sind die ABC-Waffen in der Welt. Die neue Epoche beginnt erst, wenn erstens die ABC-Waffen sämtlichst vernichtet sind und wenn zweitens die kollektiven Ressourcen, d.h. die gesammelten Reichtümer von Kollektiven nicht mehr verfügbar sind, um neue herzustellen. Das beinhaltet einen epochalen Schnitt, der die Epoche der Sesshaftigkeit von einer künftigen Epoche, deren Geburtswehen seit ein paar Jahrhunderten zu sehen sind, absetzt.
Siehe hierzu auch den Text: "Wie kann ich als Nachkriegsgeborener die Erbschaft der Epoche meiner Väter antreten - jenes verfemte deutsche "Dritte Reich" ? Eine Nachricht aus den Eingeweiden der deutschen Geschichte." - zu finden bei adstring.org

In diesen Zeilen geht es um einen Tatbestand, der sich noch nicht richtig erfassen läßt, weil wir, die Mitgleider der Menschheit noch in ihm, in diesem Tatbestand steckt, befangen sind. Das geplante Töten, Morden, Foltern oder gewaltsame Behandeln von anderen Menschen ist seitens der Akteure mit rechtfertigender Polemik unterlegt. Aber es findet statt, seit ca. 12000 Jahren, gleich welche
Zugleich muss die mörderische Eigendynamik dieser Gewaltkultur gestoppt werden, wenn es irgendwie geht. Daher muss sich eine Macht etablieren, die so stark ist, dass sie das geplante Töten, Morden, Foltern oder gewaltsame Behandeln von anderen Menschen unterbinden kann. Um diese Macht zu erreichen, muss diese zukünftige Macht erstmal selbst geplant töten, morden, foltern oder anderen Menschen gewaltsam behandeln. Das ist die Kultur der Arschlochhaftigkeit.


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Die Arschlochhaftigkeit des Krieges ist unglaublich mächtig! Der einzige Grund, diese in Zukunft solange einzugrenzen und einzuhegen, auf dass sie verschwindet, ist die moderne Waffentechnologie, mit deren Hilfe die existierende Weltzivilisation und die existierende Weltkultur des homo sapiens als Kollateralschaden zugrunde gehen kann.

Definition: Der Mensch ist spätestens mit Beginn von Sesshaftigkeit, Ackerbau und Viehzucht in das Zeitalter des homo anus, des Arschloch-Menschen eingetreten. Das Kennzeichen des Zeitalter des homo anus, die Arschlochhaftigkeit eines Menschen liegt dann vor, wenn man Menschen, mit denen man keinen pers&oum;nlichen Umgang hat, foltert, vergewaltigt, ermordet oder kriegerisch tötet.
Diese Definition gilt auch, wenn man behauptet, man tut das zur Selbstverteidigung, da es systemischer Natur ist. D.h., sobald man das tut, trägt man zur Aufrechterhaltung der homo anus - Kultur bei. Das bedeutet aber, dass man unter Umständen glaubt, keine andere Wahl zu haben. Einen übergeordneten moralischen Standpunkt dazu gibt es nicht! Aber auch Menschen, die mit Freude im Zeitalter des homo anus leben, d.h., die mit Freude foltern, morden und Krieg spielen und damit einem Arschlochtum frönen, behaupten, das nur zur Selbstverteidigung zu tun. Schuld sin dimmer die anderen. Diese haben angefangen! Daher der Spruch: Das erste, was im Krieg stirbt, ist die Wahrheit!
Der Fall des Foltern oder Mordens von Menschen, die man persönlich kennt, ist nicht weniger schlimm, kann aber niemals die historische Dimension annehmen, wie der definierte Fall. Daher fällt er aus der Definition heraus.
Arschlochhaftigkeit in dem hier definierten Sinne liegt nicht vor, wenn man etwas tut, wodurch man im heute geläufigen Sinne von einem anderen Menschen als "Arschloch" tituliert wird.

Während die Kultur des homo anus die letzten 12000 Jahre Stand der Dinge war, ist sie heute auf Grund der ABC-Waffensysteme zu einer existentiellen Bedrohung des homo anus, ja des homo sapiens überhaupt geworden.

Warum ist der Mensch spätestens mit Beginn von Sesshaftigkeit, Ackerbau und Viehzucht in das Zeitalter des homo anus, des Arschloch-Menschen eingetreten? Als die Menschen Wildbeuter und Sammler waren, lebten sie in kleine Gruppen zu ca. 30 - 100 Menschen. Dabei mussten sie, eine jede Person, die je eigene Arschlochhaftigkeit im Zaum halten. Man wusste, man war immer wieder aufeinander angewiesen. Also durfte man die anderen Gruppenmitglieder nicht so stark verletzen, damit der lebensnotwendige Zusammenhalt der Gruppe nicht gefährdet wurde.
Als in den Zeiten der Sesshaftigkeit die Zahl der Menschen stark anstieg und sie in Gesellschaften b.z.w. in lokalen Zusammenhängen mit vielmehr Mitgliedern lebten, begann sich die Arschlochhaftigkeit immer mehr auszuzahen. Man konnte gewinnen, wenn man Mitmenschen beraubte, vergewaltigte, tötete, ...
Seit dieser Zeit wuchs die ausgelebte Arschlochhaftigkeit von immer mehr Menschen geradezu ins Unermessliche. Da die Menschen ihr Leben reflektieren können, glauben sie seit dieser epochalen Z&aum;sur, dass sie sich selbst nur durchsetzen können, wenn sie sich als Arschlöcher verhalten, weil die anderen Menschen verhalten sich ja ebenfalls als Arschlöcher. So wurde die Arschlochhaftigkeit im Zeitalter des homo anus ein selbstverstärkender Prozess.

Es ist kein fernliegender Gedanke, dass mit dem homo anus auch die Macht erscheint, die große Macht. Und es weiterhin kein wundersamer Gedanke, dass diejenigen die größte Macht erwarben, die ihre Arschlochhaftigkeit am besten ausüben konnten.
Darin steckt auch das Prinzip, mit dem einen gro&szigen Problem des Zeitalters des homo anus umzugehen - der Blutracheketten, die zur Selbstausrottung führen kann. Das Prinzip nennt sich Gewaltmonopol und ist die grausame Form der Einhegung des menschlichen Arschlochpotentials im Zeitalter der Sesshaftigkeit und der großen Gesellschaften. Einer oder eine Oligarchie muss die absolute Macht erkämpfen, mit welchen "bösen" Mitteln auch immer. Danach sind sie und ihnen strikt gehorchende Untergebene die einzigen, die Gewalt ausüben dürfen, bei Todesstrafe für die Missachtung dieses Gebots durch die Untergebenen. Die Untergebenen waren somit der Wilkür der Gewaltmonopolträger ausgeliefert. Die größte Arschlochhaftigkeit wird zum erbämlichen aber überlebensnotwendigen Prinzip der Einhegung des gigantischen Ausbruchs der menschlichen Arschlochhaftigkeit mit Beginn der Sesshaftigkeit und der großen Gesellschaften, auch wenn die anfangs höchstens in tausenden Mitgliedern zu zählen waren.

Damit keine Missverständnisse entstehen, die Menschen vor dem homo anus - Zeitalter hatten dasselbe Arschlochpotential, wie die Menschen des homo anus - Zeitalter. Es gibt keinerlei Grund, das Lied vom "guten Wilden" zu singen. Die Menschen der Sammler- und Wildbeuterzeit waren vielleicht Kannibalen, um zu überleben. Sie hatten keine Restriktionen, außer diejenigen, die ihnen die Weisheit des Überleben aufgaben. Da bei Schimpansen Mord und sogar Genozid beobachtet wurde, wird so etwas auch bei den Menschen aus der Sammler- und Wildbeuterzeit vorgekommen sein.
Genau aus diesem Grunde muss das Arschloch-Potential dieser nomadisch in kleinen Gruppen lebenden Menschen eingehegt gewesen sein. Denn wenn in einer Gruppe von 50 Menschen, die weit und breit alleine lebten, einer über die Strenge schlug, dann konnten die anderen Menschen das schnell einfangen. Mit hunderten oder tausenden sesshaften Menschen, die zusammenleben mussten, war das anscheinend nicht mehr so leicht möglich.
Andererseits, wenn es in so kleinen Gruppen zu mehreren gewaltsamen Todesfällen untereinander oder durch eine benachbarte Gruppe gekommen wäre, hätte das sehr schnell das Ende dieser Gruppe bedeuten können. Solche Vorfälle können nur die absolute Ausnahme gewesen sein, sonst gäbe es uns homo sapiens längst nicht mehr.

Gegenüber den anarchischen oder akephalen und egalitären Kleingesellschaften der Wildbeutern und Sammlern, wie sie von Ethnologen noch in unserer Epoche in den großen Urwäldern angetroffen und beschrieben wurden, hat das soziale Leben der sesshaften Menschen während der letzten 12000 Jahre ein gewaltiger Rückschritt erlebt. Daran ändert aller technolgische Fortschritt und alles Zusammenwirken der Menschen in Großgesellschaften z.B. zum Pyramidenbau nichts. Die Menschen begannen sich im Prinzip in eine kleine Elite und eine große Mehrheit aufzuspalten. Diese große Mehrheit wurde in einer Art und Weise erzogen, dass sie wie die Ameisen in einer Ameisengesellschaft funktionieren.
Erst vor 2500 Jahren gab es erste zarte Gesellschafts-Pflänzchen wie die athenische Demokratie, die römische Republik oder die jüdischen Diasporagemeinden, die Hinweise darauf gaben wie man aus dieser menschenfeindlichen sozialen W&uum;ste herauskommen könnte.
In den letzten Jahrhunderten, insbesondere seit den Revolutionen sind aus diesen Pflänzchen ausgewachsenen Bäme geworden. Da aber zur gleichen Zeit die ganze Welt immer mehr zusammenwuchs und irgendwie politisch geordnet werden musste, feierte die Arschlochkultur im Kolonialismus, in Kriegen und in Vernichtungsaktionen immer wieder Urstände in so noch nie dagewesenen Dimensionen.


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Ich nenne das Zeitalter der Sesshaftigkeit, von Ackerbau und Viehzucht das Zeitalter des homo anus - des Arschloch-Menschen. Das ist keine akademischen Aussage, eher eine heuristische. Es bedeutet auch keineswegs, dass die Menschen davor, die in Jäger- und Sammlerkulturen lebten, unter keinen Umständen Arschlöcher gewesen sind. Sie waren es vermutlich so, wie sich auch Schimpansen oder Gorillas in ihren kleine Gruppen immer wieder als Arschl¬®cher erweisen können.
Was ich mit dem Zeitalter des homo anus meine, ist, dass in dieser Epoche der menschlichen Geschichte die Arschlochhaftigkeit dominant geworden ist. Ebenfalls ist es sehr wichtig, anzumerken, dass nicht die einen Menschen Arschlöcher waren und sind und die anderen gar nicht. Vielmehr kann eine jede Person einbestimmtes Maß an Arschlochhaftigkeit an den Tag legen. Zugegeben, manche Menschen haben eine größere Disposition dazu als andere. Eine allgemeine Definition von Arschlochhaftigkeit und der verschiedenen Grade der Arschlochhaftigkeit und ob oder ob nicht wäre vielleicht, in welchem Maße eine Person auf Kosten oder unter Folterung oder unter Vernichtung von anderen Lebewesen, insbesondere anderer Menschen lebt.
Leider ist in den Zeiten des homo anus solches Verhalten immer wieder zum Lebensprinzip oder Geschäftsmodell für allzuviele Menschen geworden. Aus dieser Definition ergibt sich, dass unter die Charakteristika des homo anus-Zeitalter nicht das individuelle Verbrechen aus Eifersucht gehört. Tendenziell gehört ausdrücklich individuelles Verhalten eher nicht dazu. Das Hauptkennzeichen des homo anus ist das bewußte strategische Einsetzen von eigener oder durch Untergebene ausgeübter Gewalt oder Drohung durch Gewalt in jeglicher Dimension zum Zwecke der Machtgewinnung, Machtaus&uum;bung etc..
Seit der Sesshaftigkeit und der Ansammlung von Reichtümern durch Ackerbau, Viehzucht, Handwerk und allem, was die Zivilisation der letzten ca. 12 000 Jahre zu bieten hatte, ist das Lebensmodell des homo anus naheliegend. Parallel dazu gibt es das Problem der Einhegung von Gewalt, das ein hervorragendes Geschäftsmodell im Zeitalter der homo anus geworden ist. Man verspricht den einen Leuten Schutz gegen große Gebühr, während man die anderen bedroht, ausraubt oder massakriert. Schutzgelderpressung ist nur die modernen Reduzierung des Prinzips auf das Wesentliche.

Nun könnte man sagen, Pech. Wir leben nunmal in diesen Zeiten und wir profitieren ja auch von der einen oder anderen zivilisatorischen Errungenschaft (z.B. SUVs). Wäre da nicht die besonderen technischen und wissenschaflichen Fähigkeiten der Epoche seit dem ersten Weltkrieg, jenem Krieg, als es zum ersten Mal zu einer Art kriegstechnischem over-kill gekommen ist.


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Im Grunde gibt es vier Hauptmotivationen für die ins Unermessliche steigende Arschlochhaftigkeit des Menschen in den letzten 12 000 Jahren. 1. Der Raub von Gütern und Menschen. 2. Die Einhegung der Gefahr ungeregelter Gewaltzustände durch den Kampf bis zum Sieg eines Stärksten, der dann das Gewaltmonopol ausübt. 3. Die um die mörderische Gewalt herum entstehende Kultisierung (z.B. Azteken) und Mythologisierung (z.B. Homer), die Gewalt zu einem Selbstzweck machten.
Zu 4. etwas mehr: Mit der Entstehung der Sesshaftigkeit einher geht die geschichtliche Tendenz, die bekannte Welt unter eine Herrschaft zu stellen. Daraus ergibt sich erneut ein unendlicher Quell an Kriegs- und Gewaltanlässen. Man muss ja bedenken, dass solche Prozess oder Eroberungsversuche meits nicht glückten, wodurch sich die Gewaltverhältnisse grenzenlos perpetuierten. Zu einer zusetzlichen Verschärfung führt die Tatsache, dass größere Herrschaftsbereiche nur noch geistige, durch Symbole repräsentierbar waren. Das heisst, die Herrscher mussten geistige Entitäten kreieren (von Künstlern gestalten lassen), in deren Namen sie dann in die Schlacht zogen. Der einzelne Körper eines Menschen war im Gegensatz dazu weniger als nichts wert. Im Namen irgendwelcher geistiger Entitäten - heute ist es das Geld - werden dann die Körper der Menschen unbeschreiblich geschunden - quasi in einem Kult der Grausamkeit, der proportional niederträchtig ist zur unmenschlichen Überhöhung des Lebens durch geistige Phantasmen.

Es war alle Ingredienzien vorhanden für eine Kultur des Sadismus, die Arschlochhaftigkeit als Kunstform könnte man das nennen, auf Seiten der ausführenden Organe. Diese Kultur hat sicher Höhepunkte, die Genozide fallen einem ein, die Shoah, ja der ganze der Nazismus und Faschismus als soziale Wüsten, in denen heraus die Arschlochkultur als das normalste der Welt erscheint. Es gibt zu Hauf andere derartige Höhepunkte, die in früheren Epochen ohne den kritischen Blick von außen waren, wie er in der Moderne langsam entstanden ist. Leider gibt es die Vermutung, dass dieser kritische Blick, die Menschenrechte, in den letzten 200 Jahren die sadistische Übersteigerung der Arschlochkutur auch angestachelt und getriggert hat.
Aber die Kultur des Sadismus war ein Grundrauschen zu allen Zeiten überall auf der Welt, wo Menschen aus "professionellen Gründen" foltern, massakrieren und ermorden - weil sie dafür bezahlt werden, weil sie darin bestätigt werden und es für richtig halten dürfen.
Dass es diesen verbreiteten humanen Impuls dagegen gibt, in diesen letzten zwei Jahrhunderten, hat nebenbei bemerkt nichts mit Religion zu tun. Im Dreissigjährigen Krieg haben sich Christen mit Verve gegenseitig gefoltert und abgeschlachtet. Vielleicht ist er ein Ergebnis der besseren Wahrnehmung de menschlichen Innenlebens, des subjektiven Empfindens.


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Der Geist der Zeichen-, Zahlen und Buchstabenverwendung !!


Selbstverständlich braucht es einen allgemeinen, weltumspannenden, universellen Maßstab für die Menschheit der Zukunft. Der wissenschaftliche Objektivitätsmaßstab ist aber dafür nicht geeignet, weil er zu unpersönlich bleibt. Und er bleibt an Eliten gebunden.
Dasselbe gilt für jeden mit Macht verbundenen Maßstab. Wer ordnet sich einer die Welt beherrschenden Macht unter? Denn anders läßt sich ein Maßstab der Macht nicht universalisieren als durch die bewaffnete Beherrschung der Welt.
Der Maßstab, dem die Vereinigung der Menschheit gelingen kann, muss auf jede allgemeingültige Form im Bereich der unmittelbaren Welt - der Welt, die man mit den fünf Sinnen wahrnehmen kann und die man direkt maniplieren kann - verzichten. Denn in diesem sicht-, riech-, spür-, schmeck- oder hörbaren Bereich der Welt werden sich niemals alle Menschen auf etwas Festgelegtes einigen können. Sie werden niemanden akzeptieren, der der Hüter dieser materialisierten Universalität sein könnte.
Was kommt dann aber in Frage? Denn mit irgendwelchen der fünf Sinne muss es wahrnehmbar sein, weil es sonst für die Menschen nicht existiert!

Es muss etwas sein, bei dem die wahrnehmbare Form "nichts" ist oder nicht direkt etwas ist. Etwas, das in seiner sinnlich wahrnehmbaren Form nur geschaffen wurde, um etwas zu bedeuten, Zahlen, Zeichen, Buchstaben, wie diese hier. Die sichtbare Form des Buchstaben, schwarz auf weiss z.B., oder f&uum;hlbar als Breill-Schrift oder hörbar, wenn ihn jemand vorliest, ist nichts. Mit einer Zahl ist es leichter zu erkl&aum;ren. Man weiss meist, was die Zahl 1 bedeutet, und die Zahl 2. Aber die Bedeutung der Zahl 1 liegt nicht an der sichtbaren Form "1". Es gibt ja andere Zahlensysteme. Und au&szlgi;erdem könnte auch das Zahlenzeichen "7" 1 bedeuten. Anderes gesagt, an der Form des Zahlenzeichens "1" liegt es nicht, das es 1 bedeutet. Es ist Zufall oder Konvention, dass "1" 1 bedeutet. Wichtig ist nur, dass "1" anders aussieht wie, oder unterscheidbar ist von "2", damit ein eindeutiges Zahlensystem aufbaubar ist. Das gleiche gilt für die Buchstaben und auch für Zeichen aller Art. Sie funktionieren nur, wenn sie selber eigentlich "nichts" sind, sondern nur einen Unterschied zu anderen Zahlen, Zeichen oder Buchstaben haben.

Warum ist dies die einzige Form der Universalität, die für die Gemeinschaft der ganzen Menschheit denkbar ist? Weil sie niemanden zu etwas zwingt. Man wird einwenden wollen, dass wenn jemand die Zeichen der Grenze eines bestimmten Landes überschreitet, dann kann er erschossen oder ins Gefängnis gesteckt werden. Das ist hier aber nicht gemeint, also dass die unmittelbare Macht in konkret verfassten Gesellschaften mittels mit Drohung versehenen Zeichen kommuniziert wird. Das ist ja gerade ausgeschlossen, dass eine unmittelbare Macht die ganze Welt, die ganze Menschheit "unter ihre Fuchtel" bekommt. Eher stirbt die Menschheit an ihren eigenen ABC-Waffen, als dass es soweit kommt.

Das heisst aber nicht, dass die Zeichen oder Zahlen oder Buchstaben als etwas, das im Prinzip jeder einzelne Mensch lesen und interpretieren kann, nicht in der Lage sind, diese Universalität zu stiften. Nur sie sind dazu in der Lage, weil sie keine unmittelbare Gewalt ausüben können.

Die Frage taucht auf, welche Zahlen, Zeichen und Buchstaben das sein sollen?
Das ist im Prinzip beliebig, fast beliebig. Ich sage, die paradigmatische, beispielhafte Verwendung der Zahlen, Zeichen, Buchstaben durch eine beliebige Person, die dadurch zu einer politischen Institution jenseits der unmittelbaren Gewalt wird, auf dass alle Menschen solche Personen werden. Ich sage, der persönliche Geist, der durch diese Verwendung der Zahlen, Zeichen, Buchstaben erkennbar, lesbar, verstehbar wird - ein jeder solcher Geist angefangen mit seinem Namen.

Das bedeutet, dass keine feste Folgen von Zahlen, Zeichen, Buchstaben - keine Gesetzestexte, keine Alghoritmen, keine Berechnungen von universeller Bedeutung sein werden, sondern die individuelle Verwendung der Zahlen, Zeichen, Buchstaben, die es dem Menschen ermöglicht, selbstständig, gemeinsam mit seinen Mitmenschen das Leben zu führen. Dieses Verfahren schließt selbstverständlich nicht Regeln und Bestimmungen aus, wie Menschen vor Ort zusammenleben. Im Gegenteil, die Geschichte der Menschheit hat gezeigt, das feste Regeln des Zusammenlebens die Selbstständigkeit des Einzelnen eher befördern als hindern.

Es ist von entscheidender Bedeutung, zwischen der Ebene des unmittelbaren menschlichen Lebens und Zusammenlebens, bei dem die materielle "natürliche" Existenz und die Erfahrungen der fünf Sinne von entscheidender Bedeutung sind, und der Ebene der Menschheit, der Millionen oder Milliarden von Menschen, die man als einzelner Mensch niemals persönlich kennenlernen kann, zu unterscheiden. Die große Ebene der Gesellschaft, der Weltgemeinschaft ist nur über Zahlen, Zeichen und Buchstaben, und das heisst, sie ist nur geistig erfahrbar.
Man darf diesen Geist nicht unterschätzen. Heute, im 21. Jahrhundert, wird eine krude Mischung aus unmittelbaren Machtmitteln und geistigen Verfahren verwirklicht. Wobei, diese Geschichte fing schon vor Jahrtausenden an, als in Babylon, in Ägypten, in China, ... die ersten großen Reiche geschaffen wurden. Ohne Symbole, ohne den Geist der Zeichen, Zahlen und Buchstaben läßt sich keine Gesellschaft mit Tausenden bis Milliarden Mitgliedern dauerhaft erhalten. Aber der Mensch ist beherrscht von unmittelbaren Mächten, angefangen vom Hunger und Durst jeden Tag. Daraus resultieren Mischformen aus Geist und unmittelbaren Leben, die jahrtausendenlang nur von Eliten verwirklicht werden konnten. In der Neuzeit wird diese Zivilität mehr und mehr von allen Menschen verlangt. Mittlerweile ist es eine Überlebensvoraussetzung des homo sapiens geworden, dass ein jeder Mensch auf der Erde diese Zivilität erwirbt.

Damit dies gelingt, müssen diese beiden Sphären, der Geist und die unmittelbare Welt wieder sinnvoll voneinander getrennt werden. Die große Weltgesellschaft muss als nicht direkt verfassbar erkannt werden. Sie muss dem Geist &uum;berantwortet werden, dem Geist, den jeder Mensch als sprechendes, Zeichen, Zahlen und Buchstaben verwendendes Lebewesen verkörpert. Im Gegensatz dazu muss das unmittelbare Leben der Menschen sinnvoll und konkret verfasst, so dass die Menschen mit ihren Stärken und Schwächen existieren können. Dieser Fortschritt der politischen Kultur muss irgendwann auch die großen Staaten und Geslellschaften erreichen. Der Mensch ist nicht für ein Leben in nach Hunderttausenden oder gar Millionen z&aum;hlenden Gesellschaften gemacht!


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Alles, was irgendwann in der Geschichte der Menschheit an Teilung und Begrenzung der Macht, an friedlicher Zivilität des Verhaltens und des Zusammenlebens, Selbstverwaltung, an "Rechten der Schwächeren" etc. entwickelt und etabliert wurde, alles das und viel mehr muss heute den/allen einzelnen menschlichen Personen auf die Schultern gelegt werden und von ihnen vertreten und getragen werden. Eliten sind nur noch für den Übergang in eine Welt da, die auf den Schultern der einzelnen Personen, aller einzelnen Personen da.

Die Basis der heutigen Weltzivilisation ist längst nicht mehr allein der Zwang der Natur in uns und außerhalb von uns. Längst hat die Freiheit, die der Geist der Zeichen-, Zahlen und Buchstabenverwendung uns ermöglicht hat, gesiegt und ihre Spielräme vergrößern sich ständig. Noch aber steht die Freiheit unter der Dominanz eines ebenso freien und willkürlichen Natur-Dogmas. Wir Menschen nehmen die Freiheit nicht an, wodurch sie immer noch als die Freiheit, Böses zu tun, droht und sich immer wieder in den Traditionen des homo anus verwirklicht. Es gibt einen "Zeitpunkt", weniger in der Zeit als in der Logik der Entwicklung, den man mit dem Begriff "Singularität" bezeichnen kann. Ab diesem Zeitpunkt ist das Primat der Natur nicht mehr die einzige sinnvolle Lebensmaxime, sondern im Gegenteil, diese Maxime führt in den Untergang, weil die Potentiale der Geist-gewährten Freiheit zu groß geworden sind und durch die Maxime des Primat der Natur nicht mehr sinnvoll gemanagt werden können. Das Primat der Natur ist gleich das Primat der Kollektivität!

Der das Verständnis extrem herausfordernde Gesichtspunkt ist, dass alles Kollektive im Leben des Menschen untrennbar und stark mit der Natur verbunden ist. Daher gibt es keinen anderen Ausweg als auch jeglichem Kollektiven, den ehrwürdigsten wie den modernsten Formen - dem Nationalstaat, dem Schwarm, dem transnationalen Konzern, Jahrtausend alten Kirchen oder einer weltumspannenden Internet-community, ... - und ihren Eliten!!!! das Primat in der zeitgenössischen Gesellschaft zu entziehen. Kollektive verhalten sich immer als ziemlich dumme natürliche Lebewesen, weil sie immer nur ein kleinster gemeinsamer Nenner vieler Menschen sein können. Dieses Verhalten + die modernen Hochzivilisation ergeben ein selbstmörderisches Gemisch.

Die "Schwäche" des allgemeinen einzelnen Menschen ist hier vielleicht gerade schwach genug, damit die Potentiale der heutigen Weltzivilisation der modernen Kollektive sich nicht überschlagen und die Menschheit ins Verderben führen.


Diese Zeilen wirken unterbestimmt. Das ist aber nicht anders möglich, denn sie sind aus der Position einer einzelnen Person geschrieben. Es gibt in die Zukunft keinen allgemein definierbaren Weg, als den unter diesem Hinweis, dass die klasssischen Kollektive und ihre Vertreter, aber auch die Eliten, die die heutigen Systeme, insbesondere das Finanzsystem betreiben, höchstens noch eine Rolle im Übergang spielen können und hier auch nur eine quasi passive beschützende Rolle. Wie die Welt der Zukunft in einem positiven konstruktiven Sinne aussehen könnte, liegt vor den 7, 8, 9 Milliarden einzelnen Menschen. Das, was man moderne Zivilisaton nennt, macht endgütig nur Sinn, wenn es dazu führt, dass alle Menschen in hohem Maße selbstbestimmt leben. Das, was irgendwann von dieser Welt von Außen, von einem "Beobachter aus dem All" ausgesagt werden kann, ist jetzt von untergeordneter Bedeutung. Nur allgemeine Richtlinien lassen sich formulieren, z.B. das, was unter dem Begriff "deliberative = beratende Demokratie" verstanden wird.

Die Stärke der modernen Zivilisation in ihrem weiteren Weg ist vielleicht gerade groß genug, um irgendwann den einzelnen Menschen, zumindest den Menschen vor Ort im Bereich der zum Leben notwendigen Dingen die Möglichkeiten zu geben, diese sich zu erarbeiten. Im Moment ist kein Weg zu sehen, wie dies geschehen könnte. Der Fokus der Zivilisation liegt einerseits noch bei militärischen Technologien, andererseits auf dem Erfolg in der kapitalistischen Äkonomie. Das Auskommen der Menschen ist in diesem Szenario eher ein Nebenprodukt. Der einzige Weg, auf dem sich das ändern kann, ist, dass die Menschen überall auf der Erde diese lokale Selbstbestimmung und moderne Subsistenz erwarten und fordern und daran arbeiten. Aus diesem Grunde wird im STRING Konzept der Fokus politisch und zivilisatorisch mit allem Nachdruck auf das Individuum, auf die einzelne Person gelegt.


Seit der Neuzeit und erst Recht seit der Aufklärung, der französischen Revolution und der Abschaffung der Sklaverei rückt das Individuum immer mehr in den Fokus von Politik und Kultur, zumindest im sog. Westen. Man hat sogar von einer Sakralisierung der Person gesprochen. Aber all diese Entwicklungen konnte die extremen Kollektivismen des 20. Jahrhunderts nicht verhindern. Die politische Bedeutung des Individuums, die Individualität ist in der Breite der Bevölkerung im Individualismus stecken geblieben. Daher steht in der Weltzivilisation der eigentliche Schritt, das "Umlegen des Schalters" vom Primat der Kollektive zum Primat der Individuen, vom Primat der Kollektivität auf das Primat der politischen Individualität noch aus. Unter dem Primat des Individuums wird die Kollektivität kein Selbstzweck mehr sein und insbesondere kein Vehikel für die Machtgelüste einzelner Herrscher oder Eliten. Es wird nur genau soviel kollektive Strukturen und soviel Altruismus geben, als es dem Menschen angemessen ist.

Keine "heile Welt"! Glücklicherweise gibt es so etwas nicht! Nicht der Mensch als Verbrecher ist das Problem, sondern professionelle Verbrechen als Mittel des Machterwerbs und -erhalts. Dieses strategische Verbrechertum sollen durch die gelingende Autonomie des politischen Individuums, das sich auch sein soziales Umfeld in entscheidender Hinsicht gestalten kann, ausgeschlossen werden. Das soziale Umfeld in entscheidender Hinsicht gestalten bedeutet, dass jeder zusammen mit seinen Mitmenschen in der Lage ist, die Entstehung von zu großer Macht in den Händen einzelner Menschen zu verhindern. Daher soll es irgendwann keine großen Gesellschaftsstrukturen mehr geben.

Es ist klar, dass dies alles Zukunftsmusik ist und dass jetzt, in dieser Epoche, nach dem "Kalten Krieg" und nach dem Scheitern der "Globalisierung" als endgültiger Kultur der Menschheit, die Zeit gekommen ist, so etwas sich vorzunehmen und anzugehen. Da der einzelne Mensch im Fokus steht, wird es auch kein großes Geschichtsdatum geben, an dem oder ab dem dies alles, was hier als notwendig und hinreichend für eine Zukunft der Menschheit definiert wird, Realität geworden ist. Wenn, dann wird es einen fließenden Prozess der Entmachtung der Eliten und der friedlichen Machtübernahme der einzelnen Menschen und ihrer lokalen, überschaubaren Strukturen und Mittel zur Lebensbewältigung geben. Das an Arschlochhaftigkeit, das dann eine Rolle spielt, kann dies nur vor Ort, in überschaubaren Strukturen, und bkeibt daher in seiner Auswirkung begrenzt.

Wenn die Menschheit nicht mehr in ihrer Leuchtturmphase ist - Leuchtturmphase bedeutet, dass es einzelne starke Menschen und/oder starke Dynastien gibt, an die man sich klammert, an denen man sich orientiert um zu überleben - dann werden viele Ressourcen eingespart, weil die starken Männer und/oder Dynastien nicht mehr ihre Kraft und ihre Mittel für die Show, d.h. für das Ausstellen ihrer Macht und Größe verwenden müssen, um neue Anhänger zu werben. Und sie müssen nicht mehr die alten Anhänger bestechen, um sie bei der Stange zu halten, weil es sie, die starken Menschen und Dynastien schlicht nicht mehr gibt.


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Das "archaische" "Recht des Stärkeren", das auf englisch "law of the jungle" heisst, ist weder archaisch noch aus dem Dschungel. Man könnte es als Ergebnis einer technischen Veränderung bezeichnen, als Menschengruppen sich stark vermehrten.
In den uranfänglichen (=archaischen) 30, 40 oder 50 Mitglieder zählenden Kleingruppen unser Sammler- und Wildbeutervorfahren gab es diese Gewaltexzesse vermutlich nie, weil es uns heute sonst nicht gäbe. In diesen nomadisch lebenden Gruppen wurden Babys getötet, wenn das nächst ältere Geschwister noch zu jung zum Selberlaufen war, und die Kranken und Alten wurden zurückgelassen. Es gab womöglch heute ziemlich grausam anmutende Opferrituale. Aber Gewaltexzesse und Faschismus gab es eher nicht, weil das die Gruppe nicht lange überlebt hätte und wir heute keine Vorfahren hätten und also nicht existent wären.
Als es aber immer mehr Menschen gab und man ständig Menschen begegnete, die man nicht kannte, wurde das Morden Mode, so könnte man es sich vorstellen. Das "Recht des Stärkeren" war also kein "Recht des Dschungels", sondern ein "Recht" der fruchtbaren Ebenen mit Ackerbau und Viehzucht sowie grö&szlgi;eren Ansiedlungen!

Bis heute, bis zu den mit mit Wasserstoffbomben bestückten Interkontinentalraketen beherrscht das "Recht des Stärkeren" die Weltgeschichte. Diese Geschichtsphase - man sagt wegen der unglaublichen Fortschritte in der praktischen Lebensbewältigung gerne auch Hochkulturphase dazu - scheint jetzt an ihre zivilisatorischen Grenzen zu stoßen. Denn eine Hochkulturphase war es in jeglicher Hinsicht außer in der sozialen. Natürlch war sie auch da sehr kreativ. Aber damit konnte sie höchstens die riesigen Probleme minimieren, die durch die Sesshaftigkeit entstanden sind. Sozial gesehen war diese Epoche sehr durchwachsen bis katastrophal. Es war und ist das Zeitalter des homo anus, des Arschlochmenschen, der ohne Skrupel auf Kosten der anderen oder unter Einbeziehung von Folter und Mord anderer Menschen sein Leben zu Führen bereit ist. Darüber können auch die Heldenepen Homers nicht hinwegtäuschen.


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Heute


Irgendwann sind wir, die Nachkriegsgeneration, alleine mit dem "Dritten Reich". Die nach uns kommen, kennen diese Zeit nur aus dem Geschichtsunterricht. Wir hingegen haben durch unsere Eltern und Großeltern, wenn sie überlebt haben, noch einen unmittelbaren, einen "neurotischen" Zugang.

Die kleine Epoche, bis wir dann abgetreten sind, ist das enge Zeitfenster, in dem aus den Geschehnissen im "Dritten Reich" eine substantielle politische Neuerung geschaffen werden muss. Republikanische Demokratien sind nicht krisenfest, weil sie per demokratischer Wahl in Diktaturen übergehen können.

Wir brauchen einen politisch-institutionellen Fortschritt, der über das in der französischen Revolution geschaffene institutionelle Gerüst republikanisch-demokratischer Nationalstaaten hinausgeht, ihnen sozusagen einen "basisdemokratischen" Boden einzieht, der nicht mehr hintergehbar ist.


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Affengesellschaft


Die strickten Hierarchien, die Biologen in den kleine Gruppen beobachten können, in denen Schimpansen oder Gorillas leben, die gab es in den menschlichen Gruppen unserer prähistorischen Vorfahren l¬®ngst nicht überall. Das legen zumindest Erkenntnisse nahe, die von Ethnologen gesammelt wurden, als sie mit Menschen zusammenlebten, die noch in geschichtlichen Zeiten als Jäger- und Sammlerkulturen lebten, wie man das nennt. Sie stellten fest, dass das Sozialgefüge eher anarchisch und egalitär war. Es gab keine Chefs und Frauen wie Männer waren sozial gleichgestellt. Man könnte denken, dass diese Art der Gesellschaft ein Ergebnis der intensiven Verwendung der Sprache ist. Denn durch das tägliche Palaver werden alle festen Verhältnisse ständig auf den Prüfstand gestellt und die Gruppen sind zu klein, um auf den Einzelnen verzichten zu können.

Das änderte sich mit der Sesshaftigkeit. Man musste zu strikten Hierarchien zurückgreifen, um die Mordbereitschaft der Menschen in den Griff zu bekommen. Warum Mordbereitschaft? Schlicht durch die kontingente Möglichkeit dazu. Man braucht den anderen Menschen nicht und man kann ihn töten, weil man keine Tötungshemmung hat und die nötigen Waffen.

So gesehen ist das Verhalten, das Eliten bis heute an den Tag legen - dass sie äusserst potent und gnadenlos ihre Sonderstellung durchsetzen und verteidigen, ein Rückfall in die Affengesellschaft, der durch die mangelnde Fähigkeit des durchschnittlichen Menschen einhergeht, seine Freiheitsspielräme selbst einzuhegen. Es ist allerhöchste Zeit, dass wir alle uns klarmachen, dass wir als absolute Mehrheit der durchschnittlichen Menschen, wozu in diesem Fall alle gehören, die anderne Menschen substantiell schaden können, endgültig und nachhaltig aufh&oum;ren müssen, uns als Arschlöcher zu verhalten!! Damit meine ich nicht jemand, der im Strassenverkehr die Vorfahrt nimmt oder einmal seine Rechnung nicht bezahlt, sondern jemand, der andere Menschen aus strategischen Gründen des Machterwerbs oder Machterhalts foltert und ermordet.


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Unterbestimmtheit als Prinzip


Es liegt eine Weisheit in dem, was hier fehlt, was hier nicht näher beschrieben und spezifiziert wird. Was genau soll der Mensch oder dieser Mensch tun, gemäß STRING? Genau das muss der Freiheit, dem freien Geist der einzelnen Person überlassen bleiben. Es gibt nur ein paar spezifische Regeln, die im wesentlichen darauf hinauslaufen, meinen Mitmenschen nicht zu vernichten, um dadurch einen Vorteil zu erreichen. Dass das heute noch nicht immer und überall möglich scheint, ist genau der zu überwindende Geschichtszustand der Dominanz der Kollektivität. Denn es ist die Kollektivität, die den Menschen eine Art Erlaubnis zu geben scheint, andere Menschen aus "allgemeinen" Gründen zu morden oder zu foltern. Es geht hier also ausdrücklich nicht um die Verbrechen eines Individuums. Es geht um die Verbrechen eines totalitären Staates, einer Herrschaftsclique oder der sog. Organisierten Kriminalität.

Diese Dominanz der Kollektivität hat zwei Ursprünge. Erstens unsere evolutionären Wurzeln als Lebewesen in kleinen Gruppen. Zweitens die Bändigung unserer menschlichen Freiheitsspielräume, sich gegenüber den Mitmenschen böse oder als Arschlöcher zu verhalten - eine Freiheitsspielraum, den die Tiere gar nicht oder wie die Schimpansen nur rudimentär haben. (Zweifellos geht es bei den Schimpansen los mit dem Morden.) Genauer gesagt, als mit Zunahme der Anzahl der Menschen immer öfter Menschen aufeinandertrafen, die sich nicht kannten, kam es zu immer mehr Fällen des Mordes. Der eine Mord hatte wieder den Rachemord zur Folge und schnell geriet das Zusammenleben auf eine abschüssige Bahn. Erst ein Tyrann, der sich absolute Macht durch absolute Brutalität verschaffen konnte und der dadurch die Souveränität erreichte, als einziger über Leben und Tod entscheiden zu dürfen, konnte wieder einen Zwangsfrieden herstellen.
Es gab Tyrannen, Fürsten, Dynastien, Pyramiden, Kultur. Das Rad wurde erfunden, die Metallurgie, die Schrift, die Physik, Archimedes kam, immer besser Kriegsmaschinen. Dann die Moderne, Börse, unabhängige Jurisprudenz, Eisenbahn, Nanotechnologie, SUVs und unendlich viel mehr - aber das Gewaltproblem hat der sesshafte Mensch immer noch. Von den sieben Milliarden Menschen leben auch heute noch welche in der Prähistorie und andere und wieder andere auf allen Stufen zwischen damals und Moderne.

Ein zivilisatorischer Schritt aus der Dominanz der Kollektivität geht nicht damit einher, dass sich einzelne Menschen etwas verkneifen, was sie dabei sind zu tun. Es geht um eine Fortschritt, der mit Maschinen und Computern, mit Gesetzen und Politik, mit Theorie und Gesellschaft, mit ... alleine nicht zu bewältigen ist. Was es braucht, ist ein Ethos, eine Haltung, die jeder einzelne Mensch sich aneignet, und welche(r) besagt: Es kommt auf mich an, wie die Welt weitergeht. Kein Tyrann, keine Elite von Herrschern oder Richtern oder Unternehmern kann das bewirken. Kein Mensch kann den wesentlichen Baustein einer künftigen Kultur der Menschheit für einen anderen Menschen beibringen. Es kommt buchst&aum;blich auf uns einzelne Menschen an, dass wir lernen, voneinander Abstand zu nehmen und auch kein auf Gewalt und Folter basierende Geschäftsmodelle mehr zu verfolgen! Es kommt darauf an, die Strukturen abzuschaffen, die die Arschlochkultur ermöglicht.

Das ist ein utopisches Ziel! Ja! Solange die Mehrheit der Menschen in kollektiven Zusammenhängen lebt, von denen sie sich absolut abhängig sehen, in denen sie sich unterdrückt empfinden, die sie glauben zerstören zu müssen, wodurch sie sie aber nur totalitärer machen.
Nein, das ist kein utopisches Ziel, wenn eine Mehrheit von Menschen auf der Erde zu glauben beginnt, dass ein substantieller zwischenmenschliche Abstand notwendig sind, um das menschliche Leben in Zukunft zu erhalten.


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Welcher Maßstab der Lebensbedingungen gilt für eine Welt der Individuen? Die Lebensbedingungen der Allerärmsten gilt als Maßstab. Die Individuen können genau so individuell leben, wie es die allerärmsten Individuen können.
Reichtum, Luxus, aber selbst gesunder Mittelstand helfen da nicht weiter. Allerdings muss Reichtum deshalb nicht bekämpft werden oder abgeschafft. Es gilt das Dogma der Freiheit. Allerdings gibt es Gründe, die Bedingungen zu ändern, die nicht zuletzt großen Reichtum ermöglichen. Denn es gilt, große Macht garantiert zu überwinden. Und großer Reichtum begleitet allzuoft große Macht.
Warumö

Nach der militärischen Globalisierung der Kolonialzeit und der ökonomischen Globalisierung der Wilson-Zeit (der amerikanische Präsident Wilson hatte schon Anfang des 20. Jahrhunderts die Idee dessen, was dann an dessen Ende endgültig eingetreten ist - dass nicht mehr Kanonen, sondern Güterverkehr die Welt beherrschen wird.) kommt es jetzt darauf an, die politische Globalisierung zu erschaffen. Diese kann nicht mit Kanonen (oder ABC-Waffen) und nicht mit Güterverkehr geschaffen werden. Sie muss mit der unmittelbaren kommunikativen Gestaltungskraft der Menschen selbst, die sich ihren Lebensplatz einrichten wollen, erschaffen werden.
Geschichtlich gesehen ist diese Gestaltung immer in kollektiven Rahmenformen geschehen, von der Jäger- und Sammlergruppe, über kleine lokale Reiche, große Imperien, neuzeitliche Staaten und weltumspannenden Organisationen bis eben zum globalen Markt von Gütern, Dienstleistungen und Geistesprodukten. Heute gibt es diese Formen des kollektiven Zusammenlebens alle parallel nebeneinander.
Es gibt aber noch keine politische Kollektivform für die ganze Menschheit. Der Weltstaat wird es nicht sein. Früh schon erkannten die Schöpfer dieser Idee, dass alle Menschen der Erde sich nicht als Staat vereinen lassen.
Die ganze Welt politisch unter einen Hut zu bekommen läßt sich nicht militärisch mit Gewalt und auch nicht mit Zahlen (Geld) wie im Welthandel realisieren. Diese Vereinigung kann auch nicht in einer mit festen Regeln versehenene, verfassten Kollektivform, wie es eben ein Staat oder ein Konzern sind, geschehen, weil sich dann die einen wieder den anderen unterordnen müssten und Angst hätten, beherrscht zu werden. Freiheit ist das große Thema der ganzen Menschheit. Ohne die Freiheit garantiert zu sehen wird sich die Menschhheit, werden sich die Menschen auf der Erde nicht in eine politische Form hineinbewegen. Andererseits ist diese politische Form dringend notwendig, weil sonst die Versuche, die politische Vereinigung mit falschen, d.h. gewaltsamen = selbstmörderischen Mitteln zu bewerkstelligen, nicht aufhören werden.

Ohne geistigen (und realen) Sprung ist die Lösung nicht zu erkennen, die ich für dieses Desiderat, die politische Vereinignung der ganzen Menschheit, vorschlage. Ich sage, nur auf der Basis der/einer neu zu schaffenden politischen Individual-Institution, die "Institution der politschen Selbstständgkeit des Indiviuums" läßt sich eine Gemeinschaft der Menschheit politisch darstellen, nämlich als der stiftende counterpart dieser politischen Individualinstitution.

Die politische Globalinstitution kann ein zeitlich befristetes einmaliges Ereignis sein.


Es geht darum, die unendlich alte und unüberbietbar normale Tatsache des menschlichen Lebens in konkreten verfassten Kollektiven grundsätzlich und absolut in Frage zu stellen. Es ist damit nicht das Phänomen gemeint, dass es in historischen Zeiten oft "anarchische" und meist äusserst grausame und blutig Phasen gab, in denen es keine feste Machtinstanz gab oder die nächste Form der Kollektivität wie z.B. der moderne Staat noch nicht gefunden war. Es ist damit gemeint, dass in der heutigen Situation überhaupt keine Kollektivform der historischen Art mehr als Lösung denkbar ist.

Die Gemeinschaft der "Institutionen der politschen Selbstständgkeit des Indiviuums", als welche die Menschen zukünftig koexistieren werden, ist im globalen Sinne, im Maßstab der ganzen Menschheit frei und ohne feste Regeln, Gesetze, Bürokratien, ... Diese Gemeinschaft existiert einfach durch die prinzipielle Gleichheit ihrer Mitglieder, die auf diese Art und Weise eine freie Schicksalsgemeinschaft bilden. Das politische Primat des Individuums vor allen konkret verfassten Kollektivformen einschließlich Staat, Organisation, Konzern ergibt sich aus der Tatsache, dass sich das politische Kollektiv "Menschheit" nicht anders konstitutieren läßt.

Es braucht die Mächtigen, die Eliten von heute, um den Übergang in eine neue politische Welt, die Welt des politischen Primats des Individuums herzustellen. Die Menschen müssen das von ihnen erwarten.


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Äkonomie

STRING beinhaltet keine ökonomische Theorie, weil es sich an den Geist des Menschen richtet und zwar an den Geist selbst oder an sich und nicht an die ökonomische oder sonst welche Verwendung des Geistes! Geist ist, wenn ein Menschen spricht oder denkt, als Individuum, als Einzelperson, auch wenn es Nonsense ist, was er denkt, solange es nur er selbst ist, der denkt!
Überlebensmittel gehören zur unmittelbaren Welt. Sie sind heutzutage selbstverständlich tausendfach geistig vermittelt und erfunden und konstruiert und und und. Aber sie bleiben Teil der unmittelbaren Welt, weil sie sonst ihren Zweck nicht erfüllen. Der Geist, d.h. die Zeichen-, Zahlen- und Buchstabenverwendung sind in ihrer eigentlichen Form nur mittelbar mit der unmittelbaren Welt verbunden - durch uns, die wir denken und reden und zugeich als Körper in der Welt stehen.

Der Bereich, in dem der Geist selbst die in der unmittelbaren Welt sichtbarste Rolle spielt, sind die Erfindungen, in und mit denen die praktischen Verrichtungen des täglichen Lebens bewältigt werden. Als zweites sind es die medialen Produkte und deren Konsum, die in der unmittelbaren Welt direkt auf den Geist des Menschen hinweisen.
Bei STRING geht es nicht um den ersten Bereich und nur indirekt um den zweiten Bereich der menschlichen Geistesverwendung. STRING bezieht sich zuallererst auf den Geist, d.h. ohne die unmittelbare Welt und ohne die Gesellschaft, also auf den Geist, der uns einzelne Personen zu mit anderen Personen kommunizieren läßt. Diese Rolle kann der Geist natürlich nicht bei einem Kleinkind spielen. Daher richtet sich STRING an den erwachsenen Menschen.

Auch STRING muss medial vermittelt werden, damit man von ihm lesen, sehen, hören kann. STRING lebt aber nicht für diese Vermittlung sondern soll nur Beispiel oder Paradigma sein - für den menschlichen Geist. Der Leser soll nur auf etwas gestoßen werden - seinen eigenen Geist - wenn er Texte liest, die z.B. auf adstring.org stehen. Er kann aber auch andere Texte lesen, in Literatur oder Philosophie oder Wissenschaft. Entscheidend für STRING ist, dass diese Texte keine die Menschen direkt verbindende Ideologie vermittelten.
Das einzige Verbindende, auf das SRING sich bezieht, ist die Gemeinsamkeit des homo sapiens, dass er per Zeichen-, Zahlen- und Buchstabenverwendung eine aktive Teilhabe am Geist haben kann.
Die einzige Abhängigkeit von der materiellen Welt, die STRING in den Blick nimmt, ist diese Abhängigkeit selbst, die durch unsere Kultur und Zivilisation als Ergebnis des menschlichen Geisteslebens in immer künstlicheren Formen bewältigt wird. Die entscheidende STRING-These ist, dass solange dieser Prozess unbewußt abläuft, er die Gefahr des Aus-Dem-Ruder-Laufens in sich birgt. Erst wenn sich die Menschen als einzelne Personen - weil es anders nicht möglich ist - dem Geist als dem Motor dieser Verkünstlichung stellen, sich also ihrer geistigen Urheberschaft der modernen Welt bewußt werden, erst dann kann es gelingen, diesen Prozess, den die Moderne nicht erfunden hat, sondern der in ihr nur kulminiert, in einem umfassenden Sinne aktiv zu gestalten.

Das ewige Mantra der STRING-Lehre ist, dass dieser Bewußtmachungs- und Gestaltungsprozess kann nicht im Rahmen von dominanten Kollektivformen ablaufen, sondern nur unter dem politischen Primat des Individuums. Insofern ist die ökonomische Basis des menschichen Lebens im Sinne von STRING eine Art "Zukunftsmusik", deren Melodie heisst:
Der Mensch als Kulturwesen hat sein Dasein erst bewältigt, wenn ihn seine ökonomische Basis nicht mehr dominiert, sei es als Armut, sei es als zivilisatorische Gefahr der Selbstgefährdung.
Der Mensch als Kulturwesen hat sein Dasein erst bewältigt, wenn er seine ökonomische Basis umfassend im Griff hat. Und insbesondere unsere Zeit, in der viele "moderne" Menschen glauben, dass die Menschheit Wunder was erreicht hat, wird sich immer wieder klarmachen müssen, dass dies allzuoft nur partielle Veränderungen sind. Die Karawane ist so langsam, wie ihre langsamsten Teilnehmer. Nicht die Spitzen der Gesellschaft oder des Fortschritts zählen heute. Da es in der modernen Geistesaufassung um den Menschen an sich geht, zählt die Existenzform aller Menschen. Erst, wenn alle Menschen selbstbestimmt leben, kann von dem Erreichen eines Ziels gesprochen werden!

Der Fokus unserer modernen Weltzivilisation liegt noch falsch, oder richtiger, ist noch nicht zentriert. Er liegt noch auf Kollektiven und ihren Eliten, seien es Nationen oder mächtige Konzerne. Er liegt immer noch auf dem Geld, dem Reichtum b.z.w. auf den reichen und erfolgreichen Menschen - ebenfalls alles kollektive Kategorien. Er liegt auf dem offensichtlich gelingenden Leben und drängt das offensichtlich nicht gelingende Leben ins Abseits.
In diesen Verhaltens- und Sichtweisen einer sozialen Triage, die einen lassen wir fallen, um die anderen scharen wir uns, liegt evolutionäre Erfahrung, aber auch die Erfahrungen der Geschichte. So lief das Leben in den letzten Jahrtausenden.
Die große Wende hin zum Menschen an sich, die in verschiedenen Ideologien und politischen Reformen wie Sozialismus oder dem Sozialstaat schon vorweggenommen wird, steht noch aus. Ob es das Eindringen der Künstlichkeit des Geistes in das menschliche Alltagsleben ist, ob es die Potentiale der modernen Zivilisation sind, ob es der globale Geschichtszustand ist, die alten hierarchischen Gesellschaftsmuster können diesen Geschehnissen nicht mehr Herr werden. Im Gegenteil, sie führen zu einem Missbrauch der Kraft und Dynamik dieser zivilisatorischen Potentiale, die stattdessen jedem Menschen dienen müssen.
Das alle Grenzen hinter sich lassende Drängen dieser Weltzivilisation braucht eine Boden, ein Maß und dafür gibt es keine andere Möglichkeit, keine anderen Kandidaten denn den einzelnen Menschen in einer umfassenden Perspektive als Einzelwesen, als Gruppenwesen, als Träger des "Göttlichen" Geistes, ...

Man könnte sagen, dass der zivilisatorische Fortschritt der Moderne, wenn er denn seinem Namen und seinem Nimbus gerecht werden will, heute geradezu die selbsterhaltende Pflicht hat, Mittel und Weg zu finden und zu schaffen, die für heute lebende Menschen praktisch tatsächlich zugänglich, auch im Sinne von erschwinglich, sind und die es ihnen, den Menschen überall auf der Welt ermöglicht, sich aus den lokalen, nationalen und globalen Machtstrukturen herauszuarbeiten - vollkommen unabh&aum;ngig davon, wie diese Machtstrukturen aussehen, welchen Ideologien, welchen Interessen, welchem Glauben sie folgen und von welchen Personen sie vertreten werden. Insbesondere geht es dabei um die Befriedigung alltäglicher Bedürfnisse und um den Schutz vor Gewalt. Eine neue Welt jenseits der ABC-Waffensysteme und ihrer drohenden Anwendung durch durchgeknallte Machtidioten ö l?° Adolf Hitler u.a. kann nur in der sozialen Form der "Graswurzel-Bewegung" geschehen.
Nicht oft genug kann man erwähnen, dass Hitler kurz vor der Verfügumg über Atomwaffen gestoppt wurde. Der nächste Massenmörder in der historischen Dimension von Adolf Hitler verfügt über sie und über noch viel mehr.

Die Moderne hat schon einen gewichtigen Teil des hier geforderten erreicht. Das staatliche Gewaltmonopol, die Gewaltenteilung und die unabhängige Justiz auf der einen Seite, das Wohlstandsniveau in manchen Ländern auf der anderen Seite geben eine lebendigen Begriff davon, was möglich ist. Aber heute geht es um viel mehr. Aus der Erkenntnis der Historie unserer heutigen Welt ergeben sich geradezu zwangsläufige Schlüsse. Das, was früher normal war und heute vielerorts noch normal ist, der Hunger, die Armut und die Ausgesetztheit der Menschen einerseits, die Gewaltausübung innerhalb der Bevölkerungen und die Gewaltausübung durch Eliten, die dadurch ihre Sonderstellung behaupten wollen andererseits, kann heute so nicht mehr bestehen bleiben.



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Lösungen, Lösungen, Lösungen


Wie aber sieht es ökonomisch aus, wenn mit diesem Ziel der Abschaffung der großen Macht auch die Abschaffung der großen Währungen und Zahlungssysteme verbunden ist, um großen Reichtum als wesentliches Element großer Macht zu verhindern. Ist es überhaut möglich, das zu erreichen? Alle wollen Zucker. Zucker gibt es nur an bestimmten Orten der Erde. Also werden die reich, die diesen Zucker überall auf der Erde verkaufen können.
Es gibt natürlich keinen Grund, anzunehmen, dass dieser Schritt in eine Welt ohne großen Reichtum so einfach möglich wird. Aber hier wird nicht für einfache und Einzellösungen plädiert. Es geht um ein gigantisches Ziel, eine Weltzivilisation, die sich garantiert nicht mehr selbst abschaffen kann - was die jetzige Weltzivilisation kann!! Es wird auch für das Bezahlen des Zuckers bei gleichzeitiger Abschaffung von großem Reichtum irgendeine langfristige Lösung geben (Lokalwährungen + globalen Bewertungsmaßstab - soziale Kontrolle, die nicht auf Neid beruht und nicht totalitär ist, sondern die auf Vernunft beruht - keine Bedeutung der sozialen Hühnerleiter - keine Angst vor Armut - ...).
Die Aufgabe dieser Zeilen ist es nicht, eine konkrete Lösung zu entwickeln, wie man großen Reichtum als Element großer Macht verhindert. Dafür muss Reichtum an sich vielleicht gar nicht in Frage gestellt werden. Jemand, der viel schafft, soll seine goldenen Wasserhähne bekommen, wenn er unbedingt will.
Es wird ein qualitativer Diskurs darüber gesucht, wie die Menschheit zukunftsfähig wird. Und dieser Diskurs gibt seine Kompetenz für alles auf, was andere Leute an anderen Orten und zu anderen Zeiten selbst herausfinden müssen. Das einzige, was hier postuliert wird, ist, dass die Menschheit nur eine Zukunft hat, wenn sie ihr politisches und soziales Leben den/allen einzelnen Menschen auf die Schultern legt, als Pflicht, als Chance zur Freiheit etc.. Wie das im Einzelnen umgesetzt wird, ist ja genau aus diesem Grunde die Sache der einzelnen Menschen und ihrer Kooperation untereinander.


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Wenn man in einer Welt lebt, in der man nicht das sagen kann, was man denkt, weil man sonst ins Gefängnis kommt und gefoltert wird - wenn man in einer Welt lebt, in der man wirtschaftlich gesehen nicht das tun kann, was man für richtig hält und was man tun sollte, um sich und die Seinen zu ernähren oder sogar um einen gewissen Wohlstand zu erwerben, weil man sonst ins Gefängnis kommt und gefoltert wird - dann muss man eine Revolution anstreben. Das Problem ist, wenn man eine Revolution erreicht und siegt, dann hat man noch nicht gewonnen. Denn dann muss man eine an Gewalt und Unterdrückung gewohnte Gesellschaft langsam in eine zivile, friedliche Gesellschaft umerziehen und zugleich für wirtschaftlichen Aufschwung sorgen und die zu kurz Gekommen befrieden und und und. Außerdem, es leben auch nach der Revolution viele Menschen in der Gesellschaft, die es gewohnt sind, ihre Position in der Gesellschaft und ihre Art der Befriedigung der täglichen Bedürfnisse mit Gewalt, Folter und Mord durchzusetzen und zu erhalten.

In einer Welt, in der der friedliche, zivile Umgang der Menschen untereinander und zwischen Vertretern der gesellschaftlichen Machtinstanzen und der Zivilbevölkerung Stand der Dinge ist, machen Revolutionen keine Sinn mehr. Änderungen in der Gesellschaft, die wirklich etwas ändern, können nur nach dem Prinzip der Ersetzens stattfinden. Etwas Neues wird parallel zum Alten gemacht und wenn es sich bewährt, wird das Alte irgendwann aufgegeben. Es soll schießlich nicht etwas Altes durch etwas Neues ersetzt werden und das Ganze nachher schlechter sein als zuvor. Oft geschieht so ein Pseudofortschritt nur deshab, weil ein Karrierist, der zu Macht gekommen ist, Spuren hinterlassen will.

Was STRING betrifft und die in den Texten auf adstring.org immer wieder definierten Veränderung der Welt, so ist der Veränderungsmodus nochmal ein anderer. Zuerst müssen die Menschen, und zwar allem Menschen, also auch die ohne Universitätsabschluß lernen, das ihr eigenes Sprechen und Denken und sich Unterhalten, und sei es über Fußball oder Kochen, die geistige Tätigkeit an sich ist, die sie mit allen Menschen auf eine Stufe stellt, jenseits aller gesellschaftlichen Unterschiede. Die Verwendung der Sprache ist diejenige Tätigkeit, die uns zu Menschen macht und die uns die spezifische menschliche Freiheit gibt. Alle Unterschiede zwischen Arm und Reich, zwischen "Oben und Unten", zwischen Gebildet und Ungebildet etc. sind Mittel, um die großen Gesellschaften der Ära der Sesshaftigkeit zu ordnen. Dieses Ordnen ist schwer, weil die sprechenden Menschen sehr viel Freiheit haben, Unsinn und Sachen zu tun, die andere Menschen zum Hass und zur Rache treiben - und wieder umgekehrt.

Also geht es darum, die Revolution und die gesellschaftliche Veränderung hin zu der Selbsterkenntnis des sprechenden Individuums zu treiben, inwiefern es durch die Sprache und durch den durch die Sprache realisierten eigenen Geist eine besondere Art Freiheit gewinnt, die nicht darin besteht, irgendwohin zu laufen und dort etwas zu tun, sondern nachzudenken, mit anderen Menschen zu sprechen und darin selbst zu finden und zu erkennen.
Danach kommen erst die Überlegungen, wie man die Welt insgesamt und vor Ort gestalten muss, dass man dieses Sprechen und Denken und dieses sich Unterhalten auch künftig tun kann - und selbstverständlich auch noch mehr tun kann, wie z.B. Arbeiten, etwas Schaffen, sich Lieben und - wenn die Zeit es erlaubt - Spielen und Feiern etc..

Das Primat der Sprache des Individuums, des freien Geistes des Individuums, der Selbsterkenntnis und des Selbstbewußtseins des freien Individuums - das Primat alles dieses vor der Gesellschaft und vor den Randunterschieden in der Gesellschaft - ist die einzig denkbare Möglichkeit, dem Menschen und den Menschen eine Zukunft zu eröffnen.
Was dem Menschen und den Menschen keine Zukunft eröffnet, ist der Glaube an Gesellschaften mit Tausenden oder Millionen von Mitgliedern, ist insbesondere der Glaube an die Zampans dieser Gesellschaften, die den Menschen wei&szig;machen, dass nur mit ihnen eine Zukunft und ein gutes Leben möglich ist.

Aber wie gesagt, es n&uum;tzt nichts, diese Zampanos "in die Wüste zu schicken". Erst muss die jetzige Form der Welt durch eine neue Form der Welt ersetzt werden, die funktioniert. Dann verschwinden die Zampanos ganz von selbst.


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Die heutige Zeit als Erfüllung der "messianischen" Erwartung, frei nach den Vorgaben des antiken und mittelalterlichen Judentums und inspiriert durch Anregungen moderner Philosophen jüdischer Herkunft (L?©vinas, ... ) - weil Hitler diese Erwartung durch sein Wirken geweckt hat und darüber zu einem Anti-Messias geworden ist.

Hitler und der Messias der Judenö?
Das wirkt nur auf den ersten Blick entsetzlich. Tatsächlich ist Hitlers Denken vollkommen von der jüdischen Tradition abhängig. Er billigt dem Judentum eine absolut zentrale Rolle in der Weltgeschichte zu, wenn er diese auch als absolut negative definiert. (Das gilt für den Antisemitimus generell, der dem Judentum eine kaum zu überbietende Bedeutung und Macht zuspricht.) Die unsäglichen millionenfachen Mordaktionen der Shoah kann man auch als Versuch verstehen, die fremde, jüdische(!) Herkunft von Hitlers eigenem messianischen Anspruch zu verbergen, oder, eine Stufe weiter, die Stimmen dieser Herkunft per Massenmord endgültig zum verstummen zu bringen.

Es wäre ein Fehler, Hitlers Denken als deutsch zu definieren (sagt Timothy Snyder). Er hatte sich schon lange von jeder Nationalität abgehoben und verfolgte seine absolute eigene megalomanische Agenda. (Man denke z.B. an die Pläne und Modelle einer "Welthaupstadt Germania".)
Diese von ihm herbeiphantasierte Cäsarenrolle über alle Geschichte hinaus ("tausendjähriges Reich") ist aber nicht anders vorstellbar, als nach dem Muster eines jüdischen Messias, der in der Welt der Politik wirken soll und damit deutlich über den christentlichen Messias hinausgeht.



Nochmal: Hitlers Denken ist ohne das Judentum nicht vorstellbar. Er gibt dem Judentum eine absolut zentrale Stellung in der Weltgeschichte. Sie ist negativ, unü,berbietbar negativ. Und er, Hiter, soll dann derjenige sein, der die Welt und die Menschheit von dieser absolut zentralen und negativen Geschichtsmacht "Judentum" befreit.
Wie soll man da nicht auf den Gedanken kommen, dass Hitler dem Judentum "den Messias gestohlen hat" und jetzt die Herkunft dieser von ihm usurpierten Rolle vernichten will, damit niemand mehr weiss, woher er diese Rolle hat.



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STRING ist eine Idee, in der sich die ganze Menschheit von Anfang an spiegelt. Es geht dabei um (m)eine ganz persönliche geistige Spiegelung mit alle individuellen, kontingenten idiosynkratischen Grenzen und Beschränktheiten, wie sie ein jeder Mensch mit sich trägt. Weder liegt hier eine "Gottesperspektive", noch ein theoretischer Standpunkt quasi von außen vor. Anders gesagt, hier wird keine kollektive Institution durch welche formalen Vorgaben auch immer repräsentiert. Im Gegenteil, es geht um den persönlichen Geist, wie er sich in diesem meinem Fall gebildet hat. Universell daran ist nichts, außer, dass die bestehenden kollektiven Institutionen auch nicht universell im Sinne der Menscheheit sind b.z.w. sein können, weil sie immer partikular verfasst sind. Insofern will ich mit meinen Texten und meiner STRING-Idee jeden Menschen auf sich selbst zurückwerfen, auf dass er seinen persönlichen Geist wahrzunehmen lernt und mit politischer Bedeutung aufzuladen lernt. Denn wir persönliche Geister überall auf der Welt, wenn wir denn gelernt haben, uns von allem Kollektiven zu emanzipieren, werden die politische Verantwortung für die ganze Menschheit zu tragen haben. Selbstverständlich werden wir dabei immer in kollektiven Zusammenhängen leben. Aber nach unserer generellen Emanzipation von der kollektivität wird das Kollektive nirgends auf der Welt so bleiben wie es ist.

Die STRING-Idee schlägt eine Weltgesellschaft vor, die machtpolitisch auf den Schultern der einzelnen menschlichen Personen ruht, weil alle kollektiven Machtmittel im Laufe eines zivilisatorischen Prozesses abgeschafft worden sind. (Große kollektive Macht ist nach der Katastrophe namens "Adolf Hitler" nicht mehr akzeptabel, um so mehr, als die modernen Machtmittel immer größer (effektiver) werden. Denn wenn es diese große kollektive Macht gibt, wird sie auch missbraucht - mal weniger, mal mehr, irgendwann auch im globalen, finalen Maßstab.)

Auf adstring.org wird die STRING-Idee in vielen Texten repräsentiert. Diese Texte sind keine wissenschaftlichen Texte, keine rechtlichen oder theoretischen Texte, keine religiösen Texte, sie gehören keinem literarischen Genre an. Ob es philosophische Texte sind, weiss ich nicht. Politisch sollen sie sein!

Wolfgang Behr, der Autor, ist keine "natürliche" Person, kein Mensch aus Fleisch und Blut. Er ist in und durch die Texte auf adstring.org eine geistige Person, eine geistige Realität, ein Paradigma der Personalisierung des Geistes, die eine neue politische Institution werden soll.
Es geht um den Geist, den die Menschen durch den Gebrauch von Zeichen, Zahlen und Buchstaben realisieren. Es geht um die Personalisierung dieses abstrakten Geistes.


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Antisemitismus und Nationalsozialismus sind genau besehen ein unglaubliche Machtzuweisung an das Judentum. Erstens, diese Machtzuweisung ist im Antisemitismus nie als Macht der Gewalt oder der Gewehre gemeint. Zweitens, die fiktive Zusprechung einer bösen Macht an das Judentum wird als indirekt bestimmt, als wirtschaftliche Bedrohung oder als eine sog. geheime Weltverschwörung.
vielleicht muss man dieses ideologische Dispositiv aber anders lesen, als indirektes Eingeständnis, dass die Zukunft nicht in der eigenen gewohnten Form des historischen Machterwerbs und Erhalts liegt, sondern dass die Moderne neue Formen der gesellschaftlichen ud internationalen politischen Ordnungsbildung verlangt.
Man kann die Sache des Antisemitismus auch von einer anderen Seite betrachten, nämlich als unglaubliche Bedeutungszuweisung an eine kleine, sehr alte und geschichtsträchtige Kulturnation. Denn allein die kleine Zahl der sich zum Judentum bekennenden Menschen legt schon nahe, dass die Phantasmen des Antisemitismus, wenn man sie für bare M&uum;nze nimmt, eben Phantasmen, Hirngespinste waren und sind.
Es liegt stattdessen nahe, zu fragen, welches Potential steckt in dieser Kulturnation? Was bedeutet sie in einem anderen, in einem neuen Sinne für die und in der Weltgeschichte? Ist der Antisemitismus nicht in Wirklichkeit ein zwar böser, dummer und sogar mörderischer, aber doch indirekter Fingerzeig darauf, dass in der Tradition des Judentums der Schlüssel für eine Weltkultur der Zukunft liegt. Schrecklicherweise steckt im Antisemitismus auch das grausame Aufbämen der alten Weltordnung, deren Überholtheit zugleich in der absolut grenzenlosen humanen Abartigkeit der Shoah unwiderlegbar geworden ist.

Am Anfang des Judentums war der Verlust der staatlichen Eigenständigkeit und die babylonische Gefangenschaft. Kein kleines Volk hätte in so einer Situation seine Identität bewahrt. Im Judentum wurde (so eine These) das Deuteronomium verfasst und es ging mit gestärkter Identität aus dieser Krise hervor. Entscheidend war, dass nach der Niederlage gegen die Römer 70 n.u.Z. und der Niederschlagung des "Bar Kochba"-Aufstandes das sog. "Rabbinische" Judentum entstanden ist. Durch diese kleine politische Form der Gemeinde konnte das Judentum in der ganzen bewohnten Welt leben, ohne militärisch zu agieren. Diese Form, die mit der Position der Aussenseiter verbunden war und entsprechende Härten mit sich brachte, ist heute entscheidend.
Die Waffentechnologie unserer Spätmoderne ist nicht geeignet, die Tradition der letzten Jahrtausend fortzusetzen, politische Macht durch Krieg zu generieren. Schlicht zu zerstörerisch sind die ABC-Waffensysteme. Davon lassen können die verschiedenen Kuturen der Welt aber auch nicht. Daher gibt es nach wie vor riesige teuere Heere und lauter Kriege, die unter der Schwelle der ABC-Waffensysteme gefürt werden. Das ist aber keine dauerhafte Lösung und sogar sehr gefährlich, weil man ja nie zu 100 Prozent ausschließen kann, dass niemals jemand, der sich in die Enge gedrängt fühlt, doch zu seinem ABC-Waffenarsenal greift.
Hier kommt das Judentum wieder ins Spiel. Könnte es sein, dass in der nichtkriegerischen Erhaltung der eigenen Identität, wie es dem Judentum über viele Jahrhunderte gelungen ist, der Schlüssel zu unserer heutigen Problematik liegt, einen Ausgang aus der Kriegskultur finden zu müssen?

Was waren ihre Methoden, in einer Welt der Gewalt ohne eigenen Schutz durch Gewaltbereitschaft und Gewaltausübung zu überleben? Sie lebten in einer sehr strengen Kultur, die dem einzelnen Mitglied die aktive Teilnahme an einer hochstehenden geistigen Religion abverlangte. Die Identität des Judentums wurde auf diese Weise von allem Mitgliedern getragen. Außerdem war die Gruppenidentität dadurch sehr groß und intensiv. Dies ermöglichte ihnen, auch in großer Bedrängnis und trotz extremer Schicksalsschläge durch die Pogrome und Vertreibungen zu überleben und ihre kulturelle Identität zu bewahren.

Ohne die hochspezifische traditionelle (vormoderne) Religionskultur des Judentums im Einzelnen zu wiederholen, ist es diese Kombination aus geistiger und gesellschaftstragender Identität jeder einzelnen Person und aus dem Verzicht auf aktive Gewaltausübung, die uns heute das entscheidende Vorbild für die Weltzivilisation sein muss, wenn wir die Verfügung über moderne Hochtechnologien ohne selbstmörderische Kriege überleben wollen.

Als der Tempel in Jerusalem zerstört war, entstand in der Folgezeit das sog. Rabbinische Judentum. In ihm wurde das im Jerusalemer Tempel verortete Priesteramt abgeschafft und die Synagoge eingeführt. Wenn drei Juden zusammengehen (synagogein) und aus der Thorah lesen, dann ist das eine Synagoge und zugleich die rabbinische Form des (Wort)Gottesdienstes. Darin steckt die Tradition der akephalen, nicht hierarchischen Gesellschaften. (akephal heisst "kopflos" im Sinne ohne König, ohne Kopf der Gesellschaft.)
Diese Tradition gilt es in die moderne Welt zu übertragen, indem zwar konkrete Institution wie eine Stadt oder ein Krankenhaus eine hierarchische Organisationsstruktur und Verantwortlicheitsverteilung haben, die Gesellschaft insgesamt aber ohne solche strikte Struktur auskommen muss. Dafür bracht es Beratungsinstitutionen, in denen die Gesellschaftsmitglieder allgemeine Entscheidungen treffen und im Falle des Falles konkreten Institutionen mit konkrete Aufgaben zuweisen.

Die Künstlichkeit (eine vergleichbare Künstlichkeit findet sich in der Kleisthenischen Reform in Athen 600 Jahre früher), mit der die ins Exil getriebenen Juden nach dem Verlust der eigenen Staatlichkeit eine auf kleinen Diasporagemeinden beruhende, im Prinzip akephale Gesellschaftsform als die (bis zur Ankunft des Messias und der damit einhergehenden Rückkehr nach Jerusalem) wesentliche soziale Gestalt des Judentums annahmen, mag naheliegend und unausweichlich gewesen sein. Sie ist aber dennoch ein entscheidender Hinweis darauf, wie man in der heutige politischen Weltsituation verfahren kann. Denn in Form der Millionen oder gar Milliarden umfassende Megagesellschaften sind die geschichtlichen Dynamiken der menschlichen Weltzivilisation nicht (mehr) handhabbar. Es gilt also ganz bewußt und dezisionistisch die menschliche Existenz und Coexistenz neu zu definieren und neu zu gründen. Die zivilisatorischen Mittel dafür mögen noch nicht im einzelnen existieren. Sie sind aber sehr wohl in Sichtweite, allerdings ohne dass deshalb die Klippe, vor der die Menscheit steht, schon annähernd umschifft wäre. Davon, von der Frage des gesicherten Überlebens, konnte im Judentum ja nie die Rede sein (man denke nur an die ca. 1900 Jahre später verbrochene Shoah.)

Die Gemeinde als zentrale Lebensform ist durch den Protestantismus über das Judentum hinaus verbreitet worden. Aber auch dieser Schritt zur Verbreitung konnte die Herrschaft der auf Gewalt basierenden Reiche und - in der Neuzeit - Nationalstaaten nicht aufhalten. Heute werden die Staaten von der ökonomischen Globalisierung überwölbt. Diese hat jedoch nicht die Kraft, die potentiellen und faktischen Krisen zwischen den Staaten zu überwinden. Im Gegenteil, Krieg führen erlebt immer wieder modische Aufschwünge. Die Zivilbevölerungen werden dabei auf zynisch-verbrecherische Weise zu chancenlosen Opfern. Noch sind diese Kriege nicht mit ABC-Waffen geführt worden.

Um aus dieser historischen Stagnation, die höchst gefährlich ist, herauszukommen, erscheint die Ersetzung der großen politischen Machtagglomerationen durch viele kleine politische Einheiten im Stil der Gemeinden des Judentums ein entscheidendes Element der Lösung, weil nur so der Machtmissbrauch in großen Kollektiven zu beenden ist. In kleinen Gemeinden gibt es schlicht keine große kollektive Macht mehr.

Wie aber ist ein Übergang von der Welt der von Eliten gelenkten großen Sozialverbänden, wozu auch Konzerne und Organisationen gehören, überhaupt denkbar? Nach dem Stand der Dinge erscheint dieser Übergang vollkommen ausgeschlossen. Und das nicht nur deshalb, weil die vielen Eliten, die in der heutigen Welt über irgendeine Form kollektiver Macht verfügen, diese niemals freiwillig aus der Hand geben und weil sie eben die Machtmittel haben, ihre Macht zu verteidigen. Das gilt vielleicht nicht für jeden Fall, aber für genügend viele Fälle, um den hier angedachten Schritt zu verhindern.
Ein mindestens so wichtiger Grund für die weite Ferne, in der der hier beschriebene historische Entwicklungsschritt erscheint, sind die Milliarden von Menschen, die sich in fester Bindung zu ihrer jeweiligen Gesellschaft befinden und die gar nicht daran denken, diese ihre Bindung, die sie als das Wichtigste in ihrem Leben sehen, aufzugeben.

Der Mensch als Einzelner empfindet sich als schwach und klein gegenüber den großen Kollektiven. Deshalb sucht er bei ihnen Unterschlupf - und sei es als Chef.


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Man kann sich seine Eltern nicht aussuchen und auch nicht die historische Konstellation, in die man hineingeboren wird. Beides kann dazu führen, dass man auf die unglaubliche Bedeutung hinweist, die der Antisemitismus und inbesondere das Denken und Wirken Adolf Hitlers dem Judentum indirekt zuspricht. Alle antisemitischen und Hitlerischen Denkmuster, die dem Judentum oder den Juden irgendeine Macht zuspricht, machen unwiderlegbar deutlich, dass im Judentum, das ja historisch faktisch - auf der "Ebene der Gewehre" - niemals Macht hatte, ein unüberschätzbares geistiges Potential in die Weltgeschichte einbringt. Dieses Potential zu sehen und etwas daraus zu machen ist historisch faktisch in einem absolut kontingenten Verhältnis zur Shoah, nicht jedoch menschlich und seelisch.

Die brodelnde Weltgeschichte dieser Jahre nach dem "Kalten Krieg", die nicht weiss, ob sie zur alten Geschichte der heissen Kriege zurückkehren soll oder den Weg zur einer symbolischen geistigen Existenz des Menschen voranschreiten soll. In einer solchen Existenzform können die Potentiale der modernen Zivilisation in Verbindung mit den spezifischen kulturellen Potentialen des Judentums zu einer das materielle und das politisch-soziale Leben der Menschen beruhigenden und erfüllenden Weise zusammenkommen.


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Es geht bei diesen Zeilen hier auch immer um eine Bestandsaufnahme des menschlichen Lebens auf der Erde heute. Allerdings spielt dabei nicht derjenige Teil die zentrale Rolle, der sich wissenschaftlich und durch Informationsdienste jeglicher Art und couleur beschreiben, in Erfahrung bringen oder wissen läßt. Hier geht es um die persönliche Sicht, die jeder einzigartige erwirbt, wenn er aufwächst und zum Erwachsenen wird. Diese Sicht ist bei jedem, wenn er denn Zeit und Kraft findet, seine Situation zu erkennen und zu beurteilen, anders. Das geht nicht anders. Jede Person ist ein einzigartiger Ort der Wahrnehmung und Erkenntnis.

Wie kann hier aber so eine individuelle Perspektive doch in allgemeiner Form zustande kommen?
Dadurch, dass es um die Gestaltung der Zukunft aus individueller Perspektive geht. Wie kann das menschliche Leben auf der Erde aus meiner persönlichen Sicht und durch mein Wirken so gestaltet werden, dass für mich - und zu mir gehören andere Menschen dazu! - das Leben mein Leben wird, eines, das ich will und führe? Alle Menschen werden auch in dieser Perspektive zuerst vieles besprechen wollen, das sie nur persönlich betrifft, ihre Kultur, ihre Familie, ihre Lebensbedingungen. Aber heute gibt es mehr als je zuvor globale Zustände und Bedingungen, die die ganze Menschheit und somit jeden Menschen direkt betreffen. Das große Problem ist, dass diese Probleme für die meisten Menschen nicht unmittelbar spürbar sind. Und leider reagiert der Menschen am sichersten auf etwas, das er unmittalbar wahrnehmen kann.

Kann ein kulturelles Muster aus der Menschheitsgeschichte die Aufmerksamkeit erregen und die Kraft entfalten, die nötig sind, um die einzelnen Menschen im Laufe einer absehbaren Zeit dazu zu bewegen, das allgemeine Schicksal der Menschheit mit ihrem eigenen individuellen Schicksal zu verbinden und in ihr persönliches Leben ein gewisses Denken und Handeln zu integrieren, das der Dimensionen der heutigen Weltzivilisation gerecht wird?

Der Begriff des Messias als Personalisierung des Geistes, wie er auf den adstring.org-Seiten verstanden wird, soll dieses Muster sein. Vom antiken Judentum entworfen und von Adolf Hitler in perfider Weise in seiner vormodernen Form usurpiert sollte es an der Zeit sein, dieses Muster einer ganzheitlichen Individualität als den emanzipatorischen politischen Maßstab zu etablieren, an dem sich jeder Mensch auf der Erde unabhängig von den Kollektiven und Mächten, die sein Leben dominieren wollen, selbst aufbauen kann und sein Leben vor Ort frei und sebstständig führen kann - zuammen mit den anderen Menschen, die demselben Weg folgen.

Der Messias des Judentums, nicht die Märchenfigur, sondern die Verbindung des monotheistischen Gottes und des Menschen, der Maßstab der politischen selbstständigen, individuellen Person. Der Messias des Judentums, das Bild, durch das es die Menschen schaffen, die kollektiven Machtautomatismen zu unterbrechen, die die Welt immer noch im Griff haben und die in Verbindung mit moderner Zivilisation ein tödliches Gebräu bilden.

Der ganze Weg des modernen Individuums, von den ersten Ansätzen bei Griechen, Röern und Juden über die ganze Neuzeit bis heute braucht ein klares soziales, politisches, ideelles und praktisches Endschema. Das Individuum muss eine Institution werden. Das Vorbild oder Beispiel ist der monotheistische Gott. Der Messias des Judentums ist die Übertragung des Modells "Gott" in die menschiche Realität. Das bedeutet keine Überforderung des Menschen, wenn er genug Zeit hat, als Kind sich zu bilden, um dannlas Erwachsener diese Rolle auszufüllen. Das ist keine Zauberei, das ist die moderne Welt.

Der lange Weg, bis sich der einzelne Mensch als Wert an sich herausgearbeitet hat, dauerte Jahrtausende. Heute haben keine Zeit mehr, heute muss die politisch-gesellschaftliche Verwirklichung der Position des einzelnen Menschen, sowohl auf der Ebende der persönlichen Entwicklung, als auch auf der Ebene der Gesellschaft und der kollektiven Macht sehr schnell gehen. Alles, was an Modernität und Aufklärung bis heute an Eliten gebunden ist und von ihnen abhängt, muss direkt und ohne weitere Verzögerungen allen Menschen übertragen werden, die sich darüber zu einzelnen individuellen Personen entwickeln. Denn je selbstständiger ein Mensch ist, desto besser kann er auch als Mitglied in einer Gemeinschaft wirken.

Gesellschaften von Millionen oder gar Miliarden von Menschen, wie sie die Gechichte bis heute hervorgebracht hat, brauchen Untertanen, die nach sehr allgemeinen Regeln funktionieren. Die Weltgesellschaft braucht Menschen, die sich von ihren Herkunftsgesellschaften emanzipiert haben und das Ganze der Menschheit mit ihrer individuellen Persönlichkeit repräsentieren können.


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Die Menschheit kann scheitern! Wenn, dann scheitert sie an sich selbst!
Das Problem ist, wer ist die Menschheit?
Sie wächst ja gerade erst zusammen, zumindest faktisch. Nach Jahrtausenden des militärischen Eroberns, Reiche Schaffens, Reiche wieder Zerstörens ist der Zug zu einer Weltgesellschaft unaufhaltsam. Auch wenn es innerhalb der Menschheit Todfeindschaften gibt, leben alle in einer Weltkultur, die von den Zahlen und Zeichen dominiert wird, der Technologie und dem Geld.
Trotzdem gibt es die Menschheit nicht wirklich, weil niemand für sie spricht. Niemand repräsentiert die Menschheit, weil sich niemals alle Menschen von einer Elite wird repräsentieren lassen. Daher stockt ausgerechnet jetzt, wo die oder eine Gemeinschaft der Menschheit zum Greifen nahe ist, der jahrtausendalte geschichtliche Prozess der Entstehung dieser Gemeinschaft.
Wenn, dann gibt es die Menschheit heute konkret nur in einem negativen Sinne, als die möglicherweise Scheiternde, Untergehende. Das liegt an der unvollkommenen Verwirklichung der Freiheit. Die Freiheit als Möglichkeit des Handelns ist heute so groß, dass einzelne Menschen die Menschheit zerstören können. Durch diese Möglichkeit ist die Menschheit negativ existent.
Wollte an dies ändern, wollte man die Menschheit zu einer positiven Existenz bringen, dann geht das sicher nicht, in dem man die Potentiale der Zerstörung einfach abschafft. Das lassen diejenigen nicht zu, die über diese Potentiale verfügen, weil sie diese Potentiale als ihre eigenen Freiheitsgarantien in einer Welt der Gewalt und Usurpation auffassen. Wobei die anderen, ob sie nun ähnlichen Zerstörungspotentiale haben oder nicht, wiederum die ersteren als Bedrohung der eigenen Freiheit auffassen.
Ein Modus, der die Menschheit positiv zur Existenz bringen soll, muss also die Freiheit des Menschen neu erschaffen als eine Freiheit, die jeder Mensch selbst tragen kann und die nicht gegen andere Menschen erkämpft werden muss.
Der einzige Bereich, in dem das möglich ist, liegt in der Erkenntnis des Geistes, an dem ein jeder Mensch teilnimmt durch die Sprache und die Verwendung von Zahlen und Zeichen. Ich meine damit die Selbsterkenntnis dieses Geistes, die ein jeder Mensch vollziehen kann, wenn er sich dieses Sprechen und Zeichenverwenden selbst bewußt macht.
In dieser Sich-Bewußtwerdung liegt der eigentliche Kern der Freiheit, die über die kreatürliche Freiheit hinausgeht, die der Mensch mit den anderen Lebewesen teilt, - also der menschlichen Freiheit.
Nur wenn es gelingt, eine Weltkultur durchzusetzen, gegen die Macht der Kollektive und ihrer Gewalt, nur dann kann die Menschheit nicht scheitern. Das schafft sie aber nur aus freien Stücken, in Freiheit, nicht jedoch aus Angst oder aus dem sog. Überlebenstrieb. Im Gegenteil, letzterer treibt die heutige Menschheit eher in den Tod la sie zu retten.


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Der Geist der Zeichen, Zahlen und Buchstaben hat in der "Geschichte" genannten Epoche der Menschheitsgeschichte, welche sich in etwa mit der Zeit der Erfindung und Nutzung von Schrift und Geld (vor ca. 5500 Jahren) deckt, die Schaffung enormer, immer monströserer Kollektive ermöglicht, welche das jahrhunderttausende existierende Maß des Kollektivlebens des homo sapiens - die kleine Gruppe, in der jeder jeden kennt - sp&aum;testens heute quasi "unendlich" sprengen, sieben Milliarden Menschen mehr oder weniger in einer Kultur.

In den Strukturen und in den medialen Repräsentationen dieser Mega-Kollektive ist der "Zeichen-, Zahlen- und Buchstaben-Geist" zwangsläufig unpersönlich oder überpersönlich, selbst wenn er von einem nicht umsonst "vergöttlichten" Herrscher wie z.B. einem Pharao, einem römischen oder chinesischen Kaiser kulminierend verkörpert wird. Tausende, Millionen von Einzelpersonen müssen unter (relativ) wenige Zeichen vereint werden.

In der Neuzeit, in der Moderne, heute, im Angesicht der gesamten Art des homo sapiens sapiens, ist dieses Modell des Großkollektivs mehr denn je zeichengestützt. Denn in der über die militärische und politische Herrschaft hinausgehenden, von digitalen Alghorithmen berechneten Globalisierung der Finanz-, Waren- und Informationsströme erhebt sich das unpersönliche Zeichen endgültig zum Maß der humanen Ko-Existenz.

Zugleich sind aber die Abstraktion, die Berechnung und die große Zahl als kollektive Prinzipien gegenüber den individuellen Personen, die heute leben, längst antiquiert, trotzdem Macht, Ressourcen und Geld in diesen Mega-Dimensionen geschaffen und verwaltet werden.

Denn die ganze Menschheit läßt sich nicht mit wenigen kollektiven Symbolen repräsentieren und sei es nur deswegen, weil sich alle Menschen niemals darauf einigen könten, welche Symbole, Flaggen, Währungen oder Präsidenten auch immer das sein sollten.
Denn die Menschen werden sich niemals einer Macht- und Sachelite unterordnen.
Die Träume von den ausserirdischen Besuchern, gegenüber denen wir als eine Gemeinschaft auftreten können, helfen da auch nicht weiter.

Die Menschheit als "real existierende" Gesellschaft oder Gemeinschaft muss von innen heraus entstehen und getragen werden. Das bedeutet, dass nur die einzelne Person die ganze Menschheit repräsentieren kann, wenn sie gelernt hat, den universellen Geist der Zeichen und Buchstaben zu ihrem persönlichen Geist zu machen und sich in diesem Geist zu personalisieren. Denn dadurch kann sie zu einer Institution, zur "Institution der politischen Selbstständigkeit des Individuums" werden, die zugleich individuell und universell ist - durch die Zeichen, Zahlen und Buchstaben und in den Zeichen, Zahlen und Buchstaben.
Die Symbole, die die Menschheit repräsentieren, sind dann die Zeichen, Zahlen und Buchstaben selbst, als solche - in dem Moment, wo ein Mensch sie nutzt um zu kommunizieren oder sich zu präsentieren.

Wolfgang Behr und die STRING-Texte sind ein Modell für diese Personalisierung des Geistes und für diese Institution. Aber alles Einzelne an diesem Modell ist zufällig und nicht übertragbar. Entscheidend ist es, sich das Modell des individuellen Sprechens und Zeichenverwendens zur eigenen Sache zu machen, auf absolut andere und ganz individuelle Weise.
Die große, globale Macht in der heutige Welt lebt von den unpersönlichen Universalisierungen in und durch die Zeichen, Zahlen und Buchstaben (Symbole, Berechnungen, Alghorithmen, Gesetze), in derem Auftrag Gewalt ausgeübt wird, wenn es den Kollektiven und ihren Eliten opportun erscheint. Die Durchsetzung der Macht vor Ort, im menschlichen Nahbereich der fünf Sinne, geschieht nach wie durch die uralten Drohungen oder Ausübungen der unmittelbaren Gewalt - archaisch individuell (Mafia) oder nach den Regeln eines "Rechtsstaates".
Diese zweite Machtform wird niemals vollständig verschwinden, solange es die Menschheit gibt. Das muß sie auch nicht! Aber sie muß sich selbst relativieren, sie muß in die zweite Reihe zurücktreten. Denn erstens wird sich mit ihrer Hilfe die ganze, globale Welt der Menschheit niemals ordnen lassen. Und zweitens behindert sie, wenn sie dominant ist, die Menschen, die "Institution der politischen Selbstständigkeit des Individuums" zu realisieren.

Die historische Rolle der Texte auf adstring.org ist die des primus inter pares bei der Repräsentation der "Institution der politischen Selbstständigkeit des Individuums", die alle Menschen untereinander auf dieselbe Ebene stellt, sowohl in einem universellen Sinn als auch in der direkten Koexistenz untereinander.

Wenn es den einzelnen Menschen und der Menschheit nicht gelingt, in ihrem Leben dieser Ebene des persönlichen Geistes das Primat gegenüber oder vor allen anderen Sphären ihrer Existenz zukommen zu lassen (also vor den materiellen, biologischen, seelischen und kollektiven Lebensbedingungen), dann werden sie die Prüfung durch den Geist der Zeichen und Buchstaben nicht bestehen.
Dieser Geist fordert die Existenz des homo sapiens sapiens absolut und radikal heraus. Er kann nicht mehr als Naturwesen, sondern nur noch als Kulturwesen überleben. Die globale Kultur wird jenseits der lokalen Gemeinschaften nur in einer individualisierten und persönlichen Form bestehen können. Wir Menschen auf der Erde, ein jeder Einzelne von uns, werden uns die Ordnung der Welt zur persönlichen Aufgabe machen müssen. Unser Zusammenleben vor Ort darf diese Aufgabe nicht verhindern. Dafür ist der zivilisatorische Fortschritt in all seinen Facetten da!

Die Bedrohungen durch diesen zivilisatorischen Fortschritt, z.B. durch eine Anwendung von ABC-Waffensystemen oder durch eine selbst verursachten Katastrophe wie z.B. künstlich hergestellte Viren, die sich so leicht wie Grippeviren verbreiten, aber 10 000 mal letaler sind, sind nur die plakativsten Symbole der epochalen Herausforderung des homo sapiens sapiens, in die er durch seine aktive Teilhabe am Geist der Buchstaben, Zahlen und Zeichen geraten ist.

Die Menschen sind in Feindschaft zu anderen Menschen, sie binden sich an eine (ihre) Gruppe, sie sind tätiger Teil der globalen Äkonomie. Menschen kämpfen um ihr Auskommen, andere sogar um ihr tägliches Überleben.
Es scheint utopisch, dass sich alle Menschen in der hier vorgestellten Weise individualisieren. Aber es ist auch utopisch, dass sie in den heutigen Formen der Zivilisation eine dauerhafte Zukunft haben. Denn in Antagonismen zu leben und diese bisweilen in heisse Konflikte ausarten zu lassen ist eine bis in die Tiefen der Seele verankerte historische Tradition, die sich mit den tödlichen Potentialen moderner Wissenschaft und Technik nicht verträgt.

"Language is a virus from outer-space" schreibt W.S. Burroughs bildhaft. Es ist eine epochale Weisheit, die bewußt oder unbewußt schon die Autoren der hebräischen Bibel in der Antike leitete:
Die aktive Teilhabe am Geist der Buchstaben, Zahlen und Zeichen kann von den Menschen nur bestanden werden, wenn sie ihr Leben den Buchstaben und Zeichen unterordnen. Wenn sie diese Fähigkeit zur geistigen Freiheit als das Schicksal begreifen, dem sie sich mit all ihrer Kraft und Ruhe stellen m&uum;ssen, wenn sie nicht zu "Selbstmördern" werden wollen, zu Menschen, die an sich selbst scheitern. Die Renaissance dieser Erkenntnis in der Neuzeit steht noch aus und ist jetzt dringend notwendig. Denn erst heute ist die geistigen Beschäftigungen des Menschen zu "unendlich" potenten Technologien und Wissenschaften geronnen. Dabei ist die Welt diesbezüglich schon an einigen Mega-Katastrophen vorbeigeschrammt. Einige Generäle auf beiden Seiten hätten den "Kalten Krieg" gerne heiss gehabt.
Aber erst in Zukunft wird die zeitgenössische zivilisatorische Potenz so ubiquitär sein, dass jeder x-beliebige Privatmensch die ganze Menschheit ausrotten kann.
Frage: Was würden die Leute denken, wenn jede beliebige Person unkonrollierten Zugang zu Atomwaffen hätte?
Das könnte in etwas anderer Form bald Realität werden, z.B. mit einer Apparatur, die Killer-Viren synthetisiert. Solche Geräte gibt es heute schon, wenn auch noch nicht so leicht zugänglich und bedienbar. Aber in 20 oder 30 Jahren? Dann kann man so etwas vermutlich in einer "Dummy"-Version im Internet ersteigern und sich dann einen Menschheitskiller basteln.
Wer wollte das ausschließen?


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Sobald es Sesshaftigkeit gab und größere Gesellschaften, gab es auch größeren kollektiven Reichtum. Man muss davon ausgehen, dass es spätestens seit dieser Zeit Leute gibt, gewaltbereite Kä,mpfer, die sich ein Stück von diesem Reichtum holen, obwohl sie nichts für Beschaffung oder Erarbeitung dieses Reichtum getan haben. So entstand gleich ein neuer Berufszweig: Gewaltbereite Kämpfer der einen Stadt schützen die Reichtümer und Frauen und Kinder und alten Leute und ... dieser Stadt vor den gewaltbereiten Kämpfer von außerhalb.
Damit dieses Geschäftsmodell auch wirlklich floriert und die Bauern, Handwerker und Händler immer genügend Steuern für Schutz bezahlen, muss die Bedrohung lebendig gehalten werden, indem &Uum;berfälle und Raubzüge organisiert werden. Junge Leute ohne Bindungen finden sich immer, die gerne dabei mitmachen.

Die Lösung dieses Problems war und ist die Etablierung regulärer Herrschaft und regulärer Armeen. Aber die kosten ebenso oder noch mehr Steuergeld. Zudem besteht immer die Gefahr, dass sie zum Eigennutz über die Strenge schlagen.

Einerseits stecken wir heute noch mitten in dieser Geschichtsperiode. Andererseits gibt es ein paar Dinge, die uns darüber hinausführen. Da ist die auch "Kapitalismus" genannte moderne Äkonomie, die die Menschen mit anderen Beschäftigungen und Einkommen versorgen, als es der Krieg ist.
Da ist der technologische Fortschritt, der den Krieg als "Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln" immer unmöglicher macht, weil seine indirekten Folgen nicht mehr begrenzbar sind.
Schließlich kann man das ganze komplexe schwierige "Zwei-Schritte-vor-einen-zurück" hin zu zivilen Bürgergesellschaften innerhalb der letzten ca. 600 Jahre hinzu zählen.

Aber der "Kapitalismus" als konstruktive Macht genügt noch nicht, erstens. Zweitens schließen die modernen ABC-Waffen ihren Gebrauch nicht von selbst aus. Und drittens haben wir keine 600 Jahre Zeit, um auf der ganzen Welt unhintergehbare zivile Bürgergesellschaften zu etablieren. Es fehlt noch etwas Entscheidendes zu der Epochenwende, die der Situation der modernen Weltgesellschaft gerecht wird.
Es muss eine unmittelbare persönliche Verantwortlichkeit geben für eine neue Welt, in der es keine organisierte Gewaltausübung mehr gibt. Die Last der Zukunft muss auf die Schultern eines jeden einzelnen Menschen gelegt werden. Denn die Eliten, alte oder neue, können diese Veränderung aus strukturellen Gründen nicht leisten, denn ihre Machtbasis ist immer primär partikular.

Es wäre absolut vermessen, den unglaublichen zivilisatorischen Errungenschaft der letzten 600 Jahre oder 100 Jahre oder auch nur 10 Jahre der denkbar größten Respekt zu verweigern. Auch die großen Risiken und Fehlentwicklungen, die alle Innovationen immer auch mitbringen, können der gigantischen Strahlkraft des Fortschritts kaum etwas anhaben. Zu unglaublich, ja märchenhaft sind die Fähigkeiten und Produkte moderner Wissenschaften, Technologie und Industrien.

Was aber sehr wohl gesagt werden muss, die Moderne, die den Weltraum, die Nanowelt und die Kommunikation von Milliarden von Menschen erschließt, ist so lange nicht eine wirkliche Epochenschwelle wert, so lange Milliarden von Menschen erbärmlich unter Hunger, Armut, Gewalt und Krieg leiden, so lange Milliarden von Menschen um ihren hart erarbeiteten Wohlstand fürchten müssen b.z.w. ihn allzuleicht verlieren als Spielbälle im zwangsläufig zynischen Schach oder Kriegsspiel von Eliten.

Es hilft alles nichts, erst die Erfüllung der Vision vom freien selbstbestimmten Menschen - man weiss mittlerweile ganz gut, wie es dazu kommen kann - wird auch den bisherigen und kommenden Fortschritt zu einer runden Sache machen. Bis dahin bleiben wir in einer unakzeptablen "hot spot - Welt" gefangen.

Dass es für diesen visionären Weg keine kollektiven Masterpläne gibt, haben die letzten 200 Jahre mit gigantischen gesellschaftlichen Vorhaben bewiesen, die nicht nur meist scheiterten, sondern z.T. in jede Fassungskraft sprengende Tötungsorgien und Folterexzessse mündeten. Sind diese Exzesse Kennzeichen einer endgültigen Übergangszeit?

Natürlich wurde auch vieles erreicht. Die Bedeutung der Schulpflicht kann man wohl nicht unterschätzen. Desgleichen die sozialen Institutionen, die den Schwächeren Hilfe und Unterstützung geben.
Es gibt jedoch keine Alternative, als diesen Weg nominell der Freiheit der Menschen zu überlassen, wobei wir uns selbst jede denkbare Selbsthilfe zur Erlernung dieser Freiheit angedeihen lassen müssen. Solange Kollektive und ihre Vertreter dominant sind, werden die einzelnen Menschen selbst als untergeordnet betrachtet. Solange die einzelnen Menschen so betrachtet werden, verhalten sie sich eher destruktiv dem Kollektiv gegenüber, als konstruktiv der eigenen politischen Selbstständigkeit gegenüber. Wenn die Menschen gelernt haben, dass politisch niemand über ihnen steht, dann werden sie die Institutionen der gegenseitigen Hilfe wie Sozial-Versicherungen, Schulen aber auch Währungen so organisieren, dass keine Machtpositionen Daraus entstehen.

Die Profiteure der Angst sind in dem Moment still, wo wir ihnen nicht mehr zuhören.
Das bedeutet nicht, dass es nicht sehr schwierig wird. Es ist schon extrem schwierig! Das beweist allein die schwierige oder katastrophale Lage, in der sich heute viele Menschen befinden. Aber die Profiteure der Angst wollen daran gar nichts ändern.

Revolutionen sind nur ertse Schritte. Damit das Kollektiv nach der Revolution nicht wieder von neuen Eliten besetzt wird, muss es abgeschafft oder zumindest absolut entmachtet werden. Das geht nur, wenn die Menschen vor Ort die Macht übernehmen. Wenn die Menschen funtionierende gegenseitige Hilfsinstitutionen, Gesundheitsvorsorgeinstitutionen aufbauen. Wenn die Menschen gute Schulen unterhalten. Wenn die Menschen den Fortschritt in die souveräne Bewältigung der Lebensnotwendigkeiten einbringen.

Nicht die Stars, nicht die großen Unternehmer oder geschichtsprägenden Politiker sind in Zukunft entscheidend! Nur noch die einzelnen Personen und ihre Fähigkeit, sich zu venünftigen kleinen Gemeinwesen zu verbinden, die keine kollektive Machtenfaltung mehr zulassen, werden die Zukunft des homo sapiens sapiens bewältigen können

Das, was man moderne Gesellschaften nennt, politische Aufklärung oder zivile Gesellschaften, das ist immer noch von historischen kollektiven Umständen abhängig, in denen es erkäpft und erarbeitet worden ist - den Nationalstaaten. Da, wo diese moderne Welt, die auf den Menschenrechten und auf der Selbstbestimmung des Individuums beruht, sich heute weiterverbreitet, in der globalen Äkonomisierung, die den Menschen Existenzmöglichkeiten gibt, da ist sie an die Zahl, d.h. an das Geld und an die technischen Berechnungen und Alghoritmen gebunden. Dadurch ist auch eine Abkehr von den Emanzipations- und Freiheitszielen der politischen Aufklärung entstanden. Äkonomische Erfolge werden heute oft genug gegen die politische Emanzipation und Freiheit erzielt. Alles, was ökonomisch direkt mit Millionen oder gar Milliarden Menschen rechnet, vergeht sich - direkt oder indirekt, absichtlich oder nicht - allzuleicht am Freiraum und den Freiheitsmöglchkeiten des Einzelnen. Dieser Freiraum ist oft irrational und unberechenbar. Solange er auf friedliche und defensive Weise genutzt wird, sollte er die absolute Priorität vor den Geschäften haben. Auch die Geschäfte müssen lernen, der einzelnen Person das Primat zuzuerkennen.

Wir müssen lernen, diesen Weg zur politischen Institution des selbstständigen Individuums, die - zusammen mit allen anderen politisch selbstständigen Individuen und zuleich ein jeder für sich - die Welt auf ihren Schultern trägt, technisch wie ökonomisch gut zu gestalten. Dazu müssen wir von allen kollektiven Ideologien Abstand zu nehmen, auch der Ideologie des Kapitalismus und der Ideologie des Nationalismus.
Kollektive haben heute oft den Status von Göttern. Das ist grotesk angesichts des Unheils, den kollektive Machthaber anrichten können, Adolf Hitler z.B.. Es ist ausgesprochen naiv, zu denken, dass die Welt keinen Adolf Hitler mehr zuläßt, denn voherr ist nicht nachher. In den 1930er Jahren wusste man nicht, was man heute weiß. Entsprechend hat man Hitler nicht genug bekämpft. Eine Welt jenseits der starken dominanten Kollektive, seien es Staaten, Konzerne, Organisationen, zur Realität zu bringen, muss heute schneller gehen. Angesichts der destruktiven Möglichkeiten der modernen Zivilisation kann die, keine kollektive Macht mehr bestehen beiben. Alles andere wäre kollektiver Selbstmord, gleich ob der in 30 oder in 100 Jahren passiert.

Um aber die kollektive Macht ordnungspolitisch zu ersetzen, müssen sich die einzelnen Menschen auf der Erde von ihrem Untertanengeist befreien. Dazu geh&oum;rt auch, sich egoistisch die Taschen vollzustopfen, wenn es irgendwie geht. Solange sich vielzuviele Leute anarchistisch verhalten, sobald niemand zuschaut, haben die Kollektive und die herrschenden Eliten immer beste Argumente, ihre Macht nicht aufzugeben.

Die Verwirklichung einer Welt ohne kollektive Macht kann nur aus einer geistigen Initiative hervorgehen. Sie kann nicht durch Ausübung unmittelbarer Macht oder Gewalt erzwungen werden. Und da es nichts nützt, wenn nur ein oder zwei Menschen diese geistige Initiative entwickeln, sondern weil irgendwann ein jeder Mensch für sich und seine Selbstständigkeit diese Initiative ergreifen muss, dreht es hier nicht um eine hochgeistige Angelegenheit. Die Tatsache des Sprechens (und Schreibens) an sich sind schon genug der Zeichenverwendung.
Nicht irgendein Niveau des Sprechens, sondern das politische Bewußtsein des Sprechers sind von entscheidender Bedeutung, was die Verwandlung der menschlichen Zivilisation in eine überlebensfähige Zivilisation betrifft.

Der Primat des Sprechens des einzelnen Menschen macht uns sicher nicht zu ätherische Wesen, die von "Luft und Liebe" leben können. Aber sie führt uns zu einer Haltung, die es nicht erlaubt, den Gefühlen, dem Überlebenstrieb der unmittelbaren Welt zu erlauben, uns zu beherrschen. Auch umgelehrt wäre es ein großer Irrtum, wenn man denken würde, der Geist soll di Materie beherrschen. Das kann er per definition nicht. Er lebt nicht direkt in der materiellen Welt und kann deshalb auch nicht direkt in sie eingreifen.
Wir werden auch künftig nicht um das ewige prekäre hin und her von Geist und Körper herumkommen. Aber wir müssen lernen, wenn es darauf ankommt, nicht den Geist für nichtig zu erklären, sondern mit dem Körper zurückzustecken. Denn wenn wir das nicht tun, dann holt sich der Geist seine Bedeutung indirekt, indem er uns selbst dazu bringt, unsere Körper zu zerstören - das ist der Primat der köperlichen Gewalt + ABC-Waffen.

Gilt das auch in der materiellen Not? Wohl eher nicht. Dazu sind wir Menschen kaum fähig. Das ist der Berg, vor dem wir stehen: Den Fortschritt, den es ohne Zweifel gab und gibt und geben wird, so zu verbreitern und zu fokussieren, dass die Subsistenz der Leute überall auf der Welt spürbar besser wird. Das ist aber nicht alleine eine technische Frage. Denn die Menschen müssen diesen Weg suchen, er entsteht nicht von selbst. Dafür brauchen sie die Bereitschaft, das lokale Leben so wichtig zu nehmen, dass sie in die Bedingungen des lokalen Lebens all ihre Kraft investieren. Und sie müssen sich von der aktiven Gewaltausübung und von der Angst vor der Gewalt emanzipieren. Und sie müssen sich von der sozialen Stellung, ihrer eigenen und der der anderen emanzipieren. Jeder Mensch gilt gleich, weil er ein sprechendes Lebewesen ist.
Emanzipation heisst nicht Abschaffung! Es wird immer Rangunterschiede geben. Aber was bedeuten sie? Moderne Welt heisst, dass die sozialen Unterschiede die Menschen in ihrem Leben nicht mehr essentiell bestimmen.

Um dem Menschen, dem homo spaiens sapiens zu ermöglichen, ein der modernen Welt entsprechendes Verhalten und Leben zu entwickeln, muss man die Welt vom einzelenen Menschen her aufbauen, nicht mehr von irgendeiner kollektiven menschlichen Lebensform, wie sie sich von der Familie bis zur globalisierten Welt entwickelt haben. Denn keine kollektive Lebensform wird der Sprachfähigkeit des Menschen gerecht. Alle Menschen richten ihr individuelles Sprechen auf den Rahmen ihres kollektiven Daseins aus.

Allerdings sind die Menschen bis in die Gegenwart vollkommen von den Kollektiven, in denen sie aufgewachsen sind und leben, bestimmt - zumindest wenn man es mit dem hier vorgestellten Maßstab vergleicht. Denn dieser Maßstab positiv genommen bedeutet, dass man sich im Prozess des Erwachsenwerdens in seinem Selbstbild vollkommen von allen Vergleichen und von allen Beziehungen mit anderen Menschen emanzipiert. Nicht umsonst nennt man einen Initiationsritus auch den "Zweiten Tod", also ein Sterben, bei dem man nachher weiterlebt, aber als neue Person - als politisch selbstständiges Individuum auf der Basis der eigenen Sprachfähigkeit.
D.h., die Menschen müssen lernen, ihre Sprache und ihren Geist als Mittel zu gebrauchen, sich von allen kollektiven. und sozialen Maßstäben zu emanzipieren, um sodann die Gesellschaft, an der sie unmittelbar teilhaben wollen, mitzutragen. Das eigentliche Ziel dieser Initiation ist jedoch die Fähigkeit einer jeden einzelnen menschlichen Person, qua ihres persönlichen Geistes die gesamte Menschheit zu repräsentieren. Denn es gibt sonst niemand, die die Menschheit repräsentieren kann. Insbesondere kann kein verfasstes Kollektiv, auch kein einer privaten Firma gehörendes Computernetz die Menschheit repräsentieren.

Die hier anvisierte Epochenschwelle wird nur stattfinden, wenn irgendwann alle Menschen den Mut haben, sich ihren Anteil daran - und dieser Antei ist absolut wesentlich!! - zuzutrauen. Wenn alle Menschen keine Angst mehr haben vor anderen Menschen oder vor Armut. Denn diese Epochenschwelle ist zwar von heute aus gesehen ein kollektives geschichtliches Megaereignis. Aber von der Epochenschwelle aus gesehen ist es ein individuelles Ereignis, denn jeder Menschen muss diese Schwelle selbst überschreiten. Kein anderer Mensch kann das für ihn tun.
Heute gilt es, sich diesen Schritt vorzunehmen. Dieser Schritt ist ganz naheliegend, denn er ist das Resultat der geschichtlichen Entwicklung der letzten Jahrhunderte. Zugleich scheint er fernliegend, weil so viele Menschen in ihrem heutigen konkreten Leben weit weg von diesem Schritt über die Epochenschwelle sind.

Wir haben aber definitiv nicht mehr Jahrhunderte Zeit, denn die Bedrohungen, die sich aus der Kombination aus traditioneller kollektiver Verstricktheit, welche jegliche anscheinend Gewaltanwendung erlaubt, und den hyperpotenten modernen Mitteln ergeben, werden nicht ewig gerade noch gut ausgehen. Wenn es die Möglichkeit gibt, einen Millionen oder Milliarden von Menschen betreffenden Zerst&oum;rungsexzess vom Zaun zu brechen, dann wird das irgendwann geschehen. Dafür spricht jegliche historischen Erfahrung.

Wenn jemand bereit ist, für seine persönlichen egoistischen Ziele systematisch Gewalt anzuwenden, andere Menschen zu bedrohen, zu töten etc., dann vergeht er sich direkt an der ganzen Menschheit, weil er sich selbst und andere Menschen davon abhält, die universelle Verantwortung anzunehmen und zu bewältigen, die wir heute alle haben.
Das gilt auch für die offizielle Gewalt der Staaten und Regierungen - das Gewaltmonopol. Es darf nur zur Anwendung kommen, um dieses Monopol aufrechtzuerhalten ud Menschen vor anderen Menschen zu schützen, die selbst keine Gewalt, auch nicht zur Verteidigung anwenden dürfen. Die geschichtliche Erfahrung lehrt, warum das so ist: wegen der Blutrache, weil eine Gewalttat wieder die nächste gebiert, wegen der Blindheit von Wut und Rachsucht etc..
Aber alle Gesetze und alle "öffentlichen" (staatlichen) Gewaltanwendungen, die einen patriarchalischen Hintergrund haben, weil sie den Umgang des Menschen mit sich selbst betreffen, ihn vor sich selbst schützen sollen, sind immer weniger akzeptabel im Licht der universellen Aufgabe des modernen Menschen. Allerdings muss der heranwachsende Mensch - die Kinder - von der Gesellschaft die Gelegenheit bekommen, den Umgang mit den verschiedenen Gefährdungen zu lernen.


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Ich fühle mich absolut ausgeliefert an die Aufgabe, die Welt in einen individuellen Zustand zu überführen. Dabei sind die Zeiten wie eh und je absolut kollektiv. Dort, wo mit Waffen und Zivilistenermorden gekämpft wird, sowieso. Das geschieht in Kriegszuständen genauso wie in Friedenszuständen, solange gewaltbereite Eliten ihren Vorteil sehen. Sie findenimmer genügend Mitläufer, die sich einen/ihren kleinen Vorteil vom Nachteil anderer Menschen versprechen. Die Ferne der politischen Indiviualität gilt aber auch in den zivilsten Staaten, wo sich die Bürger gegen Asylanten oder für maximal einseitige Wahlkampfpositionen erhitzen.
Für jede auch nur entfernt realistische Betrachtungsweise erscheint es vollkommen hoffnungslos, in dieser Welt die Fahne des politischen Individuums mit Erfolg hochzuhalten. Man kann für dieses Ziel ja nicht gegen andere Menschen kämpfen. Dieses Zeil liegt historische gesehen hinter allen kollektiven Kämpfen, wenn die Menschen endlich verstanden haben, dass diese moderne Weltzivilisation nur im Modus des politischen Individuums in eine nachhaltige Form gebracht werden kann. &Uum;berall auf der Welt glauben die Menschen oder werden gezwungen, zu glauben, dass nur wenn sie sich bedingungslos ihren Capos unterordnen, ihre Zukunft und ihr Wohlergehen gesichert ist. Dabei werden sie nur verarscht, sollen ihre Kinder als Futter für die Waffen hergeben.

Das ist so wie in vormodernen Zeiten, als Armut und Tod herrschten. Aber aus vormodernen Zeiten kommt man nicht durch Kampf und Krieg heraus! Da kommt man nur durch Arbeit, Bildung, Frauenrechten und Investitionen, freie Wahlen, ohne Korruption und lokale Selbstverwaltung und vieles mehr heraus, und immer nur langsam, über Generationen. Stattdessen regieren überall die hartgesottenen Rechthaber und in zuvielen Gegenden auch noch die Mordbereiten - als ob der Menschen noch mit Messer, Gewehren oder Panzern kämpfen kann, wenn es ABC-Waffen in den Arsenalen gibt? Muss wirklich erst jeder Zugang zu den tödlichsten Wafen haben, bevor Friede möglich wird? Dann ist es mit Sicherheit zu spät, denn irgendwer wird die ABC-Waffen einsetzen.